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Basisdaten
Gründungsdatum: 1920
Gründungsort: Tours
Vorsitzender: Robert Hue
General-
sekretär:
Marie-George Buffet
Mitglieder: 138.000
(Stand: 2006)
Anschrift: 2, place du colonel Fabien
75019 Paris
Website: www.pcf.fr
E-Mail-Adresse: pcf@pcf.fr

Der Parti communiste français (PCF) (deutsch: Kommunistische Partei Frankreichs, KPF) ist die Kommunistische Partei in Frankreich. Die Partei wurde im Jahre 1920 beim Parteitag von Tours nach dem Auseinanderbrechen der Section française de l'Internationale ouvrière (SFIO, Französische Sektion der Arbeiter-Internationale) gegründet. Offizielle Parteizeitung war lange Zeit die Zeitung L'Humanité, die trotzdem ihre strukturelle Unabhängigkeit bewahrte. Der Sitz der Partei befindet sich Place du Colonel Fabien in Paris in einem Betonbau des berühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Aktueller Vorsitzender ist Robert Hue; er war auch mehrfach Präsidentschaftskandidat. Die früher ihren Transmissionsriemen darstellende Massengewerkschaft CGT, die in Deutschland durch Eisenbahnstreiks bekannt wurde, hat sich inzwischen von der PCF gelöst.

Im Unterschied zur Deutschen Kommunistischen Partei war die KPF an Regierungen beteiligt, beispielsweise nach dem Wahlsieg François Mitterrands 1981.

Parteigeschichte


Als Erbe der Pariser Kommune von 1871 wächst die Kommunistische Partei Frankreichs neben der Kommunistische Partei Italiens (Partito Comunista Italiano) zur bedeutendsten Partei dieser Ausrichtung in den westlichen Demokratien an. Ihr politisches Gewicht geht vorwiegend zulasten sozialdemokratischer Strömungen, die bis 1984 keine Regierung ohne die Unterstützung der Kommunisten bilden und in Frankreich aufgrund ihrer Zersplitterung erst spät eine politische Bedeutung erlangen, die der demokratischer, linksgerichteter Parteien anderer europäischer Staaten entspricht.

Die Anfänge

Innerhalb der SFIO sind 1914 die Reaktionen auf die Allianz mit Poincaré bei Ausbruch des Krieges geteilt. Im Rahmen des Krieges steigern sich die Spannungen 1917, zu Meutereien und Streiks in Frankreich, zur russischen Oktoberrevolution. Im März 1919 gründet Lenin die 3. Kommunistische Internationale, (bekannter unter der Bezeichnung Komintern), die zu einem Bruch innerhalb der französischen Bewegung führt. Auf einem Parteitag in Straßburg Februar 1920 wird beschlossen, zunächst die Organisation der 2. Internationalen zu verlassen. Beim anschließenden Parteitag in Tours im Dezember des gleichen Jahres spricht sich die Mehrheit der Vertreter unter dem Einfluss von Charles Rappoport und Boris Souvarine für eine Anbindung an die Komintern aus und gründet die Section Francaise de l’Internationale Communiste (SFIC), die 1922 zur Kommunistischen Partei Frankreichs wird.

Einfluss der Internationalen Kommunistischen Bewegung

Die Anfänge der Partei werden von heftigen Querelen innerhalb der Bewegung begleitet. Sie münden noch im gleichen Jahr im Ausschluss zahlreicher Mitglieder und Führungspersönlichkeiten, die als Opportunisten betrachtet werden. Nach einem ersten Wahlerfolg 1924 sinkt die Popularität der Partei infolge der Stalinisierung und erreicht 1932 einen Tiefpunkt (25.000 Mitglieder und miserable Wahlergebnisse). Maurice Thorez, ihr Generalsekretär ab 1930, erklärt sich zum ersten stalinistischen Führer. Damit wird auch die PCF vom antimarxistischen Mythos des unfehlbaren Führers, am Beispiel Stalins in der Sowjetunion, erfasst. In der Folgezeit wandelt sich die PCF zum Handlanger der Anweisungen der Staatsbürokratie der Sowjetunion. Auch an der Parteibasis macht sich diese Veränderung der politischen Ausrichtung bemerkbar. Allmählich wandelt sich die Anhängerschaft, die bisher vorherrschende Mittelklasse (Lehrpersonal, Journalisten, Ärzte…) wird zunehmend durch junge Arbeiter ersetzt.

