Francisco Villa, Spitzname Pancho, ursprünglicher Name Doroteo Arango (* 5. Juni 1878 in San Juan del Río, Durango, Mexiko; † 20. Juli 1923 in Parral, Chihuahua, Mexiko). Sohn von Agustin Arango und Micaela Arambula. Pancho Villa ist zu Lebzeiten in einer Reihe von Rollen aktiv gewesen und wurde von Feinden und Bewunderern mit vielen Attributen versehen: Freiheitskämpfer, Guerrillero, Outlaw, Volksheld, Kriegsherr, Gouverneur, Hollywood-Star, General und nicht zuletzt Revolutionär.
Für treue Anhänger des mexikanischen Diktators Porfirio Diaz war Pancho ein blutrünstiger Bandit, für die Mehrheit der damaligen Bevölkerung hingegen der mexikanische Robin Hood. Im Grunde war Villa ein Guerilla-Kommandant und Räuber, der in der mexikanischen Revolution gegen die Diaz-Diktatur kämpfte. Nach dem Ende der mexikanischen Revolution wurde Villa von der neuen Regierung als Ikone dargestellt, obwohl er von eben dieser Regierung umgebracht worden war.
In der zweiten Amtszeit von Díaz ab 1884 war es innenpolitisch ruhig, weil weite Bevölkerungskreise der Mestizen und der Indios unterdrückt wurden. Vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten neben ausländischen Firmen nur die Großgrundbesitzer. Das Motto lautete: Orden y Progreso - Ordnung und Fortschritt. Indianer und die abhängigen Bauern wurden mit allen Mitteln zur Abtretung ihres Bodens an Großgrundbesitzer gezwungen. 1910 verfügte 1% der Bevölkerung Mexikos über 96% des Bodens, fast 97% der Landbevölkerung hatte keinen Grundbesitz.
US-Firmen beherrschten den größten Teil der Wirtschaft. Bergbaufirmen, Erdölförderung und die Eisenbahnen. Die einfachen Indios galten höchstens als Menschen zweiter Klasse und durften z. B. die Bürgersteige nicht benutzen. Die Landarbeiter, peones, wurden wie Sklaven gehalten, obwohl Diaz selbst auch indigene Vorfahren hatte.
Madero, ein reicher Landbesitzer aus Parras, entwickelte die politischen Ideale basierend auf Liberalismus, Demokratie und Theosophie. Er befürwortete freie Wahlen. Díaz lehnte das ab. Madero veröffentlichte daraufhin sein Werk Plan de San Luis Potosí, ein Dokument, das den bewaffneten Widerstand gegen Díaz forderte und als geistiger Kern der Mexikanischen Revolution angesehen wurde. 1908 veröffentlichte er das einflussreiche Buch La sucesión presidencial de 1910, in dem er die Begriffe des Stimmrechts und der Demokratie erläuterte. Zusammen mit Villa und dem Bauernführer Emiliano Zapata ("Lieber aufrecht sterben als auf den Knien leben!") zwangen sie 1911 die Regierung Díaz zum Rücktritt. Díaz ging ins Exil nach Europa.
Francisco Madero wurde im November 1911 Präsident von Mexiko.
In der Regierungszeit Maderos (PLM - Liberale Partei Mexikos) diente Villa unter General Victoriano Huerta. Seine politische Unerfahrenheit wurde ausgenutzt und Villa wurde dazu benutzt, rebellische Gruppierungen, die sich gegen die Regierung Maderos stellten, zu entwaffnen. Diese entstammten zum einen der Arbeiterklasse, den Sozialisten des IWW und andererseits der bäuerlichen Landbevölkerung.
Am 25. November 1911 veröffentlichten die Zapatistas den Plan von Ayala. Ein politisches Programm : "Boden, Berge und Wasser". Die Landenteignungen der Bauern, unter der Regierung Porfirio Diaz zugunsten von Großgrundbesitzern vorangetrieben, sollten rückgängig gemacht werden. Das hieß die Enteignung eines Drittels des Landes zur Verteilung an landlose Bauern und die Verstaatlichung aller Ländereien der Großgrundbesitzer, die sich diesem Plan widersetzen.
