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Pantheismus (griechisch pan = „alles, ganz“; theós = „Gott“) bedeutet, die Gottheit bzw. „das Göttliche“ in allen Erscheinungen der Welt zu sehen (Allgottglaube). Dies kann sich entweder in der Ansicht ausdrücken, dass alles in der Welt „von Gott erfüllt“ ist (schwacher Pantheismus) oder in der Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott sei (starker Pantheismus).

Pantheisten der zweiten Sorte glauben an keinen persönlichen oder personifizierten Gott, sondern sehen die ganze Welt, vom Makro- bis zum Mikrokosmos, als „göttlich“ an. Die Entdeckungen der Naturwissenschaft über die aus menschlicher Sicht unvorstellbare Größe des Universums, die Wunder der Biologie oder die Vorgänge der Quantenphysik untermauern das Empfinden der Ehrfurcht und des Erstaunens gegenüber diesen Naturerscheinungen. Als Folge dieser Ehrfurcht bringen Pantheisten oft der Natur besonderen Respekt entgegen und setzen sich für den Naturschutz ein, um die Vielfalt des Lebens und seine Gesundheit zu bewahren.

Der Pantheismus ist nicht zu verwechseln mit dem Animismus, der die Beseeltheit aller (oder bestimmter) Naturerscheinungen annimmt und vor allem in Naturreligionen vorkommt.

Verbreitung


Der Pantheismus ist keine konkrete Religion und keine dogmatische Lehre. Einzelne Vertreter des Pantheismus haben daher durchaus unterschiedliche Theorien entwickelt.

Manche Menschen sehen auch im Hinduismus oder dem Sufismus (islamische Mystik) Ausprägungen des Pantheismus auf religiöser Ebene. Beim Hinduismus besteht der allumfassende Brahman aus allen unveränderlichen Ichs (Atman). Diese finden sich sowohl in jeder Materie, als auch in allen Lebewesen. Die Mystiker selbst wehren sich meist gegen die Gleichsetztung von Mystik und Pantheismus, da eine philosophische Idee niemals die mystische Erfahrung ersetzen und umfassend erklären könne (vgl. Philosophia perennis).

Pantheistisches Gedankengut kann man auch bei Johann Wolfgang von Goethe nachweisen (beispielsweise im Werther oder im Faust). In der Romantik und im Biedermeier war der Pantheismus sehr verbreitet, vor allem unter Künstlern wie z. B. Caspar David Friedrich, Leopold Schefer, Hermann von Pückler-Muskau, Friedrich Theodor Vischer.

Kritik


Kritisch zum Pantheismus äußerte sich u.a. der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860). Er nannte den Pantheismus eine „Euphemie für Atheismus“. Er schrieb: „Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloß ein missbrauchtes Wort, ein Unbegriff, eine contradictio in adjecto, ein Schiboleth für Philosophieprofessoren, welche, nachdem sie die Sache haben aufgeben müssen, mit dem Worte durchzuschleichen bemüht sind.“ („Parerga und Paralipomena I“, 1. Teilband, S. 131 im Diogenes-Taschenbuch). Ein besonderes Problem stellt für den Pantheismus auch die Existenz des Bösen dar, weil dieses „im“ guten Gott nicht „vorkommen“ dürfte. Besonders kritisch gegenüber dem Pantheismus argumentiert unter anderem auch die Natürliche Theologie.

Sonstiges


Der Begriff „Pantheismus“ hat inhaltlich nichts mit dem Begriff „Pantheon“ zu tun (auch wenn beide Begriffe dieselben sprachlichen Wurzeln haben), welcher die Gesamtheit aller Götter in polytheistischen Religionen oder ein Kultgebäude zur Verehrung der Götter bezeichnet.

Eine erweiterte Form des Pantheismus, die sich jedoch in manch grundlegender Hinsicht von diesem unterscheidet, ist der Panentheismus, eine Synthese aus Pantheismus und Theismus.

Siehe auch


Weblinks


Weltanschauung | Religionsphilosophie | Natürliche Theologie

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