Der Panzer, kurz für Panzerkampfwagen, ist ein motorisiertes, meistens auf Gleisketten rollendes und oft mit einem Geschütz bestücktes Militärfahrzeug, welches durch Panzerung gegen Beschuss geschützt ist.
Es gibt Panzer in sehr unterschiedlichen Ausführungen.
Heute besteht der typische Kampfpanzer aus einem "Wanne" genannten Fahrwerk, sowie einem drehbaren Aufbau (Turm). Meistens ist im Turm als Hauptwaffe eine Kanone montiert. Als Sekundärwaffen sind Panzer oft mit Maschinengewehren (MGs) und Nebel-/Granatwerfern ausgestattet. Sind diese parallel zur Kanone angeordnet, so spricht man von einer koaxialen Anordnung (obwohl die Waffen nicht koaxial im geometrischen Sinne sind).
Die Panzerung besteht aus Stahllegierungen zum Teil in Kombination mit Keramik- und Kunststoffschichten.
Angetrieben werden Panzer heute ganz überwiegend mit leistungsfähigen Dieselmotoren, die in Kombination mit dem Kettenlaufwerk eine hervorragende Geländegängigkeit ermöglichen.
Die Besatzung besteht üblicherweise aus 3-4 Mann. Davon sitzt oder liegt im allgemeinen der Fahrer in der Wanne und im Turm befinden sich der Kommandant, der Richtschütze und – falls der Panzer keinen automatischen Lader für die Kanone hat – ein Ladeschütze.
Die herausragenden Eigenschaften des Panzers sind hohe Beweglichkeit im Gelände, große Feuerkraft, der Panzerschutz und eine umfangreiche Sensorik zur Aufklärung.
Im Zivilen Bereich kommen Panzer zum Einsatz, z. B. als
= 1911 = Bereits 1911 entwickelte der österreichische Oberleutnant Günther Burstyn den Plan für ein Motorgeschütz, das die Eigenschaften eines modernen Kampfpanzers, eine Panzerung, den Kettenantrieb und einen drehbaren Geschützturm, hatte. Er legte seinen Plan dem Kriegsministerium von Österreich-Ungarn vor, doch dieses stufte das Motorgeschütz als völlig wertloses Phantasieprodukt ein. Im Deutschen Reich reagierte man ähnlich arrogant auf Burstyns Entwurf.
= 1914 = Im Herbst 1914, als der Erste Weltkrieg sich an der französischen Front zu einem in festgefahrenen Fronten erstarrten Stellungskrieg entwickelte, wurden auf Seiten der Alliierten erstmals Überlegungen angestellt, wie man mit Hilfe einer machtvollen motorisierten Waffe die erstarrten Fronten wieder in Bewegung setzen könnte. Maurice Hankey, der Sekretär des britischen Nationalen Verteidigungsrates, legte in diesem Zusammenhang führenden Staatsmännern und Militärs die Idee eines geschützstarken Panzerfahrzeuges vor, welches in der Lage sein sollte, feindliche Schützengräben zu durchbrechen und einen erneuten Übergang zum Bewegungskrieg zu ermöglichen. Er stieß mit diesem Vorschlag jedoch bei allen Entscheidungsträgern – mit Ausnahme des damaligen britischen Marineministers Winston Churchill, der diese neue Waffe provisorisch als Landschlachtschiff titulierte – auf Ablehnung. Churchill nutzte seinen Einfluss, um den Bau solcher gepanzerten Kampfwagen und deren Fronteinsatz zu fördern.
= 1916 = Die ersten Panzer wurden ab September 1916 im Ersten Weltkrieg von den britischen Streitkräften eingesetzt. Sie waren einfach gepanzerte Fahrzeuge, die an jeder Seite 2 MGs besaßen. Das Rüstungsprojekt trug die bewusst irreführende Codebezeichnung Tank. Tank bezeichnete ursprünglich selbstbewegliche Wasserbehälter, die von englischen Truppen vor allem in den Gebieten Palästina und Mesopotamien im Kampf gegen das Osmanische Reich verwendet wurden. Diese Tarnbezeichnung hat sich im englischen Sprachraum bis heute erhalten.
Den ersten Panzer-Angriff führte die britische 4. Armee am 15. September 1916 in der Somme-Schlacht durch. Ursprünglich war der Einsatz von 49 Panzern vom Typ Mark I geplant. Die Fahrzeuge waren jedoch noch sehr unzuverlässig, so dass bereits auf dem Weg zur Front 17 Stück ausfielen. Beim Angriff der verbliebenen Panzer flohen die Deutschen teilweise in Panik aus ihren Gräben, der Rest zog sich in Erdlöcher zurück und nahm den Kampf mittels Stielhandgranaten auf, sodaß nur 5 "Tanks" diesen Angriff überstanden.
