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Der Palmsonntag (lat.: Dominica in Palmis de passione Domini) ist der 6. Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige oder Große Woche.

An diesem Sonntag wird in der katholischen Liturgie (a) des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, als er auf einem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln und dem Ruf "Hosanna dem Sohne Davids" gehuldigt wurde. (b) wird an diesem Sonntag das Evangelium vom Leiden des Herrn, die Passion, aus einem der synoptischen Evangelien gelesen. Dies erklärt seinen lateinischen Doppelnamen, den man mit "Palm- und Passionssonntag" übersetzen kann.

Die Palme war von alters her das Symbol für die Unabhängigkeit Israels, von daher für die Römer eine besondere Provokation. Der Esel wiederum war nach dem Propheten Zacharia das Symbol des gewaltlosen Friedenskönigs und das Bekenntnis zur Bescheidenheit. sie legten die Palmzweige und meist Tücher auf den Boden vor Jesus so das er mit seinem Esel darüberritt.

Prozessionen und andere Brauchtümer


Bad Waldsee Museum Palmesel.jpg)]] Am Palmsonntag werden „Palmzweige“ (Palmkätzchen, Palmbuschen, in den südlichen Ländern auch echte Palmzweige) oder „Palmstöcke“ in der kirchlichen Prozession als "Zeichen des Lebens und des Sieges" mitgetragen, zuvor mit Weihwasser gesegnet und anschließend in Wohnungen im Herrgottswinkel hinter ein Kruzifix gesteckt. In Norddeutschland werden gesegnete Palmstöcke von den Kindern zu ihren Paten und Großeltern gebracht. Dafür bekommen sie meistens eine Kleinigkeit oder etwas Süßes geschenkt.

Im Mittelalter und besonders im Barock wurde bei Palmprozessionen oft ein Esel (später aus Holz) mit Christusfigur mitgeführt, ein so genannter „Palmesel“. In Thomatal im Lungau reitet heute noch der Pfarrer auf einem Esel in der Palmprozession mit. In Tirol findet in der Ortschaft Thaur als einziger Gemeinde Tirols noch eine Palmprozession statt, in der eine Christusfigur auf einem Holzesel durchs Dorf gezogen wird. In Möttlingen bei Calw findet jährlich der Calwer Palmritt statt, eine von Eseln angeführte Reiterprozession, die mit einem evangelischen Open-Air-Gottesdienst abschließt. Im nordhessischen Fritzlar findet am Palmsonntag eine feierliche Prozession zum Dom statt. Dort wird im Anschluss ein festliches Hochamt mit den Chorherren der Ordensgemeinschaft der Prämonstratenser gehalten. In Heiligenstadt im Eichsfeld findet die Palmprozession unter Mitführung von sechs überlebensgroßen figürlichen Darstellungen aus der Leidensgeschichte Jesu statt. Diese jesuitisch inspirierte Prozession wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Karfreitag auf den Palmsonntag vorverlegt.

Ein weiterer Brauch ist, das Familienmitglied, das am Palmsonntag als letztes morgens aufsteht, als „Palmesel“ zu bezeichnen.

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