Die sogenannten Mai-Unruhen, die im Mai 1968 zunächst durch die Räumung einer Fakultät der Pariser Universität Sorbonne ausgelöst wurden, führten am Ende in Frankreich zu einem wochenlangen Generalstreik, der das ganze Land lahmlegte. Der Mai 68 steht im Zentrum der französischen 68er-Bewegung.
Vorbedingungen
Beginn der Proteste in Frankreich
1967/68 fanden politische Studentenproteste auch in Deutschland, USA, Italien, Tschechoslowakei, Polen, Japan, Mexiko und weiteren Ländern statt, erreichten allerdings nirgendwo das Ausmaß der Geschehnisse in
Frankreich:
Frankreich hatte in den 1960er Jahren eine konservative Regierung unter Staatspräsident General de Gaulle und Premier Georges Pompidou (Fünfte Französische Republik).
Bereits im November des Jahres 1967 verlangten mehrere französische politisch aktive Studentengruppen eine Verbesserung der Studienbedingungen oder kritisierten anderweitig den Gaullismus, den französischen Konservativismus, was in der Administration jedoch ohne Gehör blieb.
Nanterre, France, Mairie.jpg
So hatte es in Nantes (Besetzung des Justizpalastes) und in Jussieu nahe Lyon bereits mehrere Aktionen und Demonstrationen von Studenten gegegeben.
In Nanterre, einer Trabantenstadt von Paris, kam es zu größeren Protesten von Studenten gegen auf dem Campus anwesende Polizisten in Zivil. Im Januar 1968 wurden diese von Studenten fotografiert, und ihre Portraits wurden als Schilder bei Demonstrationen getragen. Vorlesungen der Soziologie wurden gestört. Am 14. Februar besetzten sog. Enragés (Wütenden) in Nanterre die Studentenheime.
Ebenfalls im Februar demonstrierten Filmschaffende vor dem Trocadéro unter der Leitung von François Truffaut gegen die Absetzung Henri Langlois' als Leiter der Cinémathèque française, die Kulturminister André Malraux veranlasst hatte. International setzte sich u.a. Charles Chaplin für Langlois ein. Doch die Regierung blieb unnachgiebig. Unter den 5000 Demonstranten befanden sich prominente Künstler und Intellektuelle wie François Truffaut, Jean-Paul Sartre, Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Léaud und Claude Jade. Bei den zunehmenden Demonstrationen prügelten Hundertschaften von Polizisten auf die Beteiligten ein.
Im März streikten Arbeiter der Garnier-Werke in Redon. Der Streik griff auf die ganze Stadt über.
In Nanterre gründete eine Gruppe von 142 linken Studenten verschiedenster politischer Herkunft an der philosophischen Fakultät die radikale Bewegung 22. März. Zunächst wurde das Verwaltungsgebäude besetzt, um hochschulpolitische Ziele, aber auch die Aufhebung der Geschlechtertrennung in den Studentenheimen durchzusetzen. Führende Sprecher dieser Gruppe waren Daniel Bensaïd und Daniel Cohn-Bendit, der in den folgenden Monaten und Ereignissen auch als Dany le Rouge in der Presse häufig als Redner zitiert wurde. Sein erster öffentlich bekannt gewordener Auftritt fand bei einer Schwimmbadeinweihung in Nanterre im Januar '68 statt, als er den anwesenden Sport- und Jugendminister François Missoffe öffentlich u.a. dafür kritisierte, sich nicht für die sexuellen Schwierigkeiten der Jugend zu interessieren).
Die Universität von Nanterre wurde aufgrund der fortgesetzten Unruhen von den Behörden am 2. Mai geschlossen.
Motive und kultureller Hintergrund des Protests
Hauptsächlich wurde zunächst gegen das veraltete und erstarrte Bildungssystem protestiert, das auch Pierre Bourdieu bereits kritisiert hatte:
- Seit den 50ern hatte sich die Anzahl der Studenten verdreifacht, ohne dass darauf von staatlicher Seite angemessen reagiert worden war. Eine notwendige Reform und Modernisierung der Universitäten und ihre Anpassung an die neuen Anforderungen des Wirtschaftssystems wurde von den meisten Studenten und Experten bereits diskutiert.
Einige Protestaktionen stellten auch eine leidenschaftliche Stellungnahme gegen den nach Meinung vieler Studenten und Intellektueller um sich greifenden Materialismus der Wirtschaftswunder-Generation, und gegen die sich ausbreitende Technokratie dar. Neben konkreten Zielen, wie Verbesserung der Studienbedingungen und Demokratisierung der Hochschulen sowie der Gesellschaft, standen auch unterschiedliche Forderungen nach einer anderen Gesellschaft:
- Die freizügigen Ideen der Hippie-Bewegung waren erst kurze Zeit zuvor aus den USA nach Europa gedrungen und beeinflussten einen Teil der Jugend. Es wurde z.B. über Freie Liebe diskutiert. Häufig entstand ein Generationenkonflikt kultureller Art mit den Eltern im katholisch geprägten Frankreich, in dem Verhütungsmittel bis 1967 verboten waren.
