| Wappen | Karte |
|---|---|
| Blason paris.png | Paris Karte.png |
| Basisdaten | |
| Region: | Île-de-France (chef-lieu) |
| Département: | Paris (75) |
| Fläche: | 105,40 km² (Stadt) 14.518 km² (Ballungsgebiet) |
| Einwohner: | 2.138.551 (Stadt) 11.564.680 (Ballungsgebiet) (Stand 1. Januar 2005) |
| Bevölkerungsdichte: (Einwohner/km²) | 20.290 (Stadt) 797 (Ballungsgebiet) |
| Geographische Lage: | |
| Höhe: | 65 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 75001-75020 und 75116 |
| Vorwahl: | 00331 |
| Kfz-Kennzeichen: | 75 |
| UN/LOCODE: | FR PAR |
| Stadtgliederung: | 20 Arrondissements |
| Offizielle Website: | paris.fr |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Bertrand Delanoë (PS) |
Paris (dt. frz. [) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. In älteren, meist lateinischen Texten wird Paris auch Lutetia bzw. Lutezia genannt. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand: jeweils 1. Januar 2005).
Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 Arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch Sitz der UNESCO, der OECD, und der ICC.
Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Die Seine tritt, je nach Wasserstand, mit einer Höhe von 25 Meter über Normalnull aus der Stadt aus. Paris ist umgeben von den beiden großen Stadtwäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Das entspricht weniger als zwölf Prozent der Fläche Berlins. Die Metropolregion hat eine Bodenfläche von 14.518 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der Fläche Schleswig-Holsteins.
Der Meridian von Paris, der 1718 von Jacques Cassini festgelegt und 1806 von dem französischen Physiker Arago präzise berechnet wurde, bildete bis 1884 (Internationale Meridian-Konferenz in Washington) einen von vielen Nullmeridianen. Er führt mitten durch das Pariser Observatorium und wird durch mehrere Säulen sowie durch die 1995 von dem niederländischen Konzeptkünstler Jean Dibbets diskret in Straßenpflaster, Bürgersteige, Höfe und verschiedene Gebäude eingelassenen bronzenen Arago-Medaillons gekennzeichnet, eine Hommage an den Physiker und Menschenrechtler. Von den ursprünglich 135 bisher wenig beachteten Plaketten sind einige seit der Veröffentlichung von Dan Browns Erfolgsroman Sakrileg gestohlen worden. Die von Dan Brown erwähnte "Rosenlinie" ist eine pure Erfindung.
Die Seine verbindet Paris mit dem Landesinneren (Burgund) und mit dem Ärmelkanal. Sie war der wichtigste Faktor für die Entstehung und Entwicklung der Stadt, die auf der größten der seinerzeit zahlreichen Seineinseln ihren Ursprung fand. Sie spaltet die Stadt in zwei ungleiche Uferhälften, die nördliche, Handel und Finanzen geweihte "Rive Droite" (rechtes Ufer) und die südliche "Rive Gauche" (linkes Ufer), die mit dem Quartier Latin als Viertel der Intellektuellen angesehen wird und als Wohngegend gefragt ist.
Die Île de la Cité im Herzen der Stadt wurde in der Antike besiedelt und ist damit der älteste Teil der Hauptstadt. 1584 ließ Heinrich III. drei der östlichen Inselspitze vorgelagerte kleine und sumpfige Inseln untereinander verbinden und gliederte sie der größeren an. Damit wuchs die Fläche im Laufe der Jahrhunderte von ursprünglich 8 auf insgesamt 17 Hektar an. So konnte ein "königlicher" Platz (Place Dauphine) mit einer einheitlichen Saumbebauung entstehen und aus dem Verkauf der Häuser das zum Bau einer Brücke notwendige Geld beschafft werden, welche die Verbindung zu den beiden Seine-Ufern herstellt. Diese sogenannte „Neue Brücke“ (Pont Neuf) ist heute die älteste der in Paris erhaltenen Brücken.
Auch die Île Saint-Louis, die kleinere der nebeneinander liegenden Seineinseln ist eine Zusammenfügung von zwei Inselchen, der „Île aux Vaches“ und der „Île Notre Dame“. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester, der "Cité" blieb sie bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts unbebaut. Im Jahre 1614 beauftragte Ludwig XIII. den Bauunternehmer Christophe Marie mit der Erschließung des Geländes. Marie schüttete den Seinearm zu, umfasste die beiden kleinen Inseln mit einer Kaimauer und ließ Brücken zu den Flußufern errichten. Ab etwa 1618 wurde das Gelände zunächst mit Häusern für Handwerker und Kaufleute bebaut, ab 1638 auch mit luxuriöse Stadtpalästen für hohe Würdenträger. Die Bebauung erfolgte nach einem festen Grundplan mit geraden Straßen, der noch heute erkennbar ist.
(Siehe: Plan der Ile Saint Louis)
Die frühere Île des Cygnes (Schwaneninsel) wurde 1773 mit dem Champ-de-Mars, dem Manöverfeld der Militärschule verbunden. Heute trägt unweit des Eiffelturmes ein in der Seine angelegter Damm den Namen "Allée des Cygnes". Auf ihr befindet sich eine 11,50 Meter hohe Kopie der Freiheitsstatue. Sie schaut nach Westen, in Richtung des Atlantiks und damit zu ihrer „großen Schwester“ im New Yorker Hafen. Ein auffälliges Bauwerk auf der Île des Cygnes ist die 380 Meter lange Brücke "Pont de Bir-Hakeim". Sie besteht aus verschiedenen Teilen: einer 114 Meter langen Brücke über den Hauptarm der Seine, dem Abschnitt auf der Insel, einer 90 Meter langen Brücke über den Nebenarm der Seine sowie den beiden „Zufahrtsviadukten“ der Pariser Metro.
Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern. Auf den Hügel fährt die Standseilbahn Funiculaire de Montmartre. Der am Nordhang angebaute Weinberg ist, seitdem auch im Parc Georges Brassens und im Parc de Bercy Wein wächst, nicht mehr der einzige von Paris.
Das Pariser Becken bildet eine große Schichtstufenlandschaft. Schüsselförmig liegen hier die Schichten des Mesozoikums und des älteren Tertiärs ineinander und sind von der Abtragung zu einer weitgespannten Stufenlandschaft ausgearbeitet worden, deren Stufen sich jeweils nach außen richten.
Nur im östlichen Teil herrschen am Abfall dieser Stufen gegen die Saône-Furche tektonische Bruchlinien vor. Sie bewirken die steilen Abfälle des Plateaus von Langres und der Côte d'Or (bis 636 Meter), die ebenfalls berühmte Weinbaugebiete sind, da sie im Regenschatten der Leeseite größere Sonnenscheindauer haben und zudem noch die Vorteile der Südexposition genießen.
Eine gewisse Ungleichförmigkeit besteht insofern, als die Schichtenfolge im nordöstlichen Teil vollkommener ist als im Westen. Die etwas stärkere Heraushebung des Ostflügels hat auch allgemein größere Höhenunterschiede und eine markantere Herausbildung der Stufen mit sich gebracht. Beckeneinwärts ragt als bedeutende Stufe die der Eozänen-Kalke auf, in deren Inneren die Île-de-France, das Ballungsgebiet von Paris, eingebettet liegt.
Paris wurde im Jahre 1790 Verwaltungssitz des Départements Seine (75) und ist seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France (1968) gleichzeitig Stadt und Département. Abgesehen von der geografischen Gliederung in "Rive Droite", "Rive Gauche" und "Inseln" ist sie in Arrondissements (Bezirke) und Quartiers (Viertel) unterteilt.
Die 20 nummerierten Arrondissements (abgekürzt Arrdt.) tragen die Postleitzahlen 75001 bis 75020 und durchziehen Paris spiralförmig von innen nach außen. Die Spirale beginnt im historischen Stadtkern, der Gegend von Louvre, Palais Royal und Forum des Halles, und endet nach zweieinviertel im Uhrzeigersinn verlaufenden Umdrehungen im Osten der Stadt, dem Arrondissement des Friedhofs Père Lachaise. Jedem Arrondissement steht ein Bürgermeister (Maire d'Arrondissement) vor, der im Bürgermeisteramt seines Bezirkes (Mairie de l'Arrondissement) residiert. Jeder Bezirk untergliedert sich seinerseits in vier Quartiers.
Die Arrondissements von Paris sind: Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Elysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.
Siehe auch: Liste der Pariser Arrondissements und Quartiers
Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter.
Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,0 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.
Seit 1873 finden in Paris regelmäßige meteorologische Messungen statt. Die tiefste bisher festgestellte Temperatur betrug -23,9 Grad Celsius und stammt vom 10. Dezember 1879. Der Hitzerekord beträgt 40,4 Grad Celsius und wurde am 28. Juli 1947 im Parc Montsouris gemessen.
Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutetia des Stammes der Parisii auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren. Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer unter Titus Labienus im Jahre 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend.
(Siehe auch: Plan Lutetia (gallo-römische Epoche)
Im 3. Jahrhundert brachten der Heilige Dionysius von Paris (Saint-Denis) und dessen Gefolgsleute das Christentum in die Stadt. Dionysius ist 250 n. Chr. während der Christenverfolgungen unter Kaiser Decius auf Anordnung des römischen Gouverneurs als erster Bischof von Paris zusammen mit dem Priester Rusticus und dem Diakon Eleutherius auf dem Montmartre (frz. „Märtyrerberg“) enthauptet worden. Nach der Enthauptung soll Dionysius mit dem Kopf in seinen Händen sechs Kilometer nördlich gelaufen sein, bis er die Stelle erreichte, wo er begraben werden wollte. An diesem Platz baute der fränkische König Dagobert I. im 7. Jahrhundert die nach dem Heiligen benannte Abtei mit der Basilika Saint-Denis, welche den französischen Königen als Grablege diente.
Im Jahre 280 ist Lutetia von germanischen Invasoren heimgesucht und durch Brände zerstört worden. Im 4. Jahrhundert war die Stadt von großer militärischer Bedeutung für den Norden Galliens. Sie war Winterquartier mehrerer Soldatenkaiser, die von dort versuchten, die römischen Grenzen zu verteidigen und die Vorstöße der Germanen einzudämmen. Im März 360 wurde der Präfekt Galliens, Julian Apostata, in Lutetia zum Kaiser ausgerufen und die Stadt in Paris umbenannt. 486 besiegten die Truppen der Merowinger unter König Chlodwig I. (466-511) die römischen Legionen unter Heerführer Syagrius bei Soissons, 100 Kilometer nördlich von Paris, und beendeten damit die römische Herrschaft im nördlichen Gallien und der Stadt Paris.
Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Fränkischen Reiches geworden. Chlodwig I. ließ die Basilika Apostel Petrus und Paulus errichten, die im 9. Jahrhundert den Namen „Abtei Sainte-Geneviève“ erhielt, benannt nach der Schutzpatronin der Stadt, Genoveva von Paris (422-502). Der Legende nach soll sie durch die Kraft ihrer Gebete den Angriff der Armee des Hunnenkönigs Attila auf Paris abgewendet haben. Die Hunnen wurden schließlich 451 von den römischen Truppen unter dem Feldherrn Flavius Aëtius mit Hilfe des Salfranken Merowech, den Burgunden und Westgoten in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, zwischen Chalons-sur-Marne und Troyes, 160 Kilometer östlich von Paris geschlagen. Nach Chlodwigs Ableben 511 wurde die Stadt unter seinem Sohn Childebert I. (497-558) zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Nach dem Tod von Charibert I. (517-567) teilten seine Brüder sein Reich unter sich auf. Im Jahre 586 zerstörte der „Große Brand“ fast alle Gebäude der Stadt.
Der strenge Winter 763/764 - die Seine gefror bis auf den Grund - war die Ursache für eine Hungersnot in Paris. 794 machte Karl der Große (748-814) Aachen zur Residenzstadt des Fränkischen Reiches und Paris verlor an Bedeutung. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Wikinger im 9. Jahrhundert (845, 858, 861 und 869) wiederholt die Stadt. Sie wurde dabei vollständig niedergebrannt. Von 885 bis 886 kam es zur fünften und letzten Belagerung. Graf Odo von Paris verteidigte die Stadt erfolgreich und hielt der Belagerung 13 Monate stand. Die ungeschützten Teile von Paris außerhalb der Île de la Cité wurden dabei zerstört. Nach dem Sieg über die Wikinger entthronte Odo von Paris den Karolinger Karl den Dicken 888 und regierte als König bis 898. Nach dem Tod von Ludwig V., dem letzten Karolinger, wurde Hugo Capet, der Graf von Paris und Herzog von Frankreich, 987 zum König gewählt. Capet machte Paris zur Hauptstadt Frankreichs und gründete das Geschlecht der Kapetinger, dessen Herrschaft in direkter Linie bis 1328 andauerte.
Zwischen 1021 und 1040 litt die Bevölkerung erneut unter einer Hungersnot. Der Historiker Rodulfus Glaber berichtete über mehrere Fälle von Kannibalismus. 1037 vernichtete eine Feuersbrunst Teile der Stadt und 1105 forderte eine Grippeepidemie zahlreiche Tote. 1129/1130 starben zahlreiche Bewohner am Antoniusfeuer, einer epidemienartigen Vergiftung, die durch den Konsum von mit Mutterkorn befallenem Roggen verursacht wurde.
1163 begann der Bau der Kathedrale Notre-Dame de Paris. König Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden. Zwischen 1190 und 1197 führten langanhaltende Regenfälle zu zahlreichen Überschwemmungen und Hungersnöten. Das Hochwasser vom März 1197 zerstörte die Brücken der Stadt. Die strengen Winter in den 1220er Jahren lösten Hungersnöte und Epidemien aus. Trotz der vielen Katastrophen blühte Paris unter der Herrschaft der Karpetinger auf.
