Die Palästinensische Befreiungsorganisation (aus dem englischen Palestine Liberation Organization, arabisch: منظمة التحرير الفلسطينية, Munazzamat at-Tahrīr al-Filastīniyya), kurz PLO, wurde 1964 gegründet, um die Gründung eines unabhängigen arabischen Staates Palästina zu erreichen. Ihr Vorsitzender war seit 1969 bis zu seinem Tod am 11. November 2004 Jassir Arafat. Neuer Vorsitzender ist der ehemalige palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas.
Die PLO besteht aus der Fatah, der Democratic Front for the Liberation of Palestine (DFLP), der Palestine Liberation Front (PLF), der Arab Liberation Front (ALF), der Popular Struggle Front (PSF) sowie anderen, kleineren, Gruppen.
Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) verließ 1974 das Exekutivkomittee der PLO (nicht jedoch die PLO selbst) mit der Begründung, diese verrate das Ziel der Zerstörung Israels zugunsten einer Zweistaatenlösung. 1981 ist die PFLP wieder eingetreten. Die Popular Front for the Liberation of Palestine - Generalkommando (PFLP-GC), eine Splittergruppe innerhalb der PFLP, verließ die PLO 1974 aus den selben Gründen und ist bis heute nicht zurückgekehrt.
Mit der Machtübernahme der PLO durch die Fatah verschob sich der Schwerpunkt der Arbeit vom Politischen ins Militärische. Zahlreiche radikale Untergruppen wurden Teil der PLO und prägten ihre Tätigkeit seitdem sehr stark. Ab 1970 kämpfte die PLO vor allem von Beirut im Libanon aus im bewaffneten Untergrundkampf, nachdem sie und andere Widerstandsgruppen nach dem Schwarzen September aus Jordanien vertrieben worden waren.
Am 6. Dezember 1971 wird der Kampf der Palästinenser von der UNO als "Befreiungskampf" anerkannt.
In den 1970ern war die PLO eine Dachorganisation von acht Organisationen mit Hauptquartieren neben Beirut auch in Damaskus. Die Beziehungen der PLO zu Syrien verschlechterten sich allerdings in den frühen 1980er Jahren. 1999 nannte der syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlas Arafat einen "Sohn von 60.000 Prostituierten". Jassir Arafat besuchte Damaskus nach 17 Jahren Abwesenheit zum erstenmal wieder im Jahre 2000, bei der Beerdigung von Präsident Hafiz al-Assad. Seit dem Tode Arafats allerdings scheint es zu einer Annäherung durch Mahmud Abbas an Syrien zu kommen.
Durch zahlreiche Anschläge gegen Zivilisten (Geiselnahmen, etwa während der Olympischen Spiele von München 1972, oder Flugzeugentführungen) erlangte die PLO weltweite Aufmerksamkeit. Auf dem Treffen der Arabischen Liga 1974 wurde die PLO als einzige rechtmäßige Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt, kurz darauf auch von den Vereinten Nationen, sie erhielt Beobachterstatus in der UN-Vollversammlung.
Mit der ersten Intifada ab 1987 litt ihr Alleinvertretungsanspruch und ihre Führungsrolle unter den Palästinensern. Organisationen mit noch radikaleren Standpunkten, wie die Hamas und der Islamische Dschihad, gewannen mehr und mehr an Bedeutung.
Ab 1993 spielte die PLO als palästinensischer Partner in den Verhandlungen von Oslo und Kairo mit den USA und Israel eine bedeutende Rolle und trieb aufgrund des Gaza-Jericho-Abkommens die palästinensische Autonomie voran. Bei den ersten Wahlen in den Autonomiegebieten am 20. Januar 1996 erhielt sie einen hohen Stimmenanteil und PLO-Führer Arafat wurde zum Präsidenten der Autonomiebehörde gewählt.
Mit dem Scheitern der Verhandlungen in Camp David 2000 war eine Friedensregelung wieder in weite Ferne gerückt, mangelnde Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten führte seitdem zu wachsenden Konflikten. Ende 2000 brach die zweite Intifada aus und seitdem machte eine Spirale aus Terror und Vergeltung viele Fortschritte wieder zunichte.
Mit der Unter-Hausarrest-Stellung Jassir Arafats 2001 durch die Israelis sank seine und die Machtposition der PLO weiter; extremistischere Organisationen gewinnen seitdem weiter an Bedeutung.
Zu den unrühmlichen Seiten der PLO gehört neben ihrer terroristischen Aktivität gegen Zivilisten, dass sie im Libanon eigene Gefängnisse unterhielt, in denen Palästinenser eingesperrt waren, die den Kampf der PLO weder persönlich noch finanziell unterstützen wollten.
Trotzdem wurde niemals ein neuer Text für die Nationalcharta verfasst, was zu anhaltenden Kontroversen führt. Kritiker der palästinensischen Organisationen behaupten, dass die Tatsache, dass keine Veränderungen durchgeführt wurden, die Unaufrichtigkeit der palästinensischen Seite beweise. Darauf wurde unter anderem damit geantwortet, dass die Verfassung des zukünftigen Staates Palästina die Charta ersetzen würde. Der veröffentlichte Verfassungsentwurf enthält folgenden Abschnitt in Bezug auf das Staatsgebiet: „es ist eine unteilbare Einheit, basierend auf den Grenzen vom 4. Juni 1967“.
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