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Pavia
 

Wappen Karte
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Wappen
Pavia_Lagekarte.png
Basisdaten
Land: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Pavia
Geografische Lage:
Höhe: 59 m ü. NN
Fläche: 62,90 km²
Einwohner: 71.486 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte: 1146 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27100
Vorwahl: 0382
Kfz-Kennzeichen: PV
Adresse der
Stadtverwaltung:
Comune di Pavia
Piazza Municipio, 2
27100 Pavia (PV)
Telefon +39 0382-3991
Offizielle Website: www.comune.pv.it

Pavia (deutsch älter auch: Pawei) ist eine Stadt in der südwestlichen Lombardei, im Norden Italiens, etwa 35 Kilometer südlich von Mailand am Fluss Ticino gelegen.

Pavia ist die Hauptstadt der gleichnamigen fruchtbaren Provinz, bekannt für ihre landwirtschaftlichen Produkte wie Weine, Reis, Getreide und Molkereiprodukte. Mehrere Industriegebiete liegen in den Vororten Pavias. Die Stadt beherbergt eine der ältesten Universitäten Europas, die Universität Pavia.

Geschichte


Bereits in der vorrömischen Zeit war die damalige Stadt Ticinum Papiæ eine größere Siedlung und später im Römischen Reich befestigte Garnison.

Schließlich wurde die Garnison zur Zitadelle umgebaut und war das letzte Bollwerk der Goten. Nach der Eroberung durch die Langobarden wurde Pavia die Hauptstadt deren Reich, die von Karl dem Großen erfolgreich belagert wurde. Bis ins 12. Jahrhundert hinein blieb Pavia allerdings Hauptstadt des Regnum Italicum.

In den folgenden Jahrhunderten gehörte Pavia zu den wichtigsten Städten Italiens. Im Jahr 1359 wurde es von der Familie der Visconti, den Herrschern Mailands erobert und wurde ein Zentrum der norditalienischen Kunst und Wissenschaft; 1361 wurde der erste Lehrstuhl an der Universität eingerichtet. Studenten der christlichen Länder Europas strömten nach Norditalien.

Während der bourbonisch-habsburgischen Kriege um Italien führte mit der Niederlage und der Gefangennahme von König Franz I. von Frankreich in der Schlacht bei Pavia 1525 zu einer spanischen Besetzung, die bis 1713 andauerte. Pavia wurde durch österreichische Potentaten bis 1796 regiert, als es schließlich in die Hände der französischen Armee unter Napoleon geriet.

1815 wurde die österreichische Verwaltung wieder hergestellt, bis der zweite italienische Unabhängigkeitskrieg 1859 und die im Jahr darauf folgende Vereinigung Italiens folgte.

Sehenswürdigkeiten


San Michele Maggiore

Pavia_San_Michele.jpg

Die im lombardisch-romanischen Stil erbaute Basilika San Michele Maggiore ist das bekannteste und wichtigste religiöse Bauwerk der Stadt. In ihrer während der langobardischen Periode errichteten Vorgängerkirche wurde im Jahre 744 Karl der Große zum König der Langobarden gekrönt. Das Gebäude wurde im Jahre 1004 durch einen Brand zerstört. Von ihr stammt noch der untere Teil des Glockenturms. Die Arbeiten am heutigen Bau begannen gegen Ende des 11. Jahrhunderts und dauerten bis zum Jahre 1155 an. San Michele wird als der Prototyp zahlreicher mittelalterlicher Kirchenbauten der Region angesehen. Trotzdem unterscheidet sie sich von den anderen Kirchen der Stadt durch den Verbau des empfindlichen Sandsteins anstelle des üblichen Ziegelsteins sowohl bei den Kernmauern als auch den Verzierungen. Die architektonische Gestaltung der auf einem kreuzförmigen Grundriss erbauten Kirche wird vor allem durch das außergewöhnlich stark entwickelte Querschiff geprägt, welches auf der Nordseite mit einer eigenen Fassade und auf der gegenüberliegenden Südseite mit einer eigenen Apsis ausgestattet ist und aus einem Tonnengewölbe besteht, das sich von den Kreuzgewölben der anderen Kirchenteile grundlgegend unterscheidet. Man könnte den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine zweite Kirche, die den ursprünglichen Bau im rechten Winkel durchdringt.