- Der Protest gegen den Vietnamkrieg einte Studenten in der ganzen Welt.
- Das Attentat auf Rudi Dutschke in Deutschland stieß auch in Frankreich auf große Empörung.
- Die wirtschaftliche Lage in Frankreich begann sich gerade zum ersten Mal seit dem Krieg zu verschlechtern, die Arbeitslosigkeit nahm zu.
- Die in der Bevölkerung populäre, moskautreue Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) und die angeschlossene größte Gewerkschaft Confédération générale du travail (CGT) waren eher daran interessiert, im Sinne pragmatischer Realpolitik Lohnerhöhungen durchzusetzen und ansonsten im kalten Krieg stabile Verhältnisse zu bewahren und ihre Führungsrolle in der Arbeiterschaft zu behalten. Stalin wurde von ihnen als einer der Befreier vom Faschismus traditionell nicht hinterfragt, sondern verteidigt, auch als der Stalinismus in den 60ern in Moskau bereits kritisiert wurde, wurde Stalin von der KPF noch verteidigt.
- 1966 hatten Situationisten in Straßburg eine Fundamentalkritik an der Gesellschaft und dem Bildungssystem geäußrt und damit den eher ökonomisch grundierten Reformbestrebungen der Universität eine Absage erteilt. Ihr Pamphlet hatte zu einem Skandal geführt, der ihren Thesen nur zu noch mehr Popularität unter Studenten verholfen hatte. Die Bewegung 22. März stand in Kontakt mit ihnen.
Aus einem Flugblatt, das in Nanterre zu dieser Zeit verteilt wurde *:
- Die Ideen verbessern sich. Die Bedeutung der Worte nimmt daran teil. Alles, was diskutierbar ist, muss diskutiert werden. Das Blau wird solange grau bleiben, wie es nicht wieder erfunden ist. Weitersagen! Genossen, es ist an euch, zu spielen.
Mai 1968
Radikalisierung des Protestes und der Gegenmaßnahmen
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Am 3. Mai
1968 besetzten politisch linksstehende Studierende der
Sorbonne die Räume der Universität, nachdem eine Versammlung in der Universität verboten worden war. Bei der Versammlung sollte gegen die Schließung der Universität von Nanterre protestiert werden. Wegen der Gefahr, dass es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit rechtsstehenden Studierenden kommen könnte, ließen die Pariser Autoritäten die Gebäude am 3. Mai durch die Polizei räumen. Die Polizei setzte
Tränengas ein, 200 Studierende wurden verhaftet und abtransportiert. Andere Studenten protestierten dagegen. Daraufhin begannen heftige Unruhen im
Quartier Latin.
Einige Tausend Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der zunehmend überforderten Polizei. 600 Personen wurden festgenommen. Als Reaktion riefen die Gewerkschaft der Universitäten und die Studentengewerkschaft am 5. Mai zu einem Hochschulstreik auf. Die KPF distanzierte sich von diesen Protesten.
Am 6. Mai kam es wieder zu Demonstrationen, die sich am Abend zuspitzten. Die Forderungen waren: die Öffnung der Universität von Nanterre, der Abzug der Polizei aus der Sorbonne, und die Freilassung der inhaftierten Studenten.
Nachdem dies abgelehnt wurde, begannen mehr als 10.000 Demonstranten, Barrikaden zu errichten. Autos wurden umgeworfen, Pflastersteine aus den Strassen gebrochen und aufgetürmt. Beteiligt waren neben den Studenten zunehmend auch junge Arbeitslose, Schüler, Rocker und Arbeiter, Einwanderer, zumeist Männer aber auch zahlreiche Frauen. Die Medien versuchten vergeblich, Sprecher der Bewegung für Interviews zu gewinnen.
Die Demonstrationen und Krawalle gingen in den folgenden Tagen weiter. Behörden und Polizei reagierten repressiv. Obwohl auch Autos der Anwohner in Flammen aufgingen, reagierten diese oft solidarisch und versorgten Protestierer mit Nahrung oder boten Fluchtmöglichkeiten.
Die Barrikaden
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Bis zum Abend des 10. Mai wurden 60 Barrikaden im gesamten Gebiet zwischen Boulevard St. Michel, der Rue Claude Bernard, der Rue Mouffetard und dem Pantheon errichtet, vor allem entlang der Rue Gay-Lussac. In der Nacht vom 10. auf den 11.Mai, nachts um 2 Uhr, begann die Polizei, das Gebiet zu räumen (Nacht der Barrikaden). Es gab dabei hunderte Verletzte und 500 Festnahmen. Die Schlagzeilen der Zeitungen und die Radio- und Fernsehsendungen am nächsten Tag waren von den Ereignissen bestimmt.
Es folgte eine Welle der Solidarisierung mit den Pariser Studenten erst in ganz Frankreich, kurz darauf in ganz Europa.
Erstmals solidarisierte sich auch die Arbeiterbewegung mit den Studierenden. Die französischen Gewerkschaften, außer der kommunistischen CGT, die die Ereignisse als eine von rechten Kreisen gesteuerte Aktion bewertete, organisierten ihrerseits Kundgebungen.
