Der Pegel Köln steht in der Altstadt von Köln und misst den Wasserstand des Rheins am Stromkilometer 688. Er ist einer von rund dreißig Pegeln am Rhein. In der heutigen Form existiert das Pegelhäuschen seit 1951, nachdem das ursprüngliche Gebäude von 1901 bei den Bombenangriffen 1943 zerstört wurde. Betrieben wird er vom Wasser- und Schifffahrtsamt Köln.
Geschichte und Funktionsweise
Regelmäßige Wasserstandsmessungen durch einen
1810 errichteten
Lattenpegel gab es in Köln seit
1813. Das heutige Pegelhäuschen funktioniert nach dem Schwimmerprinzip: ein auf der Rheinwasseroberfläche aufliegender Schwimmer überträgt mechanisch den Wasserstand auf Pegelschreiber und Pegeluhr im oberen Bereich des Gebäudes. Die außen angebrachte Pegeluhr zeigt den aktuellen Wasserstand an.
Außerdem werden die Messwerte an das Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz übertragen sowie über einen automatischen Anrufbeantworter bereitgestellt, über den Rheinschiffer sich über Pegel und Tendenz informieren können. Darüber hinaus werden die Daten auch auf den Server der Hochwasserschutzzentrale Köln übertragen und so direkt ins Internet übertragen.
Ab 1. November 1979 wurde der Nullpunkt des Kölner Pegels um einen Meter auf 34,98 m über NN gesenkt, um negative Werte bei Niedrigwasser zu vermeiden.
Hochwasser
Der höchste jemals gemessene Stand des Rheins am Pegel Köln wurde
1784 mit 13,84 m erreicht. In jüngerer Zeit stieg der Rhein
1926,
1993 und
1995 jeweils auf 10,63 m bis 10,69 m.
Erste Hochwasserschutzmaßnahmen werden in Köln ab einem Pegel von 4,5 m eingeleitet. Bei einem Pegel von 6,2 m wird die Hochwassermarke I erreicht, bei der erste Einschränkungen für die
Schifffahrt gültig werden. So dürfen die Schiffe nur mit reduzierter Geschwindigkeit, d.h. nicht schneller als 20 km/h in der Talfahrt fahren, um keine Schäden am
Ufer durch
Wasserwellen zu verursachen. Für die Bergfahrt gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Bei einem Pegel von 8,3 m wird die Hochwassermarke II erreicht. Bei diesem Pegelstand wird der Schiffsverkehr komplett eingestellt. Ab einem Pegel von 10,0 m wird die Kölner Altstadt überflutet, bei 10,7 m sieht der Hochwasserplan der Stadt Köln die Auslösung des
Katastrophenalarms vor.
Mittelwasser
Der Zehnjahresdurchschnitt des Rheinpegels bei Köln, das so genannte Mittelwasser, beträgt am Pegel Köln 3,48 m.
Niedrigwasser
Am
29. September 2003 um 8:00 Uhr morgens erreichte der
Rhein am Pegel Köln mit 0,80 m ein Rekordtief und stellte damit das bisherige Rekordtief am Pegel Köln von
1947 ein.
Null ist jedoch 1,0 m Wasserstand der 150 m breiten
Fahrrinne. Damit war die
Binnenschifffahrt auf dem Rhein im Sommer
2003 stark beeinträchtigt, nicht aber wie auf der
Elbe wegen
Niedrigwassers ganz eingestellt.
Weblinks
Wasserwirtschaft | Stadtbezirk Köln-Innenstadt | Bauwerk in Köln