Performance (englisch: Aufführung, Vorstellung, Vortrag, Darstellung, Spiel) ist eine Form der Aktionskunst, bei der eine Person oder eine Gruppe von Personen mit ihrer Darbietung das Kunstwerk bilden. Performance spielt seit den 1960er Jahren (damals parallel zum Happening) eine wichtige Rolle in der Bildenden Kunst. Sie ist eine heute international praktizierte Form.
Sie kann überall, zu jeder Zeit und ohne zeitliche Begrenzung stattfinden. Dabei kommen vier Grundelemente ins Spiel: Zeit, Raum, der Körper des Künstlers und eine Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer. Performance ist zu unterscheiden von Malerei oder Skulptur, bei denen ein physisches Objekt das Kunstwerk bildet.
Die Performance ist nicht genau definiert, was angesichts der von ihr konsequent durchgeführten Überwindung jeglicher Regelästhetik folgerichtig ist. Es kann sich um Körperkunst, Fluxus und anderes mehr handeln. Einige Künstler, wie zum Beispiel die Wiener Aktionisten oder die Neo-Dadaisten, bevorzugen zur Beschreibung ihrer Aktivitäten die Begriffe Live Art, Action Art, Intervention oder auch Manoeuvre.
Eine Performance kann Elemente des Theaters, von Tanz, Musik oder Zirkus enthalten. Von diesen „Performing Arts“ unterscheidet sie sich allerdings dadurch, dass sie an die Person des Künstlers bzw. der Künstlerin gebunden ist und in der Regel nicht wiederholt wird. Häufig ist der Ablauf einer Performance genau bestimmt und folgt einer präzisen Dramaturgie, teils ist aber gerade die Offenheit (Kontingenz) der Entwicklung ein wesentliches Element. Ähnlich zum Happening werden Performances per Fotografie, Filmkunst oder Video aufgezeichnet und über diese Dokumente im Kunstmarkt gehandelt. Die Kunstform hat Vorläufer in der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts, wie dem Futurismus und vor allem Dadaismus. Auch Massenunterhalter wie der Entfesselungskünstler Harry Houdini sind darunter zu nennen. Weiterhin sehen Kunsthistoriker teils in der Renaissance vergleichbare künstlerische Ausdrucksformen. Und auch das Ritual, mit Wurzeln im Schamanismus, ist eine der Quellen der Performance.
Wichtige Performance-Künstler sind z.B. Alan Kaprow (en), welcher den Begriff des Happenings einführte, Yves Klein, Piero Manzoni, Vito Acconci, Timm Ulrichs, Hermann Nitsch, Marina Abramovic und Joseph Beuys.
Weitere bekannte Performance-Künstler sind:
In den 1980er und 1990er Jahren gründeten sich mehrere Gruppen, die den Performance-Begriff in das traditionelle Theater eingebracht haben, die bekanntesten sind Forced Entertainment, Gob Squad, She She Pop und Showcase Beat Le Mot. Seit den 1990 Jahren beziehen sich vermehrt junge Künstler in referentieller oder teilweise ironischer Weise auf die klassische Performancegattung. Vertreter sind z.B. David Michael Clarke, Diego Castro, Peter Land oder Jonathan Monk.
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