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Die Pastinaken (Pastinaca) bilden eine Gattung aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) mit 14 Arten in Europa und im westlichen Asien.

In Deutschland heimisch ist nur die formenreiche Echte Pastinake (Pastinaca sativa), auch Hammelmöhre, Hirschmöhre, Moorwurzel oder Welsche Petersilie genannt. Sie gedeiht wild auf Wiesen, an Trockenhängen und auf Feldrainen. Ein naher Verwandter ist die Petersilie.

Die zweijährige Pflanze hat einen kantig gefurchten Stängel. Ihre Blätter sind ein- oder mehrfach unpaarig gefiedert mit bis zu elf auch mehrlappigen Einzelblättern mit gesägtem Rand. Ihre gelben Blüten stehen in 5- bis 20-strahligen Dolden. Die Wurzel ist von weißlich-gelber Farbe; bei der Wildform ist sie dünn und hart, bei den Kulturvarietäten bis zu 6 cm dick, 20 cm lang, kegelförmig und bis zu 1,5 Kilogramm schwer. Als Speicherwurzel bildet sie sie erst nach dem ersten Jahr aus. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 30 Zentimetern bis zu einem Meter.

Pastinake
Pastinake-2.jpg
: Asternähnliche (Asteridae)
: Doldenblütlerartige (Apiales)
: Doldenblütler (Apiaceae)
: Apioideae
: Pastinaken
Wissenschaftlicher Name Pastinaca L.

Standorte


Den Wilden Pastinak findet man verbreitet in Wiesen, vor allem in Wegnähe, an Böschungen, in lückigen Unkrautfluren, im Eisenbahngelände, in Steinbrüchen oder im Getreide. Er liebt basen- und oft kalkreichen und stickstoffhaltigen Boden. Nach ELLENBERG ist er eine Lichtpflanze und eine Ordnungscharakterart wärmebedürftiger und Trockenheit ertragender, zweijähriger bis ausdauernder Ruderalfluren (Onopordetalia acanthii).

Biologie


Der Pastinak ist eine 30-120cm hohe, zweijährige Halbrosettenpflanze mit fleischiger Rübe, im Bau ähnlich der Möhre (Daucus). Es handelt sich um eine formenreiche Art.

Die Blüten sind „Nektar führende Scheibenblumen vom Heracleum- Typ“. Sie werden von Insekten aller Art besucht. Die Früchte sind Doppelachänen, die in schmal geflügelte Teilfrüchte zerfallen. Die Pflanze ist ein Wind- und Tierstreuer, auch Zufallsausbreitung durch Huftiere und Menschenausbreitung sind möglich.

Verwendung


Die auch von Haarwild und Schafen begehrten Pastinaken sind schon seit langem Bestandteil der menschlichen Ernährung. Im Römischen Reich gehörten sie zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren Pastinaken auch in Deutschland und in Österreich eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, wurden aber von Kartoffeln und Karotten weit gehend verdrängt. In Großbritannien, den USA, Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien, Österreich und Ungarn dagegen sind sie bis heute als Gemüse und Würzpflanze beliebt. Besonders durch die Bio-Landwirtschaft wurde die Pastinake auch in Deutschland und in Österreich wieder bekannter, ist aber weiterhin eher selten erhältlich.

Der Geschmack der vorwiegend im Winter geernteten Wurzeln ist süßlich-würzig, an Karotten und Sellerie erinnernd, ähnlich dem der Petersilienwurzel, nur milder. Sie lassen sich backen oder kochen und zu Cremesuppen und Pürees verarbeiten.

Zu den Klassikern der englischen Küche gehört Pastinakenpüree, Mashed parsnips, das ebenso wie Kartoffelpüree zubereitet wird, jedoch wesentlich aromatischer ist. Es begleitet traditionell gebratenes oder gegrilltes Fleisch.

Ihres hohen Stärkegehalts wegen wurden Pastinaken früher auch zur Herstellung von Bier und Pastinakenwein genutzt. Aus ihrem Saft lässt sich ein dickflüssiger Sirup kochen, der als Brotaufstrich und Süßmittel diente.

Die Blätter der Pastinake können, ähnlich wie Petersilie, als Würzkraut verwendet werden.

Verwechselungsgefahr mit: Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Siehe auch: Liste der Küchenkräuter und Gewürze

Inhaltsstoffe, Giftigkeit:


Die ganze Pflanze enthält: Bergapten, Xanthotoxin, Imperatorin. Die Früchte enthalten: ätherisches Öl und Calciumoxalat. Beim Umgang mit Pflanzenteilen können auf der Haut phototoxische Reaktionen auftreten.


Image:Pastinak.jpg|Habitus Image:Pastinak_dolde.jpg|Pastinak_dolde.jpg Image:Pastinak_Blatt.jpg|Blatt Image:pastinaca_sativa_bluete.jpeg|Blüte Image:Pastinaca sativa Blüten.jpg|Blüten Image:Pastinaca sativa Früchte.jpg|Früchte

Weblinks


Bilder: *

Beschreibung aus capitulare de villis: *

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