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Paddelschläge werden genutzt, um ein Paddelboot anzutreiben. Sie werden mit dem Doppelpaddel oder mit dem Stechpaddel ausgeführt, um das Boot voranzutreiben, abzubremsen, zu steuern oder dem Boot zusätzliche Stabilität im labilen Gleichgewicht auf dem Wasser zu geben. Die verschiedenen Schläge werden mit den beiden Paddelarten in den verschiedensten Bootstypen, die mit ihnen gepaddelt werden, ausgeführt. Die Art der Ausführung des Schlages und seine Wirkung ist auch vom verwendeten Kanu abhängig.

Im Kajak


Im Kajak werden die Paddelschläge mit dem Doppelpaddel ausgeführt. Die Beschreibung eines Schlages für eine Seite des Bootes gilt daher sinngemäß spiegelbildlich stets auch für die andere Bootsseite. Geringe Unterschiede ergeben sich für die Beugung der Handgelenke, je nachdem, ob der Schlag mit einem rechtsgedrehten oder linksgedrehten Paddel ausgeführt wird.

Grundschlag

Der Grundschlag dient der Bewegung vorwärts. Das Paddel wird vorne eingesetzt und parallel am Boot entlang gezogen. Die Bewegung wird nicht allein mit den Unterarmen ausgeführt, sondern man dreht zur Unterstützung den Oberkörper mit. Auf Hüfthöhe stoppt man den Zug, wechselt die Seite und setzt erneut an.

Da die Hauptenergie für den Grundschlag aus der Rotation kommt, ist es wichtig, die Wirbelsäule möglichst senkrecht zu haben, so dass sie die Achse bildet, um die herum man rotiert. Dabei schaut man immer in die Richtung in die man paddelt.

Um das Becken dafür ausreichend nach vorne zu kippen, bedarf es genügend Beweglichkeit, wie man es von Kniebeugen her kennt. Um gut zu reagieren, hat man eine leichte Vorwärtshaltung (ca. 10 Grad).

Eine Rotation des Handgelenks ist zu vermeiden, um eine Sehnenscheidenentzündung zu verhindern. Stattdessen sollte die Bewegung aus dem Ellenbogen kommen, und der Ellenbogen nach oben gehen anstatt die Hand.

Ein weiterer Punkt, um eine Sehnenscheidenentzündung zu verhindern, ist nicht nur das Paddel mit dem unteren Arm zu ziehen, sondern mit dem oberen Arm zu drücken. Man stellt sich die Bewegung so vor, als würde man einen Faustschlag durchführen. Jedoch streckt man den Arm nicht, sondern man behält den gebeugten Ellenbogen bei, so dass der Unterarm waagrecht vor dem Gesicht endet. Er geht dabei also weit über die Mittellinie hinaus (Im Gegensatz zur obsoleten Regel dies nicht zu tun). Dabei sollte man die Hand entspannen, am besten sogar ein wenig öffnen (vor allem bei rechtsgedrehtem Paddel die linke Hand).

Um das Paddel vorne einzusetzen, sollte man das Paddel bewegen wie einen Speer, und in Richtung des Paddelschaftes einsetzen, anstatt mit der flachen Seite auf das Wasser aufzusetzen. Die Bewegung kommt also aus der oberen Hand anstatt aus der unteren Hand.

Um die Oberkörperrotation zu fördern wandert das Paddel kontinuierlich etwas (ca. 25 cm) vom Kajak weg. Es folgt in etwa dem Lauf der Bugwelle. Beim Wingpaddel gibt es eine spezielle Technik, bei der man das Paddel weiter nach außen führt.

Neben dem richtigen Einsetzen des Paddels ist das rechtzeitige Herausnehmen ebenso wichtig. Geht man beim Paddelschlag über die Linie der Hüfte hinaus, dann fängt man an das Paddel herauszuheben, und damit sich selbst nach unten zu drücken. Also sollte man eher das Paddel rechtzeitig herausnehmen, und lieber für eine volle Rotation noch ein wenig in der Luft rotieren, bevor man das Paddel an der anderen Seite wieder einsetzt. Diese Phase zwischen den beiden Schlägen ist die einzige Zeit beim Doppelpaddel, bei der sich die Muskulatur ein wenig entspannen kann.

Je weniger Wasser beim Einsetzen oder Herausnehmen spritzt, umso weniger Energie wurde verschwendet.

