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Parmenides von Elea (inschriftlich ist auch die Namensschreibung "Parmeneides" überliefert) war ein griechischer Philosoph, der zwischen dem Ende des 6. und dem Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. lebte.

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Parmenides stammte aus Elea in Süditalien und gilt (nicht unbestritten) als Schüler des Xenophanes, sowie als Begründer der Eleatischen Schule, zu der auch Zenon von Elea und Melissos gehörten.

Er war einer der bedeutendsten Vorsokratiker. Sein einziges Werk, ein Lehrgedicht, das unter dem Titel Über die Natur bekannt geworden ist, sich allerdings nur in wenigen, bei Simplikios überlieferten Fragmenten (ca. 150 Zeilen) erhalten hat. Man weiß aber, dass das ursprüngliche Werk aus drei Teilen bestand: Einem Gedicht, dem Abschnitt aletheia ("Wahrheit") und dem Abschnitt doxa ("Meinung"). Das Gedicht stellt in erzählender Abfolge die Reisen des Erzählers "jenseits der ausgetretenen Pfade" dar, bis er schließlich von einer ungenannten Göttin über die Natur der Wirklichkeit aufgeklärt wird. Von aletheia haben sich schätzungsweise 90% erhalten, von doxa nur geringe Reste; beide werden als die gesprochenen Offenbarungen der Göttin ohne jede erzählende Erläuterung präsentiert.

Der gängigen Interpretation des sehr dunklen Werkes des Parmenides zufolge ging es diesem darum, die Alltags-Wahrnehmung der Welt (in "doxa" beschrieben) als eine Schein-Wahrheit aufzudecken, während die wirkliche Welt ("alethia") "ein Sein" sei: ein unveränderliches, ungeschaffenes, unzerstörbares Ganzes. Für ihn bestand ein Dualismus zwischen Erscheinung und Wirklichkeit. Die beobachteten Phänomene Bewegung und Veränderung waren für ihn nur Erscheinungsformen einer in Wahrheit statischen, ewigen Wirklichkeit.

Parmenides präsentiert seine Lehre in Form einer kritischen Beweisführung, mit ihm beginnt die Epoche der begriffsanalytisch und logisch argumentierenden Philosophie, an die Platon anschließt. (In der griechischen Literatur wird Parmenides' Name erstmals bei Platon genannt, und sein Werk blieb nur durch Platons und in seiner Nachfolge Aristoteles' wiederholte Hinweise auf ihn erhalten.)

Mit Blick auf die bei Parmenides ebenfalls anwesenden mystisch-religiösen Kontext haben einige der heutigen Interpreten des Parmenides, etwa Alexander P. Mourelatos, Charles H. Kahn und der umstrittene Peter Kingsley, die rational-logische Deutung Parmenides' in Zweifel gezogen. So habe man bislang dem apokalyptischen Kontext zu wenig Beachtung geschenkt, in den Parmenides seine Darlegungen gestellt habe. Daher sei seine Lehre in einen modernen, metaphysischen Zusammenhang gestellt worden, der dem ursprünglichen Werk nicht gerecht werde.

Unbestritten ist der Einfluss des Parmenides auf Platon, über den Parmenides maßgeblich die abendländische Philosophie beeinflusst hat. Platon selbst nennt ihn "unseren Vater Parmenides" und lässt ihn in seinem Parmenides-Dialog auftreten, wo er sich dialektisch mit Sokrates auseinandersetzt. In Theaitetos erklärt Sokrates, Parmenides sei unter allen Weisen der Einzige gewesen, der geleugnet habe, dass alles Bewegung und Veränderung sei.

Werke


Textausgaben:
  • Diels, Hermann: Parmenides. Lehrgedicht. Mit einem neuen Vorwort von Walter Burkert und einer revidierten Bibliographie von Daniela de Cecco. Berlin: Academia, 2003. (= International Pre-Platonic Studies Bd. 3). (zuerst 1897)
  • G.S. Kirk; J.E. Raven; M. Schofield: Die Vorsokratischen Philosophen. Einführung, Texte und Kommentare. Stuttgart/Weimar: Metzler, 1994, S. 263-289.
  • Leonardo Tarán: Parmenides. A text with translation, commentary, and critical essays. Princeton 1965.
  • Uvo Hölscher: Parmenides. Vom Wesen des Seienden. Die Fragmente griechischund deutsch, hrsg., übs. u. erl. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1969.

Studien:

  • Guido Calogero: Studien über den Eleatismus. Darmstadt: Wissenschaftl. Buchgesell., 1970.
  • Karl Reinhardt: Parmenides und die Geschichte der griedhischen Philosophie. 2. Aufl. Bonn 1959. (zuerst 1916; klassische Studie)

Weblinks


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