Das Pariser Panthéon ist ein Gebäude in Paris, in dem viele der wichtigsten Franzosen begraben liegen. Es wurde von 1764 bis 1790 durch den Architekten Jacques-Germain Soufflot auf dem Genovevaberg, der Montagne Sainte-Geneviève, errichtet.
Im 17. Jahrhundert endlich planten die Genovevianer-Mönche (frz. Génovéfains) der Abtei, ihre bescheidene, im gotischen Stil erbaute Abteikirche durch eine neue Kirche im Stil der neuen Zeit Ludwigs XIV. zu ersetzen. Sie wollten damit einerseits den Reichtum und die Macht ihres Ordens eindrucksvoll unter Beweis stellen und andererseits für die Schutzheilige von Paris einen angemesseneren Ort der Verehrung schaffen. Ein prachtvoller Neubau verschaffte ihnen sicherlich auch die Chance, im ewigen geistigen Wettstreit mit der Kathedrale Notre-Dame im Zentrum von Paris um die frommen Seelen der Stadt einiges an Boden gutzumachen. 1675 schlug Claude Perrault, der Architekt der Ostkolonnade des Louvre, den Bau einer Kirche im Stil einer römischen Basilika vor, was aber abgelehnt wurde.
Bis zur endgültigen Entscheidung für eine neue Kirche sollten weitere 70 Jahre vergehen. Erst im Jahr 1744 geriet ein Kirchenneubau wieder in den Bereich des Möglichen. Denn als König Ludwig XV. in Metz schwer erkrankt war, gelobte er, im Falle seiner Wiedergenesung auf dem Gipfel des Montagne Sainte-Geneviève eine Kirche ganz nach den Wünschen der Genovevianer errichten zu lassen. Weitere zehn Jahre zogen ins Land, in denen die Finanzierung der königlichen Baustelle sichergestellt werden musste. Unter anderem geschah dies durch eine Erhöhung der Lotteriesteuer. Zum Architekten wurde der bis dahin weitgehend unbekannte Jacques-Germain Soufflot bestimmt, der bisher allenfalls durch seine Arbeit an der Fassade des Krankenhauses (Hôtel-Dieu) von Lyon aufgefallen war. Im Marquis de Marigny, dem Generaldirektor der königlichen Bauten und Bruder von Madame de Pompadour, der Mätresse des Königs, hatte er jedoch einen hochrangigen Förderer.
Im Dezember 1757 genehmigte der König Soufflots Modell einer riesigen Kirche in Form eines griechischen Kreuzes. Der Grundriss der neuen Kirche erinnerte somit stark an byzantinische oder syrische Kirchenbauten. Die Arbeiten an den Grundmauern wurden zwar sofort aufgenommen, dauerten wegen der vielen alten zur Tongewinnung angelegten Schächte, die den Genovevaberg teilweise schon im Altertum durchzogen, aber fast drei Jahre. Über den Pfeilern des Fundaments wurde eine unterirdische Krypta angelegt, die die Fläche der gesamten Kirche einnimmt.
Am 6. September 1764 konnte Ludwig XV. endlich den Grundstein der von ihm gestifteten Kirche legen, bis zur endgültigen Fertigstellung des Gotteshauses vergingen allerdings weitere 25 Jahre. Als 1790 die Kuppel (frz. lanternon) auf die Spitze der Kirche gesetzt und die Arbeit damit abgeschlossen war, hatte die neue Zeit die ursprünglichen Planungen der Mönche, des Königs und Soufflots aber bereits überholt.
Der imposante Kuppelbau der geplanten Kirche Sainte-Geneviève wurde von den Führern der französischen Revolution als Panthéon zur nationalen Ruhmeshalle erklärt und damit profaniert. Das Gebäude ist seitdem einer der wichtigsten Immediatbauten der so genannten Revolutionsarchitektur. Nach mehreren weiteren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist das Panthéon seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste hier beigesetzten Personen.
1849 gelang dem Physiker Jean Bernard Léon Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel im Panthéon der empirische Nachweis der Erdrotation.
Nicht ins Panthéon überführt wurden die sterblichen Überreste von Napoleon Bonaparte und Charles de Gaulle – beide sind den Franzosen wiederum zu groß, um unter die großen Franzosen aufgenommen zu werden. Den einen findet man im Invalidendom Dôme des Invalides, den anderen in seinem Heimatort Colombey-les-Deux-Églises.
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