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Pantomime (griechisch: pantomímos, „alles nachahmend“) bezeichnet eine Form der darstellenden Kunst, bei der die Schauspieler ohne gesprochenes Wort auskommen und Szenen, Örtlichkeiten und Charaktere lediglich durch Gestik und Mimik darstellen. Dabei wird manchmal die Mimik durch eine sorgfältige aufgetragene Maske (zum Beispiel durch ein weiß geschminktes Gesicht) unterstützt. „Die Pantomime ist die Kunst aus den zehntausend Bewegungen die zehn richtigen zu finden.“ (Professor Günter Titt, Gründer der Pantomimenklasse an der Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet in Essen, zitiert nach Michael Aufenfehn, Maskenspieler. Quelle: Lexikona.de, siehe Weblinks). Das heißt, dass die Handlung und die Gestik einer pantomimischen Aufführung auf das Wesentliche reduziert sind. Gelegentlich wird die Pantomime gerne mit anderen Theaterformen verbunden, so zum Beispiel beim Schwarzen Theater, selten auch im Schwarzlichttheater; ebenso kann die Darbietung eines Clowns pantomimische Elemente enthalten.

Geschichte


Die Pantomime hatte ihre Ursprünge bereits in frühgeschichtlichen Kulturen und war in der Zeit der griechischen und römischen Antike bereits weit verbreitet, bis das sich durchgesetzte Christentum alle Formen öffentlicher Aufführungen verbot. Sie wurde über die Mysterienspiele des Mittelalters fortgeführt und lebte in den volkstümlichen Kulturen der Commedia dell’arte und des Stegreiftheaters in den Figuren besonders des Pagliaccio oder Pedrolino (wird zu Pierrot) und Arlecchino (wird zu Harlekin) weiter, die sich von Italien aus verbreiteten.

Die Neuentdeckung der Pantomime als eigenes Genre beginnt im 19. Jahrhundert bei Jean-Gaspard (auch: Jean-Baptiste) Deburau, der als Begründer der modernen Pantomime gilt. Er erschuf die Figur des Pierrots und hatte durch die Entwicklung des körperlichen Ausdrucks eine große Bedeutung, nicht nur für die Pantomime selbst! Ihm wurde im Film Kinder des Olymp in der Darstellung von Jean-Louis Barrault ein wunderschönes Denkmal gesetzt.

Etienne Decroux (er tritt übrigens persönlich in Kinder des Olymp auf!) entdeckte die „mime pur“ als Grundform der Pantomime und gründete in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts die erste Pantomimenschule in Paris; zu seinen Schülern gehörten Jean-Louis Barrault, der die Pantomime in das Schauspielertheater integrierte, und Marcel Marceau, der sie zu höchster Soloauftrittskultur perfektionierte.

Die Entdeckungen Decroux’ deckten sich mit den Bestrebungen sämtlicher Theaterreformatoren der folgenden Jahre wie z. B. Max Reinhardt, Bertolt Brecht und Meyerhold, die das Schauspiel auf einen klaren körperlichen Ausdruck reduzierten, während Samy Molcho die Pantomime mit den Ausdrucksmitteln des Balletts verband und Dimitri mit denen des Clowns. Gerade letztere Verbindung erlebte durch die Fools-, Clowns- und Narren-Bewegung der späten Siebziger- und beginnenden Achtzigerjahre bis in die Jetztzeit einen neuen Aufschwung.

Weitere berühmte Pantomimen


Technik


Ausgangspunkt jeder pantomimischen Aktion ist die Stellung „Neutral“: leicht angewinkelte Füße, Fersen berühren sich leicht, Knie leicht durchgedrückt, Becken nach vorne geschoben, die Wirbelsäule bis zum Kopf völlig gerade, Arme und Schultern hängen locker und (ganz wichtig!) die Zunge klebt nicht oben am Gaumen, sondern hängt ebenso locker in der Mitte der Mundhöhle. Davon ausgehend, wird jede Gestik auf das Minimum an Bewegung reduziert und jeder mimische Ausdruck auf das Einfachste, um sie dadurch „klarer“ zu machen.

Dies verlangt vom Pantomimen bzw. der Pantomimin einen hohen körperlichen Trainingsaufwand! Es werden sehr viele gymnastische und so genannte „Separationsübungen“ angewandt, um wirklich jeden einzelnen Körperteil (fast könnte man sagen: jeden Muskel) unabhängig voneinander und auch gegeneinander bewegen zu können. Erst die Perfektion hierin macht Pantomime zur Kunst und unterscheidet sie von den Darbietungen von Laien. So wird z. B. nie eine Hand zum Ohr geführt, um zu zeigen, dass etwas gehört wird, sondern der Kopf waagerecht (wie auf einer Schiene) langsam in die Richtung des (vermeintlichen) Geräusches geschoben, ohne die Schultern dabei zu bewegen und „mitzuziehen“ oder den Gesichtsausdruck anzuspannen! Das von Laien gerne gebrachte „Abtasten von Wänden“ ist daher wie bei diesen kein „Patschen in die Luft“, sondern durch Muskel- und Sehnenan- und entspannung der Finger und Hände ein fast „wirkliches“ Abtasten von Wänden, bei dem man die Wand geradezu zu sehen glaubt!

Weblinks


  • Schwarzes Theater und Pantomime (eine interessante schulische Seite zur Geschichte des Schwarzen Theaters und der Pantomime, mit Lehrgang und vielen weiterführenden Informationen)
  • Lexikona.de (enthält die vorige Version dieses Artikels)
  • siehe auch: Robotman

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