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Standardmunition.jpg Als Patrone (frz. für Schablone) bezeichnet man eine Einheit aus Treibladung und Geschoss zur Verwendung in Rohrwaffen. Die Einheit wird durch eine Patronenhülse hergestellt, neueste Entwicklungen erlauben aber auch den Verzicht auf die Hülse. Moderne Patronen enthalten außerdem in der Regel eine Anzündladung.

Patronen zählen zur Munition und werden in Kaliber von 4,5 mm (Kleinkaliberpistolen) bis zu 125 mm (MBT T-80) verwendet. Schrotpatronen enthalten viele kleine Geschosse. Andere spezielle Patronen können anstelle des Geschosses oder zusätzlich auch Treib-, Leucht- oder Knallsätze oder Gasladungen enthalten.

Für Handfeuerwaffen (Gewehre, Pistolen, Revolver u.ä.) sowie die meisten automatischen Waffen wird die Patrone fertig zusammengesetzt geliefert oder im sportlichen Bereich und bei der Jagd von Wiederladern selbst geladen.

Einteilung von Patronenmunition

Patronenmunition für Handfeuerwaffen kann man nach verschiedenen Kategorien einteilen.

  • Hülsenmaterial
    • Papier
    • Metall

  • Hülsenform
    • Zylinder
    • Flaschenhals
    • konische Bauform
    • hülsenlos

  • Bodenform
    • mit Rand (R - rimmed)
    • mit Halbrand (SR - semi rimmed)
    • ohne Rand ( - rimless)
    • mit Gürtel (B - belt)
    • mit eingezogenem Rand (RB - rebated)

  • Geschossmaterial
    • Bleilegierung
    • Bleilegierung mit Eisen- oder Kupfermantel
    • aus dem Vollen gefrästes Projektil
    • Uran
    • Zusatzbeschichtung aus Kunststoff, Teflon, u.a.

  • besondere Bauformen
    • Mikrokaliberpatrone
    • Mehrfachgeschosspatrone
      • Duplexpatrone
      • Triplexpatrone
      • Quetschkaliberpatrone
      • Pfeilpatrone
    • Kapselpatrone
    • Hülsenlose Munition
    • Platzpatrone
    • Gaspatrone
    • Copperhead M712

Sonderform Hülsenlose Munition

Zur hülsenlosen Munition gehören Patronen ohne Hülse oder mit sich selbst aufbrauchender (vollständig verbrennender) Hülse sowie Raketengeschosse. Bei der hülsenlosen Munition ist das Geschoss in die Treibladung verpresst. Das Pulver wird anschließend mit einem Harz beschichtet. Ein bekanntes Beispiel für eine Waffe, die solche Munition abfeuern kann, ist die Patrone 4,7 x 21 mm für das Gewehr Heckler & Koch G11. Die Vorteile von solcher Munition liegen auf der Hand: ohne die Hülse ist die Patrone leichter und da die Treibladung viereckig gepresst ist, kann man die Munition mit der selben Projektilgröße einer vergleichbaren Hülsenmunition besser transportieren. Hinzu kommt die Halbierung der Kosten durch den Verzicht auf die Herstellung der Hülse. Außerdem können höhere Schusskadenzen erreicht werden, weil keine Hülse ausgestoßen werden muss. Dem stehen zwei grundlegende Probleme gegenüber. Zum einen ist es schwerer den Verschluss gegen das Entweichen von Gasen abzudichten, zum anderen führt die hülsenlose Munition zu einer stärkeren Erhitzung der Waffe, da keine Wärme durch den Auswurf der heißen Hülse abgeführt wird, sondern die Wärmeenergie der Treibgase direkt an den Verschluss angeführt werden.

Zündung


Bei moderner Munition wird fast ausschließlich die Zentralfeuerzündung benutzt. Hierbei sitzt mittig im Hülsenboden ein Zündhütchen, auf das ein Schlagbolzen trifft. Dabei wird die Zündladung abgebrannt und die entstehende Energie durch einen oder mehrere Zündkanäle im Hülsenboden auf die Treibladung gerichtet. Eine wichtige Aufgabe des Zündhütchens ist es zudem, die Patrone am Boden gasdicht abzuschließen.