1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre. Am 26. April 1248 wurde unter König Ludwig dem Heiligen auf der Île de la Cité die Sainte-Chapelle eingeweiht. Das mittelalterliche Paris war gespalten zwischen einem von der Wirtschaft, der Politik und der Religion dominierten rechten Flußufer der Seine, und einem linken Flußufer, das zu einer Hochburg intellektueller Dissidenten wurde. Der bekannteste von ihnen, Robert von Sorbon, gründete dort 1257 ein Gymnasium (Collège de Sorbonne), den Vorgänger der berühmten Universität Sorbonne.
Nach dem Fall Jerusalems 1291 ließen sich die Tempelritter in Paris nieder. Anfänglich an der Seine gelegen, wurde das Ordensgebiet Anfang des 14. Jahrhunderts etwas weiter nördlich außerhalb der damaligen Stadtmauern neu errichtet. 1305 wurden die Mitglieder des Ordens schließlich der Ketzerei (so soll man - so wurde verbreitet, in ihrer Aufnahmezeremonie in den Orden angeblich dreimal auf das Kreuz spucken und auch die Auferstehung Jesu Christi leugnen) und der Sodomie (im Sinne homosexueller Handlungen) angeklagt. Am Freitag den 13. Oktober 1307 (daher der Aberglaube vom Freitag den 13.) wurden alle Komturen der Tempelritter (und eine große Zahl dienender Brüder) verhaftet und die Ordenszentrale, der Temple in Paris, geschlossen. Am 22. März 1312 löste Papst Klemens V. auf dem Konzil von Vienne (Frankreich) unter dem Druck von König Philipp dem Schönen den Orden auf. Am 19. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zusammen mit dem Komtur der Normandie, Geoffroy de Charnay, in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Nach dem strengen Winter 1325/1326 schwemmte das Hochwasser sämtliche Brücken der Île de la Cité weg, die Insel musste für fünf Wochen mit Booten versorgt werden. Zwischen 1348 und 1350 starben während einer großen Pestepidemie etwa ein Viertel der Bewohner. Die Folge war eine Stagnation der Stadtentwicklung bis etwa 1450. Im Jahre 1358 kam es zum Aufstand der Stände unter Führung von Étienne Marcel, dem Vorsteher der Kaufmannsgilde. Die Stände verlangten vom Thronfolger (Dauphin) die Kontrolle der königlichen Verwaltung. Der Aufstand wurde vom Adel niedergeschlagen. König Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden.
Anfang des 15. Jahrhunderts litten die Bewohner unter mehreren strengen Wintern. Während des Hundertjährigen Krieges fielen am 29. Mai 1418 die mit England verbündeten Burgunder in Paris ein und übernahmen die Herrschaft über die Stadt. 1431 ließ sich Heinrich VI. von England in Notre-Dame de Paris zum König von Frankreich krönen. Nachdem 1435 der Herzog von Burgund das Bündnis mit England aufgegeben hatte, waren die französischen Truppen auf dem Vormarsch. Der seit 1436 mündige, aber leicht beeinflussbare Heinrich VI. von England vermochte dem nichts entgegenzustellen. Am 15. April 1436 erfolgte die Rückeroberung von Paris, trotz des französischen Adelsaufstandes der Praguerie unter einem der wichtigsten französischen Feldherrn und Diplomaten: Johann von Dunois.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts starben zahlreiche Bewohner an Seuchen und Pestepidemien, die alle paar Jahre auftraten. Unter der Herrschaft von Franz I. (1494-1547) kam es zu einer bedeutenden Entwicklung von Kunst und Kultur. Über Agenten ließ der König viele Werke italienischer Künstler wie Michelangelo, Tizian und Raffael aufkaufen und legte so den eigentlichen Grundstock der königlichen Gemäldesammlung die heute im Louvre ausgestellt ist. Sein wichtigstes Bauvorhaben war die Erweiterung des Schlosses Fontainebleau nahe bei Paris, das bald zu seinem beliebtesten Aufenthaltsort wurde. Er gründete unter anderem auch das immer noch bestehende Collège de France in Paris unter dem Namen Collège des trois Langues (Schule der drei Sprachen), da dort zunächst Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet wurden.
Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 und den Tagen danach wurden zwischen 3.000 bis 10.000 Hugenotten, darunter wichtige protestantische Persönlichkeiten, in Paris ermordet. Die Mutter des französischen Königs Karl IX. und Regentin Katharina von Medici veranlasste den Pogrom, nachdem ein Mordanschlag am 21. August 1572 auf den Anführer der Hugenotten, den Calvinisten Gaspard de Coligny fehlgeschlagen war. 1598 wurden im Edikt von Nantes die Hugenottenkriege beendet. Die Hugenotten erhielten eine beschränkte religiöse Toleranz. Sie wurden Bürger zweiter Klasse und von allen kirchlichen und staatlichen Pfründen ausgeschlossen.
Unter Ludwig XIII. (1601-1643) ging es wirtschaftlich wieder aufwärts; er ließ das Viertel Marais und die Vorstädte Saint-Honoré und Saint-Germain errichten. Etwa zur gleichen Zeit wurden auch das Palais du Luxembourg auf Anweisung von Maria von Medici, das Val-de-Grâce durch Königin Anna von Österreich und das Palais Cardinal (das heutige Palais Royal) durch Kardinal Richelieu fertiggestellt. Die königliche Druckerei (1620), der Jardin des Plantes (Botanischer Garten) im Jahre 1626 und die Académie Française (1635) verstärken die kulturelle Bedeutung der Hauptstadt.
Während der Regierung von Ludwig XIV. (1638-1715) sind auf seine Veranlassung Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser „Invalides“ und „Salpêtrière“, der Säulengang des Louvre, der Invalidendom und das Observatorium erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die prunkvolle Architektur stand im Gegensatz zum Elend der übervölkerten Hauptstadt.
Zwischen 1648 und 1653 war Paris Austragungsort blutiger Kämpfe der Fronde, einem Bündnis des französischen Hochadels, der hohen Richterschaft der Parlements und von Teilen des Volkes, gegen Kardinal Jules Mazarin und den Hof. Ziel war es, unter Ausnutzung eines Momentes der Schwäche der Monarchie, die Feudalrechte des Adels und die Einspruchsrechte der Parlements wiederherzustellen, die unter Ludwig XIII. und seinem Minister Kardinal Richelieu stark beschnitten worden waren; der Bürgerkrieg scheiterte.
Am 6. Mai 1682 verlegte der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. die Residenz des Königs nach Versailles. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war. Die starke Zunahme der Cafés wie beispielsweise das bekannte Procope und die zahlreichen literarischen und philosophischen Veranstaltungen verstärkten den kulturellen Ruf von Paris, das sich zum Zentrum freiheitlichen Gedankenguts entwickelt hatte. Der strenge Winter 1708/1709 - die Temperatur fiel auf -26 Grad Celsius - war Ursache der folgenden Hungersnot. Beim anschließenden Hochwasser stieg der Pegel der Seine auf knapp neun Meter. 1722 erfolgte die Einrichtung der ersten Feuerwehr und 1738 des ersten Postamts.
Während der Befreiungskriege marschierten am 31. März 1814 alliierte Truppen, an der Spitze der russische Zar Alexander I., in Paris ein. Ein zweites Mal besetzten am 22. Juni 1815 die verbündeten Armeen nach der endgültigen Abdankung von Napoléon Bonaparte als Kaiser die Stadt. Die Julirevolution vom 27. bis 29. Juli 1830, die in einem dreitägigen heftigen Straßenkampf in Paris gipfelte, hatte den endgültigen Sturz der Bourbonen in Frankreich und die erneute Machtergreifung des Bürgertums unter König Ludwig Philipp zur Folge.
Die Regierungszeit des Königs (1830-1848) war geprägt von einer sich verstärkenden Abkehr vom Liberalismus, zunehmenden Skandalen und Korruptionsfällen. Das französische Bürgertum war schließlich zusehends enttäuscht von der Politik Ludwig Philipps. Vor allem das Zensuswahlrecht, das dem Bürgertum einen seiner Stärke entsprechenden Einfluss bei der Gesetzgebung verwehrte, verstärkte die Wut auf den König. Auch in der Arbeiterschaft gärte die Unzufriedenheit über ihre problematische soziale Lage, die durch eine Agrar- und Handelskrise 1847 noch verschärft worden war, zu einer revolutionären Stimmung.
Nachdem der König ein geplantes Bankett zur Reform des Wahlrechts verboten hatte, kam es ab dem 21. Februar 1848 zu öffentlichen Protesten in Paris, die sich schnell zu Unruhen ausweiteten und eine revolutionäre Entwicklung annahmen. Während der Februarrevolution 1848 kam es vorübergehend zur Vereinigung von Arbeitern und Bürgern. Am 23. und 24. Februar 1848 folgten heftige Straßen- und Barrikadenkämpfe zwischen den Aufständischen und den königlichen Truppen. Am 24. Februar 1848 sah sich der verhasste großbürgerliche Ministerpräsident Francois Pierre Guizot zum Rücktritt gezwungen. Kurz darauf dankte König Ludwig Philipp selbst ab und floh ins Exil nach England. Daraufhin wurde eine provisorische Regierung unter dem liberalen Politiker Alphonse de Lamartine eingesetzt und die Republik ausgerufen. Am 24. Juni 1848 kam es zu einem erneuten Aufstand der Arbeiterschaft anlässlich der Schließung der französischen Nationalwerkstätten, die den Arbeitslosen Beschäftigungsmöglichkeiten erschlossen hatten. Der Pariser Juniaufstand wurde jedoch bald nach heftigen Kämpfen von der französischen Armee und der Nationalgarde blutig niedergeschlagen. Am Ende waren 3.000 Arbeiter tot, etwa 15.000 wurden in die Straflager der Kolonien verbannt.
Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 wurde Paris nach der Gefangennahme Napoleons III. und der Proklamierung der Dritten Republik von deutschen Truppen eingeschlossen (1870) und musste 1871 kapitulieren. Am 18. März 1871 versuchte der französische Premierminister Adolphe Thiers, die verteidigungsbereite Nationalgarde von Paris entwaffnen zu lassen. Dies führte zu einem Aufstand der Arbeiter, Handwerker und Kleinbürger.
Am 26. März 1871 übernahm in Paris eine Revolutionsregierung die Macht, die Pariser Kommune. Die republikanische Übergangsregierung wurde als abgesetzt erklärt. Die bewaffnete Milizen der Pariser Kommune wurden erst im Mai 1871 von der neu geordneten konterrevolutionären französischen Armee im Straßenkampf in Paris besiegt. In der Blutigen Woche vom 21. bis 28. Mai gab es 25.000 Tote. Es folgten 38.000 Verhaftungen und 7500 Deportationen. Insgesamt kamen fast ein Viertel der Arbeiterbevölkerung von Paris bei den Kämpfen und den darauffolgenden Massenexekutionen ums Leben.
Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque und wurde zu einem in der Welt anerkannten intellektuellen und künstlerischen Zentrum; vor allem das Viertel Montmartre zog bekannte Maler und Schriftsteller an. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen. 1921 hatte die Hauptstadt mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl ihrer Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten.
Während des Zweiten Weltkrieges besetzte die deutsche Wehrmacht am 14. Juni 1940 die Hauptstadt. Am 16. Juli 1942 wurden die rund 13.000 noch in Paris verbliebenen Juden verhaftet und in die osteuropäischen Konzentrationslager transportiert. Nach der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 und dem schnellen Vorstoß Richtung Paris traten seit dem 10. August 1944 die Mitarbeiter der Pariser U-Bahn, sowie der Gendarmerie und der Polizei in den Streik, dem sich später auch die Postboten anschlossen. Die Deutschen reagierten und erschossen in der Nacht des 16. August 35 randalierende französische Jugendliche beim Carrefour des Cascades. Als sich auch weitere Arbeiter der Streikbewegung anschlossen, kam es am 18. August, am Tag, als alle Partisanen zur Mobilmachung aufgefordert wurden, zum Generalstreik und Aufstand, woraufhin französische Widerstandskämpfer einige Straßen und Gebäude, so auch das Rathaus, besetzten.
Am 22. August begann die Schlacht um Paris, in deren Verlauf die alliierten Truppen und französischen Widerstandskämpfer am 25. August 1944 die Stadt einnahmen. Etwa 10.000 deutsche Soldaten gerieten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Rund 1000 Widerstandskämpfer waren gefallen und weitere 1500 verwundet. In der Nacht des 26. auf den 27. August 1944 warfen deutsche Kampfflieger Bomben über Paris ab. Knapp 500 Häuser gingen in Flammen auf. Durch den Bombenangriff kamen weitere 50 Menschen ums Leben, während circa 500 verwundet wurden.
1968 kam es in Paris zu Studentenrevolten und Massenstreiks. Die sogenannten Mai-Unruhen, die im Mai 1968 zunächst wegen der Räumung einer Fakultät der Pariser Universität Sorbonne ausbrachen, führten am Ende in Frankreich zu einem wochenlangen Generalstreik, der das ganze Land lahmlegte. Die Demonstranten errichteten Barrikaden und lieferten sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei. Als Folge der Unruhen wurde die Sorbonne 1968 in 13 eigenständige Bereiche aufgeteilt. Fünf von ihnen lagen außerhalb der Stadt. Staatliche Stellen sahen die Studenten und somit ihre Institution Universität pauschal als potenzielle Unruhestifter an. Sie sollten aus dem unübersichtlichen, "sensiblen" Stadtzentrum vertrieben werden.
Die Präsidenten der Fünften Republik Charles de Gaulle und Georges Pompidou hinterließen mit zahlreichen Bauwerken in der Hauptstadt ihre Spuren. Besonders während der vierzehnjährigen Amtszeit (1981-1995) von Präsident François Mitterrand wurden in Paris viele monumentale Bauten errichtet, die einerseits zu Polemiken, andererseits auch zu Enthusiasmus Anlass gaben: die Glaspyramide des Louvre, die Bastilleoper, die Französische Nationalbibliothek und die Grande Arche in der Vorstadt La Défense.
2005 kam es zu Ausschreitungen von Randalierern in den Vororten der Hauptstadt. Bei den gewalttätigen Unruhen in Paris im Oktober und November des Jahres handelte es sich um eine Serie von zunächst unorganisierten Sachbeschädigungen und Brandstiftungen sowie gewalttätigen Zusammenstößen mit der Polizei in den Vorstädten von Paris, die am 27. Oktober 2005, nach dem Unfalltod zweier Jugendlicher, begannen. Zunächst beschränkten sich die Ausschreitungen auf den Heimatort der Jugendlichen, den Pariser Vorort Clichy-sous-Bois. Im Laufe der folgenden Tage weiteten sich die Unruhen zunächst auf das Pariser Umland wie Seine-et-Marne oder Val-d’Oise, später auch auf andere französische Städte aus.
Etwa 80 Prozent der Einwohner sind getauft, rund 75 Prozent bekennen sich zum katholischen Glauben, die meisten praktizieren den lateinischen Ritus, einige wenige auch den armenischen und ukrainischen Ritus. Der Erzbischof von Paris ist für die Katholiken der östlichen Riten zuständig. Insgesamt gibt es in Paris innerhalb der politischen Grenzen der Stadt 94 katholische Gemeinden, des weiteren 15 griechisch- und russisch-orthodoxe Kirchen, sieben Synagogen für die etwa 220.000 Juden und zwei Moscheen für die rund 50.000 Muslime, überwiegend Sunniten. Nur knapp zwölf Prozent der Christen und etwa 15 Prozent der Juden sind praktizierende Gläubige.
Die Region Île-de-France ist auch ein Zentrum arabisch-islamischen Lebens in Europa. Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist die Zahl der Muslime in der Metropolregion auf schätzungsweise eine Million (zehn Prozent der Einwohner) gestiegen. Besonders seit Anfang der 1960er Jahre kamen zahlreiche Einwanderer aus Nordafrika (Algerien, Marokko und Tunesien) in die Vorstädte von Paris. War das Verhältnis zwischen Christen, Juden und Muslimen bis Anfang der 1980er Jahre kaum von Konflikten geprägt, haben die Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften seitdem erheblich zugenommen.
Nach den Wahlerfolgen der rechtsradikalen Front National (FN) von Jean-Marie Le Pen bei den Kommunalwahlen 1983 erfasste die Region und weite Teile des Landes eine Welle rassistischer Gewalt gegen Muslime nordafrikanischer Herkunft. Besonders nach dem Aufflammen des Nahostkonfliktes im Herbst 2000 und den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York ist ein weiterer Anstieg rassistischer und antisemitischer Straftaten wie Propaganda mit Anstiftung zum Hass, Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung sowie Brandanschläge auf Gebäude (Moscheen, Synagogen, Kultur- und Bildungseinrichtungen) zu verzeichnen. Auch die Schändung von jüdischen, muslimischen und christlichen Friedhöfen, von Denkmälern für die in den Kriegen gefallenen Soldaten verschiedener religiöser Herkunft sowie von Mahnmalen zur Erinnerung an die Verfolgung der Juden durch die deutsche Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg nahm zu.
Der immer wiederkehrende Rückgang der Bevölkerung in der Antike und im Mittelalter ist auf die zahlreichen Kriege, Epidemien und Hungersnöte zurückzuführen. So starben noch 1832 bei einer Choleraepidemie rund 20.000 Menschen. Erst die Industrialisierung im 19. Jahrhundert führte zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. 1846 lebten in Paris rund eine Million Menschen, bis 1876 verdoppelte sich diese Zahl auf zwei Millionen. 1921 hatte die Einwohnerzahl von Paris mit knapp drei Millionen ihren historischen Höhepunkt erreicht. Gegenwärtig leben etwas über zwei Millionen Menschen in der Hauptstadt. Seit 1954 hat eine dreiviertel Million Einwohner Paris verlassen.
Einige sind in die Provinz gezogen, aber die überwiegende Mehrheit in die zahlreichen Vororte. So hat sich die Bevölkerungzahl der Metropolregion, zu der neben Paris auch die Region Île-de-France gehört, von 5,85 Millionen im Jahre 1946 auf 11,6 Millionen im Jahre 2005 verdoppelt. Der Hauptgrund für die Abwanderung waren die ständig steigenden Kauf- und Mietpreise der Wohnungen. Aber auch die Dezentralisierung einiger Industriebranchen und der Bau von vielen Bürogebäuden haben eine wichtige Rolle für den Bevölkerungsverlust der Hauptstadt gespielt.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel. Der Hauptteil der Immigranten kommt aus Algerien, Portugal und Spanien. Insgesamt leben etwa 40 verschiedene Nationalitäten in Paris (von Nordafrika über Südamerika bis Indochina).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen der Historiker Jacques Dupâquier und Alfred Fierro, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 150 | 80.000 |
| 363 | 20.000 |
| 510 | 30.000 |
| 1000 | 20.000 |
| 1180 | 110.000 |
| 1250 | 215.000 |
| 1365 | 275.000 |
| 1500 | 200.000 |
| 1589 | 300.000 |
| 1637 | 415.000 |
| 1675 | 500.000 |
| 1700 | 600.000 |
| 1784 | 660.000 |
| 1790 | 524.186 |
| 1796 | 556.304 |
| 1801 | 546.856 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1807 | 580.609 |
| 1817 | 713.966 |
| 1831 | 785.862 |
| 1836 | 909.126 |
| 1841 | 935.261 |
| 1846 | 1.053.297 |
| 1851 | 1.053.262 |
| 1856 | 1.174.346 |
| 1861 | 1.696.141 |
| 1866 | 1.825.274 |
| 1872 | 1.851.752 |
| 1876 | 1.988.813 |
| 1881 | 2.239.928 |
| 1886 | 2.260.945 |
| 1891 | 2.447.957 |
| 1896 | 2.536.834 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 24. März 1901 | 2.714.068 |
| 4. März 1906 | 2.763.393 |
| 5. März 1911 | 2.888.110 |
| 6. März 1921 | 2.906.472 |
| 7. März 1926 | 2.871.429 |
| 8. März 1931 | 2.891.020 |
| 8. März 1936 | 2.829.746 |
| 10. März 1946 | 2.725.374 |
| 10. Mai 1954 | 2.850.189 |
| 7. März 1962 | 2.753.014 |
| 1. März 1968 | 2.590.771 |
| 20. Februar 1975 | 2.317.227 |
| 4. März 1982 | 2.188.918 |
| 5. März 1990 | 2.152.423 |
| 8. März 1999 | 2.125.246 |
| 1. Januar 2005 | 2.138.551 |
Anfang der 1960er Jahre begann man in Paris mit einer großangelegten Stadtsanierung und städtebaulichen Entwicklung. Im östlichen und südöstlichen Teil der Hauptstadt wurden ganze Viertel durch den Abriss von baufälligen Häusern und die Errichtung von Neubauten renoviert. Nahe der modernisierten und neu gebauten Bahnhöfe Gare de Lyon und Gare Montparnasse entstanden neue Stadtteile um Dienstleistungszentren.
Durch diese Eingriffe wurden aber auch viele historische Gebäude zerstört, was den Protest von zahlreichen Bewohnern hervorrief. Die städtebauliche Entwicklung führte zum Entstehen von Vierteln in Betonbauweise und der Errichtung von Hochhäusern aus Glas und Stahl, wodurch Paris zahlreichen Großstädten der Welt immer ähnlicher wurde. Die nun teuren Wohnungen waren für die ärmeren Bewohner nicht mehr bezahlbar, sie wanderten in die Vororte (Banlieue) ab, während die wohlhabenden Bevölkerungsschichten in die Stadt zogen. Auch zahlreiche Einwanderer vor allem nordafrikanischer und schwarzafrikanischer Herkunft sind in den letzten Jahrzehnten in die Betonsiedlungen am Stadtrand gezogen.
In Frankreich wurde über Jahrzehnte die Einwanderung von Millionen Menschen aus dem außereuropäischen Raum gefördert, ohne die Folgen zu analysieren und zu bewältigen. Die immer wieder auftretenden Gewaltausbrüche in den Vorstädten von Paris sehen Experten als einen Ausdruck für die lange aufgestaute Wut vieler Jugendlicher über die herrschende relative Armut, den Rassismus, Perspektivlosigkeit, Massenarbeitslosigkeit und damit verbundene Resignation, Langeweile und Bandenkriminalität sowie fehlende Integrationsmöglichkeiten (Ghettoisierung), die besonders die Migranten in den Trabantenstädten betreffen.
Seit 18. März 2001 ist Bertrand Delanoë von der Sozialistischen Partei Bürgermeister von Paris. Delanoë war der erste linke Politiker, der in das bisher konservativ regierte Rathaus der Hauptstadt einzog. Er konnte in dem aus 163 Mitgliedern bestehenden Stadtrat alle 92 Stimmen seiner rot-grünen Liste auf sich vereinen. Der einzige Gegenkandidat war der scheidende Bürgermeister Jean Tiberi, der nur zwölf Stimmen erhielt. Paris wurde bislang traditionell von der gaullistischen RPR-Partei beherrscht; der konservative Staatspräsident Jacques Chirac war von 1977 bis 1995 selbst Bürgermeister der Hauptstadt. Die rechten Parteien waren jedoch zerstritten in die Kommunalwahlen gegangen und verminderten so ihre Chancen auf einen Sieg.
Der erste Bürgermeister der Hauptstadt Jean-Sylvain Bailly wurde am 15. Juli 1789 von der während der französischen Revolution gebildeten Pariser Selbstverwaltung eingesetzt. Da die Kommune an der diktatorisch organisierten Schreckensherrschaft (terreur) beteiligt war, wurde sie 1794 von zwölf getrennten und dezentralisierten Gemeindeverwaltungen ersetzt. Der Staat übernahm die Kontrolle über die Stadt und schuf das Amt des Präfekten der Seine (Préfet de la Seine). Während der Bürgerlichen Revolution von 1848 und der Pariser Kommune von 1870/1871 regierte für wenige Monate ein Bürgermeister die Stadt.
Am 20. März 1977 wurde Jacques Chirac der erste frei gewählte Bürgermeister von Paris. Die bisher einem von der Regierung ernannten Präfekten unterstehende Hauptstadt erhielt den gleichen Status wie alle übrigen Gemeinden in Frankreich. Eine Ausnahme bildet die Polizei, die weiterhin dem Polizeipräfekten untersteht. Ein Gesetz von 1982 etablierte dann die Ratsversammlungen der Arrondissements (Bezirke). Diese sind beratende Organe, die über begrenzte Befugnisse verfügen. Der Gemeinderat (Conseil de Paris) und der Bürgermeister (Maire de Paris) werden jeweils für sechs Jahre gewählt. Die nächsten Kommunalwahlen finden 2007 statt.
Bürgermeister von Paris waren: Jean-Sylvain Bailly (15. Juli 1789-18. November 1791), Jérôme Pétion (18. November 1791-15. Oktober 1792), Philibert Borie (7.Juli 1792-13. Juli 1792), René Boucher (15. Oktober 1792-2. Dezember 1792), Nicolas Chambon (8. Dezember 1792-2. Februar 1793), Jean-Nicolas Pache (14. Februar 1793-10. Mai 1794), Jean-Baptiste Fleuriot-Lescot (10. Mai 1794-17. Juli 1794), Louis-Antoine Garnier-Pages (24. Februar 1848-5. März 1848), Armand Marrast (9. März 1848-19. Juli 1848), Étienne Arago (4. September 1870-15. November 1870), Jules Ferry (15. November 1870-5. Juni 1871), Jacques Chirac (20. März 1977-16. Mai 1995), Jean Tiberi (22. Mai 1995-24. März 2001) und Bertrand Delanoë (ab 25. März 2001).
Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.
Die französische Hauptstadt beherbergt eine Vielzahl sehenswerter kirchlicher und weltlicher Bauwerke, Straßen, Plätze und Parks, etwa 160 Museen, rund 200 Kunstgalerien, circa 100 Theater, über 650 Kinos und mehr als 10.000 Restaurants. Das Angebot an kulturellen Veranstaltungen ist mit zahlreichen Konzerten, Ausstellungen, Musik- und Filmfestivals, Modenschauen sowie der Austragung sportlicher Wettbewerbe reichhaltig. Die Schlossanlage in Fontainebleau wurde 1979, das Schloss Versailles 1981 und die Uferpromenade der Seine in Paris 1991 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris, Adelspaläste in Paris
Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris. Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klassischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault.
Das Moulin Rouge wurde 1889 von Joseph Oller erbaut, der bereits das Varieté L'Olympia besaß. Am 6. Oktober 1889 wurde das Haus eröffnet. Der Name geht auf die markante Nachbildung einer roten Mühle auf dem Dach zurück. Zunächst wurde das Moulin Rouge für Bälle (frz. Bals) genutzt, bei denen Tänzerinnen vor allem den Cancan und Chahut tanzten. Später fanden auch Aufführungen von Operetten und Revuen statt. Auch als Kino wurde es zeitweise benutzt.
Das Théâtre des Bouffes-Parisiens wurde am 5. Juli 1855 von Jacques Offenbach gegründet. „Opéra-bouffe“ – „Komische Oper“, so nannten sich viele Werke Offenbachs und danach nannte er das von ihm gegründete Theater auch „Les Bouffes Parisien“. Im Theater werden hauptsächlich zeitgenössische Komödien aufgeführt.
Die Pariser Oper (heutiger offizieller Name Opéra National de Paris) und ihre Vorgängerinstitute spielen in der Geschichte der Oper durch stilprägende Uraufführungen eine bedeutende Rolle. Heute hat sie zwei Standorte. Das 1875 eröffnete Pariser Opernhaus, ehemals „Opéra de Paris“, mittlerweile nach ihrem Architekten Opéra Garnier bzw. Palais Garnier benannt, ist mit einer Fläche von 11.237 Quadratmetern das größte Theater der Welt, wird aber an Plätzen von der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper übertroffen. Es wird seit 1989, nach dem Bau der Bastilleoper, hauptsächlich für Ballettaufführungen des Ballet de l'Opéra de Paris und klassische Opern genutzt. Die neue Opéra Bastille ist ein modernes Opernhaus mit herausragender Bühnentechnik.
Das Théâtre des Champs-Élysées erregte Anfang des 20. Jahrhunderts durch seine Architektur und vor allem durch skandalumwitterte Aufführungen Aufsehen. Auguste Perret errichtete von 1911 bis 1913 das ursprünglich von Henry van de Velde konzipierte Theater. Noch heute ist es eine Spielstätte des Musiktheaters und eines der bekanntesten Konzerthäuser der Stadt. Das Théâtre des Champs-Élysées ist Heimstätte des Orchestre National de France und des Orchestre Lamoureux sowie Stützpunkt der Wiener Philharmoniker in Frankreich.
Das Zénith ist eine Konzerthalle für Rockkonzerte, Sport- und andere Veranstaltungen im Parc de la Villette. Sie gilt als die wichtigste Konzerthalle in Frankreich. Das Zénith wurde 1983 auf Initiative des damaligen Kulturministers Jack Lang erbaut und nach Plänen der Architekten Philippe Chaix und Jean-Paul Morel am 12. Januar 1984 mit einem Konzert des französischen Sängers Renaud eingeweiht.
Die Arena von Lutetia (frz. Arènes de Lutèce) gilt als ältestes noch erhaltenes Bauwerk der Hauptstadt. Das römische Amphitheater befindet sich in der rue Monge, im 5. Arrondissement. Die Arena stammt aus dem 1. Jahrhundert und wurde bis zum Ende des 3. Jahrhunderts genutzt. Circa 17.000 Personen konnten den Theatervorstellungen, aber auch Kämpfe auf Leben und Tod, beiwohnen. Mit dem Aufkommen des Christentums verloren die römischen Zirkusse allgemein an Bedeutung und als im 3. und 4. Jahrhundert die germanischen Stämme in das römische Gallien einfielen, wurde die Arena von Lutetia stillgelegt und ihre Steine für den Bau der Stadtmauern und anderen Befestigungsanlagen verwendet.
Der 1793 eröffnete Louvre beherbergt eine Sammlung von über 30.000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die frühere französische Königsresidenz Louvre ist heute das weltweit größte Museum (frz. Musée du Louvre), dessen Sammlungen neben dem British Museum in London und dem Museumsensemble auf der Museumsinsel in Berlin zu den weltweit bedeutendsten gehören. Das Gebäude liegt im Zentrum von Paris zwischen dem rechten Seineufer und der rue de Rivoli. Sein Innenhof liegt in einer Linie mit der Avenue des Champs-Élysées und bildet damit den Ursprung der sogenannten Axe historique, der historischen Achse.
In einem ehemaligen Bahnhof befindet sich das Musée d'Orsay. Das Kunstmuseum entstand aus dem alten Bahnhof Gare d'Orsay. Es liegt am südlichen Ufer der Seine gegenüber den Tuileriengärten. Der Bahnhof Gare d'Orsay wurde 1900 von Victor Laloux für die Verbindung Paris–Orléans gebaut. Da das fortschreitende Wachstum der Stadt immer längere Züge erforderte, waren die Bahnsteige schnell zu kurz. Der Bahnhof wurde 1939 geschlossen und im Jahre 1978 als historisches Bauwerk eingestuft. Unter Leitung der Architektin Gae Aulenti wurde das Gebäude von 1980 bis 1986 unter behutsamer Wahrung der alten Bausubstanz zum Museum umgebaut. Weltweit einzigartig ist seine Sammlung französischer Impressionisten. Aber auch die anderen Sammlungen von Gemälden, Skulpturen und anderer Kunstobjekte fast aller Stilrichtungen und von vielen Einzelkünstlern aus der Zeit zwischen 1848 und 1914 sind sehr umfangreich und von herausragender Qualität.
Das 1977 nach Plänen der Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini eröffnete Centre Pompidou (Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt. Besonders die Architektur des Gebäudes aus Stahl und Glas sorgte für Aufsehen: Alle Versorgungsleitungen sind an der Fassade angebracht. Das Centre Pompidou wurde als Informationsbasar für die französische Bevölkerung konzipiert, das freien Zugang zu Wissen garantieren soll. Es beherbergt die Bibliothèque Publique d'Information und das Musée National d'Art Moderne mit einer hervorragenden Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, vor allem Werke des Surrealismus, Fauvismus, Kubismus und des Abstrakten Expressionismus. Organisatorisch ist es verbunden mit dem IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique).
Das Musée Picasso gehört zu den bedeutenden Museen von Paris. Im Museum sind circa 250 Werke des Künstlers Pablo Picasso aus allen Perioden seines Lebens, vor allem Gemälde und Skulpturen, ausgestellt. Zu den Museumsbeständen gehört auch die einstige private Kunstsammlung Picassos mit den Gemälden unter anderem von Georges Braque, Paul Cézanne, Henri Matisse, Joan Miró und Amedeo Modigliani. Das Museum befindet sich im Palast Hôtel Salé. Er wurde in den Jahren 1656-1659 für Pierre Aubert, einen Einnehmer der Salzsteuer, gebaut. Von dieser Funktion des Bauherrns wird der Spitzname Salé („gesalzenes“) abgeleitet. Centre Pompidou.jpg Das Musée national du Moyen Âge (der Name bis zum Jahr 1980: Musée de Cluny) gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Paris. Es beherbergt eine große Sammlung mittelalterlicher Gerätschaften und Kunstgegenstände. In den Jahren 1485 bis 1490 entstand der Palast Hôtel de Cluny. Er verbindet einige Stilelemente der Spätgotik und der Renaissance. 1842 wurde das Ensemble zum Staatsbesitz, 1844 dann das Museum eröffnet. Im September 2000 legte man neben dem Hôtel de Cluny der Mittelalterliche Garten (fr. Le jardin médiéval) mit einer Fläche von circa 5.000 Quadratmeter an.
Das Grand Palais entstand nach Plänen der Architekten Henri Deglane (1851-1932) und Albert Louvet (1860-1936) und war Ausstellungshalle zur Weltausstellung 1900 in Paris. Es besitzt eine 240 Meter lange und 20 Meter hohe Fassade mit ionischen Säulen. Im Gebäude finden bedeutende Kunst- und Gemäldeausstellungen statt. Im Westflügel ist ein naturwissenschaftliches Museum, das zu praktischen Erkundungen einlädt, der so genannte „Palast der Entdeckung“ (Palais de la Découverte), untergebracht.
Gleich daneben befindet sich das zur gleichen Zeit errichtete Petit Palais. Charles Girault war der Architekt des für die im Jahr 1900 durchgeführte Weltausstellung im Stil der Belle Epoque errichteten neobarocken Gebäudes. Mit seinen reichen Deckenmalereien und seinem vergoldeten schmiedeeisernen Eingangstor beherbergt es seit 1902 die Kunstsammlungen der Stadt. Die Fassaden des halbrunden Gebäudes bestehen fast nur aus Fenstern.
Erste urbanistisch relevante Maßnahmen ergriff in Paris Anfang des 17. Jahrhunderts Heinrich IV. mit der Anlage der ersten zwei von insgesamt fünf sogenannten "königlichen Plätzen".
Die quadratische Place des Vosges (1605 - 1611), früher "Place Royale" im Marais (4. Arrdt.) bietet ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten aus Back- und Quaderstein im Stil des frühen 17. Jahrhunderts. Die Mitte des Platzes ziert das Reiterstandbild von Ludwig XIII.
Zu gleichen Zeit entstand in demselben Stil die dreieckige Place Dauphine (1607 - 1612) an der östlichen Spitze der Ile de la Cité (1. Arrdt.), nach Plänen von Louis Métezeau und Jacques II. Androuet Du Cerceau. Die Achse des später zu einem Drittel zerstörten Platzes lässt durch eine Öffnung im Westen den Blick auf die Brücke Pont Neuf frei und auf das Reiterstandbild von Heinrich IV..
Die Place des Victoires (1675), mit rundem Grundriss, wurde auf Initiative des Höflings François d'Aubusson de la Feuillade nach Plänen von Jules Hardouin-Mansart zu Ehren des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. entworfen um seinem Standbild von Desjardins einen würdigen Rahmen zu geben. Letzteres wurde in der Revolution zerschlagen und erst 1822 durch das heutige Reiterstandbild von Bosio ersetzt. Hier, so wie auf den folgenden "Königlichen Plätzen" ersetzt der schöne hellgelbe Quaderstein, der sich hervorragend für den Steinschnitt eignet, den bisher üblichen Backstein.
Auch die überaus harmonische und in seinem ursprünglichen Zustand erhaltene Place Vendôme (1690 - 1720) wurde zu Ehren Ludwigs XIV. angelegt. Die Pläne lieferte abermals Jules Hardouin-Mansart. Das früher hier befindliche Reiterstandbild fiel, wie nahezu alle Abbilder der Mitglieder des französischen Königshauses, der Revolution zum Opfer, was Napoléon Gelegenheit gab, hier 1806 in Erinnerung an die Schlacht von Austerlitz eine 44 Meter hohe Triumphsäule errichten zu lassen.
Die ab 1755 angelegte Place de la Concorde sollte der größte und letzte der "Königsplätze" von Paris werden. Der Platz blieb unvollendet. Während der Revolution in Place de la Révolution umbenannt, empfing er - an Stelle der zerstörten Reiterstatue Ludwigs XV. - die Guillotine, unter der im Jahre 1793 Ludwig XVI. und die Königin Marie-Antoinette enthauptet wurden. Seit 1836 wird der Platz von dem 23 Meter hohen Obelisken von Luxor dominiert. Daneben befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen von Jakob Ignaz Hittorff.
Arc_de_tiromphe_defense.jpg Am Concordenplatz beginnt die Prunk-, Pracht- und Paradestrasse Avenue des Champs-Élysées, eine der großen und berühmten "Weltstrassen". Die 1,5 Kilometer lange und 71 Meter breite Avenue bildet das Kernstück und Rückgrat der einzigartigen vom Osten zum Westen weisenden Axe historique, einer Sichtachse die im Innenhof des Louvre beginnt, über den Tuileriengarten, die Place de la Concorde und den Arc de Triomphe bis zur Grande Arche und darüber hinaus reicht. Hier befinden wir uns schon jenseits der westlichen Ausfallstrasse, in dem weit außerhalb von Paris gelegenen Geschäftsviertel La Défense. Als unter Ludwig XIV. von dem Hofgärtner André Le Nôtre die ersten Bäume der den Champs-Elysées gepflanzt wurden, führte sie noch durch freie Felder. Die beliebte Promenade der Pariser war damals die Strassenkette der aneinandergereihten Boulevards, die selten mit ihren verschiedenen Namen sondern schlicht "Les Grands Boulevards" genannt werden.
Die ältesten Bauwerke der Stadt befinden sich im Quartier Latin an den Hängen der Montagne-Sainte-Geneviève, auf der sich ab 52 v. Chr. die Römer in dominanter Lage ansiedelten.
Die stark restaurierten Überreste der im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten Arena von Lutetia und die Ruinen der sogenannten Thermen von Cluny aus der Zeit um 200 n. Chr. sind die einzigen sichtbaren Spuren aus der gallo-römischen Epoche.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches entstanden zunächst vor allem Sakralbauten, während die in Paris weilenden fränkischen Teilkönige sich den ehemaligen Palast der römischen Statthalter auf der Île de la Cité zu eigen machten, der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals vergrößert und umgebaut wurde und heute als Palais de la Cité bekannt ist. SainteChapelleFenster.jpg
Die ältesten erhaltenen Teile des Palais de la Cité sind die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Ludwig IX. dem Heiligen von Pierre de Montreuil errichtete Palastkapelle Sainte-Chapelle und die unteren Partien des sogenannten Bonbec-Turmes an der Nordfassade. Die danebenliegenden beiden Tortürme Tour d'Argent (Silberturm) und Tour de César sowie der nach seiner Uhr Tour de l'Horloge genannte, im 19. Jahrhundert stark veränderte Eckturm entstanden etwas später unter Philippe IV. dem Schönen. Hinter der massiven Doppelturmanlage verbirgt sich die nach dem früheren Palastverwalter (frz. Concièrge) benannte Conciergerie, die bereits um 1400 als Gefängnis genutzt wurde und während der Revolution als „Wartesaal für die Guillotine“ diente.
Bereits 1358 war der Palais de la Cité als Königsresidenz aufgegeben worden und zwar zu Gunsten des heute verschwundenen Hôtel Saint- Pol, der im Osten von Paris entstandenen Burg von Vincennes und der schon 1190 unter Philippe-Auguste entstandenen Wehranlage des früheren Louvre, deren mächtiger runder Bergfried seinerzeit das rechte Ufer beherrschte.
Der Louvre wie wir ihn heute kennen, ist das Ergebnis von zahlreichen Baukampagnen unter vielen Königen und umfasst Teile aus dem Mittelalter, der Renaissance, der Barockzeit, dem Zweiten Kaiserreich sowie das bedeutende, seit 1981 auf Wunsch des Staatspräsidenten François Mitterrand von dem Architekten Ieoh Ming Pei geschaffene „unterirdische Reich“ des Louvre, das in erster Linie der Schaffung fehlender Infrastrukturen für das hier angesiedelte Museum dient.
Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und dem 16. Jahrhundert stammen mehrere interessante, hierzulande „Hôtels“ genannte Stadtpaläste des Marais-Viertels, wie beispielsweise das Hôtel de Sens, das zwischen 1475 und 1507 im Auftrag von Tristan von Salazar, Erzbischof von Sens entstand, das ab 1548 für den Gerichtspräsidenten Jacques de Ligneris errrichtete Hôtel Carnavalet, das um 1585 für Diana von Frankreich entworfene und jetzt Louis Métezeau zugeschriebene Hôtel Lamoignon sowie der Hôtel de Sully genannte Stadtpalast des Finanzinspektors Mesme Gallet, den Roland de Neufbourg 1630 nach den Plänen von Jean I. Androuet Du Cerceau vollendete. Er ist heute Sitz des Denkmalpflegevereins.
Auf dem linken Ufer ließ unterdessen Jacques d'Amboise, Abt von Cluny zwischen 1485 und 1510, neben den Ruinen der römischen Thermen das Hôtel de Cluny vollkommen neu erbauen, das den Äbten von Cluny seit 1330 als Stadtresidenz diente. Das dort untergebrachte Musée National du Moyen Age (Museum des Mittelalters) besitzt den einzigartigen Wandbehang mit Szenen zum Thema der "Dame mit dem Einhorn".
Mit dem Brunnen Fontaine des Innocents schufen Pierre Lescot und Jean Goujon 1547 bis 1549 ein Werk, das heute zu den wichtigsten verbleibenden Zeugnissen der frühen Renaissance in Paris gezählt wird. Allerdings wurde die Anordnung der drei originalen Brunnenseiten, die ursprünglich eine Tribüne bildeten, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollkommen verändert und eine vierte Seite von Pajou und Houdon hinzugefügt.
Das ursprüngliche Pariser Rathaus (Hôtel de Ville) war zwischen 1551 und 1628 auf Anregung von König Franz I. nach Plänen des italienischen Architekten Dominico da Cortona, genannt Boccadoro, im Stil der Renaissanceschlösser des Loiretals entstanden. Es brannnte 1871 während des Aufstandes der Kommune ab. Das heutige Rathaus ist eine Kopie des Vorgängerbaus. Das Gebäude im Stil des Klassizismus mit 146 Statuen auf der Fassade wurde in den Jahren 1874-1882 gebaut und von den Architekten Théodore Ballu (1817-1885) und Pierre Deperthes (1833-1898) entworfen. Es befindet sich nach ihm benannten 4. Arrondissement am ehemaligen Place de Grève, des heutigen Place de l'Hôtel de Ville.
Dem Palais du Luxembourg, im Jahre 1615 von Maria von Medici als Landschloss weit außerhalb der damaligen Stadtgrenzen bei dem Architekten Salomon de Brosse in Auftrag gegeben, liegen wenigstens teilweise Pläne des Palazzo Pitti in Florenz zugrunde, in dem die Königinmutter und Regentin ihre Kindheit verlebt hatte. Die Gartenseite erfuhr im 19. Jahrhundert erhebliche Veränderungen. Hier tagt seit 1852 der französische Senat, der den zu dem Palais gehörenden, früher königlichen, heute staatlichen Schlosspark Jardin du Luxembourg der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.
Das Palais Royal, nördlich vom Louvre, wurde in den Jahren 1627 bis 1629 von Jacques Le Mercier für den ersten Minister Ludwigs XIII., Kardinal Richelieu gebaut, kam nach dessen Tod an die Krone und nahm seinen heutigen Namen an. Dort wuchs Ludwig XIV. auf. Heute beherbergt das Palais die Comédie Française, den Staatsrat (fr. Conseil d'Etat), den Verfassungsrat (fr. Conseil Constitutionnel) und das Kultusministerium. An den Hof, in dem Daniel Buren ein interessantes begehbares Kunstwerk schuf, schliesst sich ein schöner Garten an.
Weitere wichtige Bauten des 17. Jahrhunderts sind die Barockkirche des Val-de-Grâce Klosters, das Collège des Quatre-Nations, heute Sitz des Institut de France, das Invalidenheim und das Observatorium.
Der Élysée-Palast ursprünglich nach seinem Auftraggeber „Hôtel d'Évreux“ und später nach der nahegelegenen Avenue des Champs-Élysées benannt, ist der Amtssitz des französischen Staatspräsidenten. Erbaut wurde er in den Jahren von 1718 bis 1722 nach den Plänen des Architekten Armand-Claude Mollet, der das umliegende Grundstück kurz zuvor an den Grafen von Évreux, Henri-Louis de la Tour d'Auvergne, verkauft hatte und von diesem nun mit dem Bau einer Residenz beauftragt wurde. Nach dem Tod des Grafen im Jahre 1753 erwarb Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als die Marquise de Pompadour, den Palast und ließ ihn durch ihren Architekten im Inneren stilvoll herrichten. Der Garten wurde nach ihren Vorstellungen hin vergrößert und um Säulengänge und Lauben, sowie einem Labyrinth erweitert. Der Palast liegt nördlich der Seine in der ehemaligen Vorstadt Faubourg Saint-Honoré nur einige Schritte von der Champs-Élysées und wenige Gehminuten vom Place de la Concorde entfernt.
Unter Ludwig XV. (Frankreich) entstanden die grandiosen Bauten von Ange-Jacques Gabriel, welche die Nordseite des Place de la Concorde bilden; die „La Monnaie“ oder „Hôtel des Monnaies“ genannte Münzprägewerkstatt, zwischen 1771 und 1777 von Jacques-Denis Antoine geschaffen, und die École Militaire (Militärschule), ebenfalls ein Werk von Ange-Jacques Gabriel. Der weitaus imposanteste, von weit her sichtbare Bau aus dieser Zeit ist jedoch das Panthéon, ein Kuppelbau, der sowohl in die sakralen als auch in die profanen Bauten der Stadt eingereiht werden kann, da er mehrmals seine Bestimmung gewechselt hat.
Das Panthéon wurde zwischen 1764 und 1790 von Jacques-Germain Soufflot und seinen Schülern als Klosterkirche für die damals hier befindliche Benediktinerabtei errichtet, deren Refektorium sowie ein Turm in dem nahegelegenen Lycée Henri IV erhalten sind, einer der ältesten und bekanntesten Schulen Frankreichs. Nach der französischen Revolution 1789 wurde die Kirche zur nationalen Ruhmeshalle erklärt. Nach mehreren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist sie seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste der hier beigesetzten Personen: Voltaire, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau, Marie Curie. 1849 gelang dem Physiker Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel hier der empirische Nachweis der Erdrotation. Das Pendel befindet sich heute in der Kapelle des Musée des arts et métiers.
Das schönste, wenngleich nicht das repräsentativste Bauwerk des 1. Kaiserreiches schufen zwischen 1806 und 1808 Charles Percier und Fontaine mit dem in der sogenannten Cour Napoléon des Louvre errichteten Arc de Triomphe du Carrousel.
Noch während des Baus des Arc de Triomphe du Carrousel gab Napoléon 1806 den großen Triumphbogen an der Place de l'Etoile in Auftrag, der erst 1836 unter Louis-Philippe vollendet wurde. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Er steht im Zentrum des Platzes, der seit 1970 Place Charles de Gaulle - Étoile heißt, am westlichen Ende der Avenue des Champs-Élysées und ist Teil der Axe historique (dt.: „historischen Achse“), einer Reihe von Monumenten und großen Straßen, die weiter westlich in das Défense-Viertel weisen.
Im gleichen Jahr wurde der Bau eines Ruhmestempels zu Ehren der napoléonischen Grande Armée geplant. Dieses erst 1842 fertiggestellte Gebäude kennen wir heute als Madeleine-Kirche.
Ebenfalls im 1. Kaiserreich vergeben wurde der Auftrag für die Errichtung der Börse. 1808 von Alexandre-Théodore Brongniart begonnen, wurde sie nach dessen Tod 1827 von Éloi de Labarre vollendet
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verwandelte die bis dahin größtenteils noch vom Mittelalter geprägte Stadt sich in eine prestigevolle, beispielhafte und moderne Metropole, die die Bewunderung von Tausenden von ausländischen Weltausstellungsbesuchern hervorrufen sollte. Der umwälzenden Stadtsanierung, die nach dem Willen Napoléons III. von dem ihm treu ergebenen Baron Haussmann durchgeführt wurde verdankt Paris seine breiten Straßen, mehrere Brücken, zahlreiche Plätze und Parks sowie die Anlage der beiden Stadtwälder und nicht zuletzt die Säumung der neuen Straßen mit den für Paris so typischen Häusern im sogenannten „Haussmann-Stil“.
Krönung dieser schaffensfrohen Epoche wurde das als Palast (Palais Garnier) bezeichnete Opernhaus der Pariser Oper (1861 - 1875) von Charles Garnier.
Für den Neubau des Universitätsgebäudes der Sorbonne wurde 1885 die größte Pariser Baustelle des 19. Jahrhunderts eröffnet, wenn man von der Konstruktion des Eiffelturmes, dem Werk eines Ingenieurs, absieht. Erst 1901 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Sorbonne, eine der ältesten Universitäten nördlich der Alpen, war schon im 13. Jahrhundert im Quartier Latin gegründet worden. Hier studierten und lehrten einige der bedeutendsten Philosophen des Mittelalters.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der 300,51 Meter hohe Eiffelturm (324,8 Meter mit Antenne), eine Konstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung eigentlich nur temporär errichtet werden sollte. Der Stahlfachwerkturm ist nach seinem Erbauer Alexandre Gustave Eiffel benannt. Er ist eine der größten Touristenattraktionen mit mehr als sechs Millionen Besuchern jährlich. Im Jahr 2002 wurde der insgesamt 200-millionste Besucher empfangen.
Über das ganze Stadtgebiet von Paris verteilt, hauptsächlich auf den meistbenutzten Fußgängerwegen, befinden sich die Wallace-Brunnen. Die öffentlichen Trinkwasserspender in Form kleiner gusseiserner Skulpturen sind nach dem Engländer Richard Wallace benannt, der ihre Errichtung finanzierte. Ihrer herausragenden Ästhetik wegen gelten sie weltweit als ein Wahrzeichen der Stadt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte Paris unter anderem dank der sogenannten "Großen Projekte" (grands projets) der französischen Staatspräsidenten eine rege Bautätigkeit.
Georges Pompidou († 1974) war 1970 Initiator des neuen Kunst- und Kulturzentrums Centre Pompidou. Als Preisträger eines internationalen Wettbewerbes wurden Renzo Piano und Richard Rogers mit der Errichtung der spektakulären Metallkonstruktion beauftragt, die zwischen 1972 und 1977 entstand.
Der konservativere Valéry Giscard d'Estaing (Staatspräsident von 1974 bis 1981) begnügte sich mit der Rehabilitation bereits bestehender Bauten, wie dem Umbau des stillgelegten Orsay-Bahnhofes zu einem Museum und der Einrichtung der Cité des Sciences et de l'Industrie in der Rohbauruine der Schlachthöfe in La Villette.
Allerdings veranlasste Giscard d'Estaing 1980 auch die Gründung des Institutes der Arabischen Welt, ebenfalls ein Kunst- und Kulturzentrum mit angeschlossenem Museum, Bibliothek und Theater. Der Bau wurde jedoch erst zwischen 1983 und 1987 unter seinem Nachfolger François Mitterrand von der französischen Architektengruppe Jean Nouvel, Pierre Soria und Architecture Studio verwirklicht.
François Mitterrand (Staatspräsident von 1981 bis 1995) kündigte seinerseits schon in seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt den Umbau des Louvre zu einem "würdigen Museum Frankreichs" an. Der Auftrag zu diesem Großprojekt ging ohne Ausschreibung an den renommierten amerikanischen Architekten chinesischer Herkunft Ieoh Ming Pei.
Die Notwendigkeit, ein neues Finanzministerium zu bauen, ergab sich unter anderem aus der Tatsache, dass die Kabinette der beiden Minister aufgrund des geplanten Umbaus des Louvre aus dem dortigen Nordflügel weichen mussten. Das neue Ministère des Finances (1984–1989), ein Gemeinschaftswerk von Paul Chemetov und Borja Hidobro, entstand auf einem Gelände im Osten der Stadt, wo zur gleichen Zeit der neue Parc de Bercy angelegt wurde und die Stadt Paris von Pierre Parat und A. Andrault die Multizweck-Sporthalle Palais Omnisport de Paris Bercy errichten ließ.
Persönliches Prestigeobjekt Mitterrands während seiner ersten Amtszeit wurde die neue Bastille-Oper (1983 - 1989) an dem gleichnamigen Platz, auf dem am 14. Juli 1789 mit dem Sturm auf die Bastille die Revolution ausgebrochen war und Mitterrand 1981 seinen Wahlsieg gefeiert hatte. Symbolträchtig war auch die Wahl des Einweihungstages dieser nach Plänen des Architekten Carlos Ott in einer eigenwilligen Form aus Glas und Aluminium entstandenen neuen Oper: die erste Aufführung fand am 13. Juli 1989, dem Vorabend des 200. Jahrestags des Sturms auf die Bastille, statt.
Die Grande Arche von Johann Otto von Spreckelsen, ein torförmig durchbrochener Kubus von gewaltigen Ausmaßen, steht im Défense-Viertel außerhalb von Paris. Er wurde 1989 eingeweiht. In diesem Jahr trat François Mitterrand seine zweite Amtszeit als Staatspräsident an. Bereits einige Monate zuvor hatte er ein weiteres Projekt ins Leben gerufen, um die alte Nationalbibliothek zu entlasten.
Die neue Nationalbibliothek (1990–1996) wurde von dem Architekten Dominique Perrault entworfen. Die vier Ecken des Gebäudes weisen je einen 79 Meter hohen Turm mit einer durchgehenden Glasfront auf. Die Türme sind L-förmig und symbolisieren ein aufgeschlagenes Buch.
Jacques Chirac führt die Tradition der "Bauten der Präsidenten" fort. Am 20. Juni 2006 weihte er das neue Musée du quai Branly von Jean Nouvel ein.
Daneben entstanden in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche sehenswerte kleinere Bauten, wie beispielsweise die Fondation Cartier (1994, Jean Nouvel) und das American Center (1994, Frank Gehry), jetzt Kinomuseum.
Paris ist auch bekannt für seine vornehmen und eleganten Hotels, die unter anderem an der rue de Rivoli gegenüber dem Tuilerien-Garten, in der rue Castiglione und an der Place Vendôme angesiedelt sind. Hier findet man das Hotel „Meurice“, das „Westin“ (früher „Intercontinental“ mit seinem repräsentativen Patio), das Hotel „Lotti“ und das berühmte „Ritz“. Natürlich befinden sich in der Stadt aber Hotels und Unterkünfte in fast allen Preisklassen. Besonders reizvoll sind die kleinen Stadthotels mit dem berühmten Pariser Charme, auf die man oft ganz unverhofft trifft. Für all diejenigen, die für mehr als drei Monate nach Paris kommen, bietet sich die Anmietung eines möblierten Appartements an.
Die frühere Abteikirche St. Germain-des-Prés am Boulevard Saint-Germain (6. Arrdt.) erinnert daran, dass der fränkische König Childebert I. aus dem Geschlecht der Merowinger, ein Sohn von Chlodwig I. hier im Jahr 557 eine später sehr bedeutende Abtei gründete. Der Portalturm der heutigen Kirche und die unteren Bereiche der Kirchenschiffe stammen aus dem 11. Jahrhundert, den Chor weihte im Jahr 1163 Papst Alexander II.. Der Bau erfuhr bis zum 17. Jahrhundert verschiedene Änderungen. Die Wandmalereien im Kirchenschiff schuf im 19. Jahrhundert Hippolyte Flandrin.
Die Kathedrale Notre-Dame de Paris auf der Île de la Cité (4. Arrdt.) ist eine der frühesten gotischen Kathedralen Frankreichs. Sie ist Maria, der Mutter Jesu, geweiht (frz.: Notre Dame = Unsere Liebe Frau). Der Bau wurde im Jahr 1163 unter Bischof Maurice de Sully begonnen und erst 1345 fertiggestellt. Die Ausmasse des Kirchenschiffes betragen 130 Meter mal 48 Meter bei einer Höhe von 35 Metern. Es bietet, Empore eingeschlossen, Raum für 9000 Plätze. Die Höhe der beiden Türme beträgt 69 Meter, der Dachreiter erreicht 90 Meter.
Die Kirche St. Germain-l'Auxerrois neben dem Louvre (1. Arrdt.) stammt in ihren Grundzügen noch aus der Zeit der Romanik im 12. Jahrhundert. Sie besitzt allerdings sowohl ein gotisches Strebwerk, als auch ein hochgotisches Portal. Die Anbauten und Türme an dieser Kirche stammen aus dem Barock. Diese Kirche, welche gegenüber dem Westportal des Louvre und somit am westlichen Ende der Achse, Champs-Élysées, liegt, ist dem heiligen Germanus von Auxerre geweiht (St. Germain l'Auxerrois).
Die Pfarrkirche Saint-Sulpice südlich vom Boulevard Saint Germain (6. Arrdt.) ist dem heiligen Sulpicius II. von Bourges geweiht. Sie ersetzt einen romanischen Vorgängerbau aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Arbeiten an der heute existierenden Kirche begannen im Jahre 1649 wurden aufgrund politischer und finanzieller Schwierigkeiten aber erst im 18. Jahrhundert abgeschlossen. Die klassizistische entwarf Giovanni Servandoni im Jahr 1732.
Die Palastkapelle Sainte-Chapelle im Palais de la Cité (1. Arrdt.) unweit der Kathedrale ließ Ludwig der Heilige in den 1240er Jahren erbauen, um sehr kostbare Reliquien aufzunehmen: die Dornenkrone Christi und Teile des „Wahren Kreuzes“. Diese für den gotischen style rayonnant des 13. Jahrhunderts beispielhafte Kapelle gehört zu den schönsten Baudenkmälern der Gotik. Der größte Teil ihrer Wände wird von kostbaren Buntglasfenstern eingenommen, wodurch der hohe Raum von unirdisch wirkendem Licht durchflutet wird.
Der Invalidendom (frz. Dôme des Invalides) wurde zwischen 1670 und 1691 von Jules Hardouin-Mansart auf dem linken Seineufer erbaut (7. Arrdt.). Diese prächtige königliche Kuppelkirche ist, so wie die benachbarte Soldatenkirche Saint-Louis-des-Invalides Teil des "Hôtel des Invalides" (Invalidenheim) und zählt zu den schönsten barock-klassizistischen Bauten des Landes. Ihr Inneres wurde im 19. Jahrhundert zu einem Grabmal für den Kaiser Napoléons umgestaltet, der hier seit seiner Überführung aus Sankt Helena (1840) ruht, so wie verschiedenen andere bedeutende Persönlichkeiten.
Der Bau der Kirche La Madeleine nördlich des Concordenplatzes (8. Arrdt.) begann 1764 nach dem Entwurf des Architekten Pierre Contant und wurde im Dezember 1791 aufgrund der Französischen Revolution eingestellt. Die Arbeiten wurden von dem Architekten Jacques-Marie Huvé (1783-1852) wieder aufgenommen und im Jahre 1842 abgeschlossen, die Weihe zur Pfarrkirche erfolgte am 9. Oktober 1845. Die Innenausstattung entstammt vorwiegend den Jahren 1830-1840. Als besonders sehenswert gilt die Statue der Maria Magdalena von Carlo Marochetti. Die Orgel des bedeutenden französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (1811-1899) gilt als eine der klangvollsten der Stadt.
Die Basilique du Sacré-Cœur (Basilika vom Heiligen Herzen) ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche auf dem Hügel von Montmartre und bildet den höchstgelegenen Punkt der Stadt nach dem Eiffelturm. Der Bau der Kirche im „Zuckerbäckerstil“ wurde 1875 vom Architekten Paul Abadie begonnen, der sich in einem Wettbewerb gegen 78 Mitbewerber durchgesetzt hatte und dessen Entwurf deutlich durch den römisch-byzantinischen Stil alter Kirchen wie der Hagia Sophia und des Markusdoms in Venedig inspiriert wurde. Abadie verstarb bereits 1884, als der Bau erst begonnen war. Ihm folgten bis zur Fertigstellung 1914 sechs Architekten in der Bauleitung nach.
Paris erweckt auf Anhieb den Eindruck einer grünen Stadt. Seine Straßen sind mit rund 89.000 Bäumen gesäumt. Das städtische Gartenbauamt Direction des Parcs, Jardins et Espaces Verts de Paris unterhält innerhalb der Stadtgrenzen 2.437 Hektar Grünflächen, zu denen außer den beiden großen Stadtwäldern Bois de Vincennes (995 Hektar) und Bois de Boulogne (846 Hektar) auch die 14 innerstädtischen Friedhöfe (92 Hektar) zählen, die Gartenbauschule Ecole Horticulture Du Breuil (22 Hektar) und das Gartenbauzentrum Centre Horticole Auteuil-Longchamps (8,5 Hektar), in dem Blumen und Sträucher gezüchtet werden.
Als Erholungsgebiet abzuziehen sind die bepflanzten Böschungen der Ringautobahn Boulevard périphérique (51 Hektar). Auf die Grünanlagen von städtischen Sportanlagen, Schulen, Kindergärten und Krippen entfallen 36 Hektar. Die restliche Fläche (386 Hektar) wird von öffentlichen Promenaden, Parks, und Gärten, den Squares genannten begrünten Plätzen und von Blumenrabatten eingenommen. Die Stadt Paris besitzt darüber hinaus jenseits ihrer Grenzen 6 weitere Friedhöfe, den Wald Beauregard bei La-Celle-Saint-Cloud und Blumenproduktionsstätten in Rungis, Fresnes und Achères (insgesamt 477 Hektar). Außer den städtischen Anlagen stehen den Bewohnern und Besuchern von Paris sieben vom Staat unterhaltene Gärten und Parks mit insgesamt 118 Hektar Fläche zur Verfügung.
Der mit auffällig vielen Statuen geschmückte Tuileriengarten erstreckt sich am rechten Seine-Ufer vom Louvre bis zum Place de la Concorde. Er erinnert an das frühere Schloss der Katharina von Medici, das nach ihr noch viele Herrscher bewohnen sollten, bis es 1871 während der Pariser Kommune zerstört wurde. In dem westlichen Bereich des Gartens befinden sich das ehemalige Ballhaus Jeu de Paume, in dem heute eine Galerie untergebracht ist, und die zum Museum umfunktionierte frühere Orangerie.
Einer der beliebtesten städtischen Parks ist der im Jahr 1612 angelegte Jardin du Luxembourg im Quartier Latin, der zum Palais du Luxembourg gehört. Hier tagt heute der Senat, die zweite Kammer der französischen Parlaments. Der Garten umfasst streng geometrisch angelegte Partien, aber auch freier gestaltete Zonen. Im Jardin du Luxembourg befindet sich außerdem eine zwei Meter hohe Kopie der New Yorker Freiheitsstatue. An den Gittern des Parks sind regelmäßig Foto-Ausstellungen zu sehen.
Der Stadtwald Bois de Boulogne an der westlichen Stadtgrenze bei Boulogne-Billancourt gelegen, ist mit einer Fläche von rund 8,5 Quadratkilometern das größte innerstädtische Erholungsgebiet. Dort befand sich seit jeher eine große Waldfläche, der Bois de Rouvray. Bereits der Frankenkönig Dagobert I. kam im 7. Jahrhundert hierher, um zu jagen. 1848 übernahm der Staat den Wald und übertrug ihn 1852 der Stadt Paris. Im Zuge der Umgestaltung von Paris unter Napoléon III. durch Haussmann wurde der Wald unter der Leitung des Gartenarchitekten Jakob Ignaz Hittorff zu einem bewaldeten Park umgebaut. Es entstanden Wege und künstliche Wasserflächen. Fehlplanungen bewirkten, dass die künstlichen Seen nicht gefüllt werden konnten. Einige der Seen lagen am Hang. Hittorff wurde von Haussmann entlassen und durch den Ingenieur Jean-Charles Alphand und den Landschaftsgärtner Jean-Pierre Barillet-Deschamps ersetzt. Die beiden lösten das Wasserproblem durch die Schaffung künstlicher Wasserfälle (Kaskaden).
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Der Bois de Vincennes ist der zweite, im Stil englischer Landschaftsgärten angelegte Pariser Stadtwald. Er war seit jeher königliches Jagdrevier und beherbergte in früheren Zeiten ein Jagdschloss, das später durch eine Festung ersetzt wurde, die wir heute als Schloss Vincennes kennen. 1860 überließ Napoléon III. den Wald der Stadt Paris mit dem Auftrag, ihn ähnlich wie den Bois de Boulogne neu zu gestalten. Der Landschaftsarchitekt Jean-Charles Alphand ließ das Gelände aufforsten und mit künstlichen Hügeln und drei Seen versehen. Für die Olympischen Sommerspiele von 1900 wurden Sportanlagen gebaut und die Wege für diesen Zweck ausgebaut.
Der 1986 von dem Architekten Bernard Tschumi entworfene neue Stadtpark Parc de la Villette zählt mit 25 Hektar zu den größten Pariser Grünflächen. Er entstand auf dem Gelände des 1974 geschlossenen Schlachthofes La Villette und wird von dem Kanal de l'Ourcq durchquert. Bereits 1984 wurde das Zenith eröffnet, an dessen Gestaltung sich die später errichteten Gebäude orientierten. Sämtliche Elemente des Parks sind in futuristischem Stil gebaut. Der Park beherbergt, neben anderem, die Cité des sciences et de l'industrie (ein Technikmuseum, ähnlich dem schweizerischen Technorama), das kugelförmige IMAX-Kino Géode, die Cité de la musique, das Zénith und das Unterseeboot l'Argonaute.
Zu den Grünflächen, die einen Besuch lohnen, zählen in Paris auch die Pariser Friedhöfe. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden außerhalb der damaligen Grenzen der Hauptstadt drei und in Paris ein neuer Friedhof angelegt: der Cimetière de Montmartre im Norden, der Cimetière du Père Lachaise im Osten, der Cimetière du Montparnasse im Süden, sowie der Cimetière de Passy angelegt. Die Bekanntheit dieser Friedhöfe beruht im Wesentlichen darauf, dass hier eine große Anzahl von berühmten Persönlichkeiten beerdigt sind.
Der Père Lachaise ist der größte Friedhof von Paris und einer der berühmtesten Friedhöfe der Welt. Er ist nach François d'Aix Lachaise benannt, auf dessen Gärten der Friedhof errichtet wurde. Das Konzept des Père Lachaise wurde 1808 dem neoklassischen Architekten Alexandre-Théodore Brongniart anvertraut, der zu dieser Zeit Generaloberinspekteur der zweiten Sektion für Öffentliche Arbeiten im Département Seine und der Stadt Paris war. Brongniart entwarf die großen Achsen sowie die Grabmonumente, von denen aber nur das für die Familie Greffuhle im neogotischen Stil verwirklicht wurde.
In La Défense, einem seit Ende der 1950er Jahre in den westlichen Vororten Courbevoie, Nanterre und Puteaux entstandenen Büro- und Geschäftsviertel in dem Wolkenkratzer dominieren, befindet sich als westliche Fortführung der berühmten Pariser Achse die so genannte Grande Arche. Der 110 Meter hohe Kubus ist ein Entwurf des Architekten Johann Otto von Spreckelsen der von Paul Andreu ausgeführt wurde. Er bildet den westlichen Ausgangspunkt der axe historique, die zusammen mit dem Arc de Triomphe und dem Arc de Triomphe du Carrousel beim Louvre eine Gerade bildet. Die Einweihung erfolgte mit dem Gipfeltreffen der Staatschefs der G7 am 14. Juli 1989 zur 200-Jahr-Feier der Französischen Revolution. Das Gebäude dient dem französischen Handels- und Transportministerium als Sitz.