Am 13. Mai riefen fast alle Gewerkschaften, außer der CGT, zu einem eintägigen Generalstreik aus Protest gegen das harte Vorgehen der Polizei auf. Die Empörung der Bevölkerung richtete sich weniger gegen die Sachbeschädigungen und Proteste, sondern gegen die gewaltsame Reaktion von Behörden und Polizei mit zahlreichen schwer verletzten Demonstranten. Hinzu kamen Gerüchte über Tote.
Die Wende
Premier Pompidou, der wegen der Proteste seine Afghanistan-Reise hatte abbrechen müssen, kündigte daraufhin die Freilassung der Studenten an und ließ die Polizei abziehen. Die inmitten des Barrikadengebiets liegende Sorbonne wurde nun wieder besetzt, die Teilnehmer des Protestes von den Studenten dorthin eingeladen. An einer Demonstration der Gewerkschaften und Studenten beteiligten sich nahezu eine Million Menschen. Es herrschte in Teilen Pariser Bevölkerung inzwischen eine heitere Atmosphäre von
Anarchie.
Seit geraumer Zeit wurden bereits verschiedene situationistisch inspirierte, anarchistische oder existenzialistische Parolen in ganz Paris an Wände gesprüht und gemalt:
- Die Fantasie an die Macht, Nimm deine Wünsche für Wirklichkeit, Gewerkschaften sind Bordelle, Die Macht den Arbeiterräten, Vive la Commune!, Die Öffentlichkeit manipuliert Dich, Examen = Hierarchie, Es lebe Heraklit, nieder mit Parmenides!, Nieder mit der Konsumgesellschaft; Lauf, Genosse, die alte Welt ist hinter dir her; Nieder mit dem Summarischen, es lebe die kurzlebige, marxistisch-pessimistische Jugend; Unter dem Pflaster liegt der Strand
Eine oft wiederholte Parole war: Solidarität von Arbeitern und Studenten.
Überall hingen handgeschriebene Zettel oder gedruckte Wandzeitungen und Plakate anarchistischer, situationistischer, maoistischer oder trotzkistischer Gruppen, auf denen neueste Nachrichten diskutiert und unterschiedliche politische Forderungen gestellt wurden.
In der besetzten Sorbonne, wie auch auf den Straßen, versammelten sich immer wieder größere Gruppen von Menschen, um Neuigkeiten auszutauschen, über Politik zu diskutieren und die Lage zu erörtern. In der Sorbonne wurden bei Beschlüssen und Diskussionen Ansätze direkter Demokratie praktiziert.
Maurice Brinton, Sozialist und ein Zeuge der Ereignisse, notierte Diskussionsthemen, die er in der Sorbonne auf einer Tafel gefunden hatte:
- "Organisation des Kampfes"; "Politische und gewerkschaftliche Rechte in der Universität"; "Universitätskrise oder Krise der Gesellschaft"; "Bericht über politische Unterdrückung"; "Selbstverwaltung"; "Keine Auslese mehr"; "Unterrichtsmethoden", "Examen", aber auch "Sexuelle Unterdrückung", die "Kolonialfrage", " Ideologie und Mystifikation"
Wirkliche Ereignisse bestimmten die Themen und stellten sicher, daß der größte Teil der Diskussion wirklichkeitsnah blieb. (Brinton)
Verwirrung bei der offiziellen Linken
Weitere Fakultäten und Hochschulen wurden am
14. Mai besetzt, etwa die
Akademie der Künste von Nanterre, das
Konservatorium für dramatische Kunst und die medizinische Fakultät, aber auch Kinos, Theater, Gymnasien, Bahnhöfe usw. Schwarze (
Anarchismus) und rote (
Sozialismus) Fahnen wehten auf den besetzten Gebäuden und bei Demonstrationen. Einige Studenten der Sorbonne schickten Telegramme an die Politbüros in Peking und Moskau, in denen sie drohten, die
Bürokraten zu stürzen. Viele solidarisierten sich mit dem
Prager Frühling und mit Studentenprotesten in
Polen.
Die linken Parteien und Organisationen reagierten zunächst zurückhaltend, versuchten dann aber zunehmend Einfluss auf den Verlauf der Geschehnisse zu nehmen und die Proteste in geordnete Bahnen zu leiten. So fuhren Lautsprecherwagen der CGT durch die Straßen, die versuchten, den Protestierenden Anweisungen für das weitere Vorgehen zu geben. Sie wurden jedoch überwiegend ignoriert. Die PCF begann zögernd, sich mit den Studenten zu solidarisieren, die aber vorwiegend weiterhin für Abenteurer oder Anarchisten gehalten wurden.
Auch in Nantes, Bordeaux und weiteren Städten begannen nunmehr Besetzungen.
Die Sorbonne wurde zur für jedermann zugänglichen Volksuniversität erklärt. Um die 400 Aktionskomitees entstanden in Paris. Es bildeten sich an der Sorbonne u. a. die Aktionskomitees der Fußballer, der nordafrikanischen Arbeiter, das Komitee Arbeiter - Studenten, das Komitee der Werbefachleute, das Komitee Wütende - Situationisten und der Rat zur Aufrechterhaltung der Besetzungen.
