Dieser Artikel beschreibt den Musiker Paul Simon. Für den US-Senator Paul Simon und andere Bedeutungen, siehe Paul Simon (Begriffsklärung).
Paul Simon Olympia 2000.jpg Paul Frederic Simon (* 13. Oktober 1941 in Newark, New Jersey; meist nur Paul Simon) ist ein US-amerikanischer Musiker.
Zusammen mit seinem Schulfreund Arthur Garfunkel trat er zunächst als „Tom and Jerry“ auf, später nannte sich das Duo einfach Simon and Garfunkel, wobei Paul Simon praktisch alle Songs komponierte. Der kommerzielle Durchbruch gelang 1965 mit dem Lied „The Sound of Silence“.
1964 hatte er mit Art Garfunkel als Duo das Album "Wednesday Morning 3am" für Columbia aufgenommen, das sich aber nur bescheiden verkaufte. Simon trennte sich von seinem Partner und zog um nach London, wo er immer mehr zu einer beachteten Größe in der Folk-Szene wurde, zuletzt mit Gagen von 20 Pfund pro Abend, damals einer Menge Geld, von dem er gut leben konnte. Radiosendungen, ein Auftritt im Fernsehen sowie ein erstes Soloalbum („Songbook“), allerdings auch kein Hit. In all diesen Jahren lernte er das, was viele Rock-Stars nie lernen konnten, weil sie zu früh berühmt wurden. Die Elektro-Folk-Rock-Bearbeitung des Titels „The Sound of Silence“ wurde urplötzlich ein Hit (vgl. Simon and Garfunkel) und der Rest ist Geschichte.
Nachdem er bereits 1977 in Woody Allens „Der Stadtneurotiker” mitgespielt hatte kam 1980 der Film „One Trick Pony“ in die Kinos. Für diesen Film hatte Paul das Drehbuch und den Soundtrack geschrieben und spielte außerdem die Hauptrolle. Der Film floppte allerdings. Auch das dazugehörige Album erreichte trotz des Top-Ten-Hits „Late in the Evening“ nur Goldstatus und nicht die früheren Verkaufszahlen mit Platin (je mehr als 1 Million Verkäufe allein in USA). Auch die Kritiker mochten das Album nicht sonderlich, es gilt als sein bisher schwächstes. Der kommerzielle Tiefpunkt seiner Karriere kam 1983 mit dem Album „Hearts And Bones“. Die Platte kam trotz recht guter Kritiken beim Publikum nicht gut an und enthielt keinen Hit. Als sich ein Jahr später auch noch seine Frau, die Schauspielerin Carrie Fisher, nach kaum einem Jahr Ehe von ihm scheiden ließ, litt Paul über ein Jahr unter Depressionen.
Doch 1986 war Paul Simon wieder zurück. Für die südafrikanisch beeinflusste LP „Graceland“, an der Ladysmith Black Mambazo, Los Lobos und Stimela mitwirkten, bekam Simon einen Grammy. Die Platte war ein kommerzieller Erfolg und erreichte Platz 3 in den US-Album-Charts. Paul Simon wurde allerdings auch beschuldigt, den kulturellen Boykott gegen das Apartheidsregime Südafrikas missachtet zu haben. Das Anti-Apartheid-Komitee der Vereinten Nationen teilte diese Meinung aber nicht, da das Album das Talent schwarzer Künstler präsentierte. Außerdem warfen ihm einige Schwarze vor, ihre Kultur zu missbrauchen um damit Geld zu machen. Bei einem Konzert in Südafrika gab es sogar Morddrohungen, falls er auftreten sollte. Das Konzert fand trotzdem statt.
Im Jahr 1990 kam dann das Nachfolgealbum „The Rhythm Of The Saints“, für das er sich in Brasilien aufgehalten hatte. Das Album spiegelt dies wider. Am 15. August 1991 gab er das freie Konzert im New Yorker Central Park, zu dem die bisher meisten Zuschauer aller Zeiten erschienen – die Schätzungen bewegen sich zwischen 600.000 und 750.000 Menschen. Zehn Jahre zuvor war er dort mit Art Garfunkel aufgetreten, allerdings vor „nur“ 400–500.000 Zuschauern.
Bis zu seinem nächsten Projekt mussten die Fans lange warten. Doch das 1997/98 erschienene Musical „Songs From The Capeman“ mit zugehörigem Album floppte. 2000 kam dann das sparsam instrumentierte, eher akustische Album „You're The One“ heraus. Das Pariser Konzert der zugehörigen Tournee wurde gefilmt und ist auf DVD erhältlich.
Im Herbst 2003 vereinigten sich Paul Simon und Art Garfunkel erneut und starteten eine erfolgreiche Tournee durch Nordamerika. Im Sommer 2004 wurde die „Old Friends“-Tournee auch nach Europa ausgedehnt, wo im Juli 2004 vor 600.000 Zuschauern ein großes Gratis-Schlusskonzert in Rom veranstaltet wurde.
Am 9. (bzw. 26. in Europa) Mai 2006 erschien Paul Simons neuestes Album 'Surprise' bei Warner Music. Es enthält 10 neue Lieder nebst dem Titel 'Father And Daughter' von 2002. Die Songs wurden zwischen 2002 und 2005 geschrieben und zusammen mit Brian Eno produziert.
2001 wurde er auch solo in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, obwohl das Duo Simon and Garfunkel schon vertreten war. Im Jahr 2003 wurde Paul Simon sowohl für den Oscar als auch den Golden Globe nominiert mit dem Song „Father and Daughter“ für den Kinderfilm „Die Abenteuer der Familie Stachelbeere“.
Insgesamt bekam er 12 Grammys, davon dreimal den wichtigsten Grammy für das Album des Jahres (1970 für „Bridge Over Troubled Water“ mit Art Garfunkel, 1975 für „Still Crazy After All These Years“ und 1986 für „Graceland“) sowie ebenfalls dreimal den nächstwichtigen für die Single des Jahres (1968 für „Mrs. Robinson“ mit Garfunkel, 1970 für den Song „Bridge Over Troubled Water“ mit Garfunkel sowie 1987 für den Song „Graceland“). Damit zählt er zu den absoluten Lieblingen nicht nur des Publikums, sondern auch der Kritiker. Er ist einer der wenigen Rockstars, die aus einer bereits sehr erfolgreichen Formation als ebenso erfolgreicher Solokünstler hervorgingen. Paul Simon ist Linkshänder, spielt seine Gitarre aber genau wie Mark Knopfler mit rechts.
Markenzeichen dieses nur 1,57 Meter großen Mannes ist außerdem sein Perfektionismus und die daraus resultierende geringe Zahl von Veröffentlichungen. Über 3–4 Songs pro Jahr kommt er nicht hinaus, was in über 40 Jahren allerdings zu einem stattlichen Gesamtwerk reicht. Künstlerische Kompromisse geht er nicht ein. Fehlt zu einem Album noch ein Lied, wird halt gewartet.
Im Mai 2006 wurde Paul Simon vom amerikanischen Time Magazine zu den diesjährigen 100 wichtigsten lebenden Persönlichkeiten der Welt gewählt.
Simon and Garfunkel:
Mann US-Amerikaner Gitarrist Rocksänger Songwriter | Geboren 1941
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