Standardmunition.jpg Als Patrone (frz. für Schablone) bezeichnet man eine Einheit aus Treibladung und Geschoss zur Verwendung in Rohrwaffen. Die Einheit wird durch eine Patronenhülse hergestellt, neueste Entwicklungen erlauben aber auch den Verzicht auf die Hülse. Moderne Patronen enthalten außerdem in der Regel eine Anzündladung.
Patronen zählen zur Munition und werden in Kaliber von 4,5 mm (Kleinkaliberpistolen) bis zu 125 mm (MBT T-80) verwendet. Schrotpatronen enthalten viele kleine Geschosse. Andere spezielle Patronen können anstelle des Geschosses oder zusätzlich auch Treib-, Leucht- oder Knallsätze oder Gasladungen enthalten.
Für Handfeuerwaffen (Gewehre, Pistolen, Revolver u.ä.) sowie die meisten automatischen Waffen wird die Patrone fertig zusammengesetzt geliefert oder im sportlichen Bereich und bei der Jagd von Wiederladern selbst geladen.
Patronenmunition für Handfeuerwaffen kann man nach verschiedenen Kategorien einteilen.
Bei Kleinkalibermunition wird auch heute noch meist die Randfeuerzündung verwendet. Hierbei bildet die Hülse am Boden einen Rand, in dem sich die Zündladung befindet. Der Schlagbolzen trifft auf den Rand der Hülse und entzündet so die Zündladung. Wichtigster Vorteil ist der kostensparende Verzicht auf ein Zündhütchen. Außerdem kann diese Munition gut in Röhrenmagazinen verladen werden, da hier die Geschoss-Spitzen bei Stößen nicht wie ein Schlagbolzen auf die Zündladung wirken können. Dafür können diese Patronen nur schlecht in größeren (Stangen-)Magazinen verladen werden. Eine Ausnahme bildet eine schweizerische Maschinenpistole mit einem 176-Schuss Tellermagazin.
Moderne Panzermunition wird zum Teil auch elektrisch gezündet bzw. erst am Rohrende mittels Induktionsspulen die Wirkladung (Hohl- bzw. Sprengladung) "geschärft".
Beim Flobertgewehr ist der Zündsatz gleichzeitig der Treibsatz. Zusätzlich gibt es noch die heute veraltete Perkussionszündung und die Lefaucheux-Zündung.
Für Handfeuerwaffen werden Projektildurchmesser bis 20 mm verwendet. Militärische Waffen benutzen Patronen bis ca. zum Kaliber 40 mm. Darüber hinaus werden meist getrennte Projektile und Treibladungen eingesetzt.
Patronen für Handfeuerwaffen werden in verschiedensten Kalibern und Längen verwendet. Die deutsche Nomenklatur bezeichnet zuerst das Kaliber und dann die Länge der Hülse (9 x 19 mm). Handelt es sich um eine Hülse mit Rand oder Halbrand, wird ein entsprechendes Kürzel angehängt (7,65 x 17 mm HR). Um bei gleichen Abmessungen weitere Unterscheidungen zu treffen können, sind unterschiedlichste Zusätze umgesetzt worden (6,5 x 53,5 mm Mannlicher/Griechenland 03 bzw. 6,5 x 53,5 mm Mannlicher-Schönauer M1900)
Umgangssprachlich werden oft andere Bezeichnungen verwendet, auch um den Unterschied zur gängigen Munition klar herauszustellen (9mm kurz statt 9 x 17 mm Browning).
In den angelsächsischen Ländern werden die Kaliber meist in Zoll angegeben und um den Namen des Entwicklers ergänzt (.223 Remington). Es wird aber mitunter auch das Jahr der Einführung (.30-06 = eingeführt in 1906) oder die Ladung und das Geschossgewicht .45-90-300 angegeben. Oft stimmen die Kaliberangaben aber auch nicht mit den wirklichen Daten überein oder sind grob gerundet. So lassen sich aus einer .357 Magnum auch Patronen des Kalibers .38 Special verschießen, obwohl diese nominell einen größerem Durchmesser haben.
"Magnum"-Patronen sind hingegen länger als die Standardpatrone. Da längere Patronen eine größere Treibladung aufnehmen, haben diese in der Regel eine höhere Durchschlagskraft.
Die Standardprojektile haben ein glatt "abgeschnittenes" Ende und dadurch eine aerodynamisch ungünstige Form. Die "Boat Tail" (en. Bootsrumpf) Kugel hat ein leicht angespitztes Ende (ein Schnittbild solch einer Kugel ähnelt stark dem Umriss eines Bootsrumpfes) und ist so aerodynamischer. Sie fliegt weiter und stabiler.
Solche Patronen sind in der Regel zylindrisch (z.B. Kaliber .38 Special) oder ganz leicht konisch (z.B. Kaliber 9 x 19 mm). Allerdings gibt es Ausnahmen und es gibt auch Kurzwaffen, die Gewehrmunition verschießen.
Es gibt allerdings auch einige wenige Pistolen, die für Revolverpatronen eingerichtet sind (z.B. die israelische "Desert Eagle" im Kaliber .357 Magnum und .44 Magnum).
Mit speziellen Halterungen (Metallscheiben mit Aussparungen) können in entsprechenden Revolvern auch Pistolenpatronen ohne Rand verschossen werden. Durch die mit mehreren Patronen versehenen Metallscheiben kann der Ladevorgang beschleunigt werden.
Zudem wird mit Revolvern in Gewehrkalibern experimentiert, die aber meist als Einzelstücke hergestellt werden und nur schwer zu handhaben sind. Manche dieser „Giganten“ lassen sich nur noch mit Gelhandschuhen und Integralhelm abfeuern ohne schwere Verletzungen durch die Waffenbewegung im Schuss zu riskieren.
Sie verfügt i. d. R. über eine viel stärkere Ladung als Patronen für Pistolen und Revolver. Daneben gibt es Gewehrpatronen, die auch in Pistolen oder Revolvern Verwendung finden, wie die 22.lfb.
Im Bereich der Ordonnanzwaffen haben die Gewehrpatronen Geschosse mit viel kleinerem Durchmesser als die Pistolenpatronen.
Zum Vergleich: In praktisch allen Armeen der Welt haben die Ordonanzpistolen ein Kaliber von entweder 9 mm (Kaliber 9 mm Luger) oder 11,3 mm (Kaliber .45 ACP). Die Sturmgewehre hingegen haben ein Kaliber zwischen 5,56 mm (zum Beispiel das G36 der Bundeswehr, das Stg 77 des Österreichischen Bundesheeres, das Stgw90 der Schweizer Armee oder das M16 der Amerikaner) und 7,62 mm (oft die Vorgängermodelle der genannten Waffen, also das G3 der Deutschen, das Stgw57 der Schweizer {im Kaliber 7,5 mm} oder das M14 der Amerikaner).
Gewehrpatronen für Ordonnanzwaffen oder für Jagdgewehre in mittleren und schweren Kalibern haben meist eine Flaschenform, um das Verhältnis von Pulverraum zu Geschosskaliber zu erhöhen. Extrem schwere Jagdkaliber (wie z.B. .500 Nitro Express und .600 Nitro Express) sind zylindrisch bzw. leicht konisch.
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"Patrone (Munition)".
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