Paneuropean movement flag.png Die Paneuropa-Union ist die älteste europäische Einigungsbewegung. Sie tritt für ein politisch und wirtschaftlich geeintes, demokratisches und friedliches Europa auf Grundlage des christlich-abendländischen Wertefundaments ein. Die Paneuropa-Union wurde 1924 von Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi unter dem Eindruck der Schrecken des Ersten Weltkriegs gegründet.
Zu ihren Mitgliedern gehörten unter anderem Albert Einstein, Thomas Mann, Franz Werfel, Aristide Briand, Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Bruno Kreisky und Georges Pompidou. Ab 1933 von den Nationalsozialisten in Deutschland verboten, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet.
Präsident der internationalen Paneuropa-Union war von 1973 bis 2004 Otto von Habsburg, der nun internationaler Ehrenpräsident ist. Neuer internationaler Präsident seit 2004 ist der Vorsitzende der französischen Paneuropa-Union, Alain Terrenoire.
Deutscher Präsident ist der CSU-Europa-Abgeordnete Bernd Posselt.
Seit 1975 besteht eine Jungendorganisation, die Paneuropa-Jugend.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützte die Paneuropa-Union aktiv die europäische Integration. Gleichzeitig übte sie Kritik an der einseitig wirtschaftlichen Ausrichtung und dem technokratischen Funktionalismus der sich bildenden Institutionen. Auch ihr christlich-konservatives Profil grenzte sie gegenüber anderen proeuropäische Organisationen ab. 1965 kam es zum Bruch mit der Europäischen Bewegung, als diese sich während des französischen Präsidentschaftswahlkampfes offen für den sozialistischen Herausforderer François Mitterand aussprach, während die Paneuropa-Union den konservativen Charles de Gaulle unterstützte.
Während des Kalten Krieges nahm die Paneuropa-Union eine offensive Haltung gegenüber den sozialistischen Staaten Osteuropas ein und unterstützte dortige Oppositionsbewegungen. Es wurden Untergrundgruppen der Paneuropa-Union gebildet, die in diesen Ländern am Sturz des sozialistischen Systems mitarbeiten solltenSiehe http://www.ronsperg.de/Coudenhove3.htm. So wurde z.B. die Paneuropa-Union Böhmen und Mähren noch vor der "Samtenen Revolution" von ihrem heutigen Präsident Rudolf Kučera gegründet. Weltweite Beachtung fand auch das am 19. August 1989 von ihr organisierte Paneuropäische Picknick bei Sopron, das 661 DDR-Bürgern die Ausreise über die ungarisch-österreichische Grenze ermöglichte.
Nach dem Zusammenbruch der Ostblockstaaten galt das Hauptaugenmerk zunächst der Herausführung der bestehenden Untergrundgruppen in die Legalität sowie dem Aufbau neuer Länder-Organisationen. Heute stellt die Osterweiterung der Europäischen Union den Arbeitsschwerpunkt dar.
Mit dem Bamberger Programm von 1996 wurden die Zielsetzungen der neuen politische Lage in Europa angepaßt. Danach setzt sich die Paneuropa-Union für die Einigung Europas auf der Basis weitreichender Volksgruppen- und Minderheitenrechte sowie des Rechtes auf die Heimat einAlle Zitate in diesem Teil aus http://www.paneuropa.org/de/bambprg.pdf. Dieses Europa soll zu einer politisch nach außen und innen voll handlungsfähigen Einheit weitergebildet werden, die keiner fremden Macht untergeordnet ist. Sie befürwortet ein selbstbewußtes Handeln der Europäischen Union in der internationalen Politik im Rahmen eines militärisch geeinten Europa, das überall in der Welt für seine Interessen und für die Ideale der Freiheit und der Menschenrechte eintritt.
Weiter erstrebt die Paneuropa-Union ein Europa auf Basis des Christentums und kämpft gegen alle Tendenzen, die die geistige und moralische Kraft Europas zerstören, wie Nihilismus, Atheismus und einen unmoralischen Konsumismus. Diese konservative Grundhaltung kommt ebenfalls in der Definition der Familie als natürliche Gemeinschaft, sowie in der Ablehnung von Abtreibung, Euthanasie und Genmanipulation zum Ausdruck.
Die deutsche Paneuropa-Union steht der CSU sowie den Vertriebenenverbänden nahe. Sie unterscheidet sich von anderen rechtskonservativen Vereinigungen in der Verurteilung der menschenverachtenden Ideologie des Nationalismus, woraus sich für sie ergibt, daß die Interessen der Vertriebenen am besten im Rahmen der europäischen Einigung zu vertreten seien.
Das Ideal der Paneuropabewegung, ein nach christlichen Wertvorstellungen aufgebautes Europa, wird von der Paneuropa-Bewegung Österreich in ihrer Zeitschrift Paneuropa Österreich (vorherige Titel: 1976-1987: Österreich konservativ, 1988-1992: Österreich Paneuropa), in weiteren Publikationen und zahlreichen Veranstaltungen verbreitet. Getreu dem Wahlspruch der Paneuropäer: In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas.
KritikerSiehe z.B. http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/10/07a.htm weisen darauf hin, daß eine Schwächung der Nationalstaaten zu gunsten der "Volksgruppen" in Europa hauptsächlich die Position Deutschlands stärken würde, da es eines der wenigen europäischen Länder ist, das als ethnisch homogen betrachtet werden kann, während es gleichzeitig deutschsprachige Minderheiten in mehreren anderen europäischen Staaten gibt. Diese Kritiker betrachten die Forderung nach Volksgruppen- und Minderheitenrechten auf europäischer Ebene als Mittel zur Durchsetzung nationalistischer Ziele, speziell der Vertriebenenverbände.
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