Bei Kleinkalibermunition wird auch heute noch meist die Randfeuerzündung verwendet. Hierbei bildet die Hülse am Boden einen Rand, in dem sich die Zündladung befindet. Der Schlagbolzen trifft auf den Rand der Hülse und entzündet so die Zündladung. Wichtigster Vorteil ist der kostensparende Verzicht auf ein Zündhütchen. Außerdem kann diese Munition gut in Röhrenmagazinen verladen werden, da hier die Geschoss-Spitzen bei Stößen nicht wie ein Schlagbolzen auf die Zündladung wirken können. Dafür können diese Patronen nur schlecht in größeren (Stangen-)Magazinen verladen werden. Eine Ausnahme bildet eine schweizerische Maschinenpistole mit einem 176-Schuss Tellermagazin.

Moderne Panzermunition wird zum Teil auch elektrisch gezündet bzw. erst am Rohrende mittels Induktionsspulen die Wirkladung (Hohl- bzw. Sprengladung) "geschärft".

Beim Flobertgewehr ist der Zündsatz gleichzeitig der Treibsatz. Zusätzlich gibt es noch die heute veraltete Perkussionszündung und die Lefaucheux-Zündung.

Patronen.jpg

Patronenkaliber


Für Handfeuerwaffen werden Projektildurchmesser bis 20 mm verwendet. Militärische Waffen benutzen Patronen bis ca. zum Kaliber 40 mm. Darüber hinaus werden meist getrennte Projektile und Treibladungen eingesetzt.

Patronen für Handfeuerwaffen werden in verschiedensten Kalibern und Längen verwendet. Die deutsche Nomenklatur bezeichnet zuerst das Kaliber und dann die Länge der Hülse (9 x 19 mm). Handelt es sich um eine Hülse mit Rand oder Halbrand, wird ein entsprechendes Kürzel angehängt (7,65 x 17 mm HR). Um bei gleichen Abmessungen weitere Unterscheidungen zu treffen können, sind unterschiedlichste Zusätze umgesetzt worden (6,5 x 53,5 mm Mannlicher/Griechenland 03 bzw. 6,5 x 53,5 mm Mannlicher-Schönauer M1900)

Umgangssprachlich werden oft andere Bezeichnungen verwendet, auch um den Unterschied zur gängigen Munition klar herauszustellen (9mm kurz statt 9 x 17 mm Browning).

In den angelsächsischen Ländern werden die Kaliber meist in Zoll angegeben und um den Namen des Entwicklers ergänzt (.223 Remington). Es wird aber mitunter auch das Jahr der Einführung (.30-06 = eingeführt in 1906) oder die Ladung und das Geschossgewicht .45-90-300 angegeben. Oft stimmen die Kaliberangaben aber auch nicht mit den wirklichen Daten überein oder sind grob gerundet. So lassen sich aus einer .357 Magnum auch Patronen des Kalibers .38 Special verschießen, obwohl diese nominell einen größerem Durchmesser haben.

"Magnum"-Patronen sind hingegen länger als die Standardpatrone. Da längere Patronen eine größere Treibladung aufnehmen, haben diese in der Regel eine höhere Durchschlagskraft.

Die Standardprojektile haben ein glatt "abgeschnittenes" Ende und dadurch eine aerodynamisch ungünstige Form. Die "Boat Tail" (en. Bootsrumpf) Kugel hat ein leicht angespitztes Ende (ein Schnittbild solch einer Kugel ähnelt stark dem Umriss eines Bootsrumpfes) und ist so aerodynamischer. Sie fliegt weiter und stabiler.

Kurzwaffenpatrone


Patrone.jpg Eine Kurzwaffenpatrone ist eine Patrone, die für die Verwendung in einer Kurzwaffe (Faustfeuerwaffe) eingerichtet ist, also eine Revolverpatrone oder eine Pistolenpatrone.

Solche Patronen sind in der Regel zylindrisch (z.B. Kaliber .38 Special) oder ganz leicht konisch (z.B. Kaliber 9 x 19 mm). Allerdings gibt es Ausnahmen und es gibt auch Kurzwaffen, die Gewehrmunition verschießen.

Patronen in Pistolen

Eine Pistolenpatrone ist eine Patrone, die hauptsächlich als Munition für die Verwendung in einer Pistole konzipiert ist. Sie verfügt in der Regel über keinen Rand (damit die Patronen besser übereinander in einem Magazin angeordnet werden können). Dafür haben sie immer eine umlaufende Nut vor dem Patronenboden, die Auszieherrille. In sie greift die Auszieherkralle, um die leergeschossene Hülse aus dem Patronenlager (Lauf) durch das Auswurffenster aus der Waffe auszuwerfen.

