Als Panrussismus wird eine auf den Kleriker, Patrirachen und Zaren-Berater Konstantin Pobedonoszew (1827-1907) zurückgehende, nationalistisch verengte Sonderform des Panslawismus bezeichnet.
Ideologie
Entsprechend der vermeintlichen Logik, daß das Wesen der slawischen Seele Rechtgläubigkeit (Orthodoxie) sei, setzte er slawisch und/oder
orthodox automatisch mit russisch gleich. Resultat war eine seit 1881 staatlich geförderte Russifizierungs- und Unterdrückungspolitik vor allem gegen Polen und Juden, aber auch nichtorthodoxe Russen und nichtrussische Orthodoxe.
Zusammenhang mit Panslawismus
Der einstige
Slawophile Michail Katkow (1818-87) zählte nach 1860 zu dieser Richtung.
Konstantin Leontew (1831-1891) bemühte sich daher auch um eine Einbindung der orthodoxen Griechen in den Panslawismus bzw. Panrussismus. Doch Panslawismus ist nicht allein orthodox-fundamentalistisch, sondern steht auch im Zusammenhang mit russischem Nationalismus und antiwestlicher Tradition auf dem Balkan.
Panmongolismus bzw. Eurasismus
Damit verbundene, andere antiwestliche Haltungen werden auch von atheistischen
Eurasiern (z.B. Bolschewiken, aber auch ihren Gegnern) oder
Panmongolisten begrüßt. Diese sehen die Identität und Nationalität Russlands weniger durch das Slawentum als durch byzantinische und eurasische Traditionen begründet - genau der Vorwurf übrigens, mit dem nationalistische Polen den Russen umgekehrt das Slawentum absprachen.
Einer der Hauptvertreter des "Eurasismus" in Russland ist die Bewegung Eurasien. Derzeit befindet sich die russische Bewegung Eurasien unter der Führung des charismatischen Geopolitikers und ehemaligen Präsidentschaftsberaters Präsident Putins, Alexander Dugin. In Deutschland erschien im Jahre 2004 die Schrift "Eurasien über alles", in dem der eurasischen Idee nahestehenden traditionalen Regin-Verlag
*. Dort wird die Situation und Weltanschauung der Eurasier von deren Vorsitzenden Alexander Dugin dargestellt.
Nationalismus