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Wappen Karte
Wappen Pellworm.jpg Karte_Pellworm_in_Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Pellworm
Geografische Lage:
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 37,44 km²
Einwohner: 1.139 (30.Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25846 - 25849
Vorwahl: 04844
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 103
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Uthlandestraße 1
25849 Pellworm
Website: www.pellworm.net
Bürgermeister: Klaus Jensen
Lage der Gemeinde Pellworm im Kreis Nordfriesland

Pellworm (dänisch Pelvorm, friesisch Pälweerm) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein und eine Nordfriesische Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Zum Gemeindegebiet gehören neben der Insel Pellworm auch die Halligen Süderoog und Südfall. Die Gemeinde Pellworm ist Sitz des Amtes Pellworm. Pellworm ist ein Nordseeheilbad.

Geografie


Pellworm ist die drittgrößte nordfriesische Insel. Ihre Ausdehnung beträgt 7 km in West-Ost- und 6 km in Nord-Süd-Richtung.

Sie besteht aus einem Teil der ehemaligen, überfluteten Insel Strand, die 1634 in einer Sturmflut zerstört wurde. Pellworm, Nordstrand und einige der Halligen sind Bruchstücke der ehemaligen Insel.

Ursache war unter anderem der massive Torfabbau in der Region, der zu einer Absenkung des allgemeinen Landpegels führte. Heute liegt Pellworm im Schnitt etwa 1 Meter unter NN und wird von einem 8 Meter hohen und 25 km langen Deich geschützt.

Geschichte


Die Friesen unterstanden seit dem 13. Jahrhundert im Wechsel den dänischen Königen oder schleswigschen Herzögen.

Im Jahre 1871 kam Pellworm endgültig zu Deutschland, nachdem es bereits seit 1864 bzw. 1867 zu Preußen gehört hatte.

Bevölkerung


Um das Jahr 1000 wanderten die Friesen aus dem Raum der Rheinmündung in die nordfriesische Inselwelt ein, damit auch nach Pellworm. Im Laufe der Jahre änderte sich durch Auswanderung und die besondere Regelung "Wer nicht will deichen, muss weichen" die Zusammensetzung der Inselbevölkerung mehrfach. Zurzeit gibt es 650 Haushalte auf Pellworm.

Die Bevölkerung von Pellworm ist vorwiegend evangelisch-lutherisch. Es gibt zwei Kirchen für die evangelisch-lutherische Bevölkerung: Die Alte Kirche (St. Salvator) im Westen am Deich und die neue Kirche in der Mitte der Insel. Das Anton-Heimreich-Haus ist das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Momme-Nissen-Haus ist das Gemeindehaus der katholischen Gemeinde. 10582

Heute ist Pellworm Niedersächsischsprachig. Es hat die nordfriesische Sprache wohl im 18. Jahrhundert aufgegeben.

Politik


Die Insel Pellworm bildet auch die gleichnamige Gemeinde und gehört zum Kreis Nordfriesland. In der Gemeinde Pellworm ist auch die Amtsverwaltung für die Halligen Hooge, Langeneß und Gröde angesiedelt.

Wirtschaft


Neben dem Hauptfaktor Tourismus ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Insel. Es gibt keinen Sandstrand, jedoch einige befestigte Badestellen auf der Insel.

Verkehr

Pellworm ist durch eine regelmäßige Fährverbindung der Neue Pellwormer Dampfschiffahrtsgesellschaft * via Strucklahnungshörn auf Nordstrand mit dem Festland verbunden. Da der Fähranleger tidenunabhängig ist, gibt es Fährverkehr nach Fahrplan.

Zusätzlich gibt es den alten Hafen Tammensiel, der gleichzeitig bei Niedrigwasser zur Entwässerung der Marscheninsel genutzt wird. Tammensiel wird als Fischeihafen für die Pellwormer Krabbenkutter genutzt und gerne von Sportbooten angelaufen da er die einzige Fäkalienentsorgung in der Umgebung bietet. Bei Springflut läuft der Fährverkehr zeitweise auch diesen Hafen an.

