Die pin-Diode (engl. positive intrinsic negative diode) ist ähnlich wie eine Silizium- oder Germanium-Diode aufgebaut. Jedoch befindet sich die p-dotierte Schicht nicht direkt bei der n-dotierten Schicht, sondern es befindet sich eine schwach dotierte i-Schicht dazwischen. Das i steht hierbei für intrinsic. Sie enthält fast keine freien Ladungsträger und ist somit hochohmig.
Pin-Diode.svg
Es handelt sich daher um ein elektronisches Bauelement.
Funktion
Bei pin-Dioden ist die Lebensdauer der Ladungsträger (
Elektronen) mit
in der undotierten i-Schicht besonders hoch. Daher bleibt die pin-Diode auch dann leitend, wenn nur kurze Spannungsimpulse mit einer Impulsdauer von
anliegen. In diesem Zustand verhält sich eine pin-Diode wie ein
Ohmscher Widerstand, der proportional zum mittleren Strom
ist.
In Durchlassrichtung funktioniert die pin-Diode dabei ähnlich wie eine normale Halbleiterdiode. Betreibt man die Diode in Sperrrichtung, ergibt sich in der p- und der i-Zone eine unterschiedlich breite Raumladungszone (RLZ). Durch die breite RLZ in der i-Zone sind diese Dioden für hohe Sperrspannungen geeignet.
Anwendung
pin-Dioden werden hauptsächlich in der Hochfrequenzanwendung als gleichtromgesteuerter Widerstand, als
Gleichrichter, oder als
Halbleiterdetektoren (Fotodioden) zur Strahlungsmessung und
Lichtwellenleitern (LWL) eingesetzt.
Gleichstromgesteuerter Widerstand
Durch das Verhalten als ohmscher Widerstand bei hohen Frequenzen von
kann man eine pin-Diode für Frequenzen als
gleichstromgesteuerten Wechselspannungswiderstand einsetzen. Dabei überlagert man den hochfrequenten
Wechselstrom mit einem
Gleichstrom, wodurch man den Widerstand der i-Zone steuern kann.
Bild:Spannungsteiler_f._Wechselspannungen_mit_pin-Diode2.GIF|Spannungsteiler für Wechselspannungen mit pin-Diode
Bild:Pi-Dämpfungsglied.gif|Schaltung eines π-Dämpfungsglieds
In Hochfrequenzschaltungen mit werden meist -Dämpfungsglieder mit drei pin-Dioden eingesetzt. Dadurch kann man eine Anpassung an den Wellenwiderstand (meist 50 ) vornehmen.
Zudem haben pin-Dioden aufgrund der relativ dicken i-Zone eine geringe Sperrschichtkapazität. Dadurch kann man diese, mit der Schaltung des π-Dämpfungsgliedes im Kurzschluss-Serien-Kurzschluss-Betrieb, auch als Hochfrequenzschalter einsetzen, wobei bei eine starke Sperrdämpfung entsteht.
Fotodiode
Die pin-Diode und die
Lawinenphotodiode werden in der
Optoelektronik für die optische
Nachrichtentechnik für
Lichtwellenleiter (LWL) verwendet. Je nach Anwendungszweck wird eine der beiden eingesetzt. pin-Dioden sind hierbei aufgrund der dicken i-Schicht temperaturstabiler und kostengünstiger aber weniger empfindlich als die Lawinenphotodioden, da in dieser mehr Ladungsträger gespeichert werden können.
Spitzenwerte für die Empfindlichkeit liegen zwischen -40 dB (25 Mib s-1) und bei -55 dB (2 Mib s-1) bei 850 nm Wellenlänge.
Literatur
- Ulrich Tietze, Christoph Schenk, Eberhard Gamm, Halbleiter-Schaltungstechnik, Springer 2002, 12. Auflage, ISBN 3540428496
Weblinks
Siehe auch
Halbleiterbauelement | Optische Nachrichtentechnik
PIN diode | Diode PIN