article

Der Geheime Oberbaurat Paul Ludwig Simon (* 12. Januar 1771 in Berlin; † 14. Februar 1815 in Berlin) war Professor an der Berliner Bauakademie, sowie Oberlandbaudirektor für die Marken Pommern und Preußen an der Preußischen Oberbaudeputation.

Leben


Paul Ludwig Simon wurde 1771 als Sohn des Kaufmanns Samuel Simon und dessen Ehefrau Anne Susanne Pitra geboren. Beide Eltern stammten von französischen Hugenotten ab, die wie viele Andere, nach der Aufhebung des Edikt von Nantes durch Ludwig XIV. im Jahre 1685 Frankreich verlassen und sich in Berlin angesiedelt hatten.

Ab 1787 besuchte Simon die Akademie der Künste in Berlin zwecks Erlernen der Baukunst. Seine erste Ausbildung erhielt er durch den Oberhofbaurat Friedrich Becherer. Nach 2-jähriger Ausbildung wurde Simon im Oktober 1789 auf Empfehlung von Becherer als „supernumerarier Conducteur“ beim Königlichen Oberhofbauamt angestellt, wo er zunächst in verschiedenen Bereichen tätig war. Im Jahre 1791 leitete er die Fundamentierung beim Bau der neuen Stadtvogtei in Berlin als Vorgesetzter von Friedrich Gilly und wurde 1792 zum „Wirklichen Conducteur“ ernannt. Neben seiner Tätigkeit am Oberhofbauamt war er weiterhin als Student an der Kunstakademie und wurde 1797 nach vollendeter Ausbildung zum Bauinspektor ernannt.

Im Januar 1798 heiratete Simon die gleichaltrige Marie Madelaine Royer aus Wollin in Pommern, die ebenfalls französisch-hugenottischer Herkunft war. Das Paar bekam vier Kinder. Der älteste Sohn Friedrich Louis Simon wurde ebenfalls Architekt.

Im November 1798 wurde Simon zum Professor der architektonischen Klasse an der Akademie der Künste ernannt und ein Jahr später, im Zuge der Gründung der Berliner Bauakademie als Professor für Bauphysik in das Kollegium der neuen Anstalt übernommen. Ab 1800 übernahm er ebenfalls die Mechanik fester Körper, Hydraulik, Maschinenlehre und Veranschlagung der Gebäude. Nach dem Tode Gillys im August 1800 übernahm er dessen Professur und die Lehrinhalte im Bereich Optik und Perspektive. Nach einer Reorganisation der Akademie und einer damit verbundenen Zusammenlegung von Fächern wurde Simon ab 1803 verantwortlich für die Lehre der Stadtbaukunst und ab 1804 für die Baukonstruktion, die er von Friedrich Becherer übernahm.

Ab dem Herbst 1809 musste Simon aufgrund seines Dienstes bei der technischen Baudeputation, deren Mitglied er als Geheimer Oberbaurat von 1804 bis zu seinem Tod im Jahr 1815 war, und eigener Bauten seine Tätigkeit an der Akademie aus zeitlichen Gründen aufgeben.

In dieser Zeit, von 1806-1810, wurde Simon durch das Fehlen der aufgrund der napeolonischen Kriege ausgesetzten staatlichen Gehaltszahlungen an den Rand des Ruins getrieben, wenn er nicht durch den befreundeten Minister Karl August von Hardenberg unterstützt worden wäre. Nach mündlicher Überlieferung der Familie begleitete er die preussische Königin Luise auf ihrer Flucht von Berlin nach Tilsit im Oktober 1806, da er aufgrund seiner Tätigkeiten Reisevollmachten besass, die ein unauffälliges Reisen der Königin ermöglichten.

Paul Ludwig Simon starb 1815 im Alter von 44 Jahren an einem Leberleiden.

Bautätigkeit


Eine umfassendere Bautätigkeit ist erst ab dem Jahre 1803 festzustellen, jedoch war Simon bereits in den Jahren zuvor an verschiedenen Stellen tätig.

Die folgende Liste enthält die ihm mit Sicherheit zuschreibbaren Bauten:

  • Gruftgewölbe der Familie von Humboldt (Berlin)
  • Umbau der Dorfkirche in Falkenberg (Berlin)
  • Neubau des Hauses Brüderstrasse 40 (Berlin, 1803)
  • Bau des Hauses Dorotheenstrase 20 gemeinsam mit Becherer (Berlin, 1803-1805)
  • Umbau des Hauses Friedrichstrasse 72 (Berlin, 1803)
  • Umbau des Hauses Wilhelmstrasse 76, des späteren Auswärtigen Amtes (Berlin, 1805)
  • Um-, bzw. Neubau der Gebäude auf den Hardenbergschen Gütern Tempelberg und Gölsdorf (1804-1806)
  • Königliches Seehandelsgebäude und Staatskanzlerwohnung (1809-1811)
  • Umbau des Hauses Wilhelmstrasse 65, Palais des Prinzen Ferdinand (Berlin, 1809-1813)
  • Bau des Oberlandesgerichts in Königsberg (1809-1811)

Literatur


  • Fritz Schlabbach: Paul Ludwig Simon. Karlsruhe-Berlin: Doering, 1939. (Dissertation)

Hochschullehrer | Deutscher | Mann | Geboren 1771 | Gestorben 1815

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Paul Ludwig Simon".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld