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Paradise Lost, veröffentlicht 1667, ist ein Episches Gedicht in Blankversen des englischen Dichters John Milton. Es erzählt die Geschichte des Sündenfalls, der Versuchung von Adam und Eva durch Satan und ihre Vertreibung aus dem Garten Eden.

Inhalt


Das Epos beginnt in medias res: Satan und sein Gefolge haben gegen Gott rebelliert, wurden besiegt und als Strafe in die Hölle verbannt. Sie errichten dort das Pandämonium, die Heimstatt aller gefallenen Engel, und beschließen, Gott ab jetzt durch List und Trug statt auf dem offenen Schlachtfeld zu bekämpfen.

Nach der Schöpfung betritt Satan den Garten Eden, wo er Eva verleitet, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu pflücken und Adam davon abzugeben. Adam und Eva werden daraufhin aus dem Garten Eden verbannt, sie haben „das Paradies verloren“.

Charaktere

Der Protagonist dieses protestantischen Epos ist der gefallene Engel Satan. Heute erscheint Satan beinahe sympathisch, als ein ehrgeiziges und stolzes Wesen, das seinem tyrannischen Schöpfer die Stirn bietet. Einige Kritiker sehen den Charakter Satans als den eines Byronischen Helden.

Stil

Milton schuf für Paradise Lost einen eigenen Sprachstil. Das Verb steht – untypisch für die englische Sprache – meist wie im Deutschen am Satzende. Groß- und Kleinschreibung und Rechtschreibung sind stark stilisiert. Das Gedicht enthält viele Wörter aus anderen Sprachen, die übernommen und angepasst wurden.

Einflüsse

Der Text verrät Einflüsse aus der Bibel, Miltons eigener puritanischer Erziehung und seinem religiösen Blickwinkel, Edmund Spenser und den römischen Dichter Vergil.

Geschichte


Am 27. April 1667 verkaufte der blinde und verarmte Milton das Copyright von Paradise Lost für 10 £.

Später schrieb Milton Paradise Regained, in dem er erzählt, wie Gott dem Menschen die Möglichkeit gibt, das Paradies wiederzugewinnen. Diese Fortsetzung errang nie ein dem früheren Gedicht vergleichbares Ansehen.

Inspirationsquelle für andere Werke


In The Marriage of Heaven and Hell kommentierte William Blake:
“The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil's party without knowing it.“ – „Der Grund, weshalb Milton in Fesseln über Engel und Gott, und in Freiheit über Teufel und Hölle schreibt, ist, dass er ein wahrer Dichter und auf der Seite des Teufels war, ohne es zu wissen.“

Ende des 18. Jahrhunderts fand Miltons Gedicht, zusammen mit den Psalmen und der Genesis, Eingang in Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung. Das Material war von einem ansonsten unbekannten Lidley (oder Linley) wohl ursprünglich für Georg Friedrich Händel zu einem Oratorien-Libretto verarbeitet worden, wurde aber von Händel nie in Musik umgesetzt. Haydns Gastgeber bei seiner Englandreise, Johann Peter Salomon, gelangte in den Besitz einer Kopie von Lidleys Libretto und gab es an Haydn weiter, der es wiederum nach seiner Rückkehr nach Wien seinem Freund und Gönner Baron Gottfried van Swieten aushändigte, der eine deutsche Übersetzung veranlasste sowie eine der Haydnschen Musik angepasste englische Rückübersetzung. Das Oratorium wurde auf dieser Basis 1800 bilingual veröffentlicht und wird auch heute noch in beiden Sprachen aufgeführt.

In den späten 1970er Jahren schrieb der polnische Komponist Krzysztof Penderecki eine Oper auf der Grundlage von Paradise Lost.

Das Epos war darüber hinaus eine der Ideenquellen für Philip Pullmans Romantrilogie His Dark Materials.

Im Hollywood-Film Im Auftrag des Teufels von Taylor Hackford trägt der Teufel den Namen John Milton.

Online-Texte


Paradise Lost

Paradise Regained

Weblinks


Literarisches Werk | Epos | Literatur (Englisch) | Literatur (17. Jh.)

Paradise Lost | Kadotettu paratiisi | Le Paradis perdu | Paradiso perduto (poema) | 失楽園 | 실낙원 | Det tapte paradis | Raj utracony | Det förlorade paradiset | 失乐园

 

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