Viele der bisher mit der PCF sympathisierenden Intellektuelle wenden sich im Prozess der Stalinisierung von der Partei ab, so die Surrealisten André Breton und Benjamin Péret (welche sich beide zumindest zeitweise trotzkistischen Gruppen anschlossen) und der Schriftsteller André Gide.

Mit der Anbindung an die Komintern akzeptiert die Partei 21 Bedingungen, die ihr erlauben, sich in sämtliche Angelegenheiten ihrer Mitglieder einzumischen. Die moskautreue Führung wird auf dieses Mittel zurückgreifen, um über die Umsetzung ihrer Direktiven zu wachen und über Mittelsmänner, wie Eugen Fried, die gesamte Verwaltung, Organisation und Politik der Partei zu beeinflussen. Die Bindung an die sowjetische Partei nimmt auch eine wirtschaftliche Dimension an, als die PCF ab 1950 jährlich mehrere Millionen Franc an Zahlungseingängen von dieser verbucht.

Antifaschismus und Front Populaire

Der Kampf gegen den Faschismus, aus dem Helden der Résistance wie Gabriel Pétri oder Guy Môquet hervorgingen, bildet wahrscheinlich das glorreichste Kapitel der Parteigeschichte. Dennoch blieben die Positionen der Partei in dieser Frage nicht immer eindeutig.

Ursprünglich, als sich die Machtergreifung Benito Mussolinis, dann Adolf Hitlers anbahnt, wird der Faschismus als ultimative Form des Kapitalismus angesehen. Die Kommunisten dieser Zeit sahen allerdings in den Sozialisten Verräter (unter dem Einfluss Stalins wurde der politische Kampf der deutschen Sozialdemokraten gegen den Spartakusbund als Verrat am Sozialismus interpretiert), eine Denkströmung, wie sie heutzutage noch von einigen radikal linken Gruppierungen, wie Lutte Ouvrière vertreten wird.

Gegen diese Politik stellte sich Jacques Doriot, Generalsekretär der Kommunistischen Jugend; er wurde im Juni 1934 dafür aber aus der Partei ausgeschlossen. Er ist auch bekannt für die spätere Gründung einer Bewegung, die sich durch ihre Unterstützung des faschistischen Regimes und antikommunistische Ausrichtung geradezu auszeichnete, was wahrscheinlich mit dieser Erfahrung in Zusammenhang zu bringen ist.

Ironischerweise wird seine Beurteilung der Situation von Stalin, der auf die Verherrlichung Hitlers mit Besorgnis reagiert, übernommen und der Parteitag, der den Ausschluss von Doriot besiegelt, wird sogar um einen Tag verlängert, um es Maurice Thorez zu ermöglichen, die neue Politik einer einheitlichen Vorgehensweise vorzustellen, die auf eine Einigung der linken Strömungen abzielt und eine radikale Wende der Anweisungen aus dem Kreml darstellt.

Als Folge stellt sich eine patriotische Ausrichtung der Bewegung ein, die in einem Zusammenschluss mit der SFIO und der Parti radical de gauche unter der Bezeichnung Front Populaire mündet und es den Parteien ermöglicht, bei den Wahlen 1936 den Sieg davonzutragen. Bei den darauf folgenden Gemeinderatswahlen gelang es den Kommunisten, mehrere Arbeiterstädte, insbesondere in den Pariser Vororten, von ihrer Politik zu überzeugen. Dank einer stärkeren gesellschaftlichen als politischen Ausrichtung ihrer Arbeit in diesen Gemeinden war es der PCF möglich, sich die Loyalität dieser Bastionen ihrer Macht, unter der Bezeichnung Ceinture Rouge (Roter Bund) bekannt, bis in die 1980er Jahre zu bewahren.

Dem spontanen Generalstreik 1936 gegenüber ablehnend eingestellt, unterstützt die PCF, immer noch unter der Führung von Thorez, in der Folge die neue Regierung, ohne an ihr beteiligt zu sein, setzt sich aber für ein Eingreifen im spanischen Bürgerkrieg zugunsten der republikanischen Regierung ein.

