Sumiswaelder_pendule.jpg Pendeluhr-01.jpg Die Pendeluhr ist eine Uhr, deren Zeitnormal ein mechanisches Pendel ist. Sie wurde um 1640 von Galileo Galilei erdacht, aber erst von seinem Sohn Vincenzo gebaut.
Hängende, stabil gebaute Pendel, die um eine horizontale Achse schwingen, besitzen eine höhere Genauigkeit im Gang als viele andere Pendelschwingungen. Solche ungenaueren Vorgänge sind beispielsweise das vertikal oszillierende Federpendel (siehe "Harmonische Schwingung") oder ein einfaches Fadenpendel. Diese übertreffen nur schwer Genauigkeiten von 0.01 Prozent, während ein abgeschirmtes Kompensatorpendel mindestens 0.0001 Prozent (10-6 oder ±0.1 Sekunden pro Tag) erreichen kann. Spezialkonstruktionen kommen sogar in den Bereich einiger ms pro Tag.
Bei klassischen Pendeluhren wird die Schwingung über die Ankerhemmung in ein schrittweises Drehen des Steigrades umgewandelt, welches seinerseits über ein Räderwerk (wie bei anderen mechanischen Uhren auch) z.B. durch das Uhrgewicht angetrieben wird, um einen dosierten Impuls an das Pendel abgeben zu können.
Das Pendel elektrischer Pendeluhren erhält seine Energie durch eine Spule, die im richtigen Moment über Pendelkontakte oder eine andere Steuerung mit elektrischem Strom versorgt wird. Die Spule bewegt das hierzu aus einem Dauermagnet gefertigte Pendel. Die Spule kann auch selbst zur Gewinnung des Steuersignales benutzt werden, indem ihre Gegeninduktionsspannung ausgenutzt wird.
Die bei solchen Uhren geringere Dämpfung und die besser erreichbare konstante Amplitude des Pendels verbessert die Ganggenauigkeit wesentlich.
Am präzisesten ist die von Störungen befreite Shortt-Uhr. In der Hauptuhr schwingt ein fast freies Pendel im Vakuum, während die synchrone "Slave"-Uhr alle anderen beweglichen Teile enthält, welche die Hauptuhr beeinträchtigen würden. Deren Genauigkeit (Millisekunden pro Tag) wurde erst um 1950 von Quarzuhren übertroffen.
Der Sekundenschlag erlaubt(e) bei Messungen von Sterndurchgängen - etwa im Fernrohr eines Meridiankreises - die genaue Korrelation der Zeit mit dem durchs Gesichtsfeld ziehenden Stern (bis 15"/s). Mit der so genannten Auge-Ohr-Methode können Zeitmessungen auf 0,05 bis 0,1 Sekunden genau durchgeführt werden.
Die Gangregulierung (Kalibrierung) von Pendeluhren erfolgt mittels Stellschrauben am unteren Ende des Pendels oder durch Gewichtsplättchen.
Die Temperaturkompensation guter Pendeluhren erfolgt mittels Dreistabpendeln oder Quecksilberpendeln. Dabei werden der Masseschwerpunkt oder die Stablänge des Pendels beeinflusst, um die thermische Ausdehnung des Pendels und die dadurch hervorgerufene Temperaturabhängigkeit der Schwingfrequenz auszugleichen.
Kürzere, vor dem Zifferblatt schwingende Pendel haben die sog. Zappler. Sie sind Tisch- oder kurze Wanduhren, deren Gehäuse nur auf der Schauseite geschlossen ist. Ihre Genauigkeit liegt bei Zehntelminuten pro Tag.
Heute angebotene billige Zieruhren mit Drehpendel (oft mit imitierten Messingkugeln) oder kleinen schnellen Pendeln sind an sich Quarzuhren - sie haben nur zur Zierde einen zusätzlichen elektrischen Antrieb für die Bewegung des Pendels.
Auf ähnliche Art erforschte man schon im 18. Jahrhundert das Erdschwerefeld. Durch Kombination von Gravimetrie und geometrischer Gradmessung wurde die Form der Erde bestimmt und das Meter definiert.
Heute verwendet man dafür hochpräzise Federwaagen, die sogenannten Gravimeter.
Quarzuhren sind inzwischen weit verbreitet, Quarze dienen auch in vielen elektronischen Geräten (Mobiltelefone, Taschenrechner, Computer, Notebooks, Organizer oder sogar Küchenherde) zur Takterzeugung, daher können diese Geräte mit einer Uhrenfunktion ausgestattet werden.
Satelliten tragen aufgrund erforderlicher hoher Ganggenauigkeit oft Atomuhren (z.B. Wasserstoff-Maser).
Beim GPS (Global Positioning System) erlaubt erst diese genaue Absolutzeit auf jedem Satelliten eine Laufzeitmessung und somit eine Navigation im Meterbereich. Die relativistischen Zeitabweichungen aufgrund der Bewegungen der Satelliten um die Erde müssen bei der Positionsbestimmung berücksichtigt werden und/oder die Atom-Uhren werden von Zeit zu Zeit nachgestellt.
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