Radikale und Pragmatiker
In den Diskussionen an der Sorbonne vertrat eine Mehrheit zunächst eher pragmatische Forderungen, eine Minderheit aber begann immer mehr gesellschaftliche Angelegenheiten zu diskutieren und in Frage zu stellen.
Der an der Sorbonne-Besetzung beteiligte Situationist Vienet: So wurde der Vorschlag bezüglich der Plünderer eher mit Buhrufen bedacht als mit Zustimmung. Der Angriff auf die Professoren schockierte. Die erste offene Denunzierung der Stalinisten erstaunte.
Vertreter dieser Strömung wurden dann allerdings von der Mehrheit in das sog. Besetzungskomitee gewählt, das spontane neue "Exekutivorgan" (Vienet) der Sorbonne-Vollversammlung.
Es bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen.
- Sämtliche Universitätsgebäude schwirren vor Aktivität, beherrscht von einem Minimum an sichtbarer Organisation und einem Maximum an strategischer Intelligenz und Taktik.(Cees Nooteboom in seiner Reportage)
Ein Demonstrationszug zog zu den Renault-Werken. Am Werkszaun standen sich Arbeiter und Studenten gegenüber und diskutierten. An der besetzten Fakultät für Literatur in Paris-Censier wurden von Arbeitern gemeinsam mit dem Komitee Arbeiter - Studenten Flugblätter verfasst, nachdem die Literaturstudenten zuvor Kontakt zu den Betrieben aufgenommen hatten:
- Wir weigern uns, eine erniedrigende 'Modernisierung' zu akzeptieren, die bedeutet, daß wir ständig bewacht werden und uns Bedingungen unterwerfen müssen, die für unsere Gesundheit, unser Nervensystem schädlich sind und die eine Beleidigung unserer Existenz als Menschen darstellen… Wir weigern uns, unsere Forderungen noch länger vertrauensvoll in die Hände professioneller Gewerkschaftsführer zu legen. Wir müssen wie die Studenten unsere Angelegenheiten in unsere eigenen Hände nehmen. (Flugblatt von Arbeitern der Air France)
- Wenn wir wollen, daß unsere Lohnerhöhungen und unsere Forderungen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen Erfolg haben, wenn wir nicht wollen, daß sie ständig bedroht sind, dann müssen wir jetzt für eine grundlegende Veränderung in der Gesellschaft kämpfen … Als Arbeiter sollten wir selbst danach streben, den Gang unserer Unternehmen zu kontrollieren. Unsere Forderungen sind denen der Studenten ähnlich. Die Verwaltung der Industrie und die der Universität sollten von denen, die dort arbeiten, auf demokratischem Weg sichergestellt werden.
(Flugblatt von Renault-Arbeitern, beide zitiert nach Brintons Bericht)
Die Arbeiter beginnen zu streiken
Am Abend des 14. Mai begannen die Arbeiter der Flugzeugfabrik
Aviation-Sud in Nantes mit einem Sitzstreik. Studenten kamen zu den Streikposten, um ihre Solidarität zu demonstrieren. Am 16. Mai begannen Arbeiter bei
Renault, ihre Fabrik zu besetzen und schlossen die Verwaltung dabei in ihren Räumen ein. Auch Arbeiter der "Neuen Vertriebsgesellschaft der Pariser Presse" begannen einen wilden Streik. Der
Streik griff auf immer mehr Unternehmen über, erst in Paris, dann zunehmend auch in anderen Städten.
- Genossen, die Fabrik 'Sud-Aviation' in Nantes ist seit zwei Tagen von den Arbeitern und den Studenten der Stadt besetzt; die Bewegung hat heute auf mehrere Fabriken übergegriffen (NMPP-Paris, Renault-Cleon, usw.). Daher ruft das Besetzungskomitee der Sorbonne zur sofortigen Besetzung aller Fabriken und zur Bildung von Arbeiterräten auf. Genossen, verteilt und vervielfältigt diesen Aufruf so schnell wie möglich. (Wortlaut eines Kommuniques vom 16. Mai, 15 Uhr, des sog. Besetzungskomitees an der Sorbonne, zitiert nach Vienet S. 64 und S. 169)
Rene Vienet berichtet von den "von jetzt an mit allen Mitteln zu verbreitenden Parolen" des Besetzungskomitees vom 16. Mai:
- Besetzung der Fabriken, Alle Macht den Arbeiterräten, Abschaffung der Klassengesellschaft, Nieder mit der spektakulären Warengesellschaft, Abschaffung der Entfremdung, Ende der Universität
Verbreitet werden sollen diese Parolen durch
- Flugblätter, Vorlesungen über Mikrophon, Comics, Lieder, Wandmalereien, Sprechblasen in den Gemälden der Sorbonne, Aufrufe in Kinos während der Filmvorführungen oder dadurch, daß man diese unterbricht, Sprechblasen auf den Plakaten in der Metro; bevor man Liebe macht, nachdem man Liebe gemacht hat, in den Aufzügen...
