POTS ist die Abkürzung für "Plain old telephone service" (englisch „einfach der alte Telefondienst“, übertragen etwa „der gute alte Telefondienst“) Sie hat sich in der Fachsprache als Bezeichnung für den analogen Telefondienst eingebürgert. Dies darf nicht verwechselt werden mit einer analogen Teilnehmeranschlussleitung, die an einem durchgehend digitalen Telefonnetz hängt.
Die Bezeichnung POTS ist ursprünglich eine Scherzbezeichnung für PSTN (Public switched telephone network, englisch "Öffentliche Telefonievermittlungsnetze"). Dieser Begriff passt jedoch auch auf die neueren digitalisierten und mit erweiterten Dienstmerkmalen angereicherten Telefonnetze, sodass sich zur Abgrenzung eine Formulierung herausbildete, die nur die Dienstmerkmale („Services“) beschreibt, die auch vom alten analogen Telefondienst erbracht werden konnten.
Die Verbindungen im POTS lassen sich in ihren charakteristischen Dienstmerkmalen von anderen Formen des Fernmeldedienstes abgrenzen.
Die Dienstmerkmale des POTS wurden in den ersten analogen Teilnetz durch Schalten einer direkten elektrischen Verbindung zwischen den Teilnehmern erreicht, bei dem an Vermittlungspunkten eine elektrische Brücke zwischen zwei Fernsprechkabeln gesetzt wurde, die an ein Vermittlungselement angeschlossen sind. Der "direkte Draht" wurde ungeteilt je Verbindung aufgebaut, die Dämpfung des Materials war aber nur auf Eignung im Frequenzbereich der Sprache abgestimmt, sodass einer Mehrfachnutzung enge Schranken gesetzt waren. Andere Anwendungsformen wie Fernschreiber hatten regelmäßig eigene Leitungsnetze mit eigener Abstimmung und geeigneten Vermittlungselementen, die nicht für POTS-Verbindungen genutzt wurden.
Das ISDN integriert das POTS mittels transparenter Verbindungskanäle. Eine Abtastrate von 8000 Hz digitalisiert das Sprachband, die Abtastschritte werden einzeln als Byte (8-Bit) übertragen. Die geschaltete digitale Verbindung kann auch für andere Daten genutzt werden (8 kHz × 8 bit = 64000 bit/s). Die Wahlverfahren zum Verbindungsaufbau und -abbau bleiben für den Teilnehmer die gleichen.
Es ist möglich, analoge Teilnetze durch Digitalisierung in einer ISDN-Vermittlungsstelle anzubinden. So kann ein analoges Netz schrittweise digitalisiert werden. In Deutschland haben die öffentlichen Telefonnetze seit Ende der 1990er keine analogen Teilnetze mehr. Durch die Integration der POTS Dienstmerkmale im ISDN können weiterhin analoge Anschlussleitungen bereitgestellt werden, die sich identisch zum „guten alten Telefondienst“ verhalten.
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