Die PKK, Arbeiterpartei Kurdistans (auf kurdisch: Partiya Karkerên Kurdistan) ist eine von der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppierung, die sich selbst als marxistisch-leninistisch orientierte Organisation bezeichnet und die große Sympathien bei zumindest Teilen der besonders in der Türkei, Iran, Irak, Syrien lebenden Kurden genießt.
Die PKK kämpft mit aus türkischer und internationaler Sicht illegalen, aber aus Sicht der Anhänger aus legitimen Methoden gegen die umstrittene Missachtung der Rechte der Kurden, sowie für die Nutzung ihrer Sprache, und Bewahrung ihrer Identität und Kultur.
Die PKK hatte sich seit 1984 das Ziel gesetzt einen eigenen kurdischen Nationalstaat innerhalb der Siedlungsgebiete der Kurden zu gründen, was einen sozialistischen Charakter haben sollte. Das kurdische Siedlungsgebiet erstreckt sich auf Nordostsyrien, Nordirak, Nordwestiran, Ostanatolien und Südostanatolien.
Der Schritt von der politisch-ideologischen Gruppe zu einem nach außen auftretenden Organisationsansatz wurde 1974 vollzogen, als erste konkrete Aktivitäten stattfanden. So wurden beispielsweise kurdische Stämme angegriffen, die loyal gegenüber dem türkischen Staat stand. Eine dieser Stämme gehörte Bucak-Stamm, der heute eine Privatarmee mit 10000 Mann(meist Dorfschützer) in Siverek Umgebung präsent ist.
Von 1973 bis 1978 trat diese Strömung/Bewegung als "Kürdistan Devrimcileri" (Kurdistan Revolutionäre) auf und weitete sich auf verschiedene Städte der Türkei aus. In der Anfangsphase bestand diese Gruppe vor allem aus jungen Intellektuellen. Öcalan selbst war seit 1972 im "Ankara Devrimci Yüksek Ögrenim Dernegi" (ADYÖD, Revolutionärer Hochschulverein Ankara) aktiv gewesen. Als einziger der Kurdistan Devrimcileri war Öcalan im Vorstand von ADYÖD. ADYÖD stand "zumindest teilweise in der Tradition der Anfang des Jahrzehnts gegründeten und vom Linkskemalismus herkommenden guevaristischen Guerillaorganisation THKP-C (Volksbefreiungspartei der Türkei-Front)".
Am 27. November 1978 wurde die PKK offiziell in dem Dorf Fis bei Lice in der Provinz Diyarbakir(kurdisch Amed) gegründet. Durch den Militärputsch vom 12. September 1980 erlitt die Linke in der Türkei eine empfindliche Niederlage, auch viele Kader der PKK verschwanden in den Gefängnissen, wo sie einen starken Widerstand entwickelten. Ein Teil der Kämpfer zog sich 1980 in von Syrien kontrollierte Gebiete des Libanons zurück. In der Bekaa-Ebene im Libanon wurde die Mahsum Korkmaz Akademie gegründet, in der Kämpfer und Kämpferinnen politisch und militärisch geschult wurden. Kleine Gruppen begannen zunächst damit, für die PKK bewaffnete Propagandaarbeit unter der ländlichen Bevölkerung Kurdistans zu entwickeln.
1992 schätzte das türkische Innenministerium die Zahl der PKK-Kämpfer auf 8 000.
In einem „Die Front und die Partei als Massenbewegung“ genannten Thesenpapier aus dem Jahre 1988 schilderte die PKK die Aufgaben der vor allem in den europäischen Staaten tätigen ERNK und liefert damit eine umfassende Beschreibung der Aktivitäten: Pressekonferenzen, Besetzungen, Rekrutierungen, Kampftraining, Verschickung von Kämpfern in die Türkei, logistische Unterstützung, Kontaktpflege zu anderen Gruppen, nachrichtendienstliche Tätigkeiten, Spionageabwehr und Bereitstellung finanzieller Unterstützung.
In den 90er Jahren bildete die PKK in Folge des massenhaften Anschlusses von Frauen in die Guerillakräfte eine Frauenarmee heraus, parallel entstanden auch Frauenorganistationen in Europa. Die ERNK kontrollierte weiterhin verschiedene Unterorganisationen in westlichen Staaten. Verschiedene sozial-kulturelle Vereinigungen und Informationszentren lieferten zumindest politische und moralische und wahrscheinlich auch finanzielle Unterstützung.
Am 5. September 2005 wurde vom Bundesinnenministerium die prokurdische Zeitung Özgür Politika verboten, da sie „in die Gesamtorganisation der PKK eingebunden“ sein soll. Das Verbot wurde jedoch vom Bundesverwaltungsgericht wieder aufgehoben.
Zwar traf das 1993 in Deutschland und Frankreich verhängte Verbot die Gesamtorganisation, jedoch wich sie seitdem mit ihren Aktivitäten in andere Länder aus.
Organisationen in Deutschland, die der PKK nahe stehen, sind:
Am 21. Oktober 1998 kam es in der türkischen Stadt Ceyhan zu zweitägigen Geheimverhandlungen zwischen der Türkei und Syrien. Die Türkei hatte Syrien mit einem Militärschlag gedroht, sollte Syrien weiter die kurdische Rebellenbewegeung PKK mit Waffen und Geld sowie logistisch unterstützen. Syrien verpflichtet sich daraufhin, im Lande gegen die PKK vorzugehen und jegliche Unterstützung einzustellen.
Am 15. Februar 1999 wurde der damalige Vorsitzende der PKK, Abdullah Öcalan von Kenia in die Türkei verschleppt. Neben der griechischen Regierung waren auch die Geheimdienste weiterer Staaten an dieser Entführung beteiligt. In der kurdischen Befreiungsbewegung gilt der 15. Februar seitdem als schwarzer Tag, die Verschleppung Öcalans wird als internationaler Komplott verstanden.
Im Gegensatz zu den Erwartungen Vieler rief Öcalan in seiner Verteidigungsrede zum Frieden und Dialog auf und rief sogar die bewaffneten Kräfte auf, sich hinter die Grenzen der Türkei zurückzuziehen. Ein drohender Bürgerkrieg, den viele Kenner türkischer Politik zunächst befürchtet hatten, blieb aus. Die kurdische Guerilla zog sich größtenteils zunächst zurück und richtete im Norden des Irak ein Verteidigungsgebiet ein.
Die PKK wurde 2002 aufgelöst und an ihrer Stelle am 4. April 2002 der KADEK (Kongreya Azadî û Demokrasiya Kurdistanê, Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans) gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der noch immer auf der türkischen Gefängnisinsel İmralı inhaftierte Abdullah Öcalan gewählt.
Im November 2003 löste sich auch der KADEK auf. Unter dem Namen KONGRA GELE KURDISTAN (Volkskongress Kurdistan) wurde eine neue Organisation gegründet, deren Hauptmerkmal die Abkehr von der Kaderphilosophie ist und deren oberstes Ziel eine friedlich demokratische Lösung der kurdischen Frage, sowie eine Demokratisierung nicht nur der eigenen Strukturen, sondern auch des gesamten Nahen Osten darstellt.
Im Juni 2004 kündigte der KONGRA GEL den seit 1999 bestehenden einseitigen Waffenstillstand auf, da die türkische Regierung unter der gemäßigten islamischen AKP ihrer Meinung nach keine Schritte für eine Lösung der kurdischen Frage entwickelt hatte.
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