PCOS steht als Abkürzung von polyzystisches Ovarsyndrom (die ältere Bezeichnung Stein-Leventhal-Syndrom auch heute noch in Gebrauch) für eine aufgrund von hormonellen Störungen ausgelöste Krankheit, die bei geschlechtsreifen Frauen zu einer Reihe von Beschwerden führen kann. Es ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im zeugungsfähigen Alter und auch der häufigste Grund für (zumindest vorübergehende) Unfruchtbarkeit. Auslöser ist ein überhöhter Anteil an männlichen Hormonen im Körper, die Ursache ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Insulin-Resistenz, Adipositas sowie maskuline Körperbehaarung sind häufige Anzeichen für die Krankheit.
Vorkommen
Geschätzte fünf bis zehn Prozent westlicher Frauen im gebärfähigen Alter sind in Europa vom PCO-Syndrom betroffen.
Klinische Symptome
Laut Definition der Konferenz der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) und der American Society for Reproductive Medicine (ASRM), die 2003 in Rotterdam vorgestellt wurde, liegt eine Erkrankung am PCOS vor, wenn zwei der folgenden Kriterien erfüllt werden:
- Polyzystische Ovarien – Zysten auf den Eierstöcken
Ob polyzystische Ovarien vorliegen, kann bei einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt werden. Bei einer Erkrankung sind im Ultraschallbild viele kleine schwarze "Löcher" auf den Eierstöcken zu erkennen (siehe Bild).
Bei unregelmäßigen Zyklen gilt es zwischen der so genannten
Oligomenorrhoe und der
Amenorrhoe zu unterscheiden. Oligomenorrhoe liegt vor, wenn die Abstände der Blutungen 35 bis 45 Tage betragen, während eine Amenorrhoe dagegen das vollständige Ausbleiben einer Blutung bzw. Blutungen, die in einem Abstand von drei oder mehr Monaten einsetzen, bezeichnet.
Der Anteil zu vieler männlicher Hormone manifestiert sich bei Frauen auf unterschiedliche Arten. Als Konsequenz können unterschiedlich ausgeprägte
Akne, verstärkte Behaarung (
Hirsutismus) vor allem an den bei Männern bekannten Stellen (Brust, Bauch etc.),
Haarausfall,
Übergewicht und ein
unerfüllter Kinderwunsch als weitere Symptome genannt werden.
Diagnose
Die Diagnose kann anhand von oben genannter Klinik vermutet und dann zusätzlich durch Blutanalyse gefestigt werden. Dabei findet man
Ursache
Die Ursache für das PCO-Syndrom ist noch nicht vollständig geklärt. Man nimmt heute an, dass es sich um eine Überproduktion von Androgenen aus der Nebennierenrinde oder dem Fettgewebe handelt. Hierdurch wird die LH-Produktion angeregt, wodurch es sekundär zu einer ovariellen vermehrten Androgenproduktion kommt. Zusätzlich tritt häufig eine Insulinresistenz auf, die das Ungleichgewicht zusätzlich verstärkt.
Therapie
Bei der Behandlung von PCOS muss unterschieden werden, ob der Wunsch nach einer Schwangerschaft vorliegt oder nicht.
Kein Kinderwunsch
Liegt kein Kinderwunsch vor, lässt sich die Krankheit mittels Einnahme der Antibabypille ganz einfach behandeln. Die Pille führt dabei zu einem regelmäßigen Zyklus und reguliert den Hormonhaushalt der Betroffenen. Dadurch verbessert sich das Hautbild und die übermäßige Behaarung.
Kinderwunsch
Ist hingegen der Wunsch nach einer Schwangerschaft vorrangig, kann die Krankheit mittels folgender Medikamente behandelt werden.
- Metformin
- Clomiphene/Gonadotropins
- Hormontherapie
- Ernährungsumstellung
- operative Behandlung
Siehe auch
Weblinks
Krankheit
Polycystic ovary syndrome | Syndrome de Stein-Leventhal | 多嚢胞性卵巣症候群 | Síndrome do Ovário Policístico | PCOS | Polikistik Over