Bei Päpstin Johanna (auch Johannes Anglicus, in späteren Varianten der Legende auch Jutta, Frau Jutte, Gilberta, Agnes oder Glancia genannt) handelt es sich um einen Legendenstoff. Von seriösen Historikern wird die Päpstin Johanna als fiktive Gestalt eingestuft.
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Quellen der Legende, die vor das 13. Jahrhundert datiert werden, sind nicht bekannt.
Erste ernsthafte Zweifel an der Historizität der Legende, die lange Zeit selbst von den Päpsten für echt gehalten wurde, finden sich schon bei dem reformierten Kirchengeschichtler David Blondel († 1655). Die Wissenschaft ist sich heute weitgehend einig, dass die Legende kaum einen historischen Kern enthält.
Eine Theorie sieht die Geschichte der Päpstin Johanna als Legende, die ihren wahren Kern im Bezug zur Familie der Theophylakten hat, genauer im Bezug zu Marozia, der Mutter von Papst Johannes XI., und ihrer Mutter Theodora, die in weniger als einem Jahrzehnt acht Päpste auf den Thron und wieder zu Fall brachten und somit die wahre Macht hinter dem päpstlichen Thron darstellten (siehe auch Pornokratie).
Der Historiker Cesare Baronius erklärt den Mythos als eine Satire auf Papst Johannes VIII. (Papst 872–882) wegen seiner Weichheit im Umgang mit dem Patriarchen von Konstantinopel Photios I.
Eine andere Theorie nimmt an, dass Päpstin Johanna zwischen Leo IV. und Benedikt III. den Heiligen Stuhl innehatte.
Diese Theorien lassen sich nicht durch historische Belege bestätigen. Der byzantinische Patriarch Photios I., der ein Gegner des römischen Papstums war, erwähnt in seinen Schriften Leo und Benedikt als aufeinander folgende Päpste. Es findet sich auch dort kein Hinweis auf eine Päpstin.
Päpstin Johanna wird in verschiedenen historischen, aber auch unzuverlässigen, Quellen erwähnt, bis ins 17. Jahrhundert auch in kirchlichen Quellen.
Eine der am häufigsten genannten Quellen ist der Liber Pontificalis des früheren Gegenpapsts Anastasius Bibliothecarius, der ein Zeitgenosse der Päpstin gewesen wäre. Jedoch findet sich die Angabe lediglich in einem Manuskript, das sich in der vatikanischen Bibliothek befindet. Die Bemerkung zur Päpstin ist jedoch von einem späteren Schreiber als Fußnote nachgetragen worden. Dieser Nachtrag wird auf das 13. Jahrhundert datiert und dürfte unter dem Einfluss der Chronik Martins von Troppau entstanden sein und gilt daher nicht als zeitgenössischer Beleg. Gleiches gilt für die Manuskripte des Chronicon des Marianus Scotus. Während das Werk selbst im 11. Jahrhundert entstanden ist, werden alle Manuskripte, die einen Verweis auf eine Päpstin enthalten, auf ein späteres Datum als Martins Chronik datiert. Frühere Abschriften von Scotius′ Werk enthalten diese Hinweise nicht.
Neuere Vertreter der Echtheit (von der Fachwissenschaft abgelehnt)
Pope Joan | Johana (papino) | Papisa Juana | Paavi Johanna | Papesse Jeanne | האפיפיורית יוהנה | Johannes Anglicus | Papessa Giovanna | 女教皇ヨハンナ | Pausin Johanna | Papieżyca Joanna | Papisa Joana | Иоанна (папесса) | Johanna (påvinna)
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