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pet2001a.jpg Der Commodore PET 2001 war der erste PC bzw. Heimcomputer der Firma Commodore, die auch als CBM (Commodore Business Machines, in Anspielung auf IBM) firmierte. Zusammen mit dem Apple II und dem Tandy TRS-80 war er einer der ersten in Serie als Fertiggerät gebauten Microcomputer überhaupt. PET steht für Personal Electronic Transactor.

Das englische Wort pet bedeutet auch "Haustier" oder "Liebling". Wie Chuck Peddle um 1990 in einem Interview erklärte, wurde der Name durch einen seinerzeit in den USA mit großem Erfolg verkauften Scherzartikel inspiriert: Pet Rock, ein Stein als Haustier. Das pflegeleichte Tierchen war in einer gepolsterten Schachtel erhältlich, inklusive einer Dressuranleitung. Man hoffte wohl, der PET möge sich ebensogut verkaufen.

Der PET 2001 wurde vor allem von Chuck Peddle entwickelt und Anfang 1977 auf der Consumer Electronics Show vorgestellt. Peddle hatte auch den Vorläufer KIM-1 entwickelt. Der PET 2001 war der erste Computer, der im deutschen Versandhandel (u. a. Quelle, heute KarstadtQuelle AG) erhältlich war. Der Preis betrug 2.999 DM, später rd. 2.000 DM. Nach Entdeckung von Fehlern im Basic-Betriebssystem - Arrays konnten eine maximal Größe von 256 Elementen erreichen - wurde der Preis noch einmal erheblich gesenkt.

Auszug aus einem Prospekt der Firma Vero (Vorläufer von Vobis) von 1979: Sehen Sie sich um: Überall noch Rechner, die zum 10-fachen Preis weniger leisten als er: Commodore PET 2001, der Computer, über den die Experten reden.

Technische Daten


  • Metallgehäuse, nach oben aufklappbar und mit einer Stange fixierbar (ähnlich einer Motorhaube eines Autos)
  • Tastatur mit Buchstaben- und Zahlenfeld, kleine Kunststofftasten (mit Metallauflage), die im Prinzip von den Tischrechnern stammten, die Commodore damals produziert hat.
  • Eingebaute Datasette (Cassettenrecorder) zur Speicherung von Daten und Programmen
  • CPU: MOS Technologies 6502, 8 Bit (wie im Apple II)
  • Takt: 1 MHz
  • 4 oder 8 KByte RAM (je nach Modell)(Standard, statisch, zunächst mit eigenen Chips von MOS Technologies, nach vielen Hitze-Problemen damit in einer späteren Version mit Fremdchips), ausbaubar auf 32 KByte (Kosten dafür 1979: 2.500 DM)
  • Microsoft / Commodore ROM-BASIC, zugleich Betriebssystem
  • IEEE 488-Anschluss, u. a. für Diskettenlaufwerke und Drucker nutzbar
  • Userport (ähnlich wie später auch noch beim C64, 8 Bit parallel, Handshake-Bits (per Zusatzsoftware damit Centronics-Ausgang realisierbar) und TTL-Monitorausgang)
  • Eingebautes Netzteil
  • Der Videoteil ist in diskreter TTL-Technik auf der Hauptplatine ausgeführt, der Ausgang erfolgt in TTL-Pegel (auch auf den Userport herausgeführt) und mit fernsehkompatiblem Timing.
  • Integrierter 9-Zoll Schwarz-Weiß-Monitor (später auch Schwarz-Grün) mit 25 Zeilen zu 40 Zeichen, Nachfolgemodelle ab 1979 auch mit 12-Zoll Monitor (Modellreihen CBM 4000 und CBM 8000).

Software


Programme für den PET 2001 konnten in BASIC oder Maschinensprache (aus BASIC heraus mit den Befehlen SYS, USR, PEEK und POKE) geschrieben werden. Der Bildschirm konnte sowohl als Ausgabegerät als auch als Eingabegerät angesprochen werden.

Damit war es möglich, Zeichen vom Bildschirm zu lesen und zu editieren, so dass sich bei der BASIC-Programmerstellung in einfacher Weise der Komfort eines Bildschirmeditors ergab. Eine Grafikprogrammierung war eingeschränkt als Blockgrafik möglich. Dieser Standard-Zeichensatz enthielt neben Großbuchstaben Spielkartensymbole sowie alle Kombinationen von 2×2 Teilquadraten, mit denen eine Grafikauflösung von 80×50 simuliert werden konnte. Ein alternativ aktivierbarer Zeichensatz bot Groß- und Kleinbuchstaben ohne Grafiksymbole.