Der Pellwormer Leuchtturm ist in Sockel, Turmschaft und Laternenhaus baugleich mit dem Leuchtfeuer Hörnum. Auch die Tageskennung (Bemalung) ist sehr ähnlich, einziger Unterschied zwei Bullaugenfensterreihen im mittleren weiß bemalten Turmsegment. Das Leitfeuer hat eine Tragweite von 15,9 bis 22,3 sm und markiert einen Teilbereich des Fahrwassers der "Norderhever", die zwei Quermarkenfeuer zeigen Kursänderungspunkte in der "Norderhever" und der "Süderaue".

Auf der Insel gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz und einige wenige Fahrradwege. Ein Bus sorgt für den öffentlichen Nahverkehr. Ein kleiner Flughafen ist für Flugzeuge bis 2 Tonnen geeignet.

Ansässige Unternehmen

Lebensmittelgeschäfte gibt es in Tammensiel und Nordermitteldeich. Eine Bäckerei gibt es in Tilli und Tammensiel. Die Insel wird von einer allgemeinmedizinschen Arztpraxis sowie einem Tierarzt versorgt.

Gaststätten und Imbisse gibt es überall auf der Insel, allerdings sind die meisten im Winter geschlossen.

Weiter gibt es für Reitfreunde einen Ponyhof, für Chöre ein Tonstudio und für Mütter mit Kind eine Mutter-Kind-Kurklinik des DRK.

Öffentliche Einrichtungen


Es gibt eine Polizeistation mit einem Polizisten. Die Insel besitzt eine Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschule für zurzeit ca. 160 Schüler.

Am Kaydeich gibt es eine Freizeithalle mit Kino, Minigolf, Tennis und Tischtennis. In unregelmäßigen Abständen finden dort auch kulturelle Veranstaltungen für kleine und große Pellwormer statt. Pellworm verfügt außerdem über ein Freizeitbad in Hafennähe – die PelleWelle.

Gemeindegliederung


Die Insel gliedert sich in Köge: Alter Koog, Bupheverkoog, Großer Koog, Großer Norderkoog, Hunnenkoog, Johann-Heimreich-Koog, Kleiner Koog, Kleiner Norderkoog, Mittelster Koog, Süderkoog, Ütermarkerkoog und Westerkoog.

Es gibt darin 14 Ortsteile: Alte Kirche, Hooger Fähre, Junkersmitteldeich, Klostermitteldeich, Nordermitteldeich, Osterschütting, Parlament, Seegarden, Schmerhörn, Südermitteldeich, Tammensiel, Tilli, Waldhusen und Westerschüttung.

Entwicklung der Insel


Reste von Alt-Nordstrand.png

Die Geschichte von Pellworm wird durch Deichbau, Kooggewinnung und Sturmfluten geprägt.

Begonnen hat es mit verheerenden Sturmfluten im Jahre 1216 und 1230, die im Gebiet von Nordfriesland Zehntausende das Leben kosteten. Zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 ging der sagenumwobene Hafenort Rungholt in einer Sturmflut unter und es bildete sich die Insel Strand.

Am 1. November 1436 trennte eine große Sturmflut Pellworm von Nordstrand ab. Eine weitere Sturmflut 1480 trennte Pellworm in zwei Teile. Dieser Schaden konnte durch Anstrengungen beseitigt werden und 1550 waren Pellworm und Nordstrand wieder vereinigt. Doch die Burchardiflut am 11. und 12. Oktober 1634 trennte Pellworm endgültig von Nordstrand ab. Dabei ertranken allein auf Pellworm etwa 1.000 Menschen.

