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Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. Es besteht zu etwa 50% aus der gesättigten Palmitinsäure und zu 40% aus der einfach ungesättigten Ölsäure. Palmkernöl wird aus den Kernen der Früchte gewonnen und besteht zu 80% aus gesättigten Fetten (überwiegend Laurinsäure).

Die wichtigsten Anbauländer sind Malaysia und Indonesien, mit zusammen über 80% der Weltproduktion. Neuere Anbaugebiete liegen in Brasilien und Kolumbien. Weiter kommen geringe Mengen aus Thailand, Papua Neuguinea, Nigeria und der Elfenbeinküste.

Palmöl


Palmöl (auch: Palmfett) wird aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gewonnen. Die Früchte werden sterilisiert und gepresst. Früchte und Öl haben wegen ihres hohen Carotingehaltes eine orangerote Färbung, die bei der Raffination entfernt wird. Das Öl hat einen spezifischen Veilchengeruch.

In Afrika ist Palmöl ein traditionelles Küchenfett. Es eignet sich gut zum Erhitzen (braten), da kaum mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten sind, die sich durch Erhitzen in die gefährlichen Transfettsäuren verwandeln können. Rotes (unraffiniertes) Palmöl enthält eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Carotinen und Vitamin E, insbesondere von Tocotrienolen. Bereits ein Esslöffel rotes Palmöl enthält mehr als die empfohlene Tagesaufnahme (Recommended_Daily_Allowance) von Vitamin A, beta-Carotin und Vitamin E. Von Herstellerseite wird ein Gehalt von 400-800 ppm von Tocopherol+Tocotrienol wie auch von Carontinen angegeben.

Palmöl wird als Rohstoff bei der Herstellung von Margarine, Süßigkeiten und Fertiggerichten, von Waschmitteln, Seife und Kerzen, Kosmetika, sowie für technische Fette verwendet. Palmöl ist reich an Olefinen und eignet sich auch für die Herstellung von Biodiesel.

Palmkernöl


Palmkernöl wird aus den Kernen der Ölfrüchte gewonnen. Die Kerne werden getrockenet, gemahlen und dann gepresst. Das Palmkernöl gehört wie das Kokosöl zu den laurischen Ölen, d. h. es enthält einen großen Anteil (bis zu 80 %) an der gesättigten Fettsäure Laurinsäure. Es gehört zu den festen Pflanzenfetten. Das rohe Öl ist gelblich-bräunlich, nach der Raffination erhält man ein fast weißes - leicht gelbliches Fett. Palmkernöl ist bei Raumtemperatur fest, der Schmelzpunkt liegt zwischen 26 und 28 °C. Bei Körpertemperatur schmilzt es dann jedoch rasch ab und hinterlässt dabei einen angenehmen Kühleffekt. Es wird daher gern in Kakaoglasuren, Eiskonfekt und Eiscremüberzügen und kühlschmelzenden Schokoladenfüllungen eingesetzt. Durch verschiedene Modifikationsverfahren lassen sich aus dem Palmkernöl hochwertige Spezialfette für die Süßwarenindustrie herstellen.

Palmkernöl findet außerdem Verwendung als feste Komponente bei der Margarineherstellung. Im großen Umfang dient es auch zur Herstellung von oleochemischen Zwischenprodukten, die in der Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie eingesetzt werden. Auch in der Aluminiumindustrie findet es Verwendung.

Palmöl als Energiequelle


Die Ölpalme hat einen sehr hohen Ertrag an Öl - und damit Energie - pro Fläche. Darum wird es zunehmend auch als nachwachsende Energiequelle verwendet.

Die malayische Regierung unterstützt aufgrund steigender Mineralöl-Preise den Bau von Palmöl-Biodiesel-Anlagen im Land. Die ersten Fabriken werden Mitte des nächsten Jahres die Produktion mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen starten. Eine starke Nachfrage nach Biodiesel aus Europa, Kolumbien, Indien, Südkorea und der Türkei trug zum Wachstum dieser Industrie bei. Eine geplante Palmöl-Raffiniere in Deutschland (Standort Emden) scheiterte kürzlich. Malaysia bereitet den einen verpflichtenden Wechsel von Diesel auf Biokraftstoffe zum Jahr 2008 vor. Ab 2007 muss in Malaysia verkauftes Diesel 5% verestertes Palmöl enthalten.

Ökologische Probleme


Wie alle in großem Maßstab angebauten landwirtschaftlichen Produkte verursachen auch Palmen-Farmen ökologische Probleme. Die zum Ölpalmenanbau nötigen großen Flächen werden oft unter Zerstörung von Urwäldern angelegt.

Insbesondere in Indonesien werden praktisch für jede neue Palmöl-Plantage in großem Maßstab Regenwälder gerodet und verbrannt. Dies ist eines der größten Umweltprobleme Südostasiens, da der Rauch zeitweise auch die Nachbarländer erreicht. Bei der Ölgewinnung in Ölmühlen fallen große Abwassermengen und andere Emissionen an. Durch Fäulnisprozesse entsteht daraus Methan, das in der Regel ungenutzt in die Atmosphäre entweicht und dort als Treibhausgas zur Klimaveränderung beiträgt. Es gibt Bemühungen, nachhaltigen Anbau zu betreiben und so die Umweltschädigung zu begrenzen.

Weblinks


Pflanzenöl | Lebensmittelindustrie

Palm oil | Palmoelo | Huile de palme | Olio di palma | Sawit | Пальмовое масло | Palmolja

 

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