Palm_iii.jpg Palm III von 3Com mit Palm OS]]
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Palm OS ist das Betriebssystem für die Organizer der Palm-Serie (siehe PDA) sowie für Smartphones.
Die Geräte wurden zuerst nur von der Firma Palm, die auch das Betriebssystem entwickelte, hergestellt. Später wurden die beiden Gebiete aber auf die Tochterfirmen PalmSource (Software) und PalmOne (Hardware) aufgeteilt. Im Jahr 2005 kaufte die Firma PalmOne die Rechte am alten Namen zurück und benannte sich wieder in Palm um. Auch Sony, Handspring, Garmin, Symbol und andere Hersteller lizenzierten Palm OS und setzten es in ihren Geräten ein. Mittlerweile hat sich Sony allerdings vom PDA-Markt verabschiedet und Handspring wurde von Palm übernommen, sodass es eigentlich kaum noch Geräte mit Palm OS von anderen Herstellern als Palm selbst gibt.
Im Jahr 2005 wurde Palm-OS-Entwickler PalmSource von der japanischen Firma Access Co. Ltd. gekauft.
Versionen
Palm OS 1.0
Wird seit
1996 in den Modellen
Palm 1000 und
Palm 5000 verwendet. Es enthält eine Adress-, eine Kalender-, eine Aufgaben- und eine Merkzettelanwendung, außerdem einen Rechner und eine Sicherheitsanwendung.
Palm OS 2.0
Wird ab
1997 für die Modelle
PalmPilot Personal,
PalmPilot Pro und den
IBM WorkPad verwendet. Neue Features sind die Hintergrundbeleuchtung, ein Finanzprogramm und eine
Mailanwendung. Implementiert ist ein
TCP/IP-Stack und
IEEE-Fließkommazahlen.
Palm OS 3.0
1998 wurden die Modelle
Palm III und
IBM WorkPad II mit
Infrarotschnittstelle ausgestattet.
Palm OS 3.1
1999 wurden die Geräte
Palm IIIx,
Palm IIIe und
Palm V mit verbessertem
Display und schnellerer
CPU ausgestattet. Es werden erstmals
Akkus und beim
Visor der Firma Handspring auch ein Steckkartenanschluss unterstützt.
Palm OS 3.2
Der
Palm VII hat ein Funk
modem. Dieses funktioniert allerdings nur nach US-Standard.
Palm OS 3.3
Das Modell
TRG Pro von
Handera besitzt eine Compact-Flash Schnittstelle. Ferner gibt es ein kostenloses Update für Palm III, Palm IIIx und Palm V. Änderungen zur Version 3.1 waren hauptsächlich eine Unterstützung des Euro-Symbols, schnelleres HotSync-Operationen und erweiterte Infrarotunterstützung.
Palm OS 3.5
Im März
2000 bietet der
Palm IIIc erstmals ein 256-Farben-Display. Die Geräte
Palm IIIxe und
Palm Vx können 16 Graustufen darstellen, dafür hält der Akku viel länger.
Palm OS 3.5.1
Version für den
Palm m100 im August
2000. Erstmals wurde die Anwendung "Notizen" verwendet, die im Gegensatz zur Merkzettelanwendung handschriftliches Notieren erlaubte (vgl. DiddleBug u. a.)
Palm OS 3.5.2
Version für den
Handspring Visor.
Palm OS 3.5.3
Der
PEG S300 von
Sony wird mit Jogdial (ein Drehrad) und
Memorystick verkauft. Das Model
Handera 330 hat ein 240×320 Punkte Display. Der
Handspring Treo ist ein PDA mit eingebautem
GSM-
Mobiltelefon, optional mit Tastatur.
Palm OS 4.0
Die Geräte
Palm m500 und
Palm m505 sind mit
USB, Steckplätzen für
MMC und
SD-Karten und Vibrationsalarm ausgestattet.
Palm OS 4.1
Wird bei den Geräten m130, m515 und Zire eingesetzt, sowie beim Sony Clié NR70V.
Palm OS 4.1.1
Für den
Tungsten W, einen PDA mit Handy-Funktion (
Smartphone).
Palm OS 4.1.2
Spezielle Version für das GSPDA G18 Smartphone (in Deutschland als
Quelle Universum Handy erhältlich). Diese Version verwendet die neue Graffiti 2 Schrift und unterstützt das 160×200-Pixel-Display mit virtuellem Graffiti-Feld.
Palm OS 5.0
Ab dieser Version werden nur noch die
ARM-Prozessoren, etwa von
Texas Instruments und
Intel unterstützt. Durch den Umstieg vom
Motorola Dragonball auf den ARM musste auch das Betriebssystem von Grund auf überarbeitet und auf die neue Architektur angepasst werden. Programme für den alten Prozessor laufen jedoch in
Emulation wie gehabt weiter. Die neue
Systemarchitektur bringt einen großen Geschwindigkeitszuwachs sowie zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten wie Sound,
Bluetooth oder Displays mit hoher Auflösung. Der erste Handheld mit OS5 ist der
Tungsten T. Das Betriebssystem Palm OS 5.0 arbeitet wie von den alten Modellen bekannt mit der Grafitti 1 Eingabe.