= 1917 = Am 20. November 1917 griff die britische Armee mit der für damalige Verhältnisse gewaltigen Anzahl von 375 Tanks die deutschen Stellungen bei Cambrai an, doch nach dem ersten Tag der Offensive war fast die Hälfte der Tanks zerstört oder nicht mehr einsatzbereit. Die Panzer des Ersten Weltkriegs erreichten im Feld Höchstgeschwindigkeiten von meistens nur 8 km/h (Renault FT-17), höchstens 12 km/h (Saint Chamond, Whippet) und waren gegen Flammenwerfer und Geschütze äußerst anfällig. Ihr Nutzen bestand vor allem darin, dass sie der Infanterie einen Weg durch ausgedehnte Stacheldrahtverhaue bahnen konnten. Tiefe Granattrichter und breite Gräben konnten aber bereits ein unüberwindbares Hindernis für die Panzer darstellen.
= Zwischen den Weltkriegen = Zwischen den Weltkriegen erfolgten bei den Kampfpanzern Experimente mit Multiturmpanzern, die sich aber im Einsatz nicht bewährten. Schließlich setzte sich die noch heute übliche Form des Panzers mit einem Waffenturm durch. Richtungsweisend war dabei der französische FT-17, bei dem erstmals dieses Konstruktionsmerkmal umgesetzt wurde. Er wurde in viele Länder exportiert oder nachgebaut. Die meisten Panzerkonstruktionen zwischen den Weltkriegen blieben bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Dienst und mussten dort erstmals ihre Funktionalität unter Beweis stellen. Die Folge war eine dann einsetzende rasante Fortentwicklung der Waffentechnik in diesem Bereich.
Britischer_Panzer_Mark.jpg Panzer]]
= Zweiter Weltkrieg = Bei der Wiederbewaffnung in der Zeit des Nationalsozialismus setzte die deutsche Wehrmacht konsequent auf den Panzer und konnte so in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs Erfolge im sogenannten Blitzkrieg erringen, da die Gegner die taktischen und operativen Fähigkeiten des Panzers falsch eingeschätzt hatten. Vor allem General der Panzertruppe Heinz Wilhelm Guderian (später Generaloberst, Panzeradmiral genannt) hatte als erster deutscher Offizier die Schlagkraft dieser Waffe richtig erkannt und die Voraussetzungen für die Erfolge der Panzertruppe geschaffen. Er hatte im ersten Weltkrieg bei der neuen Funktruppe gedient und war während der Weimarer Republik bei der Reichswehr mit dem neuen Zweig des motorisierten Transportwesens beschäftigt. Nebenbei lehrte er Militärgeschichte. Hier "sezierte" er den Panzereinsatz der Westmächte im ersten Weltkrieg genauestens und zog aus den Einsätzen, Erfolgen und Fehlern Schlüsse, die er in seinem Standardwerk der Panzertaktik Achtung Panzer! darlegte. Im Gegensatz zu seinem französischen Kollegen de Gaulle, der ähnliche Vorstellungen hatte, gelang es Guderian seinen Oberkommandierenden Adolf Hitler vom Wert dieser Waffe und vom Einsatzkonzept in eigenen, geschlossenen Panzerdivisionen zu überzeugen.
Während die Alliierten zu Beginn des Krieges den Panzer vor allem als Infanterie-Begleitung nutzten, setzte die Wehrmacht mit Panzerdivisionen kombinierte Großverbände aus mobiler Artillerie, mobiler Infanterie und Panzern auf Regiments- und Divisionsebene ein, deren Ziel es war, in die feindlichen Linien erst ein- und dann durchzubrechen und den Kampf in die Tiefe zu führen. Hauptziel war hierbei, den Gegner so von dessen Versorgung und Führung im Hinterland abzuschneiden (Einkesselung). Wesentliche Innovation auf deutscher Seite war dabei die flexible Führung über Funk bis herunter auf Einzelfahrzeugebene (Sender und Empfänger) und die enge Koordination mit der Luftwaffe und der neuen, motorisierten Infanterie. Die anfänglichen Erfolge wurden mit eher schwachen Panzern erreicht (Panzer I,II,III). Mit dem Erscheinen überlegener gegnerischer Panzer wie dem T34 ab 1941, und der sich wandelnden Taktik der Gegner, die aus ihren Fehlern gelernt hatten, ging die operative Überlegenheit, besonders auch durch die zunehmende zahlenmäßige Unterlegenheit der Wehrmacht, mehr und mehr verloren.