(Vienet, S.171)
Diese Aufrufe waren für die KPF und CGT ein Skandal. Die CGT ließ sofort in Fabriken Aushänge anbringen:
- Junge Arbeiter; revolutionäre Elemente versuchen, Zwiespalt in unseren Reihen zu säen, um uns zu schwächen. Diese Extremisten sind nur Handlanger der Bourgeoisie, die dafür sogar großzügig von den Unternehmen entlohnt werden. (Vienet, S. 74)
In der Sorbonne versuchten Funktionäre der Studentengewerkschaft UNEF, den Aufruf widerrufen zu lassen, und bemächtigten sich der Lautsprecheranlage. Die Vollversammlung versank im Chaos, und das Besetzungskomitee verließ am Abend des 17. Mai aus Protest die Sorbonne.
Weitere Streiks sowie ökonomische und politische Forderungen
Am 16. Mai waren dennoch bereits 50 Unternehmen besetzt. Am 17. Mai streikten schon 200.000 Arbeiter, dabei war bereits fast die gesamte Metall- und Chemieindustrie betroffen. Zwei Tage später waren es ungefähr 2 Millionen Menschen geworden, die sich beteiligten. Frankreich erlebte nun den ersten
wilden Generalsstreik der Geschichte, der sich fast einen Monat hinzog.
- Wir Fußballer, Angehörige verschiedener Clubs der Pariser Region, haben beschlossen, heute den Sitz der französischen Fußballföderation zu besetzen. Wie die Arbeiter die Fabriken besetzen. Wie die Studenten ihre Fakultäten besetzen. Warum? Um den 600.000 französischen Fußballern und ihren Millionen Freunden das zurückzugeben, was ihnen gehört: Den Fußball, den die Bonzen ihnen abgenommen haben, um ihren eigennützigen Interessen als Profitschöpfer des Sports zu dienen. (Aktionskomitee der Fußballer, zitiert nach Vienet, S. 188)
- Mietstreik, Wechselstreik, Steuerstreik, Besetzung leerer Wohnungen... (Forderungen des Komitee Arbeiter-Studenten vom 21. Mai, zitiert nach Vienet)
Während die CGT höhere Löhne forderte, wurden unter den Streikenden auch Forderungen nach dem Rücktritt der Regierung laut.
- Wir, die Arbeiter der Geschäfte der FNAC, sind in den Streik getreten, nicht zur Befriedigung unserer spezifischen Forderungen, sondern um an der Bewegung teilzunehmen, die gegenwärtig 10 Millionen Hand- und Kopfarbeiter mobilisiert. Wir nehmen an dieser Bewegung teil, [... um die ganze Führung des Landes und alle Strukturen der Gesellschaft wieder in Frage zu stellen. (Offener Brief an die Angestellten des Handels und andere Lohnabhängigen sowie an die Studenten der FNAC-Angestellten, vom 24. Mai, zitiert nach Vienet, S. 190f)
- Wissen Sie, daß Millionen Frauen weniger bekommen, als ihnen gesetzlich zusteht? Akzeptieren Sie das? Alles kann sich in diesem Land ändern, wenn wir uns alle weigern, dumm und ergeben die Ungerechtigkeiten und den Unsinn einer bereits bankrotten Politik zu akzeptieren. (Flugblatt der Demokratischen Frauenbewegung, zitiert nach Nooteboom, S.41)
Die gemäßigteren Forderungen der Streikenden waren ansonsten u.a. Lohnerhöhungen, 40-Stunden-Woche, Sozialversicherung, "Pensionsberechtigungen" und eine "freie Universität".
Es kam bereits zu Engpässen in der Treibstoffversorgung. Die Infrastruktur des Landes war auch sonst weitgehend lahmgelegt.
Die Regierung, aber auch die CGT, setzten sich immer wieder für eine Beendigung der Streiks ein. Am 24. Mai kündigte Charles de Gaulle die von den Studenten geforderten Reformen im Bildungswesen an sowie Lohnerhöhungen für die Streikenden. Am 25. Mai forderten Gaullisten und KPF, Demonstrationen übergangsweise zu verbieten. Am 27. Mai wurde ein Vertreter der CGT ausgepfiffen, als er bei Renault Abkommen vorlegte, die zwischen Regierung, Unternehmen und Gewerkschaft ausgehandelt worden waren. Obwohl der Mindestlohn um 35% angehoben werden sollte, und die anderen Löhne um 7% steigen sollten, setzten die Arbeiter ihre Streiks fort.
Gleichzeitig hielt François Mitterrand am 27. im Charlety-Stadion eine impulsive Rede, in der er ankündigte, er sei bereit für die Regierungsübernahme.
Von der CGT wurde nun eine so genannte "Volksregierung" gefordert. Am 29. Mai organisierte sie eine Kundgebung, an der mehrere Hunderttausend Menschen teilnahmen, die Slogans wie Adieu, de Gaulle! riefen.