Palm OS 5.2.1
Der
Zire 21 hat noch ein Graustufendisplay mit einer Auflösung von 160×160 Punkten, doch der
Zire 71 hat ein 320×320-Farbdisplay, eine eingebaute Kamera und spielt MP3-Musik.
Der Office-PDA
Tungsten T2 hat zwar keine Kamera, kommuniziert aber zusätzlich über
Bluetooth und spielt ebenfalls MP3-Dateien ab.
Der
Tungsten C besitzt auch noch eine Tastatur und eine
Wireless LAN Schnittstelle (
IEEE 802.11b).
Der
Tungsten T3 besitzt zusätzlich ein aufschiebbares 320×480-Pixel-Display.
Beim
Tungsten E und
Tungsten T3 hat der Hersteller die Standardapplikationen überarbeitet.
Zu den Neuerungen zählen unter anderem neue Felder (
Geburtstag,
Website, Messenger und neun statt vier benutzerdefinierte Felder) in den Adressen, die jetzt Kontakte heißen, farbig unterschiedene Kategorien im Kalender und die Erweiterung der Merkzettel auf 32
KB, statt bisher 4
KB.
Palm OS 5.2.8
Der
Zire 31 und
Zire 72 haben die neuen Standardapplikationen des
Tungsten E und
Tungsten T3 und zusätzlich noch die Möglichkeit eines Kontaktfotos.
Beide Geräte haben ein Farbdisplay, der
Zire 31 mit 160×160 Pixel und der
Zire 72 mit 320×320 Pixel.
Der Zire 72 verfügt auch über
Bluetooth und eine 1,2
Megapixel-Kamera. Palm OS 5.2.8 arbeitet zur Texteingabe mit Grafitti 2. Dazu ist das Erlernen einer etwas veränderten Eingabe nötig, diese erleichtert das Schreiben von Umlauten sowie Groß- und Kleinschreibung erheblich.
Palm OS 5.4 (Garnet)
Tungsten T5 und Treo 650 verwenden erstmals einen nichtflüchtigen Speicher, der auch nach längerer Zeit mit leeren Batterien keine Daten verliert. Dies erforderte einige fundamentale Änderungen am Betriebssystem, das früher nur für RAM-Speicher ausgelegt war. Der Tungsten T5 hat zusätzlich 160 MB internen Speicher für Daten aller Art, der über USB als Wechsellaufwerk an PCs angeschlossen werden kann. Erstmals werden bei letzterem Gerät neue Anwendungen mitgeliefert: In den „Favoriten“ können auf vier Seiten je acht Anwendungen, Dateien, Ordner oder Internetseiten abgelegt werden. Das Programm "Dateien" kann auf dem internen Laufwerk Dateien löschen, umbenennen, kopieren oder verschieben und neue Ordner erstellen.
Der Tungsten E2 hat einen schnelleren Prozessor als der Tungsten E, ein Display mit höherer Farbtiefe, eine Anschlussleiste statt einem USB-Stecker, Bluetooth sowie eine verbesserte Akkulaufzeit.
Mit dem LifeDrive von Palm ist erstmals ein Palm-OS-PDA mit eingebauter Festplatte und WLAN erhältlich.
Palm OS 6 (Cobalt)
PalmSource gab im Februar
2004 auf der US-Entwicklerkonferenz erste Details zum neuen Palm OS 6 bekannt. Alle Palm-OS-6-Versionen firmieren unter dem Namen Cobalt. Gleichzeitig fasste man alle Palm-OS-5-Versionen nun unter dem Markennamen Garnet (zu Deutsch:
Granat) zusammen, das auch zukünftig eine Rolle für günstigere Handhelds und Smartphones spielen sollte, unter anderem auch aufgrund eines geringeren Ressourcenhungers. Die Neuerungen von Palm OS 6 sind beispielsweise
Multitasking, native Unterstützung für ARM, Speicher- und Prozessschutz sowie verbesserte Multimedia- und Sicherheitsfunktionen. Zwar bot schon Palm OS 5 Multitasking, doch wurde dies nie dokumentiert, weshalb diese Funktion bislang ungenutzt brach lag.
Trotz der vielen Neuerungen in Palm OS 6 Cobalt, hat sich bisher noch kein Hersteller des Systems angenommen und ein Smartphone oder einen PDA produziert, das unter diesem System läuft. Noch ist Palm OS Cobalt deshalb nur in Simulatoren zu begutachten.
Bedienung
Für die Eingabe von Daten wird beim Palm OS eine Art
Handschrifterkennung auf Buchstabenbasis,
Graffiti genannt, verwendet. Dabei werden im unteren Teil des Displays zwei aufgedruckte rechteckige Flächen benutzt: links für Buchstaben und rechts für Ziffern, teilweise noch unterteilt in Groß- und Kleinschreibung. Neue Palm-Modelle können diesen Bereich ausblenden (
Virtual Graffiti/Dynamic Input Area, DIA) und dadurch die Displayfläche vergrößern.
