PAL Speed-up (dt. PAL-Beschleunigung) bezeichnet einen Effekt, der entsteht, wenn Filme und Videoaufzeichnungen vom Kino-Lichtfilmmaterial oder NTSC-Format ins PAL-Format umgewandelt werden. Diese Art der Normwandlung wird üblicherweise angewandt, wenn das Ausgangsmaterial mit 24 Bildern pro Sekunde produziert wurde.
Bei PAL mit seinen 25 Bildern pro Sekunde wäre die Umwandlung mit Pull-Up weitaus unpraktischer, da die Zahlen 24 und 25 (anders als 24 und 30) keine gemeinsamen Teiler haben; daher wird der Nachteil der beschleunigten Wiedergabe zu Gunsten eines einfachen 1:1-Konvertierungsverfahrens in Kauf genommen. Das so genannte PAL Speed-up dient dazu, dass für sämtliche PAL-Geräte die Bildfrequenz auf die von der Norm vorgeschriebenen 25 Bilder pro Sekunde erhöht wird, wodurch ein Film, absolute Inhaltsgleicheit einmal vorausgesetzt, automatisch eine um 4 % kürzere Lauflänge hat. Kino-Filme hingegen laufen um 4,17 % (1/24) und NTSC-Videos um 4,27 % (1/23,976) länger als die entsprechende PAL-Version.
Auf PAL Speed-up verzichtet wird dagegen, wenn das Ausgangsmaterial
Bei Videofilmen kommt hinzu, dass es bei Produktionen von vor Beginn der 1990er-Jahre noch nicht die technische Möglichkeit gab, den Pull-Up wieder rückgängig zu machen (Inverse Telecine). Daher war das Blending oft die einzige Option.
Bei einem Vergleich zwischen NTSC- und PAL-Video wird entsprechend mit 23,976 Bildern pro Sekunde bzw. 95,904 % gerechnet.
Um das Tonhöhenproblem zu umgehen, könnte man auch eine Tonhöhenkorrektur anwenden. Dies wird aber nur selten gemacht, da es zu keinem perfekten Ergebnis führt. Ob allerdings die Nebenwirkungen der Tonhöhenkorrektur oder eher die der höheren Tonlage störender sind, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Bei synchronisierten Fernsehproduktionen wird unterschieden:
Bei Diskussionen von Film-Fans kann das PAL Speed-up zu Konfusionen führen, so unter anderem über die so genannten Cut-or-Uncut-Versionen. Es gibt in den meisten Fällen zuerst einmal Informationen über die Kino-Version eines Films und über NTSC-DVDs aus den USA, da diese früher erscheinen, als die PAL-DVDs in Europa. Die unterschiedlichen Lauflängenangaben führen nicht selten zu Fehlinformationen von Laien, welche dann häufig Unsicherheit, Diskussionen und zum Teil auch unnötige Beschwerden von Filmfans auslösen. So lange aber keine fundierten Aussagen der Verleihfirmen über tatsächlich erfolgte Schnitte bzw. Kürzungen zur Erlangung einer ganz bestimmten Altersfreigabe der FSK vorliegen, können geänderte Handlungspassagen meist nur durch einen Eins-zu-eins-Direktvergleich verschiedener DVDs aufgespürt werden. Voreilige Aussagen über „verstümmelte“ Filme ('Cut-Version') sollten stets sehr skeptisch betrachtet werden. Eine Lösung des Problems hat jetzt vielleicht die Firma Kinowelt gefunden: Auf dem Director's-Cut-DVD-Cover des Films Saw wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass seine Laufzeit von ca. 99 Minuten der einer ca. 103 Minuten langen NTSC- oder Kinofassung entspricht.
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