| Strukturformel | - | Ozon.png | - | Allgemeines | - | Name | Ozon | - | Summenformel | O3 | - | Andere Namen | „aktiver Sauerstoff“, Trisauerstoff | - | Kurzbeschreibung | blaues Gas | - | CAS-Nummer | 10028-15-6 | - | Sicherheitshinweise | - | - | R- und S-Sätze | R 8 - 26 - 34 S 17 - 26 - 38 - 50 | - | Handhabung | Kein Öl oder Fett benutzen. Geeignete Werkstoffe sind Rein-Aluminium, Edelstahl, PTFE, Perfluorkautschuk | - | Lagerung | kann nicht gelagert werden, zerfällt innerhalb von 20 min zu dimerem Sauerstoff | - | MAK | 0,2 mg/m3 | - | Physikalische Eigenschaften | - | Aggregatzustand | gasförmig | - | Farbe | blau | - | Dichte | 2,14 kg/m³ | - | Molmasse | 48 g/mol | - | Schmelzpunkt | -193 °C | - | Siedepunkt | -112 °C | - | Dampfdruck | 5500 kPa (-12 °C)'' | - | Löslichkeit | 570 mg/l (in Wasser) (bei 20 °C)'' | - | Analytik | - | Klassische Verfahren | Titriermethode, UV-analyse, Entropiemethode | - | SI-Einheiten wurden, wo möglich, verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, wurden Normbedingungen benutzt. |
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Ozon ist bei Zimmertemperatur und normalem Luftdruck gasförmig. Aufgrund seiner oxidierenden Wirkung ist es für den Menschen giftig (MAK-Wert = 0,2 mg/m³). Häufig bei Ozonaufnahme ist heftiger Schläfenkopfschmerz. Der Geruch ist bei sehr hohen Konzentrationen aufgrund der oxidierten Nasenschleimhaut charakteristisch stechend-scharf, in der Natur jedoch geruchlos. Die Geruchsschwelle liegt bei 40 µg/m³, allerdings gewöhnt man sich schnell an den Geruch und nimmt ihn dann nicht mehr wahr.
O3, die allotrope Form von Disauerstoff O2, ist bei Zimmertemperatur ein instabiles, blaues, diamagnetisches Gas, das unterhalb von -192,5 °C (80 K) zu einem schwarzvioletten Feststoff erstarrt, der zu explosionsartiger Zersetzung zu O2 neigt. Das gewinkelte Molekül bleibt im Festkörper erhalten, der O-O-Abstand beträgt 128 Picometer, der Winkel zwischen den drei Sauerstoffatomen 117°. Ozon unterhält die Verbrennung sehr viel stärker als Disauerstoff, etliche Materialien flammen schon bei Raumtemperatur bei Kontakt auf.
In Reinluftgebieten ist die Ozon-Konzentrationen im Sommer oft höher als in Städten, da UV-Licht zur Ozon-Entstehung benötigt wird (sogenannter Photosmog) und sich in Städten gebildetes und durch Wind in Reinluftgebiete transportiertes Ozon langsamer abbaut. In Städten tragen hingegen Emissionen (Ruß etc.) zum Ozon-Abbau bei, da oxidierbare Stoffe in der Luft Ozonmoleküle zerstören. Pflanzen produzieren deshalb Terpene und Isoprene, damit die Blattoberfläche vor dem Ozon geschützt ist (dass Waldluft besonders ozonreich sei, ist ein Irrglaube). Die Verweilzeit ist abhängig von der Luftgüte. Je weniger oxidierbare Stoffe vorhanden sind, um so größer ist die Verweilzeit.
Das im Zusammenhang mit der Ozonschicht häufig erwähnte FCKW-Molekül wird durch UV-Strahlung aufgespalten, wodurch ein freies Chloratom entstehen kann, das wiederum viele Ozon-Moleküle „zerstören“ kann (siehe Ozonschicht).
Die Abbaureaktionen von Ozon durch Stickoxide wurden 1970 erstmals von Paul Josef Crutzen (Nobelpreis für Chemie 1995) beschrieben.
