Unfehlbarkeit bedeutet Irrtumslosigkeit, Fehlerlosigkeit, Perfektion im Tun. Eine Person oder Institution wäre dann unfehlbar, wenn sie frei von Fehleinschätzungen, irrtümlichen Entscheidungen und fehlerhaften Handlungen wäre. Nach menschlichem Ermessen ist dies nicht möglich. Im Glauben einzelner Religionen, Konfessionen und Ideologien spielt die Unfehlbarkeit eine Rolle.
Grundlage theologisch begründeter Unfehlbarkeit ist hier nicht der Mensch, sondern Gott, der einem Menschen die Unfehlbarkeit aus bestimmten Gründen verleiht. Ein allmächtiger Gott kann nach dieser Meinung die Unfehlbarkeit eines Menschen bewirken. Kritiker sehen hierin den Versuch einer Selbstimmunisierung der Lehre.
Nur wenn in aller Form ("ex cathedra") eine Glaubensüberzeugung zum Dogma erklärt wird, gilt diese als verbindlich und irrtumsfrei. Es dürfen jedoch nur solche Glaubensüberzeugungen zum Dogma erklärt werden, die nicht im Widerspruch zur Hl. Schrift und zur apostolischen Tradition stehen, die in dem römischen Teil der katholischen Kirche geglaubt (sensus fidei) und von der Mehrheit der Bischöfe akzeptiert werden. Die Intention der päpstlichen Unfehlbarkeit ist also, dass der Papst bei einem Streit innerhalb der Kirche das "letzte Wort" hat. Das Unfehlbarkeitsdogma will nicht als Freibrief für willkürliche Erfindungen verstanden sein. - Als unfehlbar gilt nur die dogmatische Aussage, die mit der Formel "definimus et declaramus" (oder vergleichbaren Formulierungen) eingeleitet wird; es gibt keine Pflicht, an die theologischen und historischen Begründungen und weitergehenden Ausführungen innerhalb des Dokuments, in dem ein Dogma definiert wird, zu glauben.
1854, also bereits vor dem Inkrafttreten des Dogmas, gab es bereits eine Verkündung, die dessen Bedingungen erfüllte, nämlich die von der "Unbefleckten Empfängnis Marias". Die römisch-katholische Kirche partizipiert an dem Dogma insofern, als dadurch Glaubenszweifel ausgeräumt werden, entsprechend Katechismus der Katholischen Kirche von 1992, Paragraph 889:
Da das Erste Vatikanische Konzil mit dem Ausbruch des deutsch-französischen Krieges abgebrochen wurde, sind die Bestimmungen zur Unfehlbarkeit bis heute unvollständig geblieben. Über die Frage der Unfehlbarkeit der Kirche als ganzer und ihrem Verhältnis zur Unfehlbarkeit des Papstes sowie der Notwendigkeit der Rezeption eines ausgesprochenen Dogmas durch die Kirche gibt es keine gleichermaßen ausführlichen Bestimmungen wie für die päpstliche Unfehlbarkeit.
Verglichen mit den Kontroversen, welche die Verkündung des Dogmas hervorgerufen hat, ist seine praktische Bedeutung eher gering. Nur einmal hat ein Papst, Pius XII., davon Gebrauch gemacht, als er 1950 die leibliche Himmelfahrt Marias verkündete. Sein Nachfolger, Johannes XXIII., hat sogar zu Beginn seiner Amtszeit erklärt, daß er nicht beabsichtige, von dem Dogma Gebrauch zu machen. Als Kandidat für die nächste Dogmatisierung eines Glaubensartikels gilt gerüchteweise die "corredemptrix"-Formel, die Maria neben Christus zur "Miterlöserin" erklären soll. Allerdings gelten solche Dogmatisierungen, wie die Dogmen der unbefleckten Empfängnis und der Aufnahme Mariens in den Himmel, heute vielen als nicht opportun, zumal sie auch dem ursprünglichen Sinn dogmatischer Definitionen nicht entsprechen, in einer akuten Glaubensfrage eine verbindliche Entscheidung herbeizuführen.
Konzilstexte im allgemeinen werden nicht als unfehlbar angesehen. Darüber hinaus wird es bei der großen Menge veröffentlichter Konzilstexte als vermessen angesehen, alle Texte wären vollkommen fehlerfrei. Die Dogmatisierung umfangreicher Abhandlungen würde eher zu Glaubensunsicherheit denn zu einer Präzisierung des Glaubens führen, insbesondere wenn der jeweilige Text mehr als eine Interpretation zulässt. Im Gegenzug wurde in vielen Konzilsdokumenten (beispielsweise in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche Christi des ersten vatikanischen Konzils) genau festgelegt, welche Absätze unfehlbar sind. Außerdem werden die als dogmatisch verkündeten Glaubensinhalte besonders prägnant formuliert, um den Interpretationsspielraum zu reduzieren.
Ein besonderes Beispiel ist das Zweite Vatikanische Konzil, es verzichtete vollkommen darauf, neue Glaubenssätze zu verkünden und als dogmatisch, endgültig oder verbindlich einzustufen. Formulierungen wie "wir erklären feierlich", "wir lehren endgültig" fehlen. Papst Johannes XXIII brachte dies zum Ausdruck, indem er das Konzil als pastoral (im Gegensatz zu dogmatisch) einberief. Da den Konzilsvätern andererseits die einschlägigen theologischen Argumente und Formfragen zur Unfehlbarkeit bekannt waren, wird davon ausgegangen, dass sie absichtlich auf die Dogmatisierung einzelner Aussagen verzichteten.
Hierbei werden gelegentlich die Unfehlbarkeit dieser göttlichen Offenbarung mit der päpstlichen Unfehlbarkeit verwechselt oder gleichgesetzt. Hierbei bezieht sich jedoch die päpstliche Unfehlbarkeit auf das päpstliche Urteil, welche Glaubensinhalte nun der göttlichen Offenbarung entstammen, und welche Aussagen Verfälschungen darstellen.
Die Orthodoxe Kirche kennt nur die Unfehlbarkeit der Kirche. Dieser Glaube besagt, der Heilige Geist werde nicht zulassen, dass die gesamte Kirche sich in Irrlehren verliert, sondern werde einen Weg schaffen, dies zu verhindern. Jedoch ist keine einzelne Person oder Institution unfehlbar - auch nicht ein Ökumenisches Konzil.
Die altkatholische Kirche entstand aus einer innerkatholischen Widerstandsbewegung, die das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes nicht akzeptierte. Sie kennt daher keine unfehlbare Instanz in der Kirche, steht aber dem oben genannten Glauben der orthodoxen Kirche über die Unfehlbarkeit der Kirche nahe.
Die Evangelischen Kirchen lehnen die Lehre von der wie auch immer gearteten Unfehlbarkeit vergangener oder heute lebender Personen (außer Jesus Christus) ab. Manche Evangelischen Kirchen – insbesondere im protestantischen Fundamentalismus und einigen Gruppen in der evangelikalen oder Pfingstbewegung – betrachten jedoch die Bibel als unfehlbar, wobei diese Unfehlbarkeit unterschiedlich definiert bzw. verstanden wird.
Ein kurzsichtiger Pfarrer tauft versehentlich Pinguine. Da die Taufe ein Sakrament ist und nicht auf Tiere angewendet werden kann, bricht eine Krise im Himmel herein. Diese wird gelöst, indem Gott die Pinguine in Menschen verwandelt. Gott kann bekanntlich Wunder vollbringen. Die Pinguine entwickeln sich weiter als Menschen und haben auch die typisch menschlichen Konflikte bis hin zum Krieg.
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