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Der Pentium 4 ist ein Mikroprozessor der siebten x86-Generation. Er wurde von Intels Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel entwickelt und ist Intels erstes, von Grund auf neu entwickeltes CPU-Design seit Erscheinen des Pentium Pro im Jahre 1995.
Die ersten Pentium 4 mit dem Codenamen Willamette liefen mit Taktfrequenzen von 1,4 und 1,5 GHz und kamen im November 2000 auf den Markt. Zur Überraschung vieler Beobachter war der Pentium 4 mit der neuen NetBurst-Architektur gegenüber dem älteren P6-Design des Pentium III in Sachen Integer- und Fließkomma-Performance nicht wesentlich verbessert worden, eher im Gegenteil. Stattdessen hatte man sich auf zwei Dinge konzentriert: Hohe Taktfrequenzen und SSE-Performance.
Wie bei Intel üblich, gibt es den Pentium 4 auch in einer Low-Cost-Variante namens Celeron und in einer multiprocessing-fähigen High-End-Variante namens Xeon. Zur besseren Abgrenzung von den Celeron-Varianten des Pentium II und Pentium III wird die aktuelle, vom Pentium 4 abgeleitete Variante oft auch als Celeron 4 bezeichnet. Neuere Modelle mit Prescott-Kern werden unter dem Namen Celeron D verkauft. Als Besonderheit hatte Intel noch eine Pentium 4 Extreme Edition im Programm, der als High-End-CPU gegen AMDs Athlon 64 FX positioniert wurde.
Die auf Basis der NetBurst-Architektur entwickelten Dual-Core CPUs werden unter dem Namen Pentium D oder Pentium Extreme Edition verkauft. Für Details siehe diese Artikel.
In Tests enttäuschte der Pentium 4 die Analysten: An die Leistung des Athlon Thunderbird und sogar der damals schnellsten Pentium III-Prozessoren kam er nur in den wenigsten Tests heran. Peinlich für Intel war, dass er noch nicht einmal den LowCost-Prozessor AMD Duron klar hinter sich ließ. Er verkaufte sich daher zunächst auch nur mäßig.
Im Januar 2001 wurde ein nochmals langsameres Modell mit 1,3 GHz nachgeschoben, was vermuten ließ, dass Intel zu diesem Zeitpunkt große Schwierigkeiten mit der Taktfestigkeit der P4-Kerne hatte. Danach konnte Intel jedoch endlich zum Generalangriff auf AMD blasen. Der April brachte einen P4 mit 1,7 GHz, der damit erstmals klar schneller als der alte Pentium III war. Im Juli folgten Modelle mit 1,6 und 1,8 GHz, und ab August 2001 lieferte Intel Prozessoren mit 1,9 und 2,0 GHz.
Die 2 GHz-Variante war der erste P4, die mit dem Konkurrenten Athlon Thunderbird gleichziehen konnte, der bis dahin die schnellste x86-CPU am Markt war. Für Intel war dieses Ziel vor allem psychologisch wichtig: Zum ersten Mal seit Erscheinen des Athlon Classic konnte man sich wieder berechtigte Hoffnungen auf die Performance-Krone machen, die man vorher seit 16 Jahren unangefochten innegehabt hatte.
Ein Modell mit 2,2 GHz wurde im Januar 2002 vorgestellt, im April folgten 2,4 GHz. Ab Mai konnte man Modelle mit 2,53 GHz bei gleichzeitig auf 133 MHz (FSB 533) beschleunigtem Frontside-Bus kaufen, im August folgten die Taktstufen 2,6 und 2,8 GHz, und im November überschritt Intel mit einem 3,06 GHz-Prozessor die 3-GHz-Grenze. Dieses Spitzenmodell unterstützte Hyper-Threading (zuerst auf dem Xeon eingeführt), wobei die CPU zwei Threads gleichzeitig ausführen kann, da einige Teile des Prozessors doppelt vorhanden sind. Für das Betriebssystem sieht ein solcher Prozessor wie ein Multiprozessor-System aus und beschleunigt die parallele Arbeit mit mehreren Programmen (z.B. Virenscan und 3D-Spiel).
Im April 2003 brachte Intel neue Varianten auf den Markt, die taktmäßig von 2,4 bis 3,0 GHz reichten und allesamt Hyper-Threading beherrschten. Sie unterschieden sich von den früheren Prozessoren dadurch, dass ihr Frontside-Bus mit 200 MHz (FSB 800) betrieben wurde. AMD beschleunigte seinerseits den Bus des Athlon XP von 166 MHz (FSB 333) auf 200 MHz (FSB 400), was jedoch nicht genug war, um den neuen 3,0-GHz-P4 hinter sich zu lassen. Die im Juni 2003 vorgestellte 3,2-GHz-Variante des Pentium 4 vergrößerte den Leistungsvorsprung in den meisten Benchmarks noch weiter. Die vorerst letzte Variante ist ein Pentium 4 mit 3,4 GHz, der Anfang 2004 auf den Markt kam.
