| Basisdaten | |
|---|---|
| Gründungsdatum: | 1920 |
| Gründungsort: | Tours |
| Vorsitzender: | Robert Hue |
| General- sekretär: | Marie-George Buffet |
| Mitglieder: | 138.000 (Stand: 2006) |
| Anschrift: | 2, place du colonel Fabien 75019 Paris |
| Website: | www.pcf.fr |
| E-Mail-Adresse: | pcf@pcf.fr |
Der Parti communiste français (PCF) (deutsch: Kommunistische Partei Frankreichs, KPF) ist die Kommunistische Partei in Frankreich. Die Partei wurde im Jahre 1920 beim Parteitag von Tours nach dem Auseinanderbrechen der Section française de l'Internationale ouvrière (SFIO, Französische Sektion der Arbeiter-Internationale) gegründet. Offizielle Parteizeitung war lange Zeit die Zeitung L'Humanité, die trotzdem ihre strukturelle Unabhängigkeit bewahrte. Der Sitz der Partei befindet sich Place du Colonel Fabien in Paris in einem Betonbau des berühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Aktueller Vorsitzender ist Robert Hue; er war auch mehrfach Präsidentschaftskandidat. Die früher ihren Transmissionsriemen darstellende Massengewerkschaft CGT, die in Deutschland durch Eisenbahnstreiks bekannt wurde, hat sich inzwischen von der PCF gelöst.
Im Unterschied zur Deutschen Kommunistischen Partei war die KPF an Regierungen beteiligt, beispielsweise nach dem Wahlsieg François Mitterrands 1981.
Viele der bisher mit der PCF sympathisierenden Intellektuelle wenden sich im Prozess der Stalinisierung von der Partei ab, so die Surrealisten André Breton und Benjamin Péret (welche sich beide zumindest zeitweise trotzkistischen Gruppen anschlossen) und der Schriftsteller André Gide.
Mit der Anbindung an die Komintern akzeptiert die Partei 21 Bedingungen, die ihr erlauben, sich in sämtliche Angelegenheiten ihrer Mitglieder einzumischen. Die moskautreue Führung wird auf dieses Mittel zurückgreifen, um über die Umsetzung ihrer Direktiven zu wachen und über Mittelsmänner, wie Eugen Fried, die gesamte Verwaltung, Organisation und Politik der Partei zu beeinflussen. Die Bindung an die sowjetische Partei nimmt auch eine wirtschaftliche Dimension an, als die PCF ab 1950 jährlich mehrere Millionen Franc an Zahlungseingängen von dieser verbucht.
Ursprünglich, als sich die Machtergreifung Benito Mussolinis, dann Adolf Hitlers anbahnt, wird der Faschismus als ultimative Form des Kapitalismus angesehen. Die Kommunisten dieser Zeit sahen allerdings in den Sozialisten Verräter (unter dem Einfluss Stalins wurde der politische Kampf der deutschen Sozialdemokraten gegen den Spartakusbund als Verrat am Sozialismus interpretiert), eine Denkströmung, wie sie heutzutage noch von einigen radikal linken Gruppierungen, wie Lutte Ouvrière vertreten wird.
Gegen diese Politik stellte sich Jacques Doriot, Generalsekretär der Kommunistischen Jugend; er wurde im Juni 1934 dafür aber aus der Partei ausgeschlossen. Er ist auch bekannt für die spätere Gründung einer Bewegung, die sich durch ihre Unterstützung des faschistischen Regimes und antikommunistische Ausrichtung geradezu auszeichnete, was wahrscheinlich mit dieser Erfahrung in Zusammenhang zu bringen ist.
Ironischerweise wird seine Beurteilung der Situation von Stalin, der auf die Verherrlichung Hitlers mit Besorgnis reagiert, übernommen und der Parteitag, der den Ausschluss von Doriot besiegelt, wird sogar um einen Tag verlängert, um es Maurice Thorez zu ermöglichen, die neue Politik einer einheitlichen Vorgehensweise vorzustellen, die auf eine Einigung der linken Strömungen abzielt und eine radikale Wende der Anweisungen aus dem Kreml darstellt.
Als Folge stellt sich eine patriotische Ausrichtung der Bewegung ein, die in einem Zusammenschluss mit der SFIO und der Parti radical de gauche unter der Bezeichnung Front Populaire mündet und es den Parteien ermöglicht, bei den Wahlen 1936 den Sieg davonzutragen. Bei den darauf folgenden Gemeinderatswahlen gelang es den Kommunisten, mehrere Arbeiterstädte, insbesondere in den Pariser Vororten, von ihrer Politik zu überzeugen. Dank einer stärkeren gesellschaftlichen als politischen Ausrichtung ihrer Arbeit in diesen Gemeinden war es der PCF möglich, sich die Loyalität dieser Bastionen ihrer Macht, unter der Bezeichnung Ceinture Rouge (Roter Bund) bekannt, bis in die 1980er Jahre zu bewahren.
