Paul Schultze-Naumburg (* 10. Juni 1869 in Almrich, Provinz Sachsen; † 19. Mai 1949 in Jena) war ein deutscher Architekt und Kunsttheoretiker.
Im Anschluss an Studienreisen nach Frankreich und Italien war er Redakteur der Zeitschrift Der Kunstwart, danach selbständiger bildender Künstler, zunächst in München, ab 1901 in Saaleck bei Bad Kösen. Von 1901-1903 Direktor der Staatlichen Hochschulen für Baukunst, bildende Kunst und Handwerk in Weimar.
1903 Leiter der Saalecker Werkstätten, 1904 Erster Vorsitzender des Deutschen Bundes Heimatschutz. Er entwickelte sich schnell zu einem führenden Kunsttheoretiker der Jahrhundertwende und gehörte 1907 zu den Mitbegründern des Deutschen Werkbundes, dessen Ziel die Verbindung moderner Technik und traditioneller Formen war.
Schultze-Naumburg wurde gerne von wohlhabenden Bauherren mit der Gestaltung von Landhäusern beauftragt. Kaiser Wilhelm II. beauftrage ihn 1912 mit dem Bau einer Residenz für den künftigen Thronfolger in Potsdam. Kronprinz Wilhelm wurde freie Hand für dieses Schloss gelassen, und er wünschte sich ein Schloss im Tudorstil. Schultze-Naumburg wurde daher zu Studienzwecken nach England, Wales und Schottland geschickt. Das Schloss Cecilienhof, das im August 1945 der Potsdamer Konferenz als Verhandlungsort diente, hat 176 Zimmer und einen zweigeschossigen Festsaal sowie einen Ehrenhof. Es wurde 1917 bezogen und ist das komfortabelste aller Hohenzollernschlösser.
Schultze-Naumburg wurde Mitglied der Akademie des Bauwesens und der Akademie der bildenden Künste, Ehrendoktor der Universität Tübingen und der TH Stuttgart.
Nach dem Ersten Weltkrieg vertrat er revanchistische Gedanken und traf mehrfach Adolf Hitler. 1927 trat er aus dem Deutschen Werkbund aus. 1930 trat er der NSDAP bei und wurde er auf Initiative des thüringischen Volksbildungsministers Wilhelm Frick (der der zweite Ehemann seiner Frau war) Direktor der Weimarer Kunsthochschule. In dieser Funktion ließ er über 70 moderne Kunstwerke, als "Entartungen" bezeichnet, aus dem Weimarer Schlossmuseum entfernen. 1932 erhielt er ein Reichstagsmandat, dem er bis 1945 angehörte. Im Dritten Reich verlor er an Einfluss, da seine Entwürfe nicht monumental genug erschienen. 1940 wurde er aus dem Hochschuldienst verabschiedet, später nach einem Parteiausschlussverfahren der NSDAP verwarnt.
1945 wurden ihm seine Pensionsansprüche aberkannt.
Mann | Deutscher | Architekt | Architekt im III. Reich | Geboren 1869 | Gestorben 1949
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