SMS Bluecher.jpg SMS Blücher von 1908, der letzte deutsche Panzerkreuzer vor Beginn des Schlachtkreuzerbaus]]
Der Panzerkreuzer ist ein, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, entwickelter Kriegsschiffstyp. Er wurde in erster Linie für Aufklärungseinsätze und den Handelskrieg konzipiert.
Der Bedarf für diesen Schiffstyp entstand durch die Rivalität der Großmächte im Wettlauf um Kolonien. Es war nötig geworden ein Schiff zu bauen, das eine relativ starke Bewaffnung mit einer möglichst großen Geschwindigkeit über lange Strecken befördern konnte.
Der Gedanke war im Falle einer Auseinandersetzung die Nachschubwege des Gegners auf allen Weltmeeren abzuriegeln. Panzerkreuzer waren für diese Aufgaben wesentlich besser geeignet als die zwar schwer bewaffneten aber auch langsamen und in ihrer Reichweite beschränkten Linienschiffe. Wesentliche Merkmale der Panzerkreuzer waren eine hohe Geschwindigkeit, ein leichter Gürtelpanzer (nur mit Gürtelpanzer ausgestattet wurden diese Versionen auch als Gürtelpanzerkreuzer bezeichnet), teilweise Panzerdecks (nur mit einem Panzerdeck ausgestattete Panzerkreuzer wurden als Panzerdeckkreuzer oder Geschützte Kreuzer bezeichnet, entsprachen aber im wesentlichen - bis auf Ausnahmen - den Panzerkreuzern), gepanzerte Munitionskammern, leichte Schutzschilde für die Geschütze sowie Kasematten oder Türme (für Geschütze oder Kommandostände) die unter Panzerschutz standen.
Dieses Schiff gilt als der Vorläufer aller Panzerkreuzer. Es fand schnell Nachfolger bei den anderen Großmächten. Vor allem in Frankreich förderte man den Bau schneller Kreuzer, mit einer Geschwindigkeit von mindestens 24 Knoten und großer Reichweite, die im Kriegsfall die Konvois aus den britischen Kolonien angreifen und deren Sicherung überwinden sollten. Die Dupuy de Lome war der erste französische Panzerkreuzer.
Die Briten gingen eigene Wege und entwarfen den „Großen Geschützten Kreuzer“. Erst 1899 lief bei ihnen ein erster Panzerkreuzer vom Stapel.
Die deutsche Marine folgte zunächst dem französischen Beispiel, ging aber später zum Bau von Aufklärungspanzerkreuzern über. Diese nannte man allerdings Großer Kreuzer. Typische Vertreter dieser Klasse waren, vor dem ersten Weltkrieg, die großen Kreuzer Scharnhorst und Gneisenau.
Im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg (1894/95), dem Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898) und dem Russisch-Japanischen Krieg (1904/05) sammelte man Erfahrungen mit Panzerkreuzern. In keinem dieser Kriege wurde der Panzerkreuzer als Aufklärer vor dem Gros der Flotte oder im Handelskrieg eingesetzt. Er fungierte eher als Schlachtschiff zweiten Ranges. Die Japaner lernten als erste daraus und verstärkten die Panzerung ihrer auf Kiel liegenden Schiffe. Somit vollzogen sie einen weiteren Schritt in Richtung Schlachtkreuzer. In Deutschland markierte die SMS Blücher den Übergang vom Panzerkreuzer zum Schlachtkreuzer. Der Ausdruck Panzerkreuzer für Schlachtkreuzer hielt sich in Deutschland in der Presse und der Bevölkerung noch bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die amtliche Bezeichnung für beide Typen Großer Kreuzer war.
Mit dem Bau der noch stärkeren britischen Invincible-Klasse, einer Schlachtkreuzer-Version der Dreadnought, wurde eine Bewaffnung eingeführt, die nur noch aus Geschützen eines Kalibers bestand. Die anderen Seemächte folgten diesem Beispiel und die Panzerkreuzer wurden, wie die alten Linienschiffe, nur noch für zweitrangige Aufgaben eingesetzt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der grösste Teil innerhalb weniger Jahre verschrottet. Nur die Japaner bauten einen Teil ihres Bestandes zu schnellen Minenlegern um. Panzerschiff deutschland.jpg (1933)]]
Die Bezeichnung Panzerkreuzer kam mit den um 1930 gebauten Panzerschiffen der Deutschland-Klasse, nochmals in Gebrauch. Diese Schiffe wurden aufgrund der Auflagen aus dem Versailler Vertrag, die den Bau von echten Großkampfschiffen untersagten, entworfen. Der Streit darum, ob die krisengeschüttelte Weimarer Republik sich den Bau neuer Großkampfschiffe überhaupt leisten könne, wurde 1928 als sogenannte Panzerkreuzer-Debatte im Reichstag ausgetragen und führte zu einer Regierungskrise.
Die 3 Schiffe dieser Klasse waren jedoch vollständige Neuentwicklungen, die man eher als schwere Kreuzer mit der Bewaffnung eines leichten Schlachtschiffs ansehen kann. Mit dem veralteten Konzept des Panzerkreuzers hatten sie nichts mehr gemein. Die Bezeichnung "Panzerkreuzer" kam in der Planungsphase auf, als das erste Schiff als "Panzerkreuzer A" in den Etats aufgeführt wurde. Daher werden diese Schiffe in einigen Publikationen bis heute als Panzerkreuzer bezeichnet.
Gelegentlich spielten Panzerkreuzer auch außerhalb von Seekriegen eine wichtige Rolle in der Geschichte, wie zum Beispiel die russische Aurora (eigentlich ein Panzerdeckkreuzer oder Geschützter Kreuzer), von der ein Schuss abgefeuert wurde, welcher als Startsignal zum Sturm auf das Winterpalais galt.
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