Bis zur Einführung der Athlon 64 Prozessoren und der vollständigen Abkehr von der Athlon XP Architektur, war Intel mit seinen Prozessoren AMD wieder eindeutig überlegen.
Nach der Veröffentlichung stellte man fest, dass der Prescott etwa 45% mehr Abwärme pro Takt als der Northwood-Kern erzeugt, und entsprechend negativ waren auch die Kommentare in der Fachpresse. Zusätzlich wurde auch ein Wechsel des Sockel-Typs (von Sockel 478 auf LGA775) vollzogen. Hauptgrund für die Einführung des neuen pinlosen Sockels sind einerseits der geringere Widerstand der Metallnoppen-Kontakte und andererseits die höhere mögliche Pin-Dichte. Bei den S775-Modellen des Prescott fällt im Vergleich zu den S478-Modellen insgesamt eine etwas höhere Wärmeentwicklung an, der nur mit den revidierten Boxed-Kühlern mit eingelegtem Kupferkern begegnet werden konnte. Diesem etwas besseren Kühlkonzept ist es zu verdanken, dass sich die Temperaturen trotzdem noch senken ließen. Spätere Überarbeitungen des Prozessors durch Intels Ingenieure haben inzwischen dafür gesorgt, dass Energieaufnahme und Wärmeabstrahlung wieder näher an die Werte des Northwood-Kerns herankommen.
Mit Einführung der LGA775-Prescotts stieg Intel auf ein neues Rating-basiertes Modellnummernschema um, in dem die Prescotts als Serie 5xx laufen (Celerons sind die 3xx-Serie, Pentium M und Extreme Edition gehören zur 7xx-Serie). Der gegenwärtig schnellste Prescott-Prozessor ist der mit 3,8 GHz getaktete 570J. Dies ist der erste Pentium 4-Prozessor, der Intels Execute-Disable-Bit (XDBit) unterstützt, eine von AMD im Rahmen eines Patent-Austauschabkommens übernommene Technik, die beim Athlon 64 jedoch NX-Bit genannt wird. Auf diese Funktion weist das an die Typenbezeichnung angehängte J hin. Die Pläne für 4-GHz-Prozessoren wurden von Intel jüngst zu Gunsten von Dualcore-Prozessoren aufgegeben. Als Zwischenschritt und Ausweg aus der "Gigahertzfalle" wurde die 600er-Serie mit dem Prescott-2M-Kern eingeführt. Wichtigstes Merkmal ist der auf 2048 KB vergrößerter L2-Cache und die Implementierung weiterer Technologien wie EM64T und der Virtualisierungstechnik Vanderpool, welche aber erst im dritten Quartal 2005 offiziell aktiviert wird. Er erreicht noch nicht die hohen Taktraten des klassischen Prescott, und der Leistungsgewinn im Vergleich zu den Modellen der 500er-Reihe ist eher gering. Doch zeigt dieses Modell Intels neue Strategie, weg von hohen werbewirksamen Taktraten hin zu vergrößerten Caches und technischen Neuerungen.
Der Prescott ist der erste Kern der TCPA auf Hardwarebasis unterstützt.
Mit dem Pentium 4 führte Intel auch einen erweiterten Überhitzungsschutz ein. Beim Pentium III führte eine ungenügende Kühlung des Prozessors zur sofortigen Notabschaltung. Nun wird der Prozessortakt in acht Stufen herunterregelt. Auf der untersten Stufe ist der Prozessor jeweils so niedrig getaktet, dass er keine aktive Kühlung mehr benötigt und auch passiv betrieben werden könnte. Somit wird ein Durchschmelzen des Kerns wie bisher verhindert, der Rechner fällt also nicht gleich komplett aus.
Auf die entsprechenden Schaltkreise lässt sich auch per Software einwirken (zumindest unter Linux, Windows unterstützt diese Art des Energiesparens nicht). Besonders für Besitzer von Notebooks, die einen P4-Celeron nutzen, kann dies ein mehr als adäquater Ersatz für die fehlende SpeedStep-Funktion des Prozessors sein, da SpeedStep nur zwei Taktstufen kennt (ab der Version Prescott kennt der Pentium 4 Enhanced SpeedStep mit sechs Stufen), die thermische Überwachung der CPU sich aber achtstufig regeln lässt. Ein Pentium 4 mit 1.500 MHz Nenntakt lässt sich so bei Leerlauf auf bis zu 187 MHz heruntertakten und schont auf diese Weise den Akku oder - da die Frequenzmodulation über die thermische Überwachung auch bei Desktop-P4s und Xeons funktioniert - die Stromrechnung.
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