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Der Papyrus Ebers ist eine der ältesten bekannten Aufzeichnungen über Heilmittel und Behandlungen verschiedener Krankheiten der alten Ägypter. Es wurde im letzten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts vor Christus verfasst und enthält Heilmittel zum Beispiel gegen Bisswunden, Husten und Asthma, Harnstörungen, aber auch Anweisungen für Zahnbehandlungen.

Fundort und Inhalt


Das Ebers Papyrus wurde im Winter 1873 von Georg Ebers in Luxor (Theben) für das Leipziger Museum erworben. Das aus einer Raubgrabung stammende Manuskript befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Leipzig.

Es wurde in hieratischer Schrift verfasst und stellt die größten Aufzeichnung über altägyptische Medizin dar. Die aus 110 Seiten bestehende Schriftrolle enthält etwa 700 magische Formeln und Heilmittel. Obwohl es voller Beschwörungen zur Vertreibung Krankheit-verursachender Dämonen und ähnlichem Aberglaube ist, finden sich doch Beweise für empirische Behandlung und Beobachtung.

Das Papyrus enthält Kapitel über Darm-Erkrankungen und Parasiten, Augen- und Hautprobleme, Empfängnisverhütung und andere gynäkologische Angelegenheiten, Zahnheilkunde, die operative Behandlung von Abszessen und Tumoren, das Richten von Knochen und Verbrennungen.

Das Papyrus enthält auch eine Abhandlung über Herz und Gefäße. Obwohl die Ägypter wenig über die Existenz der Nieren wussten, und das Herz als Treffpunkt verschiedener Gefäße des Körpers - nicht nur Blut, sondern auch Tränen, Urin und sogar Sperma - betrachteten, erkannten sie nicht nur dass Vorhandensein von Blutgefäßen im ganzen Körper, sondern auch die Funktion des Herzen als dessen Zentrum.

Das Papyrus enthält auch ein kurzes Kapitel über klinische Depressionen.

Medizingeschichtlich ergänzende Dokumente


Medizingeschichtlich ergänzt wird das Papyrus Ebers durch das 1862 ebenfalls in Theben entdeckte Papyrus Edwin Smith, das auf das Ende der 12. Dynastie - etwa 178 vor Christus - zurückgeht und das sich vor allem mit Chirurgie beschäftigt. Aus etwa der gleichen Zeit wie das Papyrus Edwin Smith stammt das Shen Nung Pen Tsao Ching, eine chinesische Abhandlung, das während der Han-Dynastie etwa zu Beginn der christlichen Zeitrechnung verfasst wurde.

Literatur


  • Hans-Werner Fischer-Elfert (Hrsg.): Papyrus Ebers und die antike Heilkunde. Akten der Tagung vom 15. - 16.3.2002 in der Albertina/UB der Universität Leipzig. Harrassowitz, Wiesbaden 2005 (Philippika, 7), ISBN 3-447-05209-0
  • Reinhold Scholl: Der Papyrus Ebers: die größte Buchrolle zur Heilkunde Altägyptens. Univ.-Bibliothek, Leipzig 2002. ISBN 3-910108-93-8

Weblinks


  • http://www.ub.uni-leipzig.de/Wir_ueber_uns/sosa/scholl_4.htm - Seite der Universitätsbibliothek Leipzig zum Papyrus Ebers

Siehe auch


Medizingeschichte | Ägyptologie | Handschrift

Ebers papyrus | Papyrus Ebers | Papiro Ebers

 

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