Im Oktober 1938 widersetzten sich die Kommunisten als einzige Partei dem Münchner Abkommen, das die Annexion der Tschechoslowakei besiegeln sollte, und von dem die Sowjetunion bewusst ausgeschlossen blieb. Infolgedessen kam es bei der Nachricht der Unterzeichnung eines Hitler-Stalin-Paktes mit geheimen Klauseln, welche die Aufteilung Polens und weiterer Teile Osteuropas vorsahen, zum Schock. In Fortführung ihrer patriotischen Politik sprach sich die Partei zunächst für einen Krieg gegen Deutschland aus, erhielt aber bald strikte, gegenteilige Anweisungen von der Komintern-Zentrale aus Moskau, unter dem Hinweis, der Krieg richte sich nicht mehr gegen den Faschismus, sondern sei ein Kampf der Imperialisten untereinander. Trotz zahlreicher Parteiaustritte - darunter der bekannte Schriftsteller Paul Nizan - passte die Führung ihre Politik an die neue Linie an und wurde dafür von der Regierung mit einem Verbot belegt.

In den Untergrund gedrängt und in Abwesenheit ihrer bedeutendsten Führer, die als Soldaten mobilisiert worden waren oder wie Maurice Thorez in die Sowjetunion emigriert waren, durchlebten die Partisanen der Partei ein Phase der Orientierungslosigkeit. Als Frankreich 1940 schließlich von deutschen Truppen besetzt wird, bitten die Kommunisten das neue Regime um eine erneute Zulassung ihrer Parteizeitung L'Humanité, ohne sich dadurch davon abhalten zu lassen sich mit Persönlichkeiten, wie Guy Môquet in Paris, aber auch Eusebio Ferrari in der Region Nord und zahlreichen anderen, aktiv in die Résistance einzubringen. Auf den Angriff Hitlers auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 reagieren die Partisanen der Kommunistischen Parteien der von Deutschland besetzten Gebiete innerhalb der Widerstandsbewegung, indem sie zum bewaffneten Kampf übergehen.

Nachkriegszeit

1944 beteiligt sich die PCF an der Seite der Gaullisten an der Befreiung von der deutschen Okkupation. Das Engagement und die Opferbereitschaft der französischen Kommunisten innerhalb der Résistance, der Mut der sowjetischen Soldaten und letztendlich der Sieg der Alliierten, lassen die Zwiespältigkeit der Kommunistischen Führer in Vergessenheit geraten und 1945 das Prestige der Bewegung als Dank für das patriotische Engagement ihrer Anhänger wieder steigen, so dass sie in die Regierung der nationalen Einheit aufgenommen werden. Aus den Wahlen zur Nationalversammlung 1946 geht die PCF mit 28,8 % der Wählerstimmen als stärkste Partei hervor. Mit der Anbindung der Gewerkschaft CGT an die sowjetischen Kommunisten 1945 verstärkt sich der Einfluss der Partei auf das Arbeitermilieu. Auf dieser Grundlage entwickelt sich eine kommunistische Gegenkultur, die darauf abzielt, die Bevölkerung in allen ihren Lebensbereichen zu erfassen und infolgedessen beispielsweise die Gründung von Zentren für Kollektivurlaub durch kommunistische Gemeinden mit sich bringt. In diese Epoche fällt ebenfalls das Wirken von Arbeiterpriestern, die Katholiken für die Ideologie der Partei empfänglich machen.

Auch die Anzahl von Künstlern und Intellektuellen, von denen beispielsweise Louis Aragon, Albert Camus, Paul Eluard, Yves Montand, Pablo Picasso, Henri Wallon oder auch Max Gallo, und Jean-Paul Sartre der Partei zeitweilig nahe standen, ist aufschlussreich. Zu dieser Zeit ist die PCF voll in die Regierungsarbeit eingebunden und der Kampf ihrer Gegner beschränkt sich auf einige wenige rechtsradikale Gruppierungen, die völlig am Rande der Gesellschaft stehen.

Kalter Krieg

Mit dem Marshall-Plan und dem Beginn des Kalten Krieges 1947 sieht sich die Kommunistische Partei Frankreichs gegenüber den Sozialisten der SFIO in eine Oppositionsrolle gedrängt, schneidet aber dennoch in der Wählergunst etwas besser ab. Organisationen, wie die Friedensbewegung ermöglichen ihren Sympathisanten, sich gegen den US-Amerikanischen Imperialismus und seine französischen Handlanger stark zu machen.

In der Nachfolge des Kampfes gegen das Regime der Nationalsozialisten bleibt die Partei eine patriotische Bewegung. In diesem Rahmen sieht die Partei im Antiamerikanismus einen Schutz vor einer neuen Form des Imperialismus und die Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. An dieser Quelle schürt sich noch die heutige antiamerikanisch ausgerichtete Bewegung.