Es gibt allerdings auch einige wenige Pistolen, die für Revolverpatronen eingerichtet sind (z.B. die israelische "Desert Eagle" im Kaliber .357 Magnum und .44 Magnum).

Patronen in Revolvern

Eine Revolverpatrone ist eine Patrone, die hauptsächlich für die Verwendung in einem Revolver konzipiert ist. Sie hat in den meisten Fällen einen Rand, damit die Patronen in den Patronenkammern festgehalten werden und nicht durch die Bohrung in der Trommel fallen. Revolverpatronen haben meistens eine längere Hülse als vergleichbare Pistolenpatronen, die daraus resultierende mögliche größere Treibladung erhöht ihre Durchschlagskraft gegenüber Pistolenmunition.

Mit speziellen Halterungen (Metallscheiben mit Aussparungen) können in entsprechenden Revolvern auch Pistolenpatronen ohne Rand verschossen werden. Durch die mit mehreren Patronen versehenen Metallscheiben kann der Ladevorgang beschleunigt werden.

Zudem wird mit Revolvern in Gewehrkalibern experimentiert, die aber meist als Einzelstücke hergestellt werden und nur schwer zu handhaben sind. Manche dieser „Giganten“ lassen sich nur noch mit Gelhandschuhen und Integralhelm abfeuern ohne schwere Verletzungen durch die Waffenbewegung im Schuss zu riskieren.

Gewehrpatrone


Eine Patrone, die für die Verwendung in einem Gewehr konzipiert ist.

Sie verfügt i. d. R. über eine viel stärkere Ladung als Patronen für Pistolen und Revolver. Daneben gibt es Gewehrpatronen, die auch in Pistolen oder Revolvern Verwendung finden, wie die 22.lfb.

Im Bereich der Ordonnanzwaffen haben die Gewehrpatronen Geschosse mit viel kleinerem Durchmesser als die Pistolenpatronen.

Zum Vergleich: In praktisch allen Armeen der Welt haben die Ordonanzpistolen ein Kaliber von entweder 9 mm (Kaliber 9 mm Luger) oder 11,3 mm (Kaliber .45 ACP). Die Sturmgewehre hingegen haben ein Kaliber zwischen 5,56 mm (zum Beispiel das G36 der Bundeswehr, das Stg 77 des Österreichischen Bundesheeres, das Stgw90 der Schweizer Armee oder das M16 der Amerikaner) und 7,62 mm (oft die Vorgängermodelle der genannten Waffen, also das G3 der Deutschen, das Stgw57 der Schweizer {im Kaliber 7,5 mm} oder das M14 der Amerikaner).

Gewehrpatronen für Ordonnanzwaffen oder für Jagdgewehre in mittleren und schweren Kalibern haben meist eine Flaschenform, um das Verhältnis von Pulverraum zu Geschosskaliber zu erhöhen. Extrem schwere Jagdkaliber (wie z.B. .500 Nitro Express und .600 Nitro Express) sind zylindrisch bzw. leicht konisch.

Scheibenpatrone


Patrone, die für das Scheibenschiessen konzipiert ist. Sie hat in der Regel eine äußerst schwache Ladung, die gerade noch ausreicht, um das Geschoss auf einer relativ flachen Flugbahn bis zur Scheibe zu befördern. Dadurch ist das Hochschlagen der Waffe sehr stark vermindert. Patronen dieser Art werden in der Regel im Hochleistungssport verwendet.

Wadcutterpatrone


Patrone mit zylinderförmiger Hülse in die das Bleigeschoss eingesetzt ist. Dabei handelt es sich um ein Flachkopfgeschoss, das bündig mit dem Hülsenmund abschließt, also nicht aus der Hülse hervorsteht. Hauptsächlich bei der fast ausschließlich sportlich genutzten S&W 32. long benutzt.

Flechette


Die Forschung geht auch in Richtung Flechette, einem Treibspiegelgeschoss für Handfeuerwaffen

Siehe auch


Weblinks


Patronenmunition | Jagd | Schießsport

Cartridge (firearms) | Cartucho (armas de fuego) | Cartouche (arme) | 実包 | Patroon (munitie) | Nabój zespolony

 

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