Parti socialiste (PS, Sozialistische Partei) ist eine der beiden bei Wahlen erfolgreichsten Parteien Frankreichs.
Traditionell war die französische Linke in die größere kommunistische Parti communiste français und mehrere kleine sozialistische Strömungen und Parteien gespalten, wobei die Arbeiterschaft sich vorwiegend in der PCF organisierte, während die stark antikommunistische SFIO im Laufe der Nachkriegsgeschichte sich immer stärker zu einer Honoratiorenpartei entwickelte. In den 1960er Jahren, als der sozialistische Präsidentschaftskandidat Gaston Defferre nur noch 5 % erreichte, erneuerten sich die sozialistischen und sozialdemokratischen Strömungen in Frankreich in ca. 120 verschiedenen Clubs. Im Mai 68, als Paris und ganz Frankreich zeitweilig durch eine Welle von Streiks stillstanden, offenbarte sich die Schwäche dieser mangelnden programmatischen und organisatorischen Einheit der sozialistischen Linken, die zur Gründung des PS führte. Erst die Einigung der nichtkommunistischen Linken im PS als damals drittstärksten politischen Kraft ermöglichte die Reaktivierung des Bündnisses mit der PCF, aus dem letztlich die Präsidentschaft François Mitterrands resultierte.
Mit der Wahl François Mitterrands zum Präsidenten 1981 gelangte die Partei erstmals an die Macht. Nach einer politischen Ausrichtung auf die Stimulierung des Konsums (mit Verstaatlichungen, Gehaltserhöhungen und Arbeitszeitverkürzung) schlug die Partei 1983 eine neue Richtung ein. Aufgrund der schlechten konjunkturellen Lage und der von Jacques Delors dagegen eingeleiteten Maßnahmen, über die sich die Partner nicht einig werden konnten, kam es zum Bruch der Regierungskoalition zwischen Sozialisten und Kommunisten.
Seit dieser Zeit ist die Sozialistische Partei sowohl in der Nationalversammlung als auch im politischen Leben Frankreichs im Allgemeinen die größere und tonangebende politische Kraft der Linken.
Der PS wurde traditionell durch vier Strömungen, Courants, formiert, die sich zusammensetzt aus
Als der Präsident 1990 eine Beteiligung Frankreichs am Zweiten Golfkrieg befürwortet, verlassen Jean-Pierre Chevènement und seine Anhänger, die einen bewaffneten Konflikt ablehnen, die Partei und gründen die Bewegungen Mouvement des Citoyens und La Gauche Socialiste.
Mitterrand sind neue Impulse auf dem Weg zur Europäischen Einigung zu verdanken, die durch das positive Ergebnis beim Referendum über den Vertrag von Maastricht bestätigt werden. Allerdings steht diese immer stärker im Zeichen einer liberalen Philosophie. Ironischerweise illustriert sich das Versagen der Sozialisten am eindeutigsten anhand der stetig steigenden Arbeitslosenzahlen im Verlauf der beiden Amtszeiten von François Mitterrand. Dieser Misserfolg ist wohl die Hauptursache für eine gravierende Niederlage der Partei bei den Parlamentswahlen 1993. Ein weiterer wichtiger Grund war das vom früheren Präsidenten François Mitterrand ausgerufene Referendum über den Vertrag von Maastricht, dies im Bestreben, die bürgerlichen Rechten zu schwächen, unter bewusster Inkaufnahme der Möglichkeit eines Erstarkens des rechtsradikalen Front National (FN).
Inzwischen formierten sich im PS neue Courants, wie
Am 21. April 2002 durchlebt die Partei bei den Präsidentschaftswahlen ein wahres Trauma, als es ihrem Kandidaten, Ministerpräsidenten und langjährigen Ersten Sekretär des PS, Lionel Jospin, gerade einmal gelingt, 16% der Wählerstimmen auf sich zu vereinigen. Er unterliegt damit im ersten Wahlgang nicht nur Jacques Chirac, sondern auch dem rechtsradikalen Jean-Marie Le Pen, so dass sich die Anhänger der Partei gezwungen sehen, mit Chirac einen Präsidentschaftskandidaten zu unterstützen, der für eine der Partei fremde Politik steht, um Jean-Marie Le Pen abzuwehren. Dies war für die meisten Beobachter im In- und Ausland überraschend, zumal der PS bei dem sozialdemokratischen Gewerkschaftsbund CFDT sowie vielen Literaten, beispielsweise Michel Houellebecq, Präferenz genießt. Diese Ablehnung gegenüber seiner Politik bewirkte den Rückzug Lionel Jospins aus der aktiven Politik.
Von der Niederlage bei den Wahlen 2002 geprägt, steht der Parteitag von Dijon 2003 sowohl im Zeichen einer Rückbesinnung auf die Grundwerte als auch der Besorgnis angesichts steigender Popularität des rechtsradikalen Front National. So kommt es zu einer Distanzierung vom traditionellen Sozialismus französischer Prägung mit seiner im europäischen Vergleich weiter links angesiedelten Philosophie, hin zu einer stärker sozialdemokratisch orientierten Richtung, für die Guy Mollet zum Symbol wird.
Bei den Regionalwahlen 2004 gewannen die Sozialisten in allen französischen Regionen mit Ausnahme des Elsass und werden durch das Abschneiden bei den Europawahlen wenige Monate später bestätigt. Allerdings lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob hinter diesen für die Partei positiven Ergebnissen nicht eher eine Ablehnung der Politik der Regierung als Motiv steht: Die strafrechtlich relevanten Skandale des Präsidenten Jacques Chirac und des Vorsitzenden seiner Partei Alain Juppé werden von Beobachtern ebenfalls als Grund für ihren Wiederaufschwung aufgefasst.
Erster Sekretär (und damit Chef) des PS ist seit 1997 François Hollande. Beim Referendum am 29. Mai 2005 über die Europäische Verfassung war der PS tief gespalten: Während Parteichef François Hollande für die Annahme plädierte, wirkten Henri Emmanuelli und Laurent Fabius gegen die Annahme der Verfassung. Als beim Referendum die Befürworter unterliegen, werden bei der darauf folgenden Parteiversammlung am 4. Juni 2005 Mitglieder, die sich entgegen der mehrheitlichen Ansicht der Partei für eine Ablehnung der Verfassung stark gemacht hatten - obwohl Vertreter der Mehrheitsmeinung innerhalb der Bevölkerung - aus der Parteiführung auf nationaler Ebene ausgeschlossen. François Hollande in seiner Funktion als Parteivorsitzender kündigt für den 18. November 2005 einen vorgezogenen Parteitag an.
Konkreter und über personengebundene Strömungen hinweg lässt sich der französische Sozialismus in vier Hauptfraktionen unterteilen:
Französische Partei | Sozialdemokratische Partei
Partit Socialista (França) | Socialist Party (France) | Partido Socialista (Francia) | حزب سوسیالیست (فرانسه) | Parti socialiste (France) | Partito Socialista Francese | フランス社会党 | Prancūzijos socialistų partija | Parti Socialiste (Frankrijk) | Parti socialiste français | Parti Socialiste | Partia Socjalistyczna (Francja) | Социалистическая партия Франции | 法国社会党
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