Die 1950er Jahre

Bis zur Mitte der 1950er unterstützte die PCF das Regime Stalins stetig und bedingungslos. Nach dem Tod Stalins am 5. März 1953, bildeten die Veröffentlichung des Berichts von Nikita Chruschtschow und die Unterdrückung des Ungarischen Volksaufstandes durch sowjetische Truppen den Beginn der Äußerung von Zweifeln an der Rechtfertigung der stalinistischen Politik, die für viele Partisanen mit heftigen Auseinandersetzungen verbunden sein sollte. Anfangs, um das Jahr 1956, bereitete es der Partei Schwierigkeiten, dem Stalinismus eine Absage zu erteilen und der neuen Linie friedlicher Koexistenz, die von Chruschtschow vorgegeben wurde, zu folgen. Leitende Persönlichkeiten der Partei weigerten sich, sich mit Chruschtschows Bericht auseinanderzusetzen.

Die 1960er Jahre

Nach dem Tod von Maurice Thorez 1964 übernahm Waldeck Rochet die Führung der Partei. Als militante Orthodoxe marxistisch-leninistischer Ausrichtung, wie Jacques Jurquet und Marcel Juliot, sich der Entstalinisierung verweigerten und offen für eine Unterstützung der Politik der Volksrepublik China eintraten, wurden sie aus der Partei ausgeschlossen. So kam es auf Initiative dieser Kreise im September zur Gründung einer ersten Maoistischen Organisation: die Fédération des Cercles Marxistes-Léninistes de France (FCML). Die PCF blieb noch für längere Zeit eine stalinistisch-leninistische Kaderpartei, was sich vor allem in den Parteistrukturen widerspiegelte (Demokratischer Zentralismus, Fraktionsverbot, Bildung von Betriebszellen an der Basis, Parteiausschlüsse, reaktionärer Charakter der Parteiführung).

Von den Ereignissen im Mai 1968 eher verstört, widersetzte sich die PCF zunächst der Streikbewegung der Studenten und kritisierte die Besetzung der Universitäten. Selbst als Beschäftigte sich dem Streik anschlossen, sprachen die Kommunisten dem Generalstreik jedes revolutionäre Potenzial ab und weigerten sich, an der Versammlung im Stadion von Charléty teilzunehmen. Diese Empfehlung übernahm auch die der PCF nahestehende Gewerkschaft CGT. Allerdings äußerte Waldeck Rochet im Sommer 1968 Kritik an der Unterdrückung des Prager Frühlings. Jacques Duclos schnitt bei den Präsidentschaftswahlen 1969 mit 21,27 % der Wählerstimmen im ersten Wahlgang ausgezeichnet ab und erzielte das beste Ergebnis eines Kommunisten bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich.

Die 1970er Jahre

Insgesamt sahen die 1970er Jahre tendenziell eine Schwächung des Ansehens der Partei in der Bevölkerung. Mit dazu bei trug die Veröffentlichung von Alexander Solschenizyns Der Archipel Gulag 1974, dessen Bild vom Stalinismus eine weiterhin unkritische Rezeption unmöglich machte und fatale Folgen für das Ansehen der Partei in der Öffentlichkeit nach sich zog. Um im linken Parteienspektrum die Führungsrolle anzunehmen, kam es 1972 kam zur Unterzeichnung eines gemeinsamen Regierungsprogramms mit der Sozialistischen Partei. Die Vorteile aus der Allianz machten sich allerdings nur einseitig zugunsten der Sozialisten bemerkbar, weshalb die Parteiführung das gemeinsame Programm nach sechs Jahren wieder aufgab.

Zwar distanzierte sich die PCF 1976 von der Linie nach sowjetischem Vorbild und schlug eine stärker eurokommunistisch geprägte Richtung ein. Dennoch kam es infolge von Ereignissen, wie der öffentlichen Befürwortung der Invasion Afghanistans durch sowjetische Truppen durch Georges Marchais 1979, endgültig zum Bruch mit den Künstlern und Intellektuellen, die der Bewegung traditionell nahe standen. Auf dem XXIII. Parteitag (9.-13.5.1979) erfolgte das vorläufige Ende der Öffnung der Partei und eine Abwendung vom Eurokommunismus. Es gab keinerlei kritische Auseinandersetzungen. Innerparteiliche Kritiker wie Jean Elleinstein wurden erst gar nicht auf den Parteitag delegiert. Es erfolgten die Rückwendung zu einer orthodox-sowjetorientierten Orientierung und der Ausschluss von eurokommunistisch orientierten Mitgliedern. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Journalisten, Schrifststeller oder Geisteswissenschaftler.