Das Schloss Fontainebleau in dem gleichnamigen Ort 65 Kilometer südlich von Paris wurde im 16. Jahrhundert unter Franz I. und Heinrich II. an der Stelle eines Jagdschlosses gebaut. Der Architekt war Philibert Delorme (1510-1570). Es ist vor allem für seine Renaissanceausstattung berühmt.
Das Schloss Versailles in der westlich von Paris gelegenen Stadt Versailles war Vorbild vieler europäischer Königs- und Fürstenschlösser. Für die Vergrösserung des Jagdschlosses Ludwigs XIII. zog Ludwig XIV. im Jahr 1661 den Architekten Le Vau, den Hofmaler Le Brun und den Gartenarchitekten Le Nôtre heran. Den mittleren Flügel der insgesamt 750 m langen barock-klassizistischen Gartenfront nehmen die vielbewunderte "Galerie des Glaces" (Spiegelgalerie) sowie die Ecksalons des Krieges und des Friedens ein. An diese schliessen sich im Norden das Staatsgemach des Königs, im Süden das Gemach der Königin an. Beachtung verdienen weiter das zweite Schlafzimmer des Königs im Mittelpunkt des Schlosses, die Kapelle, die Oper, und die erst im 19. Jahrhundert ausgestattete Schlachtengalerie.
Die Basilika Saint-Denis ist eine ehemalige Abteikirche in der Stadt Saint-Denis nördlich von Paris und die Grabstätte der französischen Monarchen, welche seit dem Ende des 10. Jahrhunderts nahezu alle hier begraben liegen. Schon im 5. Jahrhundert stand hier über dem Grab des Dionysius von Paris ein Kloster, das im 7. Jahrhundert unter Dagobert I. zur Abtei erweitert wurde. In dem ab 1136 erneuerten Chor wurde 1142 das Kreuzrippengewölbe erfunden. Damit wurde die Basilika das erste gotische Gebäude der Welt. Die Kirche hat seit 1966 den Status einer Kathedrale.
Das Disneyland Resort Paris in der Planstadt Marne-la-Vallée, etwa 30 Kilometer östlich von Paris, ist ein 1943 Hektar großer Freizeitkomplex mit zwei Themenparks - dem Disneyland Park und dem Walt Disney Studios Park - einem Golfplatz, Vergnügungs- und Einkaufszonen, zehn Hotels und einem Stellplatz für Wohnmobile.
Paris ist Gastgeber bedeutender Großveranstaltungen: beispielsweise die Ankunft der Tour de France im Radsport, der Paris Marathon, die French Open im Tennis, der „Prix de l'Arc de Triomphe“ im Pferdesport, das „Meeting Gaz de France“ in der Leichtathletik, die „Trophée Lalique“ im Eiskunstlauf und das Sechs-Nationen-Turnier im Rugby. Die Hauptstadtregion beherbergt zahlreichen Sportstätten von nationalem und internationalem Rang.
Das Stade de France (Stadion von Frankreich) befindet sich in Saint-Denis, einem Vorort nördlich von Paris. Das 80.000 Zuschauer fassende Fußballstadion und Nationalstadion von Frankreich wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich erbaut und ging als Endspielort des ersten französischen Weltmeistertitels in die Geschichte ein. Das französische Fußballteam und die französische Rugby-Nationalmannschaft tragen ihre Heimspiele im Stade de France aus.
Das Prinzenparkstadion (Parc des Princes) ist eine traditionelle Wettkampfstätte in der Hauptstadt, die überwiegend vom Fußballklub Paris Saint-Germain FC genutzt wird und für rund 49.000 Zuschauer konzipiert wurde. Seit dem Bau des neuen Nationalstadions (Stade de France) hat der Prinzenpark an Bedeutung verloren, gehört aber weiterhin zu den modernsten Stadien Europas. Die UEFA verlieh der Sportstätte vier Sterne.
Die Pferderennbahn Longchamp ist die wichtigste Pferderennsportanlage in Paris. Das heutige Hippodrom wurde 1857 auf den Mauern der bei der französischen Revolution zerstörten Abtei Longchamp errichtet. Neben Pferderennen finden auch Springturniere und andere Sportveranstaltungen statt. Dazu gehört unter anderem der Prix de l'Arc de Triomphe, ein Galopprennen über 2.400 Meter für über dreijährige Rennpferde. Neben dem Epsom Derby und dem Kentucky Derby ist der Prix de l'Arc de Triomphe eines der prestigeträchtigsten internationalen Pferderennen seiner Kategorie. Das Rennen wird seit dem 3. Oktober 1920 alljährlich am ersten Sonntag im Oktober ausgetragen. Eingeführt wurde es während einer Feier zum Ende des Ersten Weltkrieges.
Im Januar findet in Paris die Internationale Modenschau Prêt à Porter in Porte de Versailles und das Festival zeitgenössischer Musik (Festival de création musicale) im Maison de Radio France statt. Der Februar, Monat des Valentinstages, steht Dank einer Initiative des Pariser Fremdenverkehrsamtes, an der sich geschulte Fremdenführer, Museen wie das Musée de la Vie Romantique sowie das Hôtel- und Gaststättengewerbe beteiligen, unter dem Motto "Paris Romantique". Im März wird das Blues- und Jazzfestival Banlieues Bleues im Viertel St. Denis sowie Ende März/Anfang April das Festival du Film de Paris im Cinéma Gaumont Marignan veranstaltet.
Im April findet auch der Pariser Marathonlauf statt. Er beginnt an der Avenue des Champs-Élysées und endet in der Avenue Foch. Gegen Ende April und Anfang Mai bietet Paris ein Schauspiel ganz besonderer Art: die wundervolle, von Ella Fitzgerald in dem Lied "April in Paris" besungene Kastanienblüte.
Vom 1. April bis Ende August wird in Disneyland ein grandioses Feuerwerk namens Wishes veranstaltet. Es ist für Familien, aber auch für Romantiker gedacht.
Im Mai wird das renommierteste Pferderennen in Frankreich, das Grand Steeplechase de Paris im Hippodrome d'Auteuil und Ende Mai/Anfang Juni die French Open, das zweite Tennisturnier der Grand Slam-Serie, im Roland-Garros-Stadion, ausgetragen.
Am Sommeranfang, dem 21. Juni, wird die „Fête de la Musique“ veranstaltet, die von Jack Lang initiiert wurde und nun in ganz Frankreich gefeiert wird: es gibt überall kostenlose Konzerte bekannter und weniger bekannter Bands. Ende Juni findet die Gay Pride Parade auf dem Place de la République und der Bastille sowie weiteren Veranstaltungsorten statt.
Die Festivitäten am 14. Juli, dem Nationalfeiertag, finden mit der Militärparade, die auf der Avenue des Champs-Élysées beginnt und am Place de la Concorde endet, ihren Höhepunkt.
Im September öffnen an einem Wochenende (2006 am 16./17. September) zu den sogenannten Journées du Patrimoine (Tage des Kulturerbes) die sonst schwer zugänglichen Pariser Stadtpaläste ihre Tore. Eine einmalige Gelegenheit, den Residenzen hoher Würdenträger einen Besuch abzustatten, wie beispielsweise dem Elysée-Palast oder dem Hôtel Matignon. In diesem Monat werden in den meisten Pariser Parks und öffentlichen Gärten kostenlose Konzerte, Ausstellungen und Theatervorführungen (Fête des Jardins de Paris) veranstaltet.
Im Oktober gibt es bei dem Weinberg auf dem Montmartrehügel zum Auftakt der Weinlese eine farbenfrohe Parade, zahlreiche Partys und Weinproben.
Anfang November empfiehlt sich der Besuch auf einem der nach Allerheiligen blumenüberladenen Friedhöfe.
Im Dezember wird im noblen Hotel Crillon der elegante Debütantinnenball Le Bal Crillon des Débutantes veranstaltet. Allerdings werden hier nur Eingeweihte der High Society zugelassen. Wer sich keinen Zutritt zu verschaffen weiß, mag das einmalige Schauspiel der fabelhaft beleuchteten Champs-Élysées bewundern. Dort trägt von Mitte Dezember bis Mitte Januar jeder Baum eine Krone aus Lichterketten.
Vor der Revolution gab es in Paris noch weniger als hundert Restaurants, aber schon um 1800 waren es etwa 500 bis 600. Es wurde Sitte, dass sich zugezogene Abgeordnete, die oft wenig repräsentativ wohnten, und wohlhabend gewordene Bürger zu geschäftlichen Besprechungen und privaten Verabredungen im Restaurant trafen. Die Pariser Restaurants wurden mehrheitlich von Köchen und deren Brigaden betrieben, denen nach der Flucht ihrer adligen Arbeitgeber ins Ausland nichts anderes übrigblieb, als sich selbständig zu machen. Dabei brachten sie einen aufwändigen Kochstil mit, der Bürgerlichen bis dahin nicht zugänglich war. So verband sich die Haute Cuisine im Restaurant mit den informellen, die adlige Etikette geringschätzenden, bürgerlichen Umgangsformen. Heute gibt es in Paris Tausende von Restaurants, die dem Gast Speisen der Französischen Küche wie auch internationale Gerichte anbieten.
Paris beherbergt eine Vielzahl an Kaufhäusern, Einkaufszentren und Märkten. Eines der bekanntesten Kaufhäuser ist das Galeries Lafayette. Die große Zentralhalle mit ihrer Glaskuppel ist ein Baumonument und Denkmal. Alle bekannten Hersteller von Mode, Parfüm und Eau de Toilette wie unter anderem Ungaro, Thierry Mugler, Jean-Paul Gaultier und Fiorucci sind hier vertreten. Nur wenige Meter vom Galeries Lafayette entfernt befindet sich das Kaufhaus Au Printemps, deren zentrale Halle ebenfalls mit einer Glaskuppel geschmückt ist. Beide Kaufhäuser bieten Ihren Kunden eine einzigartige Auswahl und Vielfalt an Produkten. Auf der Rive Gauche ist auch das Luxuskaufhaus "Le Bon Marche" zu finden, das neben Mode in seiner „Grande Epicerie de Paris“ auch mit Leckereien aus aller Welt lockt.
In der Nähe der Opéra Bastille liegt der Markt Marche d'Aligre. Das Angebot reicht von Kleidung, Obst, Keramik und Bildern bis zu Lebensmitteln und Blumen. Der Markt ist täglich außer Montags geöffnet. Überwiegend Kleidung aus allen Bereichen aber auch moderne Kunstgegenstände hat der Puces de la Porte de Montreuil nahe der Metrostation Porte de Montreuil im Angebot. Kleidung und Haushaltswaren kann man auf dem Marche de la Porte Vanves nahe der Metrostation Vanves erwerben. Der Puces de Saint-Ouen-Clignancourt besteht aus einer Anzahl mehrerer Märkte, die miteinander verbunden sind. Einige der dortigen Händler haben sich auf hochwertige Kunstgegenstände spezialisiert, aber es werden vor allem preiswerte Artikel angeboten.
Das Le Louvre des Antiquaires nahe des Palais Royal gehört zu den größten und bekanntesten Antiquitätengeschäften in Paris. In rund 250 Räumen und auf drei Etagen werden zahlreiche Waren aus der ganzen Welt angeboten. Neben Möbeln, Gemälden und Teppichen kann man Kristall, Waffen, Spielzeug, Uhren und Schmuck käuflich erwerben. Antiquarische und gebrauchte Bücher werden an den vielen Buchhändlerständen (Bouquinistes) an der Seine verkauft.
Paris berhebergt zahlreiche Mode-Boutiquen, die auch Prêt-à-porter bekannter Modehäuser verkaufen. Haute Couture kann man bei Chanel in der Rue Cambon, bei Dior in der Avenue Montaigne und bei Christian Lacroix in der Rue du Faubourg-St-Honore sowie in der Avenue Montaigne erwerben. Laufstegmoden bekommt man bei Gianni Versace in der Rue des Saint Peres, bei Jean-Paul Gaultier in der Nähe der Metrostation Bourse und bei Cerruti 1881 nahe der Metrostation Madelaine. Elegante Kleidung einkaufen kann man auch in Saint-Germain, im Marais oder in der Galerie Vivienne (nahe Les Halles).
Paris war in vielen Filmen Drehort und Filmkulisse. Der Film Hotel du Nord (1938) von Marcel Carné spielt im „Hotel am Canal“. Obwohl der überwiegende Teil der Szenen nicht im Hotel gedreht wurde, zeigt der Film das Lebensgefühl im Paris der 1930er Jahre. In Funny Face (1956) von Stanley Donen singt Audrey Hepburn mit Fred Astaire in Paris „Bonjour Paree“ vor dem Eiffelturm, auf der Avenue des Champs-Élysées und anderen Orten der Stadt.
In Außer Atem (A Bout de Souffle, 1960) von Jean-Luc Godard schlägt sich Michel mit kleinen Gaunereien durchs Leben. Er flüchtet nach Paris und schließt Freundschaft mit einer US-amerikanischen Studentin. Die Drehorte befanden sich in der Rue de Berri Nummer 21 nahe der Avenue des Champs-Élysées und in der Rue de Campagne-Première im Stadtteil Montparnasse.