Er flüchtete nach Texas, USA, in ein heruntergekommenes Hotel in El Paso. Zur Sicherheit, um Spionen zu entgehen, liefen seine Kontakte über Brieftauben.
General Félix Díaz, ein Neffe von Porfirio Díaz, versuchte im gleichen Jahr gegen Madero zu putschen. Seine Palastrevolte scheiterte und er wurde arrestiert. Rebellierende Generäle, wie Manuel Mondragón, Gregorio Ruiz u. a., schmiedeten weiterhin Umsturzpläne. Sie befreiten Félix Díaz aus dem Zuchthaus. Konterrevolutionäre Truppen versuchten den Nationalpalast einzunehmen. Die Revolte wurde jedoch von loyalen Regierungstruppen Maderos vor dem Palast niedergeschlagen. Madero vertraute General Victoriano Huerta, einem Zögling Porfirio Díaz, und ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Im Februar 1913 verriet Victoriano Huerta seinen liberalen Präsidenten Madero. Es gab einen Armeeputsch. Präsident Madero wurde inhaftiert. Huerta übernahm am 19. Februar 1913 das Präsidentenamt. Drei Tage später, am 22. Februar, beim Transport vom Nationalpalast zum Staatsgefängnis wurde Francisco Madero "auf der Flucht" erschossen.
Villa war ein waschechter Volksheld, auch in den USA. 1913 kam er auf die Idee, seine División del Norte im Krieg gegen die Diktatur von Victoriano Huerta durch amerikanische Filmemacher finanzieren zu lassen. Weitgehend ungehindert durch ein Waffenembargo der US-Armee bot Villa US-Filmemachern ungehinderten Zugang zu echten Kriegszenen seiner Armee. Er ließ sich dies bar in Gold bezahlen.
Die mexikanischen Rebellen hatten sich mit den American Soldiers of Fortune in ihrem Kampf gegen die Regierung verbündet. Mitglieder dieser Gruppe waren z. B. Sam Dreben, the Fighting Jew, Tracy Richardson, und andere. Dreben und Richardson wollten eigentlich Waffen an die mexikanischen Rebellen verkaufen, blieben aber eine zeitlang bei den Revolutionären und brachten ihnen den Umgang mit den neuen Waffensystemen bei.
Als Gouverneur von Chihuahua hatte Villa Gelegenheit, als ehemaliger Bankräuber, 1914 - 1915 Banknoten mit den Bildern seiner politischen Idole, Francisco Madero und Abraham González zu drucken. Er verordnete, dass jeder, der diese Währung ablehnte oder versuchte, andere Formen der Währung zu benutzen, gefangen genommen wurde.
Er konfiszierte das Land vieler Großgrundbesitzer, verteilte es aber nicht neu an die Bauern, da er eine US-Intervention fürchtete. Auch ließ er die Hände von Besitzungen US-amerikanischer Gesellschaften. Er legte die Preise für Grundnahrungsmittel fest, erlaubte es aber nicht, dass sich IWW-Organisatoren an den US-Besitzungen vergriffen. Er überfiel Militär- und Versorgungszüge und stattete damit seine Rebellentruppe aus.