Bogenschlag

Um die Richtung des Kajaks zu beeinflussen, gibt es den Bogenschlag. Man führt das Paddel in einem Bogen. Es gibt jedoch fließende Übergänge zum Grundschlag, und man wird immer leicht korrigierend seinen Schlag etwas verändern.

Der Bogenschlag wird mit gestrecktem Aktionsarm um den Rumpf geführt. Er eignet sich, um eine Drehung zur Gegenseite einzuleiten oder ein stark aus der Spur gelaufenes Boot wieder einzufangen. Dabei das Blatt so weit vorne wie möglich einsetzen und den Arm gestreckt lassen.

Schlag rückwärts

Grundschlag und Bogenschlag können auch rückwärts ausgeführt werden. Wichtig ist dabei, dass das Paddel wie bei den Vorwärtsschlägen gehalten wird. Somit ändert sich die Stellung des Paddelblatts nicht, und man kann schnell reagieren wenn erforderlich.

Mit rückwärts ausgeführten Bogenschlägen verlangsamt man die Fahrt und kann zugleich Kurskorrekturen durchführen. Dabei sollte man den Oberkörper mitdrehen und den Aktionsarm gestreckt lassen.

Ziehschlag

Zum seitlichen Versetzen gibt es den Ziehschlag.

Mit dem Ziehschlagkann man auch eine Kurve aus der Fahrt einleiten. Dabei verankert man das Paddel durch leichtes Aufstellen im Wasser, so dass man mit dem Kajak darum herum schwingt.

Eine spezielle Technik des Ziehschlags ist dabei das Wriggen. Das Wriggen kann auch zum Stützen verwendet werden.

Stützschlag

Zum Abstützen auf dem Wasser gibt es die Paddelstütze. Es gibt sie als hohe und flache Paddelstütze.

Das Paddelblatt wird kräftig flach auf die Oberfläche gedrückt, und mit einem Hüftknick der Kajak wieder in die Ausgangsstellung gebracht.

Der Übergang zu einer Eskimorolle ist fließend.

Steuerschlag

Hält man das Paddel in einer Position kann man es als Ruder benutzen.

Im Kanadier


Übergreifen

Insbesondere beim Solofahren, muss das Paddel ohne Handwechsel auf der Gegenseite eingesetzt werden.

Grundschlag

Das Paddel wird mit Oberkörpervorlage und der oberen Hand in Schulterhöhe eingesetzt und parallel zum Kanadier durchs Wasser gezogen. Dabei dreht man den Oberkörper nach außen. Dann wird das Paddel aus dem Wasser genommen, sobald der Oberkörper in leichte Rücklage gerät. Wichtig ist die Rumpfrotation, dass der Oberkörper während der Bewegung mitgedreht wird.

J-Schlag

Dieser Grundschlag beschreibt vor dem Ende noch eine kleine Außenkurve und man dreht das Paddelblatt mit der Ziehseite nach außen. So wird der normale Vorwärtsschlag zum Steuerschlag, der den Kanadier auf Kurs hält.

Bogenschlag

Beim C2er beschreibt der Bugpaddler mit dem Paddel einen 90-Grad-Bogen rückwärts zum Bug hin, während der Heckpaddler einen 90-Grad-Bogen vorwärts ausführt. So dreht das Kanu nach links. Nach rechts sind die Rollen vertauscht, und der Heckpaddler paddelt rückwärts sowie der Bugpaddler vorwärts.

Ziehschlag

Mit dem Ziehschlag wird der Kanadier seitlich versetzt. Dabei zieht man das Boot zum ca. 60 cm seitlich entfernt im Wasser platzierten Paddel.

Wriggen

Das Paddel wird auf einem Achterbogen gerührt.

Sonderfälle


Sonderfälle sind Schläge, die als Aneinanderreihung zuvor bereits beschriebener Schläge zu einem komplexen Bewegungsablauf zusammengefügt sind und mehrere Wirkungen auf das System Paddler-Paddel-Boot haben.

Diese Schläge werden häufig in Kombination und angepasst an das Kanu und das Gewässer ausgeführt.

Neben dem richtigen Paddelschlag ist die Position des Körpers relativ zum Kanu essentiell.

Siehe auch Capistranoflip

Weblinks


  • http://www.outdoor-magazin.com/kleinefahrschule_kajak.93680.htm
  • http://www.outdoor-magazin.com/kleinefahrschule_kanadier.93685.htm
  • http://www.gatz-kanu.de/index.php?haupt=service&seite=paddeltechnik

Kanusport

 

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