Paul Klee (* 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee; † 29. Juni 1940 in Muralto) war ein Deutsch-Schweizer Kunstmaler.
1911 fand die Gründung der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" in München statt als künstlerische Redaktionsgemeinschaft des Expressionismus von Wassily Kandinsky und Franz Marc. Weitere Mitglieder waren neben Klee (ab 1912) u. a. August Macke, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin. Alle vereinte ihr Interesse an gotischer und primitiver Kunst und den modernen Bewegungen des "Fauvismus" und "Kubismus". Der Name der Gruppe leitet sich von einem gleichnamigen Gemälde Kandinskys aus dem Jahr 1903 ab, das 1912 als Buchtitelillustration zu dem ebenfalls so genannten Almanach diente. Die erste der beiden Ausstellungen des Blauen Reiters fand vom 18. Dezember 1911 bis zum 1. Januar 1912 in der Modernen Galerie Thannhauser in München statt. Sie zeigte 49 Werke von Henri Rousseau, Albert Bloch, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Kandinsky, Klee und Macke. Sie ging anschließend auf Tournee in weitere Städte, unter anderen nach Köln und Berlin. 1913 übersetzte Klee "Das Licht" ("La Lumière") von Delaunay für Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin.
Bei Klee war es die Reise nach Tunis - zusammen mit August Macke und Louis Moilliet - im Jahre 1914, die ihn zum eigenständigen malerischen Werk führte. Er empfand dies selbst so, als er in sein Tagebuch schrieb: "Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler."
Die erste retrospektive Einzelausstellung Paul Klees wurde am 17. Mai 1920 in der Galerie Goltz eröffnet. Sie umfasste 362 Werke an Gemälden, Aquarellen, Plastiken, Zeichnungen und Graphik-Blättern.
1921 wird Klee als Werkstattmeister für Buchbinderei an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen - Kandinsky folgt ihm 1922. Doch erst ab Herbst 1926, nach dem Umzug nach Dessau (Bauhaus Dessau), dürfen Kandinsky und Klee eigene und vor allem freie Malklassen leiten. Die Lehre von den bildnerischen Elementarmitteln (Bildnerische Formlehre) bildet den Ausgangspunkt von Klees System. Sein zentrales Anliegen ist die grundlegende Erfassung der Beziehungen zwischen Linie, Form (Fläche) und Farbe im Bildraum bzw. innerhalb eines vorgegebenen Musters. Weitere Bauhausmeister sind u. a.: László Moholy-Nagy (Metallwerkstatt), der Architekt Walter Gropius (Architektur, Tischlerei), Josef Albers, Johannes Itten (Glasmalerei), Lyonel Feininger (Druckerei), Oskar Schlemmer (Wandmalerei, Bühne)), Mies van der Rohe (Architektur) und Georg Muche (Weberei).
1924 gründet er - im Andenken an den Blauen Reiter - in Weimar zusammen mit Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky die Künstlergruppe "Die Blauen Vier", welche außer im Bauhaus-Umfeld vor allem in den USA ausstellt. 1925 nimmt er an der Surrealisten-Ausstellung in Paris teil. Am 1. April 1928 tritt Gropius als Direktor zurück. Auf seinen Vorschlag wird der Schweizer Architekt Hannes Meyer neuer Direktor, der für das Bauhaus nicht nur die Devise "Volksbedarf statt Luxusbedarf" ausgibt, sondern auch die Zusammenarbeit mit der Industrie intensiviert. Der daraus entstehende Streit zwischen den "angewandten" und den "freien" Künstlern wie Klee spitzt sich derart zu, daß dieser 1931, erschöpft von den Querelen am Bauhaus, den Ruf auf eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf annimmt. Paul Klees Schaffen der ersten dreißiger Jahre steht im Zeichen überlegener Meisterschaft, die es dem Maler erlaubt, die zentralen künstlerischen Anliegen von den verschiedensten Seiten anzugehen. Dank subtiler Systematisierung und ökonomischem Einsatz der Mittel vermag Klee in der Folge das divisionistische Verfahren der räumlichen Mehrstimmigkeit dienstbar zu machen.
1933 wird er als "entarteter Künstler" von den Nationalsozialisten fristlos entlassen. Er kehrt nach Bern zurück. 1937 werden 102 Werke von Paul Klee in deutschen Sammlungen als "entartete Kunst" beschlagnahmt. 1939 stellt Klee, deutscher Staatsbürger, einen Antrag auf Einbürgerung in der Schweiz. Paul Klee leidet in seinen letzten Lebensjahren unter einer zunehmenden Verhärtung der Haut, einer so genannten Sklerodermie. Er stirbt am 29. Juni 1940 in Locarno-Muralto. 1942 wird Paul Klee post mortem die Schweizer Staatsbürgerschaft zuerkannt.
Auf der Grabplatte seines Vaters auf dem Berner Schosshaldenfriedhof ließ Felix Klee 1946 einen programmatischen Tagebucheintrag Klees von 1920 einmeißeln: "Diesseitig bin ich gar nicht faßbar/Denn ich wohne grad so gut bei den Toten/Wie bei den Ungeborenen/Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich/Und noch lange nicht nahe genug"
Paul-klee-zentrum-ansicht-totale.jpg Im Juni 2005 wurde das neue Kulturzentrum und Museum Zentrum Paul Klee in Bern eröffnet.
In Gersthofen und Overath existieren nach ihm benannte Schulen.
Schweizer Maler | Mann Geboren 1879 | Gestorben 1940 | Maler des Expressionismus
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