De Gaulle und das Ende der Unruhen
De Gaulle war am 29. Mai sehr kurzfristig und unter Geheimhaltung mit einem Helikopter nach Baden-Baden in Deutschland geflogen, was in Frankreich teils zu Irritationen geführt hatte. Gerüchte kamen auf, er sei geflohen. Jaques Patin, einem ehemaligen Mitarbeiter de Gaulles zufolge hatte dieser zuvor zu Vertrauten gesagt:
Ich will die Scheinwerfer auf mich lenken! Die tun ja so, als gäbe es mich nicht mehr; ah, die werden schon sehen! (zitiert nach Patins Bericht)
Er kam nach anderthalb Stunden in Deutschland zurück nach Paris. Nachdem er sich der Unterstützung des Militärs versichert hatte, hielt er eine Radio-Ansprache, in der er Neuwahlen für den 23. Juni ankündigte. De Gaulle betonte, dass er der legitime Inhaber der Staatsmacht sei. Er warnte vor Subversion und einer Weiterführung der Streiks, die zwangsläufig der KPF zugutekommen würden:
- Diese Macht, die sich den Sieg zunutze machen wird, ist die des totalitären Kommunismus. (De Gaulle)
Er forderte die Arbeiter auf, zur Arbeit zurückzukehren, und drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands.
Am 30. Mai gab es einen Marsch von etwa einer Million konservativer Gegner der Unruhen, angeführt von André Malraux und Michel Debré, vom Place de la Concorde zum Place de Etoile.
An diesem Punkt zerbrach die Protestbewegung. Viele Streikende beendeten in der Folge ihre Betriebsbesetzungen und begannen wieder zu arbeiten. Die Gewerkschaften appellierten an die restlichen Streikenden, endlich aufzugeben. Einige Betriebe wurden in der nächsten Zeit von der Polizei geräumt. Am 18. Juni war der Streik dann mit der Wiederaufnahme der Arbeit bei Renault vollständig beendet. Ab Juni kam es zu verschärfter staatlicher Repression gegenüber der radikalen Linken. Die KPF dagegen sah sich bestätigt:
- All unsere Aktivitäten haben im Dienst des Volkes gestanden. Ich bekräftige, daß es vor allem die ruhige und entschlossene Haltung der Kommunistischen Partei war, die ein blutiges Abenteuer in unserem Land verhinderte.
(KPF-Parteisekretär
Waldeck Rochet)
Auswirkungen
Die französische Politik, die von den Ereignissen überrascht wurde, reagierte erst, als in den meisten französischen Universitätsstädten fast bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. De Gaulle hatte die
Erledigung der Ereignisse dem damaligen Premierminister
Georges Pompidou überlassen. Im Nachhinein wurden von der Regierung z.T.
Verschwörungstheorien über den Einfluss von Agenten der
DDR oder anderer Staaten hinter den Geschehnissen entwickelt.
Die angekündigten Neuwahlen machten die regierenden Gaullisten mit 358 von 487 Sitzen noch stärker.
- Wir werden alles tun, um die Franzosen miteinander, und die jungen Leute mit der Republik zu versöhnen. Wenn jedoch erneut versucht werden sollte, Unordnung herbeizuführen, werden wir verpflichtet sein, die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Pompidou, Radio Luxembourg, 27. 6. 1968, zitiert nach Nooteboom)
Viele französische Universitäten, die bis dahin in oft jahrhundertealten Gebäuden in den Innenstädten residiert hatten, wurden in der Folge der Unruhen gezwungen, in weit abgelegene Vororte umzuziehen. Staatliche Stellen sahen die Studenten und somit ihre Institution Universität pauschal als potentielle Unruhestifter an. Sie sollten aus den unübersichtlichen, "sensiblen" Stadtzentren verschwinden. So zog beispielsweise fast die gesamte Universität Bordeaux 1968 von Bordeaux in den verschlafenen Vorort Talence.
In Folge des Mai 68 kam es aber auch, ähnlich wie in anderen Ländern, zu kulturellen, sozialen und politischen Reformen in Frankreich.
Die KPF verlor nach den Mai-Unruhen unter den französischen Arbeitern bei Wahlen an Bedeutung, dafür etablierte sich die radikale Linke dauerhaft (Ligue communiste révolutionnaire). Es begann der Aufstieg der französischen Sozialisten.
Die französischen Philosophen Gilles Deleuze und Jean Baudrillard unterrichteten beide 1968 französische Studenten und verfolgten ihre Diskussionen, Baudrillard sogar in Nanterre. Sie wurden von den Ereignissen in ihrer späteren Philosophie geprägt, wie der Poststrukturalismus insgesamt.
Auch der Anthropologe Marshall Sahlins war in Paris Zeuge der Mai-Unruhen.
Die Ereignisse im Mai 68 werden auch in Filmen wie Jean-Luc Godards Tout Va Bien (1972), Milou en Mai von Louis Malle (1990) oder Bernardo Bertoluccis Die Träumer (2003) dargestellt oder verarbeitet.
