Die Parteienfinanzierung als Begriff der Politikwissenschaften umfasst Einnahmen, Ausgaben und Vermögensentwicklung der politischen Parteien.
Die Einnahmenseite der Parteien umfasst vier Hauptquellen: Mitgliedsbeiträge, Parteispenden, öffentliche Zuschüsse (Staatliche Grundfinanzierung, früher: Wahlkampfkostenerstattung) sowie Parteisteuern (Abgaben bzw. "Sonderbeiträge" von Abgeordneten und Ministern). Darüber hinaus sind teilweise Beteiligungen an wirtschaftlichen Unternehmen von Bedeutung.
Die Parteienfinanzierung ist abzugrenzen vom weiter gefassten Begriff der Politikfinanzierung, welche auch die Finanzierung der Fraktionen sowie der politischen Stiftungen mit einbezieht.
Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. (...) Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.Hieraus resultieren die jährlich eingereichten Rechenschaftsberichte deutscher politischer Parteien, welche Aufschluss über deren Einnahmen und Ausgaben sowie über ihr Vermögen geben. Diese Berichte werden vom Bundestagspräsidenten geprüft und veröffentlicht.
Ziel der deutschen Gesetzgebung ist es, den Parteien es auch wirtschaftlich zu ermöglichen, an der politischen Willensbildung mitzuwirken. Hierfür soll die Abhängigkeit der Parteien von externen Großspendern reduziert oder zumindest offengelegt werden. Gleichzeitig soll eine finanzielle Abhängigkeit vom Wohlwollen der jeweiligen Regierung vermieden werden; Partei- und Staatsfinanzen sollen sauber getrennt bleiben. Als eine typische Optimierungsaufgabe gelingt beides stets nur teilweise, und es kommt immer wieder zu Finanzierungsskandalen wie der "Flick-Affäre" und der "Schwarzgeldaffäre".
Bei den im Deutschen Bundestag bis 2002 vertretenen sechs Parteien machten im Rechnungsjahr 2001 durchschnittlich die Beiträge ca. 43 %, die öffentlichen Zuschüsse ca. 31%, die Spenden ca. 18 % und die sonstigen Einnahmen ca. 8 % der gesamten Einnahmen aus.
Zu beachten ist hierbei, dass die nicht zu vernachlässigenden "Sonderbeiträge" (Parteisteuern) der Mandatsträger und Minister nicht explizit ausgewiesen sind, sondern teilweise als "Beiträge" und teilweise als "Spenden" verbucht werden. Mit der Neufassung des Parteiengesetzes im Jahr 2002 wurde eine Pflicht zum gesonderten Ausweis von "Mandatsträgerbeiträgen" im Rechenschaftsbericht eingeführt.
Auf der Ausgabenseite fallen insbesondere Aufwendungen für Personal, für die Geschäftsstellen, für die innerparteiliche Kommunikation sowie für Wahlkämpfe an.
Die Mittel der einzelnen Parteien berechnen sich wie folgt:
Um am System der staatlichen Parteienteilfinanzierung teilzunehmen, muss eine Partei bei der letzten Bundestagswahl oder Europawahl mindestens 0,5% der gültigen Stimmen oder bei einer der jeweils letzten Landtagswahlen 1,0% der gültigen Stimmen erhalten haben.
| Partei | Mittel 2005 in € | Mittel 2004 in € |
|---|---|---|
| CDU | 45.235.439,11 | 43.707.968,81 |
| SPD | 43.774.251,37 | 46.355.406,84 |
| CSU | 10.550.126,28 | 11.774.412,71 |
| FDP | 9.584.877,36 | 9.009.112,60 |
| GRÜNE | 9.552.641,91 | 9.719.593,58 |
| Die Linkspartei. | 8.518.778,92 | 7.518.734,32 |
| REP | 1.300.666,02 | 1.317.505,08 |
| NPD | 1.233.779,59 | 666.040,42 |
| GRAUE | 1.213.410,84 | 815.213,27 |
| ödp | 614.868,01 | 618.351,71 |
| DVU | 243.444,85 | 259.893,18 |
| Offensive D | 171.636,54 | 370.709,26 |
| FAMILIE | 155.009,77 | 87.165,66 |
| WASG | 126.859,89 | - |
| Die Tierschutzpartei | 61.036,62 | 59.380,29 |
| SSW | 60.173,79 | 68.838,04 |
| FRAUEN | 32.485,55 | 39.565,86 |
| Pro DM | 41.580,99 | 34.468,34 |
| Deutschland | 23.895,11 | 9.238,81 |
| 50+ | 14.506,05 | 8.420,92 |
Für die FW in Thüringen, für die 2004 18.651,55 € festgesetzt wurden, konnten 2005 gemäß § 19a Absatz 3 Satz 3 des Parteiengesetzes keine staatlichen Mittel festgesetzt werden, da sie ihren Rechenschaftsbericht für 2004 nicht fristgerecht eingereicht hat.
| Partei | Summe in Mio. € | Anteil Mitgliedsbeiträge | Anteil Spenden |
|---|---|---|---|
| SPD | 158,8 | 49 % | 11 % |
| CDU | 141,6 | 41 % | 22 % |
| CSU | 46,1 | 29 % | 41 % |
| FDP | 31,5 | 20 % | 44 % |
| Bündnis 90/Die Grünen | 26,3 | 35 % | 20 % |
| PDS | 21,9 | 48 % | 17 % |
In den USA gibt es keine staatlich geregelte Finanzierung der dortigen Parteien. Stärker als in Deutschland geht daher dort der Wahlkampf mit der Suche nach finanzieller Unterstützung durch Unternehmen (Lobbying) einher. Dies führt zu einer größeren Abhängigkeit der Parteien von privaten Geldgebern, andererseits werden diese Verbindung auch eher offengelegt als das z.B. in Deutschland der Fall ist. Siehe auch Politisches System der USA, Modern election campaigns in the US, Canadian and American politics compared: Size of constituencies and campaign financing
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