Aktuelle Situation


1980er Jahre

1981 ist die Kommunistische Partei an der Regierung von Pierre Mauroy beteiligt, mit Charles Fiterman als Verkehrsminister, Anicet Le Pors als Minister für Öffentlichen Dienst, Jack Ralite als Gesundheitsminister und Marcel Rigout als Bildungsminister. Nachdem die Wahlversprechen von der Verstaatlichung der Großindustrie und der Banken wahrgemacht wurden, beginnt der sozialistische Finanzminister Jacques Delors zwischen Juni 1982 und März 1983 einen wirtschaftlichen Austeritätskurs, nachdem sich drei Mal in Folge Abwertungen der Währung als notwendig erwiesen hatten und zu Milliardenverlusten an Kapital und einer Explosion der Arbeitslosigkeit geführt hatten. Auf diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Sozialisten zu verstehen, nicht an ihren wirtschaftlichen und sozialen Reformen festzuhalten, aus Angst die französische Wirtschaft innerhalb Europas in die Isolierung zu treiben. Als Ergebnis beschließt die PCF 1984 die Regierung zu verlassen, um gegen diese neue, liberale Ausrichtung der von den Sozialisten gestellten Regierung zu protestieren. Die Kritik der PCF bleibt allerdings undefinierbar und ohne konkrete Projekte, begleitet von tief greifenden internen Spaltungen der Bewegung und als Ergebnis einer neuen Phase von Auflösungserscheinungen.

1990er Jahre

1994 ist es an der Reihe von Robert Hue als Nachfolger von Georges Marchais den Platz an der Parteispitze einzunehmen. Trotz eines stetigen Rückgangs in der Wählergunst in den 1970er und 1980er Jahren und dem Scheitern der Revolution nach sowjetischem Vorbild, die in dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung der ehemaligen Ostblockstaaten mündet, bleibt der Einfluss des PCF dennoch nicht zu vernachlässigen.

Seine Bemühungen richten sich im Rahmen einer strategischen Allianz, der Gauche Plurielle, auf eine stärkere Orientierung in Richtung Sozialdemokratie. Daraufhin gelingt es der Partei 1997 wieder einige Persönlichkeiten in die Regierung einzubringen: Jean-Claude Gayssot als Verkehrs- und Wohnungsminister, Marie-George Buffet als Ministerin für Sport sowie Michelle Demessine als Staatssekretärin im Ministerium für Tourismus. Die Neuorientierung bedeutet aber auch heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Partei.

Auf dem 31. Parteitag im Oktober 2001 wird Robert Hue als Parteisekretär von Marie-George Buffet abgelöst. Die katastrophalen Ergebnisse bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002 bringen die Partei finanziell in eine extrem prekäre Situation, aber die Ausgabe von Obligationen ermöglicht es schon bald, das Defizit zu überwinden. Zudem sehen die folgenden Wahlen eine Erholung in der Gunst der Öffentlichkeit.

Unter dem Einfluss von Marie-George Buffet macht sich eine Öffnung der Bewegung bemerkbar, indem bei den Regionalwahlen 2004 auch Kandidaten aus dem Milieu der Globalisierungsgegner und der Verbandsarbeit in die Listen aufgenommen werden.

Gleichzeitig kommt es, zwecks Koordinierung der Aktivitäten der Kapitalismus-Gegner, im Mai 2004 bei einer Tagung in Rom zur Gründung einer Europäischen Linken, aktuell unter der Führung von Fausto Bertinotti. Es sei bemerkt, dass die PCF mit 135 000 eingetragenen Mitgliedern in dieser Hinsicht stärkste Partei Frankreichs bleibt. Im Rahmen der Kampagne der Gegner der Europäischen Verfassung im Vorfeld des Referendums 2005 nimmt die PCF eine bedeutende Rolle ein und sieht seine Zukunft in einem radikaleren linken Forum, als die Bewegung der Sozialisten, Trotzkisten der Ligue communiste révolutionnaire (LCR) und Globalisierungsgegnern. (siehe auch: EU-Verfassung und Frankreich)