Einschätzungen: Zitate
- Aus einer Unzahl unterschiedlichster Faktoren entstand eine ganz beträchtliche Gesellschaftskrise, deren Wirkungen schon ab 1960 deutlich in Erscheinung traten. Dazu zählt neben vielen anderen Aspekten auch die „Permissivität", die die jungen Menschen zunehmend genossen, während gleichzeitig die Familie in ihren Grundfesten erschüttert wurde und sich die „sexuelle Revolution" ausbreitete. Der Vater, aber auch die Mutter unterlagen dem mit der Konsumgesellschaft einhergehenden Wettbewerb und sahen sich durch die wachsende Beunruhigung über ihre Lage und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes veranlasst, ihre Autorität und erzieherische Rolle aufzugeben. * Die Kinder fühlten sich nicht mehr wohl in ihrer Haut und lehnten sich gegen die ungewisse Zukunft auf.
(Jacques Patin, ehemaliger Mitarbeiter von De Gaulle)
- Es geschieht hier, es geschieht in New York, in Berlin, in Belgrad. Es ist nichts, was man beiseite schieben oder bequem abstreifen könnte.
- Es ist eine Anklage gegen die Universität als Instrument einer sich selbst zersetzenden Gesellschaft - und auf dem Weg über die Universität gegen das gesamte kompromittierte Gemeinwesen...
- Wie es ausgeht, läßt sich absolut nicht abschätzen, aber so, wie es war, kann es nie wieder werden.
(Cees Nootebooms Reportage von 1968)
- Der erste Eindruck war, als ob sich plötzlich ein riesiger Deckel hob, als ob plötzlich bisher zurückgehaltene Gedanken und Träume in das Reich des Wirklichen und Möglichen übertragen wurden. Indem sie ihre Umgebung verändern, verändern sich die Leute auch selbst. Leute, die es niemals gewagt haben, etwas zu sagen, bekamen plötzlich das Gefühl, daß ihre Gedanken das Wichtigste auf der Welt seien - und redeten auch so. Die Schüchternen wurden mitteilsam. Die Hoffnungslosen und Vereinsamten entdeckten plötzlich, daß gemeinsame Macht in ihren Händen lag. Die traditionell Apathischen erfuhren plötzlich, wie stark sie an der Sache beteiligt waren. Eine ungeheure Woge von Gemeinschaft und Zusammenhalt ergriff diejenigen, die sich selbst zuvor nur als vereinzelte und machtlose Marionetten angesehen hatten, die von Institutionen beherrscht wurden, die sie weder kontrollieren noch verstehen konnten. Die Leute machten sich jetzt ganz einfach daran, ohne jede Spur von Befangenheit miteinander zu reden. Dieser Zustand der Euphorie dauerte die ganzen vierzehn Tage an, in denen ich dort weilte. Eine Inschrift, die auf eine Mauer gemalt worden war, bringt das wohl am besten zum Ausdruck: "Schon zehn Tage Glück".
(Der Sozialist Maurice Brinton über die Diskussionen an der besetzten Sorbonne)
- Mir scheint, die Kinder des nächsten Jahrhunderts werden das Jahr 1968 mal so lernen wie wir das Jahr 1848.
(Die politische Philosophin Hannah Arendt im Juni 1968 an den Philosophen Karl Jaspers über die Bedeutung der 68er-Bewegung)
- Der Mai '68 war eine Demonstration, eine Eruption, eines Entstehens in seiner reinen Form... Die einzige Hoffnung des Menschen liegt in einem revolutionären Entstehen: das ist der einzige Weg, um ihre Scham abzulegen, oder auf das zu reagieren, was nicht tolerierbar ist.
(Gilles Deleuze, "Control and Becoming", Negotiations: 1972-1990, Columbia University Press, New York 1995)
- Der Mai 68 hat eigentlich nirgends viel bewirkt. Die Bewegung war symbolisch sehr wichtig, sie hat die Gehirne verändert, also die Denkweisen und Wahrnehmungen etwa von Hierarchien, Autorität, dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern - aber in der Wirklichkeit, und besonders im Schulsystem, hat sie nicht viel erreicht. Ich weiß noch, daß ich 68 von Fakultät zu Fakultät ging und sagte: ich bin mit Euch einverstanden, aber Achtung: es gibt nichts Schlimmeres als eine fehlgeschlagene Revolution! Denn die macht genauso viel Angst wie eine gelungene Revolution und ist doch nicht gelungen. Gegenwärtig sind wir nun tatsächlich in einer konservativen Revolution, meine ich, die zum Teil durch die Angst bestimmt ist, die viele Intellektuelle und andere im Mai 68 hatten, nicht nur in Europa, es war ja eine universelle Revolution von Berkeley bis Moskau.
