Ein Panegyrikus war in der Antike eine prunkvolle Rede aus festlichem Anlass. Aus Griechenland sind festliche Vorträge etwa von Lysias oder Isokrates überliefert, die man als „Panegyriken“ bezeichnete. In Rom verstand man unter einem Panegyrikus insbesondere lobende Reden zur Ehrung eines Herrschers wie des römischen Kaisers.
Eine Sammlung von zwölf lateinischen Reden dieser Art ist unter dem Titel XII Panegyrici Latini erhalten. Die älteste Rede darin ist der Panegyricus, den Plinius der Jüngere im Jahr 100 anlässlich seines Konsulats auf den Kaiser Trajan gehalten hat. Darin lobt er dessen Leben, militärische Fähigkeiten und Herrschertugenden. Sie beginnt mit Trajans Werdegang, zeigt ihn als Herrscher, anschließend sein Privatleben und endet mit dem Dank für die Verleihung des Konsulats und einem Gebet an Jupiter.
Die weiteren elf Reden der Sammlung stammen aus der frühen Spätantike (Ende 3. Jahrhundert bis Ende 4. Jahrhundert) und stellen eine nicht unwichtige Quelle dar. Geehrt werden unter anderem die Kaiser Konstantin I. und Theodosius I. Verfasser waren hohe Beamte und Rhetoren, wobei einige der Verfasser unbekannt sind.
Der berühmteste Panegyricus in griechischer Sprache ist vermutlich die "Romrede" des Aelius Aristides (155), in der der Redner weniger einen speziellen Kaiser als vielmehr die römische Herrschaft insgesamt preist.
Nicht alle panegyrischen Werke waren Reden (zu den ungewöhnlichsten zählt sicher das Werk Über die Bauwerke Justinians von Prokop, der die Bauten dieses Kaisers preist), und oft verfolgten die Verfasser die Absicht, den Herrscher zu beeinflussen: Gerade in der Spätantike scheinen manche Autoren versucht zu haben, den Kaiser durch Schmeichelei zu einer Korrektur seiner Politik zu bewegen.
Zur Panegyrik zählt man auch Gedichte der römischen Kaiserzeit, die von hofnahen Dichtern verfasst wurden, um den Herrscher oder eine mächtige Persönlichkeit zu verherrlichen. Panegyrisch in diesem Sinne waren schon die Verkündung des neuen Goldenen Zeitalters unter Kaiser Augustus durch Vergil (Aeneis 6,791–805), einzelne Oden des Horaz, die Verse Lucans zum Ruhme des Kaisers Nero und die des Statius zur Verherrlichung des Kaisers Domitian. In der Spätantike traten dann besonders der Hofdichter Claudian und der von ihm beeinflusste Coripp auf diesem Gebiet hervor. In der sprachlich meisterhaften, aber inhaltlich vor keiner Maßlosigkeit zurückschreckenden Dichtung Claudians erreichte die panegyrische Epik einen Höhepunkt, zugleich aber auch die Grenzen des auf diesem Gebiet dem Publikum inhaltlich Zumutbaren.
Im heutigen Sprachgebrauch versteht man unter einer Panegyrik eine distanzlose, lobhudelnde Schmeichelrede. In negativer Bedeutung kam das Wort panegyrisch schon in der Antike vor: der Historiker und Rhetoriklehrer Dionysios von Halikarnassos verstand darunter einen auf Effekte berechneten und das Publikum damit verführenden Stil.
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