Aktuelle Strömungen innerhalb der Partei


Auf dem politischen Spektrum der radikalen Linken sieht sich die Kommunistische Partei der Konkurrenz von Parteien wie Lutte Ouvrière und der LCR ausgesetzt, ohne dass es ihr möglich ist, auf der Seite der gemäßigteren Linken, der sozialistischen Partei Frankreichs, Stimmen abzuringen. Paradoxerweise wird zudem ihre Rolle als Protestpartei von einer rechtsextremen Partei übernommen, dem Front National, der seinen eigenen Aussagen nach einen Teil seiner Anhänger aus den Kreisen der Arbeiterklasse und ehemaliger Kommunisten schöpft, was wiederum von der PCF strikt bestritten wird. Innerparteilich zeichnet sich die Parti communiste français durch eine Vielfalt an Meinungen und Denkströmungen aus.

Mit dem Parteiapparat verbundene Strömungen sind nicht offiziell, aber klar wahrzunehmen:

  • Die Anhänger der Linie von Marie-George Buffet (Buffistes) leiten die Partei und verteidigen das Prinzip einer Allianz mit der Sozialistischen Partei Frankreichs, aber auch mit diversen Globalisierungsgegnern und sozialen Bewegungen
  • Die Anhänger der Linie von Robert Hue (Huistes) verteidigen das Prinzip der Allianz mit der Parti socialiste français im Rahmen der Gauche Plurielle.
  • Die Befürworter einer Erneuerung, Patrick Braouezec und Roger Martelli verbunden, kritische Anhänger der Parteiführung unter Buffet, setzen sich für einen losen Zusammenschluss des PCF mit sozialen Bewegungen ein und für eine Öffnung der Listen der Partei für deren Anhänger
Diese drei ersten Gruppierungen bilden die Mehrheit innerhalb der Partei.
  • Die ehemaligen Anhänger der Linie von Georges Marchais (Marchaisiens) verteidigen das Prinzip einer Autonomie der Partei im Verhältnis zur Sozialistischen Partei, befürworten dabei aber einen neuen Zusammenschluss der Linken, um wieder ein Gleichgewicht innerhalb der Allianz zugunsten der PCF herzustellen.
  • Die Orthodoxen der Regionalorganisation des Départements Pas-de-Calais.
  • Die Kommunistische Linke hinter Jean-Jacques Karmann, die zunächst in Opposition zur Parteiführung stand, sich mit der Zeit aber der Linie der Parteimehrheit annäherte.

Präsidentschaftskandidaten


Vor 1958, während der Vierten Republik, wurde der Staatspräsident von den Abgeordneten und Senatoren der Nationalversammlung gewählt, später vom Parlament. Am 21. Dezember übernahm eine Delegation von 80 000 Wahlmännern diese Funktion. Mit den Verfassungsreformen zur Fünfte Republik im Jahre 1962 wurde der Präsident allgemein und unmittelbar vom Volk gewählt.
Jahr Kandidat damaliges Alter Funktion
1924 Zéphyrin Camelinat 84 Jahre Abgeordneter
1931 Marcel Cachin 61 Jahre Abgeordneter
1932 Marcel Cachin 62 Jahre Abgeordneter
1939 Marcel Cachin 69 Jahre Senator
1953 Marcel Cachin 84 Jahre Ältester Abgeordneter
1958 Georges Marrane 70 Jahre Senator und Bürgermeister von Ivry-sur-Seine
1965 Unterstützung der Kandidatur von François Mitterrand
1969 Jacques Duclos 72 Jahre Senator
1974 Unterstützung der Kandidatur von François Mitterrand
1981 Georges Marchais 60 Jahre Abgeordneter
1988 André Lajoinie unbekantnt Abgeordneter von Allier
1995 Robert Hue 48 Jahre Bürgermeister
2002 Robert Hue 55 Jahre Abgeordneter für das Département Val-d’Oise, Europaabgeordneter

Siehe auch


Zusammenfassend zur Kurzform der Geschichte der KPF siehe auch unter Kommunistische Partei, die dortigen Unterartikel

Weblinks


Deutsch

  • http://www.frankreich-experte.de/fr/4/44102.html

Französisch

Französische Partei | Kommunistische Partei

Partit Comunista Francès | French Communist Party | Partido Comunista Francés | حزب کمونیست فرانسه | Parti communiste français | Partito Comunista Francese | Parti Communiste Français | Francuska Partia Komunistyczna | Французская коммунистическая партия | 法国共产党

 

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