Fertige Software gab es kaum, man behalf sich durch Selbstprogrammierung und insbesondere Abtippen von Programmen aus der Funkschau, der ELO (Zeitschrift), der MC (Computerzeitschrift MicroComputer) oder der Chip, wobei die beiden Letzteren damals neben den amerikanischen Creative Computing und Byte die einzigen deutschen Zeitschriften für Computer waren (1979). Daneben etablierte sich auch die erste Computersendung des Deutschen Fernsehens "WDR Computerclub" mit Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph. Dort wurden akustische Computersignale gesendet, die – mit Mikrophon oder Verbindungskabel auf Musikkassette aufgenommen und dem PET zugeführt – ansehnliche kleine Programme ergaben.

Die Programmierung war durch den eingebauten BASIC-Editor deutlich komfortabler als bei vielen Bürocomputern der damaligen Zeit. Es wurde zeilennummernorientiert programmiert. Bei umfangreicheren Vorhaben stieß man allerdings rasch an die Grenzen. Nach dem Einschalten meldete ein Standard-PET 2001 mit 8 KByte: "7192 Bytes free". Damit musste man für Programm und Daten auskommen. Nicht selten wurden zwei Versionen eines Programmes hergestellt: eine normal dokumentierte Version (je Befehl eine Zeile, REM-Statements zur Kommentierung) und eine lauffähige Version, in der durch mehrere Befehle pro Zeile sowie Verzicht auf alle Kommentare Bytes gespart wurden, wo es nur ging. Zum Beispiel gelang es, neben Biorythmusprogrammen oder Lottozahlengeneratoren das berühmte Spiel "Space Invaders" in BASIC nachzuprogrammieren. Allerdings lief es, bedingt dadurch, dass BASIC eine Interpretersprache ist, sehr langsam ab. Es gab sogar ein kleines Schachprogramm, das mit den Grafiksymbolen eine ansprechende Darstellung erreichte und mit seiner Spielstärke einige Akademiker blamierte.

Das BASIC umfasste alleine 8 KByte des 14 KByte großen ROMs und stammte von Microsoft. Bereits die erste Version war nicht fehlerfrei: So führte die syntaktisch korrekte Zeile

20 IF F OR I = 8 GOTO 80

zu einem Syntax-Error, da sie als IF FOR I=8 GOTO 80 interpretiert wurde (was aber von Liebhabern als Feature statt als Bug angesehen wurde, da diese Eigenschaft des Interpreters wohldokumentiert war).

Die Arbeitsgeschwindigkeit war mit etwa einer Millisekunde pro Befehl aus heutiger Sicht langsam, ebenso das Laden von Programmen mit zwei Minuten für 8 KByte. In einem Punkt schlägt ein PET 2001 aber jeden heutigen Computer: Bereits ca. 1–2 Sekunden nach dem Einschalten (Aktivierungszeit des Monitors) war der PET 2001 betriebsbereit und konnte die ersten Befehle annehmen.

Spiele


Da der PET kein klassischer Spiel-Computer war, wurden lediglich etwa 30 Spiele auf Diskette produziert, hauptsächlich von Scott Adams und Avalon Hill. Immerhin exisiterte ein in Assembler programmiertes Schachprogramm.

Emulation


Es gibt wenige Emulatoren mit denen man den PET 2001 auf dem PC wieder reaktivieren kann. Erwähnenswert sind VICE und M.E.S.S..

Nachfolgemodelle


Aufgrund der guten Verkäufe in den USA und Kanada wurde die PET-Serie auch in Europa eingeführt. Allerdings kam es dort zu einem Konflikt mit Philips, da diese Firma sich bereits die Rechte am Namen "PET" (dort Abkürzung für Programm-Entwicklungs-Terminal) gesichert hatte. So wurden die Modelle in "CBM" umbenannt.

Aufwärtskompatibler Nachfolger des PET 2001 war der CBM 3001. Mit Blick auf Büroanwendungen entwickelte Commodore den PET 2002 zur Büroserie CBM 4016/4032 und 8016/8032 weiter, an die bereits ein Diskettenlaufwerk (5¼ Zoll, auch 8 Zoll) angeschlossen werden konnte und die über eine professionelle Schreibmaschinentastatur verfügten. Ab der 4000er-Serie gab es auch ein verbessertes Commodore BASIC mit diversen Befehlen zur Diskettenbenutzung.

Mit Blick auf den Heimcomputermarkt, insbesondere die Gamefähigkeit, wurden später der VC20 und der C64 entwickelt, die beide auch auf der Architektur des PET 2001 basierten, allerdings außer für einfachste Programme nicht mit dem PET (oder untereinander) kompatibel sind.

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