Der Pallasch (ungar. pallos * = „Schwert“) ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader Klinge. Ursprünglich ein Säbel mit gerader Klinge und einem Bügel mit Mittelstange als Handschutz, der von der schweren ungarischen Adelskavallerie eingesetzt wurde. Die einschneidige Klinge des Pallasch unterscheidet ihn vom Degen, der immer zweischneidig ist. Er ist dem Säbel gegenüber besser zum Stich geeignet. Mit ihm hat er die schwere, breite Klinge gemeinsam, jedoch ist sie bei letzterem immer gekrümmt. Am Griff hat der Pallasch oft einen korbartigen Handschutz. Ein typisches Exemplar hat eine Gesamtlänge (mit Griff) von bis zu 1,10 Meter. Die Urform im 18. Jahrhundert war noch ein zweischneidiger Degen mit Vollklinge, die sich bis in die friderizianische Zeit nach dem ungarisch-polnischen Vorbild in eine einschneidige Version mit Hohlrinne wandelte.
Diese Waffe war hauptsächlich bei der schweren Kavallerie, den Kürassieren und Dragonern, üblich. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts kamen leicht gekrümmte Säbel auf, welche den Mittelweg zwischen dem geraden Pallasch als für den Stich optimierter Blankwaffe und dem stark gekrümmten Säbel als für den Hieb optimierter Waffe darstellten. Bis diese neue Form sich jedoch gegen den Pallasch durchsetzen konnten, war das Jahrhundert fast vorbei, und die schwere Kavallerie hatte ihre Bedeutung verloren. Danach wurde Pallasch hauptsächlich als Nachname bekannt.
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