Passagieren (auch Passage) bezeichnet im Reitsport eine der Hohen Schule angehörende Bewegung des Pferdes; sie ist als Lektion auch enthalten in Dressurprüfungen der höchsten Klasse (insbes. Grand Prix Special).
Das Passagieren besteht darin, dass der Trab in verzögerten Tritten mit einer verlängerten Schwebephase ausgeführt wird. Die Unterarme werden bis fast zur Waagrechten angehoben und die Hinterhand tritt vermehrt unter den Körper. Das Pferd geht dabei mit einem geringen Raumgewinn vorwärts. Nach Peter Spohr können drei Arten von Passagen gezeigt werden, die natürliche oder niedere Passage, bei der das Pferd bei geringer Spannung eine weniger ausgeprägte Anhebung des Unterarms zeigt, die hohe oder künstliche Passage, bei der das Pferd eine große Kadenz und innere Spannung zeigt, sowie die fliegende Passage, bei der bei wesentlich höherem Tempo die Vorderbeine nach vorne geworfen werden. Im heutigen Turniersport wird im allgemeinen nur die natürliche Passage gezeigt.
Die Passage wird, wie die ähnliche Piaffe, aus dem Imponierverhalten des Hengstes abgeleitet. Die Passage kann aus der Piaffe entwickelt werden, indem das piaffierende Pferd durch Vortreiben aus der Piaffe heraus getrieben wird, dabei aber durch eine verzögerte Gewichtshilfenverlagerung des Reiters in der Schwebephase gehemmt wird.
Die Passage wird in der Wiener Hofreitschule auch als Spanischer Tritt bezeichnet. Von der Passage zu unterscheiden ist allerdings der Spanische Schritt.
Siehe auch: Reitkunst
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