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Paulnipkow.gif Paul Julius Gottlieb Nipkow (* 22. August 1860 in Lauenburg in Pommern, † 24. August 1940 in Berlin) war ein deutscher Techniker und Erfinder.

Anfänge


Schon am Gymnasium in Neustadt/Westpreußen beschäftigte sich Nipkow mit praktischen Experimenten der Telefonie, wobei er schon an eine zusätzliche Übertragung bewegter Bilder dachte und diese Idee immer weiter verfolgte. Nach dem Abitur ging er nach Berlin, um die Naturwissenschaften zu studieren. Bei Hermann von Helmholtz hörte er physiologische Optik, bei Adolf Slaby elektrophysikalische Probleme.

Nipkow-Scheibe


Noch als Student erfand er die Nipkow-Scheibe, nach seinen eigenen Erzählungen sei es am Heiligen Abend 1883 gewesen, als er allein zu Haus vor seiner Petroleumlampe gesessen habe und ihm die Idee gekommen sei, mit einer spiralförmig gelochten Scheibe ein Bild "mosaikartig in Punkte und Zeilen" zu zerlegen. Die Neuerung bestand dabei ausschließlich in der spiralförmigen Scheibe, das Zerlegen von Bildern in Punkte zur telegraphischen Übertragung hatte Alexander Bain schon vor Nipkows Geburt realisiert.

Für diese Scheibe beantragte er beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin ein Reichspatent für ein Elektrisches Teleskop zur elektrischen Wiedergabe leuchtender Objekte in der Rubrik "Elektrische Apparate". Es wurde ihm am 15. Januar 1885 rückwirkend zum 6. Januar 1884 erteilt. Dabei ist nicht bekannt, ob sich Nipkow jemals um eine praktische Realisierung dieser Scheibe bemühte. Man darf aber davon ausgehen, daß er nie selber einen entsprechenden Apparat gebaut hat. Da auch sonst kein Interesse an dem Patent bestand, verfiel es nach 15 Jahren.

Paul Nipkow nahm nach seinem Studium eine Anstellung als Konstrukteur bei der Signalbauanstalt Zimmermann und Buchloh in Berlin an und beschäftigte sich fortan nicht mehr mit der Fernsehübertragung.

Erste Fernsehsysteme


Die ersten Fernsehübertragungen arbeiten tatsächlich mit einer optisch-mechanischen Bildabtastung, darunter auch solche mit einer Nipkow-Scheibe. So konnte Paul Nipkow seine Erfindung auf der 5. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin 1928 in Aktion erleben: "Die Fernseher befanden sich in dunklen Zellen und davor standen Hunderte und warteten geduldig auf den Augenblick, in den sie zum ersten Male fernsehen sollten. Unter ihnen wartete ich auch und wurde immer nervöser. Was ich 45 Jahre erdacht hatte, sollte ich nun erstmals wirklich sehen. Endlich war ich an der Reihe und trat ein - ein dunkles Tuch wird zur Seite geschoben, und nun sehe ich vor mir eine flimmernde Lichtfäche auf der sich etwas bewegt. Es war nicht gut zu erkennen."

Anfang der 30er Jahre setzte sich bereits die elektronische Bildabtastung mit ihrer ausgezeichneten Qualität durch, basierend auf dem von Wladimir Kosmitsch Sworykin erfundenen Ikonoskop, woraufhin Nipkows Erfindung von nun an keine Bedeutung für das Fernsehen mehr hatte.

Sender Paul Nipkow


Die Führung des 3. Reichs sah mit Paul Nipkow die Möglichkeit, das Fernsehen als eine deutsche Erfindung darzustellen und benannte den 1935 in Betrieb genommene ersten öffentlichen Fernsehsender nach ihm (Fernsehsender Paul Nipkow). Das war noch eine angemessene Geste, doch später übertrieb man maßlos: Nipkow wurde nicht nur Ehrenpräsident der "Fernseharbeitsgemeinschaft" der "Reichsrundfunkkammer", der Reichssendeleiter sprach vom "deutschen Fernseh-Pionier", der die "Generalidee" des Fernsehens gehabt habe.

Tod


Nipkow starb 1940 einsam und von der Öffentlichkeit unbemerkt in Berlin.

Literatur


  • Walter Bruch: Kleine Geschichte des deutschen Fernsehens. 1967
  • Michaela Krützen: Der Punkt / Die Matrix. Paul Nipkows Scheibe, Vilém Flussers Universum und der Würfel der Borg. In: Archiv für Mediengeschichte – Licht und Leitung / hg. von Lorenz Engell, Bernhard Siegert und Joseph Vogl. Weimar 2002, S. 113-123

Mann | Deutscher | Technikgeschichte | Erfinder | Persönlichkeit der Elektrotechnik | Geboren 1860 | Gestorben 1940

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