Sturmfluten von 1697, 1701, 1703, 1717, 1718, 1719, 1720, 1729, 1743 und 1756 zerstörten wieder Teile der Insel. Die Schäden konnten aber rasch beseitigt werden. Das Elend auf der Insel wuchs aber wegen der hohen Belastung durch Deichbau und -sicherung. Zwei Sturmfluten von 1789 und 1794 verschlimmerten die Lage der Bevölkerung. Die letzte Sturmflut, die Pellworm komplett überschwemmte, trat am 3. und 4. Februar 1825 auf.

Auch heute ist Pellworm nicht sicher, da es irgendwann wieder einmal unter Eintreffen aller ungünstigen Voraussetzungen zu einer den Deich überspülenden Sturmflut kommen kann. Die Fluten von 1831, 1911, 1936, 1962, 1976 und 1981 konnten die Insel nur deshalb nicht gefährden, da der Deich erhöht wurde. Die letztgenannten drei Sturmfluten waren höher als die Flut von 1825. Erwogen wurde, einen überflutbaren Damm von Pellworm nach Nordstrand zu errichten, der den Sandabtrag vermindern soll.

Von 1635 bis 1637 wurden die wesentlichen Kooge der Insel wieder neu bedeicht, es folgten weitere Eindeichungen 1657, 1663, 1672 und 1687. Danach wurden nur noch 1790 und 1938 zwei weitere Kooge eingedeicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Im Rungholt-Museum Bahnsen präsentiert seit 1980 der watterfahrene Heimatforscher Hellmut Bahnsen Funde im Watt. Das Wattenmuseum Liermann am Schütting stellt die Funde aus 50 Jahren Postgang des Halligpostboten Heinrich Liermann aus. Im Inselmuseum im Dachgeschoss der Kurverwaltung in Tammensiel wird die Geschichte der Insel mit Schwerpunkt Deichbau präsentiert.

Der Pellwormer Leuchtturm von 1906 im Süden der Insel ist zu besichtigen. Der 38 m hohe Turm ruht auf 127 bis 14 Meter tiefen Eichenpfählen und wiegt 130 Tonnen. Als besondere Attraktion kann man auf ihm sogar heiraten.

Wahrzeichen der Insel ist die imposante Turmruine der Alten Kirche - der geziegelte Turm dieses mittelalterlichen "Friesendomes" stürzte bereits 1611 großteils in sich zusammen, da der weiche Wattboden seinem Gewicht nicht gewachsen war. Der erhaltene Rumpf ragt 26 Meter empor, der ursprüngliche Bau war mindestens doppelt so hoch.In der Turmruine nisten regelmäßig Turmfalken. In der Kirche befindet sich eine der wenigen erhaltenen Orgeln des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger; sie stammt aus dem Jahr 1711 und ist für ihren Klang so berühmt, dass Virtuosen aus der ganzen Welt nach Pellworm reisen, um dort Schallplatten und CDs aufzunehmen. Jedes Jahr im Sommer finden mittwochs Konzerte statt.

Die Nordermühle ist ein 1777 errichteter einstöckiger Gallerieholländer mit durchlaufendem Achtkantständer Segelflügeln und Steert. Die Kappe ist festgesetzt, die Flügel sind windgängig, die Einrichtung ist jedoch nicht mehr vorhanden. Die Mühle ist seit der Restaurierung 1995 ein Restaurant.

Im Jahre 1983 wurde ein kombiniertes Solar- und Windkraftwerk auf Pellworm errichtet. Das Hybridkraftwerk wurde nach und nach ausgebaut und dient heute als Ausflugsziel und Demonstrationskraftwerk.

Im Nordwesten der Insel befindet sich eine leicht zugängliche, sehenwerte Vogelkoje die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.


Literatur


  • Georg Quedens, Pellworm, ISBN 3-7793-1121-6

Weblinks


Insel (Schleswig-Holstein) | Ort in Schleswig-Holstein | Nordfriesland

Pelvorm | Pellworm | Pellworm | Pellworm

 

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