| Wappen | Karte |
|---|---|
| Paldiski_coatofarms.png Wappen | Paldiski-Position.gif |
| Basisdaten | |
| Kreis: | Harju |
| Geografische Lage: | |
| Fläche: | ??? km² |
| Einwohner: | ca. 4000 (????) |
| Bevölkerungsdichte: | ??? Einwohner je km² |
| Höhe: | ??? m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 76806 |
| Vorwahl: | 0674 |
| Kfz-Kennzeichen: | ? |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Sadama 9 76806 Paldiski |
| Offizielle Website: | www.paldiski.ee |
| E-Mail-Adresse: | paldiski@paldiski.ee |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Kaupo Kallas |
Paldiski, historisch Rogervik (schwed. Rågervik) und Baltischport (russ. Балтийский Порт), ist eine Hafenstadt im Nordwesten Estlands im Landkreis Harju. Sie liegt rund 50 km westlich von Tallinn.
Während der ersten estnischen Unabhängigkeit war Paldiski Freihafen (1922 - 1939) und ein vor allem bei Künstlern beliebter Ferienort.
Von 1939 bis zur "Wende" 1989 war Paldiski zusammen mit den Pakri-Inseln wichtiger Militärstützpunkt und U-Boothafen der sowjetischen Streitkräfte und seit den 1960ern Trainingszentrum für die Besatzungen nuklearbetriebener U-Boote. Die gesamte militärische Anlage umfasste eine Fläche von insgesamt 65 km². 1968 wurde ein 70 MW-Trainingsreaktor in Betrieb genommen, an dem die Bedienung eines U-Boot-Reaktors trainiert wurde. 1982 folgte ein zweiter 90 MW-Reaktor. Die Stadt war als so genannte "verbotene Stadt" von der zivilen Außenwelt quasi abgeschnitten, und die Einwohner benötigten Sondergenehmigungen, um sie zu verlassen. Für Außenstehende war es praktisch unmöglich, hineinzukommen.
paldiski_abandoned_military_buildings.jpg Beide Trainingsreaktoren wurden 1989 endgültig abgeschaltet. Der Abtransport der abgebrannten Brennelemente wurde 1994 abgeschlossen. Die kernbrennstofffreien Reaktoren wurden in jeweils einen "Sarkophag" eingeschlossen. Aufgrund eines Abkommens zwischen Estland und Russland ging die Verantwortung für den Standort einschließlich der dort verbliebenen radioaktiven Abfälle und kontaminierten Einrichtungen am 30. September 1995 an Estland über. Hierzu wurde die Gesellschaft ALARA gegründet.
Estland war aufgrund seiner ökonomischen Situation und fehlenden Know-hows nicht in der Lage, die dringend anstehenden Aufgaben allein zu lösen. Auf Initiative des schwedischen Außenministeriums und des schwedischen Strahlenschutz-Instituts SSI wurde daher 1994 die "Paldiski International Expert Reference Group" (PIERG) gegründet, um die notwendige Unterstützung zur Beseitigung der ökologischen Schäden auf eine internationale Basis zu stellen.
Aus dem 20. Jahrhundert stammt eine Vielzahl heute ungenutzter militärischer Bauwerke, die in und um Paldiski verteilt sind.
Paldiski ist an das estnische Schienennetz angeschlossen und wird von der Tallinner S-Bahn angefahren. Es bestehen auch Busverbindungen unter anderem nach Tallinn. Die estnische Reederei Tallink betreibt eine Fährverbindung zwischen Paldiski und Kapellskär in Schweden. Superfast fährt nach Rostock und Hanko in Finnland.
Zur Zeit entsteht bei Paldiski ein zum Teil durch den Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls finanzierter Windpark. Der Energieertrag der Anlage soll 56.000 MWh betragen, was etwa ein Prozent des estnischen Stromverbrauchs abdeckt.
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