Die Ozeanografie (auch Ozeanographie), griechisch für Meereskunde, ist eine Wissenschaft, die sich mit den physikalischen, chemischen, geologischen und biologischen Vorgängen in den Weltmeeren beschäftigt.
Im deutschen Sprachraum wird teilweise zwischen der Ozeanografie, die chemische, biologische und physikalische Vorgänge der Meere und Ozeane erforscht, und der Meeresbiologie unterschieden, die sich den biologischen Zusammenhängen widmet. Auch die geophysikalischen Erscheinungen auf und unter dem Meeresgrund werden der Ozeanografie zugeordnet.
Die klassischen Gebiete der Ozeanografie werden oft in die folgenden Hauptbereiche gegliedert:
Weitere kleinere Felder sind unter anderem Meeresrechtwesen, Fischereiwesen, Meeresarchäologie. Verwandte Disziplinen sind Meereisforschung, Polarforschung und Klimaforschung.
Ozeanografie versteht sich als eine interdisziplinäre Wissenschaft. Die einzelnen Bereiche arbeiten oft eng zusammen. Aus diesem Grund wird manchmal die international verbreitete Bezeichnung Ozeanologie als Bezeichnung für diese Wissenschaft bevorzugt.
Erste Ansätze der Forschung der Meere lassen sich bis ins Altertum zurück verfolgen. Sie waren eng mit der Erforschung der Erde selbst verbunden. Dazu gehören die Küstenverläufe, die Lagebeziehungen der Küsten und Inseln zueinander, und die Gestaltung der Meere. Die ersten Küstenbeschreibungen (Periplus) war eine Zusammenfassung von Ptolemäus (ca. 150 v. Chr.). Für eine exakte fehlten die entsprechenden Messgeräte. Die Einführung des Astrolabiums und des Jakobstabes (um 1500) ermöglichten die astronomische Berechnungen der Breite eines Ortes auf See, so das man einmal entdeckte Inseln und bei Meeresüberquerungen die Küste in etwa wiederfinden konnte. Erst die Erfindung des Sextanten (1731) und des Schiffschronometers (1764) und die Einführung der Funkzeitzeichen lösten das Problem der Ortsbestimmung auf See, so das die geographischen Koordinaten eines Orts jederzeit bestimmt werden konnten.
Die als erste angesehene meereskundliche Expedition wurde von Edmond Halley 1698 durchgeführt um die Veränderung der Ortemißweisung zu untersuchen. Die Entwicklung der Navigation war Voraussetzung für die Durchführung anderer Forschungen, z. B. für die Erforschung der Meeresströmungen auf offener See. 1513 wurde der Golfstrom entdeckt. Im Jahr 1603 werden die Meeresströmungen beschrieben Die ersten Karten der Meeresströmungen wurden 1678 und 1786 gezeichnet mit dem Ziel die Reisezeit zwischen Europa und Amerika für Segelschiffe zu verkürzen.
Mit sehr viel Aufmerksamkeit wird seit dem Altertum die Erforschung der Winde betrieben. Die erste Karte der Windverhältnisse des Atlantischen Ozeans zeichnete 1688 Edmond Halley. Im 18. Jahrhundert beginnen die Ansätze einer systematischen Erforschung der ozeanographischen Verhältnisse der Weltmeere. Es werden in verschiedenen Ländern hydrographische Dienste eingerichtet, die Seevermessung vornehmen und Seekarten, Seehandbücher und Gezeitentafeln herausgeben. Sie erlangen, für die sich rasch entwickelnde Schifffahrt, immer mehr an Bedeutung. Der amerikanische Marineoffizier Matthew Fontaine Maury beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit der systematischen Sammlung der Schiffsbeobachtungen. Durch Auswertung dieser Beobachtungen konnte er 1847 Wind- und Strömungskarten herausgeben, die zu einer wesentlichen Verkürzung der Reisezeiten der Segelschiffe beitrug. Seine Bemühungen um die Vervollkommnung der Beobachtungen und ihrer Vereinheitlichung führte 1853 zur ersten Internationalen Hydrographischen Konferenz in Brüssel. Damit wurde der Grundstock gelegt für einen internationalen Beobachtungsdienst, an dem sich heute ca. 6000 Fischerei- und Handelsschiffe beteiligen.