(Pierre Bourdieu in einem Interview, 1998)
Siehe auch
- Mai, 68er
- Außerparlamentarische Opposition, Bambule#Bambule-Proteste_in_Hamburg_2002, Free Speech Movement, Generalstreik, Mario Savio, Otpor, Prager Frühling, Roter-Punkt-Aktion, Situationistische Internationale, Studentenbewegung, Studentenprotest, Tian'anmen-Massaker, Zengakuren
- Gesellschaftskritik, Poststrukturalismus, Kritische Theorie, Neomarxismus, Freudomarxismus, Eurokommunismus, Operaismus, Neue Linke, Anarchismus
- Geschichte Frankreichs, Französische Revolution, Julirevolution, Februarrevolution 1848, Pariser Kommune, Unruhen in Frankreich 2005, Contrat première embauche (Proteste im März 2006)
- Internationale Filmfestspiele von Cannes#Geschichte
- University_of_Paris_strike_of_1229, Soixante-huitard
Literatur
- Alain Ayache (Hrsgb.): Paris, Mai 1968. Hier spricht die Revolution., 1968 ("Parolen und Stellungnahmen, gehört, erlebt und gesammelt von A. Ayache")
- Murray Bookchin: Die Mai/Juni Ereignisse in Frankreich, in: 'Die Formen der Freiheit. Aufsätze über Ökologie und Anarchismus'.Seite 82-99.Wetzlar 1977. ISBN 3-88178-009-2. (aus anarchistischer Perspektive)
- Maurice Brinton: Zeit der Kirschen. Pariser Tagebuch. in: Die Aktion.Heft 175/180. Mai 1998. Edition Nautilus, Hamburg. ISSN: 0516-340X. (Anschaulicher Bericht eines libertären Sozialisten).
- Daniel Cohn-Bendit: Wir haben sie so geliebt, die Revolution., 1987 (Über seine Wendung zur Realpolitik)
- Daniel Cohn-Bendit, Reinhard Mohr: Neunzehnhundertachtundsechzig: Die letzte Revolution, die noch nichts vom Ozonloch wußte., Wagenbach, 1988
- Ingrid Eichelberg: Mai 68 im französischen Roman. Die Suche nach menschlichem Glück in einer besseren Gesellschaft., 1987
- Norbert Frei: Paris, 13. Mai 1968. 20 Tage im 20. Jahrhundert. Kulturprotest und Gesellschaftsreform., dtv (Mit Schwerpunkt auf Studenten und kulturellem Umbruch)
- Thomas Hecken: Gegenkultur und Avantgarde 1950-1970. Situationisten, Beatniks, 68er, 2006 (Kulturell)
- Ingrid Gilcher-Holtey: Die Phantasie an die Macht! Mai 1968 in Frankreich. Suhrkamp, Frankfurt 1995. (ISBN 3-518-28780-X.
- Ingrid Gilcher-Holtey: Die 68er Bewegung. Deutschland - Westeuropa - USA., 2001
- Maurice Issermann: If I Had a Hammer: The Death of the Old Left and the Birth of the New Left, New York, Basic, 1987
- Michael Kimmel: Studentenbewegungen der 60er Jahre, Facultas Universitätsverlag, 1998
- Wolfgang Kraushaar: Neunzehnhundertachtundsechzig als Mythos, Chiffre und Zäsur, 2001 (Kritische Betrachtung)
- Henri Lefebvre: Aufstand in Frankreich, 1969
- Michael Lommel: Der Pariser Mai im französischen Kino
- Cees Nooteboom: Paris, Mai 1968, Suhrkamp, 2003 (Der junge Nooteboom war Zeuge der Ereignisse und verfasste eine Reportage)
- Laurent Salini: Frankreichs Arbeiter, Mai 1968, Marxistische Blätter, 1970
- Jean-Paul Sartre: Mai 68 und die Folgen, I und II. Reden, Interviews, Aufsätze, Rowohlt TB, 1982
- Lutz Schulenburg(Hg.): Das Leben ändern, die Welt verändern! 1968 - Dokumente und Berichte. Edition Nautilus, Hamburg 1998. ISBN 3-89401-289-7. (Dokumente u. Berichte von den Protagonisten in Frankreich, und vielen anderen Ländern).
- Matthias Horx, Albrecht Sellner, Cora Stephan (Hrsgb).: Infrarot - Wider die Utopie des totalen Lebens., Berlin 1983 (die programmatische Abkehr von den Lebens-Idealen der 68er, der eigentliche Beginn der neuen Bürgerlichkeit)
- Wolfgang Stetter: Gewerkschaftsapparat und Arbeiterinteressen. Die Politik der C.G.T. im Mai 1968., Campus Verlag, 1992
- Horst Stowasser: Paris Mai 1968, Kapitel 37 in: 'Freiheit Pur. Die Idee der Anarchie, Geschichte und Zukunft' Eichborn, Frankfurt 1995.ISBN 3-8218-0448-3. (Betrachtung des Beginns der Renaissance des Anarchismus).
- Peter Gärtner, Karl H. Gräfe, Horst Kreschnak, Bernd Rump (Herausgeber), Frank Tschimmel: Das Jahr 68 - Weichenstellung oder Betriebsunfall. Zwischen Prager Frühling und Pariser Mai., GNN - Gesellschaft für Nachrichtenerfassung und Nachrichtenverbreitung, Verlagsgesellschaft für Sachsen/Berlin mbH, 1998
- Rene Vienet: Paris Mai '68. Wütende und Situationisten in der Bewegung der Besetzungen., Nautilus Verlag, 1977
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