Die Maßeinheit zur Angabe der Ozonmenge in der Atmosphäre ist die Dobson-Einheit.
Bei der Elektrolyse von verdünnter Schwefelsäure (ca. 20 %) entwickelt sich an einer Gold- oder Platinanode Ozon, ganz besonders, wenn diese so weit verkleinert wird, dass die Stromdichte hohe Werte erreicht. Bei guter Kühlung lassen sich so 4 bis 5 % Ozongehalt im entstehenden Sauerstoff erreichen, eine Konzentration, die ausreicht, um alle Reaktionen des Ozons im präparativen Maßstab ausführen zu können. Über ausgefeilte Apparaturen (z. B. feine Platindrahtwendeln) und Kühlung auf -14 °C lassen sich noch erheblich höhere Ozonkonzentrationen erreichen.
Ozon lässt sich weiterhin über ultraviolettes Licht oder über stille elektrische Entladung herstellen. Entsprechende Geräte, Ozonisatoren, gibt es im Handel.
Zur Herstellung wird meistens getrocknete Luft oder Sauerstoff (Taupunkt mind. -65 °C) als Trägergas eingesetzt. In selteneren Fällen wird Sauerstoff mit Argon, Kohlenstoffdioxid u.ä. gemischt. Im Ozonerzeuger werden die Sauerstoffmoleküle durch Stille elektrische Entladung zu Sauerstoffatomen dissoziert, wonach noch im Plasma der Entladungsfilamente die Ozonsynthese und Ozonanreicherung stattfindet. In Luft bewegen sich typische Endkonzentration zwischen 1 und 5 Gewichtsprozent, in Sauerstoff zwischen 6 und 13 Gewichtsprozent.
Die in der Praxis eingesetzten technischen Vorrichtungen können auf folgenden Elektrodenkonfigurationen basieren:
In erster Näherung ist die Ozonanreicherung eine Funktion des elektrischen Energieeintrags pro Gasvolumen. Zur Optimierung des Wirkungsgrades können folgende Parameter variiert werden:
Wegen der hohen Reaktivität von Ozon sind nur wenige Materialien gegen Ozon beständig. Dazu gehören rostfreier Stahl (Qualität 316L), Glas, Polytetrafluorethylen, Polyvinylidenfluorid und Perfluorkautschuk. Bedingt beständig ist Viton, das unter Ozon keiner mechanischen Wechselbelastung ausgesetzt werden darf.
Siehe auch: Wasseraufbereitung im Schwimmbad
Auch in der Behandlung von kommunalen und industriellen Abwässern kommt Ozon zum Einsatz (Kläranlage). Ziele einer weitergehenden Ozonbehandlung des konventionell gereinigten Abwassers sind hierbei: (a) Abtötung pathogener Keime (Desinfektion) zur Sicherung des Vorfluters (z.B. in Hinsicht auf die Badegewässerrichtlinie) (b) oxidative Elimination / Transformation von nicht oder nur schlecht abbaubaren organischen Spurenstoffen (insbesondere Medikamentenrückstände).
Ferner kann Ozon sehr gut in Verfahrenskombinationen mit nachfolgenden biologischen Systemen (Biofilter) eingesetzt werden, so beispielsweise bei der Oxidation des chemischen Sauerstoffbedarfs (CSB) zum biologischen Sauerstoffbedarf (BSB), der dann im Biofilter weiterverarbeitet wird. Ebenso findet Ozon in Fischkreisläufen in der Aquakultur oder Aquariensystemen Anwendung.
Bei den meisten „chlorfrei“ benannten Produkten oder Verfahren wird Ozon eingesetzt, so zum Beispiel beim Bleichen von Papier. In diesem Zusammenhang ist oft von "aktivem Sauerstoff" die Rede.
Gelegentlich wurde behauptet, Waldluft sei besonders reich an Ozon und daher (sic!) gesund; beides ist falsch.
Chemische Verbindung | Meteorologie
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