Den Beginn der modernen Meereskunde ist das Jahr 1872, als die HMS Challenger (Challenger-Expedition) eine mehrjährige meereskundliche Weltreise antrat. Die Zielsetzung dieser und ihr folgender Expeditionen verschiedener Länder war die erste Bestandsaufnahme der topographischen, physikalischen, chemischen und biologischen Verhältnisse in den Weltmeeren, über dessen tiefere Schichten damals so gut nichts bekannt war. Es wurden nicht nur erste grundlegende Erkenntnisse gesammelt, auch die erforderlichen Standardmethoden wurden entwickelt. Es wurden auch die Grundlagen für die Entwicklung der theoretischen Ozeanologie gelegt, es entstanden die ersten realistischen dynamischen Modelle. Diese erforderten mit der Zeit ein Abgehen von den groben Stichprobenmessungen der ersten Bestandsaufnahme.
Siehe auch: Geschichte der Astronomie, Kartographie, Geschichte der Schifffahrt
Die meereskundlichen Expeditionen auf See lassen sich in folgende Bereiche unterteilen:
Generelle meereskundliche Aufnahmen
Sie geben einen ersten allgemeinen Überblick der meereskundlichen Verhältnisse des Gebietes was im Moment der Aufnahme geschieht.
Saisonmäßige meereskundliche Aufnahme
Diese wurden von dem Internationalen Rat für Meeresforschungen im Jahre 1902 festgelegt. Auf die Monate:
– charakteristisch für die einzelnen Jahreszeiten des Meeres festgelegt. Die Aufnahmen sollten in der ersten Hälfte des Monats erfolgen. Außerdem wurde ein System gewisser Linien (Schiffskurse) für einzelne Gebiete verschiedener Meere festgelegt, auf denen die Aufnahmen in bestimmtem Stationen in See ausgeführt werden sollten (hydrologische Schnitte).Synchrone meereskundliche Aufnahmen
Die saisonmäßige Aufnahmen werden von mehreren Forschungsschiffen gleichzeitig (synchron) durchgeführt um in kürzester Zeit ein synoptisches Bild von der Verteilung der ozeangraphischen Elemente zu erhalten.
Meereskundliche Aufnahme nach Wettertypen
Diese Aufnahmen geschehen wenn eine typische Wetterlage herrscht, die einen Einfluss auf die ozeanischen Prozesse in See hat.
Programme der Arbeiten meereskundlicher Expeditionen
Das Programm der Beobachtung ist auf die gestellte Aufgabe ausgerichtet
hydrographische Beobachtungen
Bodenrelief (Tiefenlotung) Anwendung eines Echolot während der ganzen Fahrt um dadurch ein Profil des Meeresbodens zu erhalten.
Hydrologische Beobachtungen
Bodenproben: gestörte und ungestörte zur Feststellung der physikalischen und chemischen Eigenschaft des Bodens (auch akustisch).
Wasser: Durchsichtigkeit und Farbe – hydrophotometrische Messungen, Unterwasserstrahlung, Extinktion.
Seegang: Charakter des Seeganges und Messungen der Wellenelemente. Registrierung der Höhe, Periode unter Registrierung der Schlingerbewegung des Schiffes.