Dem spontanen Generalstreik 1936 gegenüber ablehnend eingestellt, unterstützt die PCF, immer noch unter der Führung von Thorez, in der Folge die neue Regierung, ohne an ihr beteiligt zu sein, setzt sich aber für ein Eingreifen im spanischen Bürgerkrieg zugunsten der republikanischen Regierung ein.
Im Oktober 1938 widersetzten sich die Kommunisten als einzige Partei dem Münchner Abkommen, das die Annexion der Tschechoslowakei besiegeln sollte, und von dem die Sowjetunion bewusst ausgeschlossen blieb. Infolgedessen kam es bei der Nachricht der Unterzeichnung eines Hitler-Stalin-Paktes mit geheimen Klauseln, welche die Aufteilung Polens und weiterer Teile Osteuropas vorsahen, zum Schock. In Fortführung ihrer patriotischen Politik sprach sich die Partei zunächst für einen Krieg gegen Deutschland aus, erhielt aber bald strikte, gegenteilige Anweisungen von der Komintern-Zentrale aus Moskau, unter dem Hinweis, der Krieg richte sich nicht mehr gegen den Faschismus, sondern sei ein Kampf der Imperialisten untereinander. Trotz zahlreicher Parteiaustritte - darunter der bekannte Schriftsteller Paul Nizan - passte die Führung ihre Politik an die neue Linie an und wurde dafür von der Regierung mit einem Verbot belegt.
In den Untergrund gedrängt und in Abwesenheit ihrer bedeutendsten Führer, die als Soldaten mobilisiert worden waren oder wie Maurice Thorez in die Sowjetunion emigriert waren, durchlebten die Partisanen der Partei ein Phase der Orientierungslosigkeit. Als Frankreich 1940 schließlich von deutschen Truppen besetzt wird, bitten die Kommunisten das neue Regime um eine erneute Zulassung ihrer Parteizeitung L'Humanité, ohne sich dadurch davon abhalten zu lassen sich mit Persönlichkeiten, wie Guy Môquet in Paris, aber auch Eusebio Ferrari in der Region Nord und zahlreichen anderen, aktiv in die Résistance einzubringen. Auf den Angriff Hitlers auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 reagieren die Partisanen der Kommunistischen Parteien der von Deutschland besetzten Gebiete innerhalb der Widerstandsbewegung, indem sie zum bewaffneten Kampf übergehen.
Auch die Anzahl von Künstlern und Intellektuellen, von denen beispielsweise Louis Aragon, Albert Camus, Paul Eluard, Yves Montand, Pablo Picasso, Henri Wallon oder auch Max Gallo, und Jean-Paul Sartre der Partei zeitweilig nahe standen, ist aufschlussreich. Zu dieser Zeit ist die PCF voll in die Regierungsarbeit eingebunden und der Kampf ihrer Gegner beschränkt sich auf einige wenige rechtsradikale Gruppierungen, die völlig am Rande der Gesellschaft stehen.
In der Nachfolge des Kampfes gegen das Regime der Nationalsozialisten bleibt die Partei eine patriotische Bewegung. In diesem Rahmen sieht die Partei im Antiamerikanismus einen Schutz vor einer neuen Form des Imperialismus und die Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. An dieser Quelle schürt sich noch die heutige antiamerikanisch ausgerichtete Bewegung.
Von den Ereignissen im Mai 1968 eher verstört, widersetzte sich die PCF zunächst der Streikbewegung der Studenten und kritisierte die Besetzung der Universitäten. Selbst als Beschäftigte sich dem Streik anschlossen, sprachen die Kommunisten dem Generalstreik jedes revolutionäre Potenzial ab und weigerten sich, an der Versammlung im Stadion von Charléty teilzunehmen. Diese Empfehlung übernahm auch die der PCF nahestehende Gewerkschaft CGT. Allerdings äußerte Waldeck Rochet im Sommer 1968 Kritik an der Unterdrückung des Prager Frühlings. Jacques Duclos schnitt bei den Präsidentschaftswahlen 1969 mit 21,27 % der Wählerstimmen im ersten Wahlgang ausgezeichnet ab und erzielte das beste Ergebnis eines Kommunisten bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich.