Es kam zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Villa, Zapata und den Revolutionsführern Obregón und Carranza, die aus dem städtischen Mittelstand kamen und gebildete, liberale Kreolen waren, und sich unter Porfirio Diaz gewisse Souveränität erkämpft hatten. Sie standen im Konflikt mit den Ansichten Villas und Zapatas, die aus bäuerlichem Hause stammten und die grundlegenden Interessen der Landbevölkerung vertraten, und eine umfassende Agrar- und Landreform anstrebten. Das nutzte die U.S.-Regierung und rief öffentlich zur Unterstützung Carranzas auf. Villas Bitte um Unterstützung bei den US-Amerikanern wurde abgelehnt. Gegen das Organisationstalent Carranzas und General Álvaro Obregón hatten die Villistas keine Chance und seine ca. 25.000 Mann starke División del Norte wurde Schlacht für Schlacht von Obregóns Truppen (beliefert von der USA) nordwärts, bis an die US-Grenzen getrieben. Ende 1915 war Villas ’’División del Norte’’ nur noch ein Schatten ihrer einstigen Stärke. Gegen die neue Kombination der Kriegsmittel - Maschinengewehr und Stacheldraht - war seine Reiterarmee machtlos. Carranza and Obregon brandmarkten ihn daraufhin als Outlaw. Er war wieder ein einfacher Bandit.
Im Laufe der Mexikanischen Revolution kamen mehr als eine Million Mexikaner ums Leben.
Villa fing an, die Yanquis für ihre Unterstützung der Carranza Regierung zu hassen. Pistoleros seiner Bande überfielen einen Zug und töteten 16 US-amerikanische Minenarbeiter und Ingenieure. In den frühen Morgenstunden des 9. März 1916, überfiel er mit seiner Guerilla das Militärcamp der 13. US-Kavallerie in der Kleinstadt Columbus in New Mexico. Er erbeutete rund 100 Pferde, Maultiere, Gewehre und Maschinengewehre. Bei dem Überfall kamen ca. 20 US-Amerikaner um. Zum Abschluss brannten sie die Stadt nieder. In den USA sank seine Popularität daraufhin schlagartig, während viele Mexikaner ihn als Rächer der jahrzehntelangen Yankee-Unterdrückung bewunderten.
Die US-Armee startete eine Woche später, am 16. März 1916, mit rund 10.000 - 12.000 Soldaten unter General Black Jack Pershing eine Strafexpedition. Es war die letzte US-Kavallerie zu Pferde und die erste mit motorgetriebenen Fahrzeugen und Flugzeugen.
Pershing gelang es, die Revolutionstruppen auseinander zu treiben, die Columbus angegriffen hatten. Sie schafften es aber nicht, Villa gefangen zu nehmen oder zu töten. Pershings Truppen verließen Mexiko im Februar 1917. US-Präsident Thomas W. Wilson hatte die Soldaten in Erwartung des unmittelbar drohenden Ersten Weltkrieges mit Deutschland zurückgerufen.
Da Francisco Villa sich so nicht erledigen ließ, akzeptierte Adolfo de la Huerta Präsident Mexikos 1920, seine Kapitulation. Mexikanische Föderalisten kauften Villa 1920 die Hacienda Canutillo als Rente und er bezog die Pension eines Generals. 1923 geriet er in einen Hinterhalt von Anhängern des Präsidenten Álvaro Obregón, der seine Kandidatur als Oppositionskandidat für die nächste Wahl fürchtete. Im Buch "Villa and Zapata" heißt es, Obregon habe seine Ermordung unter Druck des Innenministers Calles und des Kriegsministers Joaquin Amaro geplant. Plutarco Elías Calles folgte Obregon als Präsident 1924.
In der Nähe von Parral (Chihuahua) wurde Villa zusammen mit Colonel Miguel Trillo von Heckenschützen am Nachmittag des 20. Juli 1923 in seinem Ford T erschossen. Er wurde von 47 Kugeln getroffen.
Obregón wurde 1928 wiedergewählt, 16 Tage später vor Amtsantritt jedoch ermordet.
Heute erinnern sich die meisten Mexikaner mit Stolz an die militärischen Erfolge von General Francisco Villa, der als einer der Wegbereiter der demokratischen Verfassung Mexikos 1917 gilt, die, weiter reformiert, heute noch gilt. Villa und Zapata stehen in jedem Schulbuch.
In Columbus erinnert der Pancho Villa State Park an ein zweispältiges Ereignis für die Stadt.
Viele Schauspieler haben ihn später dargestellt:
Unter anderem in folgenden Filmen:
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