Zazie dans le Métro (1960) von Louis Malle zeigt das Leben des kleinen Mädchens Zazie in Paris. Der Eiffelturm spielt dabei eine wichtige Rolle. In Belle de jour – Schöne des Tages (1967) von Luis Buñuel bricht Catherine Deneuve aus dem bourgeoisen Leben aus, indem sie der Prostitution nachgeht. Buñuel sagte zu dem Film: „Was mich vor allem interessiert, ist das innere Drama dieser jungen Frau. Der moralische Konflikt, der masochistische Charakter ihrer Impulse und Triebe.“
In Der letzte Tango in Paris (Ultimo tango a Parigi, 1972) von Bernardo Bertolucci versucht Marlon Brando die ganze Zeit Maria Schneider auf dem Weg zu einem Rendezvous zu treffen - in einem Appartement mit Aussicht auf die Métrostation „Passy“ und die Bir-Hakeim-Brücke. Der Film Die letzte Metro (Le Dernier Métro, 1981) von François Truffaut spielt im Paris des Jahres 1942 während der deutschen Besatzung. In Subway (1985) von Luc Besson wurden mehrere Szenen mit Christopher Lambert und Isabelle Adjani in den RER-Stationen „La Défense“ und „Les Halles“ gedreht. Hass (La Haine, 1995) von Mathieu Kassovitz wurde überwiegend in Chanteloup-les-Vignes, einem Vorort von Paris gedreht. In der dortigen Galerie „Gilbert Brownstone“ trifft sich regelmäßig die künstlerische Szene von Paris.
Weitere wichtige Filme, die in Paris spielen, sind: Der Frauenmörder von Paris (Landru, 1962) von Claude Chabrol, Pariserinnen (Les parisiennes, 1962) von Marc Allegret, La Boum (1980) und La Boum 2 (1982) von Claude Pinoteau, Die Kameliendame (La Dame aux camélias, 1981) von Mauro Bolognini, Der Bulle von Paris (Police, 1985) von Maurice Pialat, Forget Paris (1995) von Billy Crystal, Paris was a Woman (1995) von Greta Schiller, 9 1/2 Wochen in Paris (Love in Paris, 1997) von Anne Goursaud, American Werwolf in Paris (An American Werewolf in Paris, 1998) von Anthony Waller, Die fabelhafte Welt der Amélie (Le fabuleux destin d'Amélie Poulain, 2001) von Jean-Pierre Jeunet und Moulin Rouge (2001) von Baz Luhrmann
Traditionell ist die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – eine Rolle. Die gelenkte Volkswirtschaft, wurde in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle.
Fast alle großen Dienstleistungsunternehmen Frankreichs, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Paris. Seit den 1990er Jahren werden vermehrt Anstrengungen unternommen, multinationale Konzerne anzusiedeln. Die Stadt ist heute eine der wichtigsten Handelsmetropolen in Europa.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Lage der Stadt inmitten einer der fruchtbarsten Agrarlandschaften in Europa. Die Landwirtschaft war deshalb schon in den früheren Jahrhunderten die bedeutendste Wirtschaftsgrundlage der Region und sicherte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung in der Stadt.
Die Hauptstadtregion hat dank der starken Konzentration nationaler und internationaler Unternehmen einen Anteil von etwa einem Drittel am Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes. Sie gehört zu den wohlhabendsten Regionen Europas. Ein Problem ist die Arbeitslosigkeit, die in etwa dem nationalen Durchschnitt entspricht. Seit Anfang der 1990er Jahre verlor Paris rund eine viertel Million Arbeitsplätze. Ein Grund ist der Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie und die Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten in benachbarte Gemeinden wie das Geschäftszentrum La Défense.
Paris ist über ein Netz von Autobahnen und Schnellstraßen mit dem ganzen Land verbunden. Eine bedeutende Rolle spielt dabei der Boulevard Périphérique. Diese achtspurige Stadtautobahn leitet den Verkehr rund um Paris und in die Stadt hinein. Fast alle wichtigen französischen Autobahnen führen auf Paris zu und münden aus allen Richtungen in den Boulevard Périphérique: Die A 1 aus Lille, die A 4 aus Reims, die A 5 aus Dijon, die A 6 aus Lyon, die A 77 aus Nevers, die A 10 aus Orléans, die A 13 aus Rouen und die A 16 aus Amiens.
Paris besitzt den zweitgrößten Binnenhafen in Europa und ist Knotenpunkt des Eisenbahn- und Straßenverkehrsnetzes in Frankreich. Am Stadtrand befinden sich drei internationale Flughäfen. 48,3 Millionen Passagiere sind im Jahre 2003 auf dem Flughafen „Charles de Gaulle“ abgefertigt worden – dies war die dritthöchste Zahl aller Flughäfen in Europa. Mit 23,1 Millionen Passagieren nimmt Orly den neunten Platz ein. Der dritte Flughafen ist Paris-Beauvais.
Wichtigste Eisenbahnverbindungen sind die Fernstrecken zu den Großstädten Frankreichs wie Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Straßburg und Rennes, die zum Teil mit TGV-Zügen befahren werden. Außerdem gelten die Strecken des Eurostar nach London und des Thalys nach Köln und Amsterdam über Brüssel als bedeutende europäische Verbindungen. Die wichtigsten Personenbahnhöfe sind Gare d'Austerlitz, Gare de l'Est, Gare de Lyon, Gare Montparnasse, Gare du Nord und Gare Saint-Lazare. Dem Eisenbahngüterverkehr dient der Rangierbahnhof Le Bourget im gleichnamigen politisch selbständigen Vorort, der durch die Große Ringbahn (Grande Ceinture) mit den von bzw. nach Paris führenden Eisenbahnstrecken verbunden ist.
Der Verkehr in Paris wird überwiegend über die U-Bahn abgewickelt. Die Métro Paris ist nach London (1863), Glasgow und Budapest (beide 1896) die viertälteste U-Bahn Europas. Die erste Métrolinie wurde am 19. Juli 1900 eröffnet. Das Pariser U-Bahnnetz besteht aus 14 Linien und ist mit 212,5 Kilometer Gesamtlänge eines der größten Netze der Welt. Sie wird täglich von rund fünf Millionen Menschen genutzt.
An das Métro-Netz angeschlossen sind die Schnellbahnen Réseau Express Régional (RER), die Paris mit den Vororten (Banlieues) verbinden. Der jetzige RER hat seine Ursprünge in den von der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF oder ihren Vorgängern stillgelegten Vorortbahnen, von denen eine Linie (der heutige südliche Abschnitt des RER B) schon 1937 von der Pariser Métro übernommen wurde.
Das gesamte Nahverkehrsnetz erschließt sich dem geneigten Touristen durch das Ticket Paris Visite.
Am 21. November 1853 fuhren in Paris die ersten Pferdestraßenbahnen, es waren die ersten in Europa. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes begann man am 6. November 1881. Der Betrieb wurde am 14. August 1938 eingestellt. Nach 54 Jahren Unterbrechung verkehrt seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn durch die Vororte. Heute befahren zwei Linien ein 23 Kilometer langes Streckennetz, eine dritte nach Paris ist im Bau.
Paris ist auch von einem dichten Netz aus Buslinien durchzogen. Die Busse mit den dreistelligen Nummern fahren in die Vororte, die Busse mit zweistelligen Nummern verkehren nur innerhalb der Stadt. Die meisten Omnibusse fahren zwischen 6.30 Uhr und 20.30 Uhr. Die Busse, die mit „Autobus du nuit“ gekennzeichnet sind, verkehren bis 1 Uhr nachts. Die Nachtbusse „Noctambus“ fahren die ganze Nacht.
Trolleybusse fuhren zum ersten Mal während der Weltausstellung in Paris zwischen dem 15. April 1900 und dem 12. November 1900, ein weiteres Mal zwischen 1912 und 1914 sowie nach einer Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg vom 7. April 1925 bis 8. Juli 1935. Nach einer siebeneinhalbjährigen Pause wurde der Betrieb noch während des Zweiten Weltkrieges am 18. Januar 1943 wieder aufgenommen und am 1. April 1966 dann endgültig eingestellt.
Die meisten französischen Fernseh- und Radiosender sowie die größten Medienkonzerne des Landes („Vivendi Universal“, „Groupe Lagardère“, „Groupe TF1“) haben ihren Sitz in Paris. Die Stadt ist Erscheinungsort international bedeutender Tageszeitungen („Le Figaro“, „Le Monde“, „Libération“) und bedeutendstes internationales Zentrum des Verlagswesens.
Le Figaro ist eine konservative Tageszeitung. Das in Paris herausgegebene überregionale Blatt gilt neben Le Monde als die wichtigste meinungsbildende Zeitung Frankreichs. Der Figaro wurde 1825 in namentlicher Anlehnung an Rossinis Oper Il Barbiere di Siviglia (Der Barbier von Sevilla) gegründet. Seit 1866 erscheint die Zeitung täglich. Frühe Redakteure waren unter anderem Albert Wolff, Émile Zola und Jules Claretie.
Le Monde („Die Welt“) ist eine linksliberale Tageszeitung. Die 1944 von Hubert Beuve-Méry gegründete und überregional erscheinende Zeitung gilt neben dem Figaro als die wichtigste meinungsbildende Zeitung Frankreichs. Le Monde ist indirekt auch verbunden mit Le Monde diplomatique, einer linksgerichteten Zeitung, die in deutscher Übersetzung monatlich eigenständig und als Beilage der taz erscheint.
Die Libération ist eine linksliberale Tageszeitung. 1973 gegründet und in Paris herausgegeben, gilt die Libération nach Le Monde und Le Figaro als eine der wichtigsten überregionalen Zeitungen Frankreichs. Die Libération entstand im Frühjahr 1973 als Sprachrohr der französischen Neuen Linken. Frühe Mitarbeiter waren unter anderem Michel Foucault und der Zeitungsgründer Jean-Paul Sartre. Im Laufe der Jahre bewegte sich das Blatt vom linken Rand des politischen Spektrums in eine linksliberale Position, die in der deutschen Presse vielleicht mit der Haltung der Frankfurter Rundschau vergleichbar ist.
Vivendi Universal ist der größte französische Medienkonzern mit Hauptsitz in Paris, der mit Universal Music, die weltweit größte Plattenfirma und via die Universal Studios-Holding eines der sechs Major-Studios in Hollywood kontrolliert. Der Konzern ist in den Branchen Musik, Fernsehen, Film, Verlagswesen, Telekommunikation und Internet teilweise international tätig.
Die Gegensätze zwischen Paris und dem Rest des Landes werden besonders im Bereich Bildung deutlich. Denn die angesehensten Bildungsstätten Frankreichs befinden sich in Paris. Die 1257 gegründete Sorbonne ist die älteste Universität in Frankreich. Die Gründung als Theologenschule wird auf Robert von Sorbon († 1274), den Hofkaplan Ludwigs des Heiligen, zurückgeführt; die Bestätigungsbulle Klemens' IV. datiert von 1268. Ursprünglich ein Alumnat für arme Studenten der Theologie, gelangte die Sorbonne (welchen Namen die Anstalt erst seit dem 14. Jahrhundert erhielt) durch berühmte Lehrer, welche an ihr wirkten, sowie durch reiche Ausstattung gegenüber anderen ähnlichen Kollegien zu immer größerem Ansehen. Im Jahre 1968 wurde die Universität von Paris durch eine umfassende Reform in 13 unabhängige Teile aufgegliedert. Fünf von ihnen liegen außerhalb der Stadt.
Die Académie française ist eine der ältesten Institutionen Frankreichs im Bereich des geistigen Lebens und zugleich die prestigereichste. Sie residiert seit 1801 im Collège des Quatre Nations gegenüber dem Louvre; dort hat auch der auf Lebenszeit gewählte und wohlbeamtete Secrétaire perpétuel seine Dienstwohnung. Die Académie française ist hervorgegangen aus einem Pariser Literatenzirkel, der sich seit 1629 bei dem heute praktisch unbekannten Autor Valentin Conrart traf und 1634 durch den regierenden Minister Kardinal de Richelieu auf 34 Mitglieder aufgestockt und am 2. Januar 1635 durch Ludwig XIII. zu einer staatlichen Institution erhoben wurde. Die von Richelieu vorgesehenen Statuten und Regelungen wurden 1637 vom Obersten Pariser Gerichtshof, dem Parlement, registriert und damit rechtskräftig. Seit dem Jahre 1803 gehört die Akademie dem Institut de France an.
Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind das im Jahre 1530 eröffnete Collège de France, die École Polytechnique (eröffnet 1794), das Institut Catholique (eröffnet 1875) und die École du Louvre (eröffnet 1882). Auch die Elitehochschule ENA ist in Paris vertreten.
Von den zahlreichen Bibliotheken in Paris ist die Französische Nationalbibliothek (Bibliothèque Nationale de France) die größte. Sie wurde 1368 von König Karl V. auf Basis seiner persönlichen Bibliothek im Louvre gegründet und umfasste zu Beginn 911 Manuskripte. Damals war es allerdings üblich, die Dokumente des Königs nach seinem Tod zu vernichten, so dass die eigentliche Bibliothekssammlung erst mit König Ludwig XI. aufgebaut wurde, der mit diesem Brauch brach. Am 14. Juli 1988 kündigte der französische Staatspräsident François Mitterrand den Neubau des Bibliotheksgebäudes an, der im Dezember 1990 begann. Die neue Bibliothek wurde nach Plänen des Architekten Dominique Perrault entworfen und am 20. Dezember 1996 der Öffentlichkeit übergeben. Die moderne Bibliothek enthält alle Publikationen, die in Frankreich verlegt werden, und umfasst mehr als zehn Millionen Bände.
Paris war Geburts- und/oder Sterbeort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem der Schriftsteller Honoré de Balzac, der Komponist Georges Bizet, der Maler François Boucher, der Komponist Frédéric Chopin, der Metallbauingenieur Gustave Eiffel, der Architekt Charles Garnier, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der deutsche Japanologe Jan Schmitz, der Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz, der US-amerikanische Sänger und Lyriker Jim Morrison (The Doors), der irisch-englische Literat Oscar Wilde und Lady Diana.
Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Paris
Paris in Romanen und Erzählungen
Reiseliteratur
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