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Das Panchatantra (Sanskrit, n., पञ्ञतन्त्र, pañcatantra, *, wörtl.: „fünf Gewebe“) ist eine indische Dichtung, die zwischen 200 v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. bei den Kushana und Sassaniden als Hofdichtung entwickelt worden sein soll. Das Panchatantra wird auch mit dem indischen Epops Mahabharata in Zusammenhang gebracht. Es handelt sich um moralische Geschichten, Fabeln und Tiergeschichten.

Diese Sammlung von Fabeln, Märchen und Geschichten wurde in dem indo-iranischen Kulturkreis als Stoff für die Erziehung der Prinzen am Hofe benutzt, um die Kunst der Verwaltung und weltliche Weisheiten zu vermitteln. Später wurde es als Buch für die Jugend generell verwendet.

Es gibt verschiedene Redaktionen des Panchatantra:

  1. das Tantrakhyayika in einer älteren und einer jüngeren Version.
  2. ein Dichter, Philosoph und Arzt des Sassanidenherrschers Chosrau I., Burzoe, soll den Text etwa im Jahre 550 n. Chr. aus dem Sanskrit ins Mitteliranische bzw. Pahlavi übersetzt haben. Weder das Original noch die Übersetzung sind erhalten. Aus dem Pahlavi wurden Übersetzungen ins Syrische und Arabische angefertigt. Ibn al Muqaffa, ein persischer Übersetzer mit arabischem Namen, soll das Panchatantra im 8. Jahrhundert n. Chr. aus den Schriften von Burzoe ins Arabische übersetzt haben. Die Geschichten zeichnen sich durch ihren volkstümlichen Charakter aus. Seine Sammlung mit Bildern aus der Tierwelt heißt Kalīla wa Dimna, die in verschiedenen Sprachen der Welt herausgegeben ist.
  3. ein Extrakt des Panchatrantra findet sich im kashmirischen Brihatkatha wieder. Diese Geschichten wichen jedoch sehr stark vom Original ab.
  4. eine Auswahl findet sich in südindischen Manuskripten und wird „südindisches Panchatrantra“ genannt. Dieser Text stammt aus dem Nordwesten, wo im 7. Jahrhundert n. Chr. eine Zusammenfassung erstellt wurde.
  5. die nepalische Version steht der südindischen sehr nahe und stammt ebenfalls aus dem Nordwesten.

Die Tiergeschichten enthalten meist eine moralische Lehre. Ein Buch schildert wie ein Löwe und ein freigewordener Stier sich zuerst anfreunden, dann aber auf die Intrigen eines Schakals hereinfallen. Der Löwe tötet seinen neuen Freund, den Stier. Die Lehre lautet, den Feind im (angeblichen) Freund nicht zu erkennen, kann viel Unglück bringen.

Ein anderes Buch erzählt von einem Brahmanen, der sein Baby zu Hause von einem Mungo bewachen lässt. Der Mungo tötet eine Schlange, die das Kind angreifen möchte. Als der Brahmane nach Hause kommt, springt der Mungo ihm freudig entgegen. Der Brahmane sieht nur die blutige Schnauze des Mungo und erschlägt das Tier. Zu Hause muss er seinen Irrtum erkennen. Die Lehre lautet, dass es fatal sein kann, sich von augenblicklichen Vorurteilen leiten zu lassen, und dabei nicht zu erkennen, wer die wahren Freunde sind.

Trivia


Siehe auch


Literatur (Sanskrit) | Literarisches Werk | Fabel

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