San Pietro in Ciel d'Oro

Die Kirche San Pietro in Ciel d'Oro hat eine lange und bedeutende Geschichte, die bis zum Beginn des 5. Jahrhunderts zurückverfolgbar ist. Der 604 erstmals erwähnte Vorgänger des heutigen Kirchenbaus ist an der Stelle errichtet worden, an der Severinus Boëthius, römischer Berater des Ostgotenkönigs Theoderich, hingerichtet worden war. Der zu Lebzeiten hoch geschätzte Gelehrte war aus politischen und religiösen Gründen zum Tode verurteilt worden und wird daher als Märtyrer verehrt. Seine Gebeine befinden sich noch heute in der Krypta unter dem Altarraum. Dieser Zusammenhang wird von Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie erwähnt. Im zehnten Gesang des Paradieses stehen folgende Zeilen, die sich auf Boëthius' Seele beziehen:

Der Leib, von dem sie durch Gewalt geschieden
Liegt in Cield’or, und sie kam aus Gefahr
Und Bann und Märtyrtum zu diesem Frieden.

Ihre heutige Form erhielt die Kirche im Jahre 1132, nachdem das alte Gebäude 924 von den Awaren zerstört worden war. Im Gegensatz zu San Michele wurde hier Ziegelstein verwendet, in anderen Dingen, wie der Fassade, der Kuppel und dem Mosaikfußboden, ähneln sich die Kirchen jedoch. In den hintersten Pfeiler des rechten Seitenschiffes ist das Grab es Langobardenkönigs Liutprand († 744) eingelassen. Die Kirche ist darüber hinaus die letzte Ruhestätte des Heiligen Augustinus von Hippo, dessen Gebeine von Liutprand im Jahre 720 von Sardinien hierher gebracht wurden. Sie sind in dem bekannten Sarkophag des hl. Augustinus bestattet, einem von Gian Galeazzo Visconti finanzierten, mit 95 Figuren und 50 Marmorreliefs verzierten Altar, der in der Mitte des Presbyteriums steht.

Castello Visconteo

Castello Visconteo (Pavia).JPG

Das Castello Visconteo wurde 1360 von Galeazzo II. Visconti errichtet. Heute ist im Schloss das Städtische Museum untergebracht. Der das Schloss umgebende Park erstreckte sich einstmals über zehn Kilometer bis zur Certosa di Pavia. Heute noch sind Teile davon unter dem Namen Parco della Vernavola erhalten.

Dom

Pavia_Piazza_Vittoria.jpg

Pavias Dom ist ein imposantes Bauwerk mit dem Grundriss in der Form eines griechischen Kreuzes. Mit dem Bau der Kathedrale wurde bereits 1488 begonnen, sie blieb allerdings bis 1898 unvollendet. In diesem Jahr wurde die Fassade und die Kuppel nach Originalplänen von Giovanni Antonio Amadeo ergänzt. Die achteckige Kuppel ist mit einer Höhe von 97 Metern, einem Gewicht von ca. 20000 Tonnen und einer Anzahl von 34 Fenstern die drittgrößte Kuppel Italiens nur überboten vom Petersdom in Rom und Santa Maria del Fiore in Florenz. Neben dem Dom stand der mittelalterliche Glockenturm (Belfried), dessen Einsturz am 17. März 1989 vier Todesopfer forderte.

Ponte Coperto

Das historische Zentrum der Stadt befindet sich nördlich des Flusses Ticino, direkt gegenüber liegt der Stadtteil Borgo Ticino, der ursprünglich außerhalb der Stadtbefestigung lag. Beide Seiten wurden von der 1351 bis 1354 errichteten Ponte Coperto verbunden, welche während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Die heutige Brücke ist eine Rekonstruktion aus den 50er Jahren, welche einige Meter weiter östlich des ursprünglichen Standortes errichtet wurde. Die Lage der alten Brücke ist aus dem Straßenverlauf und den bei Niedrigwasser sichtbaren Pfeilerfundamenten im Flussbett ersichtlich.

Certosa di Pavia

Pavia_Certosa_di_Pavia.jpg

Die Kartause von Pavia ist ein beeindruckender Klosterkomplex acht Kilometer nördlich von Pavia. Die Anlage wurde von Gian Galeazzo Visconti gestiftet und im Jahre 1396 mit dem Bau begonnen. Bis ins 18. Jahrhundert wurde sie mehrmals erweitert und umgestaltet. Das Kloster wird heute von Zisterziensermönchen bewirtschaftet und kann täglich besichtigt werden.

Söhne und Töchter der Stadt


Städtepartnerschaften


Bilder


Bild:Aula magna-University-Pavia-Italy.jpg|Aula Magna der Universität Bild:Italy Pavia Ponte vecchio.JPG|Ponte Coperto Bild:Old Bridge in pavia by night.jpg|Ponte Coperto bei Nacht Bild:Italy - Pavia - Ruins of the old bridge.jpg|Überreste der alten Brücke Bild:Italy - Pavia - Borgo Basso.jpg|Stadtteil Borgo am anderen Ufer des Ticino Bild:Church S.Maria del Carmine in Pavia.jpg|Karmelitenkirche Bild:Torri-Pavia-Italy.jpg|Geschlechtertürme Bild:Cupola Arnaboldi.jpg|Galleria Arnaboldi

Ort in der Lombardei

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