Die Daten werden mit einem Stift als einzelne Zeichen eingegeben, es gibt aber auch softwareunterstützte Handschrifterkennung für ganze Wörter. Optional steht noch eine Bildschirmtastatur zur Verfügung. Für längere Eingaben sind auch externe Tastaturen erhältlich (von Handytastatur- bis PC-Größe), die über Kabel, Infrarot oder Bluetooth angeschlossen werden können. Die Treo-Reihe verfügt über eine vollständige QWERTY-Tastatur auf dem Gerät, die mit dem Daumen bedient werden kann.
Unten am Gehäuse befinden sich noch vier zusätzliche Tasten. Damit werden standardmäßig die Anwendungen Kalender, Adressbuch, Aufgaben und Merkzettel gestartet. Dazwischen ist noch eine Art Wippschalter angebracht, mit dem innerhalb von Anwendungen geblättert werden kann. Bei den neueren Geräten von Palm gibt es eine 5-Wege-Navigationstaste, mit der man auf viele Informationen ohne Stift zugreifen kann.
Datenbanken
Daten werden im Palm OS nicht wie unter Desktop-Betriebssystemen in Ordnern und Dateien, sondern in sogenannten
Datenbanken abgelegt. Diese befinden sich alle auf der gleichen Ebene im RAM-Speicher. Wenn diese Datenbanken auf den
PC überspielt werden, haben sie die Endungen .prc (für Palm-Resource, in der Regel für Anwendungen verwendet) oder .pdb (für Palm Database, in der Regel für Daten verwendet).
Es gibt also zwei verschiedene Arten von Datenbanken im Palm OS: Ressource-Datenbanken und Record-Datenbanken.
Der Header einer Datenbank gibt Auskunft über
type und
creator, sowie das Datum von Installation, letzter Änderung und letzter Sicherung.
Alle Datenbanken werden im Storage Heap abgelegt. Dieser Bereich wurde früher physisch im RAM, bei den Standardanwendungen auch im ROM abgebildet. Aktuelle Modelle verwenden an dieser Stelle teilweise nicht-flüchtigen Flash-Speicher.
Resource Datenbanken
Im Header ist hier als Typ meistens type appl oder ovly eingetragen. In ihnen werden die Programme von Palm OS in Form von Ressourcen gespeichert. Dazu gehören zum Beispiel Code, Bitmaps, Menüs, Forms, Alerts.
Das Header-Feld creator enthält für jede Anwendung eine weltweit eindeutige Zeichenfolge (4 Zeichen lang), die auch die Verknüpfung zu den Record-Datenbanken der Anwendung ist, so dass zum Beispiel die Daten automatisch mit der Anwendung gelöscht werden können. Diese vier Zeichen langen Creator-IDs werden von Palm zentral vergeben und verwaltet und Entwickler können jederzeit kostenlos weitere Creator-IDs beantragen.
Record Datenbanken
Sie sind meist vom
type DATA oder, je nach Anwendung, von einem benutzerspezifizierten Typ. In ihnen werden die Daten der Anwendungen in
Records gespeichert.
Kommunikation
Die älteren Versionen von Palm OS kommunizieren ausschließlich über eine
serielle Schnittstelle mit maximal 115200 bit/s. Dies wird vor allem für die Sicherung mittels Hotsync verwendet. Neuere Geräte unterstützen die Kommunikation über eine USB-Schnittstelle.
Für den Datentransfer von Palm zu Palm ist die Infrarotschnittstelle nach dem IrDA-Standard bestens geeignet.
Mit geeigneten Peripheriegeräten wie Modems (jedes beliebige Modem kann über die serielle Schnittstelle angesteuert werden) oder Handys kann man auch mit dem Palm auf das Internet zugreifen und Mails lesen oder im Web surfen (geeignete Programme wie z. B. Palm Web Browser und Palm VersaMail vorausgesetzt).
Die aktuellen Geräte (Tungsten T5, Tungsten T|X, Zire 72, Treo 650 und LifeDrive) funken per Bluetooth. Der Tungsten T|X und das LifeDrive klinken sich auch in WLAN-Netze (IEEE 802.11b) ein.
Datensicherung
Die Datensicherung der Handhelds geschieht über
HotSync mit einem
Windows-PC,
Macintosh oder
Linux-Rechner. Dazu wird das Gerät in seine
Dockingstation gestellt und die Hotsync-Taste gedrückt.
Dabei werden die Datenbanken von Handheld und PC synchronisiert, sprich es wird jeder Eintrag am Palm mit dem in der Desktopsoftware am PC (Palm Desktop oder andere
PIM-Programme) verglichen und bei Bedarf aktualisiert. Es ist also auch möglich, die Daten auf dem PC zu ändern.
Neue Programme werden auf diese Weise im Handheld installiert.
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