Bis heute bildet der Kampfpanzer das offensive Rückgrat jeder modernen Landstreitmacht, wenngleich deren taktischer Wert durch moderne Panzerabwehrwaffen zunehmend in Frage gestellt wird. Klassische Gegner eines Panzers sind Kampfflugzeuge, Panzer und Infanteristen mit kleinen, panzerbrechenden Waffen wie der Panzerfaust oder Panzerminen. Auf dem modernen Gefechtsfeld kommen Hubschrauber, Artillerie mit zielsuchender Munition, bewaffnete Drohnen und kleine, von Infanteristen verwendete Panzerabwehrraketen (MILAN, TOW) hinzu.
Insbesondere die Verbreitung dieser Raketen führte zu einem radikalen Umbruch im Panzerbau in den 70er Jahren, der in vielen neuen Panzermodellen mündete. So wurden die Typen Leopard 2, M1 Abrams, T-72 und andere in Hinblick auf diese neue Bedrohungssituation konstruiert. Die wichtigsten neueren Entwicklungen beim Kampfpanzerbau sind:
Aber auch kleinere Länder wie Österreich mit Steyr-Daimler-Puch und die Schweiz verfügen über eigene Panzerhersteller.
Hauptartikel: Panzermodelle des Ersten Weltkrieges
Hauptartikel: Panzermodelle des Zweiten Weltkrieges
PanzerV Ausf.G 1 sk.jpg Panther]]
Hauptartikel: Panzermodelle nach 1945
In den Anfangstagen wurden Benzin- oder Petroleummotoren verwendet. Diese Antriebsart kam wegen der erhöhten Brand- und Explosionsgefahr, besonders im Havariefall, außer Gebrauch. Die letzten Modelle mit Benzinmotoren wurden im zweiten Weltkrieg entwickelt. M1A Abrams im Taunus.jpg]] Gasturbinen kommen als Antriebe in den Panzermodellen M1 Abrams der US-Streitkräfte, im schwedischen S-Tank (Hybridantrieb) sowie teilweise im sowjetisch-russischen T-80 zum Einsatz.
Der Vorteil des Gasturbinenantriebs gegenüber Hubkolbenmotoren liegt theoretisch im geringeren Leistungsgewicht, d.h. im Vergleich zu einem Hubkolbenmotor ist die Gasturbine bei gleicher Leistung deutlich leichter. Dabei entsteht allerdings ein wesentlich höhere Luft- und Kraftstoffverbrauch, vor allem im Teillastbetrieb, was die Reichweite des Fahrzeugs einschränkt und logistische Probleme in der Treibstoffnachführung verursacht. Ein weiterer Nachteil besteht in der höheren Abgastemperatur und dadurch stärkeren Infrarotsignatur, anhand derer der Panzer leichter zu orten ist.
Die Probleme des hohen Treibstoffverbrauchs und der nicht vorhandenen Stromversorgung ohne laufenden Motor versuchte man mit zusätzlichen Stromaggregaten und hybriden Mischantrieb (Diesel und zusätzliche Gasturbine) beim S-Tank zu beheben. Das bessere Leistungsgewicht bzw. Triebwerksgesamtgewicht spielt bei rund 50-60 Tonnen Gesamtmasse (heutiger Kampfpanzer) eine untergeordnete Rolle, das Problem des Treibstoffverbrauchs bleibt bestehen.
Elektromotoren als Panzerkettenantrieb oder Radantrieb finden sich in der Entwicklung. Welche Rolle sie bei künftigen Panzerkonstruktionen spielen läßt sich noch nicht abschätzen. Sie ersetzen im wesentlichen Getriebe und Kardanwellen, die Frage des Energieproduzenten bleibt bestehen.
Seit den Weltkriegen finden sich Dieselmotoren in Kampfpanzern. Sie stellen den heute vorherschenden und am weitesten entwickelten Antriebstyp dar, so auch für den Leopard-Panzers der Bundeswehr. Hochleistungsdieselmotoren als V-Motor, in Boxeranordnung oder als Gegenkolbenmotor sind eine komplexe, allerdings auch sehr leistungsfähige Antriebsvariante, die in einigen Fällen als Vielstoffmotor ausgebildet ist. Panzerdieselmotoren können zum Teil in wenigen Minuten gewechselt werden, wie militärische Demonstrationen regelmäßig zeigen.
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