| Pader | |
|---|---|
| Lage: | Nordrhein-Westfalen |
| Länge: | 4 km |
| Quelle: | Paderquellen in Paderborn |
| Mündung: | In Schloß Neuhaus in die Lippe |
| Rechte Nebenflüsse: | Rothebach |
| Linke Nebenflüsse: | - |
| Schiffbar: | nicht schiffbar |
Paderquellgebiet Figurengruppe an der warmen Pader.jpg | Paderzufluss in die Lippe.jpg Die Pader ist ein linker Nebenfluss der Lippe in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Mit einer Länge von nur vier Kilometern gilt sie als kürzester Fluss Deutschlands. Sie ist Namensgeber der ostwestfälischen Domstadt Paderborn.
Aus den westlichen Quellen, unterhalb des Paderbergs, entspringen in einem reizvoll gestalten Stadtpark die Dammpader, die Warme Pader (keine Karstquelle) und die Börnepader. Aus den östlichen Quellen nahe des Doms entspringen die Dielenpader und die Rothobornpader, welche im Jahr 1036 gesegnet wurde. Unter dem Gebäude der Stadtbibliothek quillt das Wasser der Augenquelle hervor, der kleinsten Paderquelle. Weiter im Norden, unweit des historischen Stadtwalls, liegt das Quellbecken der Maspernpader.
Nach dem Zusammenfluss der Quellarme fließt die Pader in nordwestlicher Richtung durch die Paderanlagen, einem gepflegten Stadpark, und das ökologische Biotop der Heinz-Nixdorf-Auen. Nach ca. 2,5 km ist die Pader durch ein kleines Wehr zum Padersee angestaut worden. Hinter dem See durchfließt sie einen Auenpark, ehe sie im Zentrum von Schloß Neuhaus, unweit des Schlosses, in die wasserärmere Lippe mündet.
Eine Besonderheit der Pader ist ein künstlich angelegter Abfluss kurz unterhalb des Padersees: Durch ein schließbares Wehr blockiert kann die Pader in den ca. 1 km langen Pader-Alme Kanal in westliche Richtung in die nahe fließende Alme abgeleitet werden.
Am Zusammenfluss von Pader und Lippe entstand die Ortschaft Neuhaus, dessen erste urkundliche Erwähnung ins Jahr 1093 zurückreicht. Im 16. Jahrhundert wurde in Neuhaus in unmittelbarer Nähe der Padermündung das bischöfliche Residenzschloss erbaut.
Am oberen Flusslauf im Paderborner Stadtgebiet trieb die Pader einst vier Mühlen an, von denen heute lediglich die Stümpelsche Mühle noch betrieben wird. Mittels der Mühlen wurde Energie erzeugt, Getreide gemahlen und geschmiedet; es gab aber auch Öl- und Walkmühlen. Das Paderwasser wurde über Jahrhunderte als Bade-, Industrie-, Lösch-, Trink- und Waschwasser genutzt.
Im Jahr 1523 entstand an der Börnepader das erste städtische mühlengetriebene Pumpwerk, eine sogenannte Wasserkunst, um die Stadt Paderborn mit Wasser zu versorgen. 1604 bauten Jesuiten zur Wasserversorgung ihres Kollegs eine weitere Wasserkunst an der Börnepader, 1626 folgte an der Dielenpader der Bau einer Weiteren für das Kapuzinerkloster. Bis zum Bau eines Wasserwerks in der Senne im Jahr 1929, wo Wasser aus Tiefbrunnen gefördert wird, blieb die Stadt vom Paderwasser abhängig.
Der Status als identitätsstiftende lokalpatriotische Größe ist auch an der Namensgebung diverser Vereinigungen zu erkennen, z. B. die Fanklubs Paderquellkommando und Fanclub Pader Patrioten e.V. des örtlichen Fußballvereins SC Paderborn 07.