Zwar distanzierte sich die PCF 1976 von der Linie nach sowjetischem Vorbild und schlug eine stärker eurokommunistisch geprägte Richtung ein. Dennoch kam es infolge von Ereignissen, wie der öffentlichen Befürwortung der Invasion Afghanistans durch sowjetische Truppen durch Georges Marchais 1979, endgültig zum Bruch mit den Künstlern und Intellektuellen, die der Bewegung traditionell nahe standen. Auf dem XXIII. Parteitag (9.-13.5.1979) erfolgte das vorläufige Ende der Öffnung der Partei und eine Abwendung vom Eurokommunismus. Es gab keinerlei kritische Auseinandersetzungen. Innerparteiliche Kritiker wie Jean Elleinstein wurden erst gar nicht auf den Parteitag delegiert. Es erfolgten die Rückwendung zu einer orthodox-sowjetorientierten Orientierung und der Ausschluss von eurokommunistisch orientierten Mitgliedern. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Journalisten, Schrifststeller oder Geisteswissenschaftler.
Seine Bemühungen richten sich im Rahmen einer strategischen Allianz, der Gauche Plurielle, auf eine stärkere Orientierung in Richtung Sozialdemokratie. Daraufhin gelingt es der Partei 1997 wieder einige Persönlichkeiten in die Regierung einzubringen: Jean-Claude Gayssot als Verkehrs- und Wohnungsminister, Marie-George Buffet als Ministerin für Sport sowie Michelle Demessine als Staatssekretärin im Ministerium für Tourismus. Die Neuorientierung bedeutet aber auch heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Partei.
Auf dem 31. Parteitag im Oktober 2001 wird Robert Hue als Parteisekretär von Marie-George Buffet abgelöst. Die katastrophalen Ergebnisse bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002 bringen die Partei finanziell in eine extrem prekäre Situation, aber die Ausgabe von Obligationen ermöglicht es schon bald, das Defizit zu überwinden. Zudem sehen die folgenden Wahlen eine Erholung in der Gunst der Öffentlichkeit.
Unter dem Einfluss von Marie-George Buffet macht sich eine Öffnung der Bewegung bemerkbar, indem bei den Regionalwahlen 2004 auch Kandidaten aus dem Milieu der Globalisierungsgegner und der Verbandsarbeit in die Listen aufgenommen werden.
Gleichzeitig kommt es, zwecks Koordinierung der Aktivitäten der Kapitalismus-Gegner, im Mai 2004 bei einer Tagung in Rom zur Gründung einer Europäischen Linken, aktuell unter der Führung von Fausto Bertinotti. Es sei bemerkt, dass die PCF mit 135 000 eingetragenen Mitgliedern in dieser Hinsicht stärkste Partei Frankreichs bleibt. Im Rahmen der Kampagne der Gegner der Europäischen Verfassung im Vorfeld des Referendums 2005 nimmt die PCF eine bedeutende Rolle ein und sieht seine Zukunft in einem radikaleren linken Forum, als die Bewegung der Sozialisten, Trotzkisten der Ligue communiste révolutionnaire (LCR) und Globalisierungsgegnern. (siehe auch: EU-Verfassung und Frankreich)
Mit dem Parteiapparat verbundene Strömungen sind nicht offiziell, aber klar wahrzunehmen:
| Jahr | Kandidat | damaliges Alter | Funktion |
|---|---|---|---|
| 1924 | Zéphyrin Camelinat | 84 Jahre | Abgeordneter |
| 1931 | Marcel Cachin | 61 Jahre | Abgeordneter |
| 1932 | Marcel Cachin | 62 Jahre | Abgeordneter |
| 1939 | Marcel Cachin | 69 Jahre | Senator |
| 1953 | Marcel Cachin | 84 Jahre | Ältester Abgeordneter |
| 1958 | Georges Marrane | 70 Jahre | Senator und Bürgermeister von Ivry-sur-Seine |
| 1965 | Unterstützung der Kandidatur von François Mitterrand | ||
| 1969 | Jacques Duclos | 72 Jahre | Senator |
| 1974 | Unterstützung der Kandidatur von François Mitterrand | ||
| 1981 | Georges Marchais | 60 Jahre | Abgeordneter |
| 1988 | André Lajoinie | unbekantnt | Abgeordneter von Allier |
| 1995 | Robert Hue | 48 Jahre | Bürgermeister |
| 2002 | Robert Hue | 55 Jahre | Abgeordneter für das Département Val-d’Oise, Europaabgeordneter |
Französische Partei | Kommunistische Partei
Partit Comunista Francès | French Communist Party | Partido Comunista Francés | حزب کمونیست فرانسه | Parti communiste français | Partito Comunista Francese | Parti Communiste Français | Francuska Partia Komunistyczna | Французская коммунистическая партия | 法国共产党
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