Strömungen: Richtung und Geschwindigkeit in verschiedenen Tiefen
Wassertemperatur: Oberfläche und verschiedene Tiefen
Wasserproben für Bestimmung: Salzgehalt, pH-Wert, Gase, Stickstoff, der freien Kohlensäure und des Schwefelwasserstoffes
Im Winter: Eisverhältnisse nach Art, Menge, Dichte, Formen, Passierbarkeit und Stärke des Eises Feststellung, physikalischer Eigenschaften des Eises
Feststellung der Wasserstandsschwankungen auf offener See durch Hochseepegel
Feststellung der natürlichen Radioaktivität des Meerwassers
Feststellung von Sandwanderungen in Küstenbereich
Siehe auch: Forschungsschiff
Siehe auch: Becken, Plattentektonik, Bodenform, Schelf, Tiefseerinne, Seebecken
Der Meeresboden besteht in allgemeinen nicht aus Felsgestein, sondern aus abgelagertem Material. Die Grundproben erlauben eine gewisse Orientierung des Schiffsortes, für die Fischerei ist die Beschaffenheit des Bodens von Wichtigkeit (Einsatz: Grundschleppnetz). Die Sedimentablagerungen tragen zum Verständnis der Reliefverhältnisse bei. Die marinen Sedimente werden nach ihrer Entstehung, Zusammensetzung und Verteilung betrachtet.
Die Ozeane und Nebenmeere sind der Sammelbecken eines Großteils des auf dem Festland zerstörten (Verwitterung) Gesteins, der im Weltmeer selbst anfallende und Ablagerungsprodukt. Sie setzen sich aus örtlich wechselnden Anteilen zusammen, die auf sechs verschiedene Ursprünge zurückgeführt werden (terrigen, biogen, polygen, chemogen, vulkanogen und kosmogen (genetische Sedimentgruppen)).
Die terrigenen Sedimente haben ihren Ursprung auf den Festland. Sie stammen aus der mechanischen Verwitterung (Gesteinszerfall) und chemischen Verwitterung, die aus der lösenden Kraft des Wassers beruht. Als Ergebnis verschiedener Abtragungsvorgänge (ca. 85%) gelangt es als Zufuhr der Flüsse in die Weltmeere. Weiteres Material kommt von den Küsten und Untiefen, die der abtragenden Tätigkeit der Brandung ausgesetzt sind. Dem Meeren wird durch Gletscher und Eisbergen Moränenmaterial zugeführt. Die Eisberge transportieren mitunter große Steine aus dem polaren Gebiet weit in den Ozean. Durch den Wind kommt Feinstaub z. B. aus der Sahara hinzu. Dieser Materialtransport steht in enger Beziehung mit der Meeresströmung, unter ihren Einfluss wird das Material nach Korngröße sortiert. Große Gesteinsstücke bleiben bereits im Mündungsgebiet, Küstennähe liegen. Die feineren Teile werden weit in den Ozean hinausgetragen bevor sie Sedimentieren sie bilden den Hauptbestandteil des Roten Tiefseetones.
Die biogenen Sedimente lassen sich in drei organische Materialien aufteilen, von Festland stammendes, benthogene und planktogene. Die benthogenen setzen sich aus dem Rückstand der am Meeresboden lebenden Fauna (Ichthyofauna) und Flora zusammen. Sie sammeln sich in der Küstennähe als Flachwasserablagerungen. In der Tiefsee ist der organische Anteil vorwiegend der aus tierischen und pflanzlichen Plankton der sich auch an der Wasseroberfläche finden lässt. Der größte Anteil des abgestorbenen Planktons wird beim Absinken auf den Meeresboden vom Meerwasser gelöst. Nur einige schwer lösliche Kalk- und Kieselsäurehaltigen Restbestände gelangen dort hin. Einige verschiedenen Arten von Globigerinen (gehören zu den Foraminifera (zu den Urtier zählenden Wurzelfüßler)) und die Gehäuse der Pteropoden oder Flügelschnecke. Eine andere wichtige Quelle ist der Nanoplankton, besonders die der Coccolithophoriden. Häufig sind die sedimentbildenden Diatomeen und die der Radiolarien. Die biogenen Sedimente erhalten ihren Namen nach den Tieren oder Pflanzen, die am häufigsten vertreten sind.
Der einzige Vertreter des polygenen Sediments ist der Rote Tiefseeton. Dieser besteht aus annähernd 90% aus anorganischen Stoffen und stammt vom Festland und den Überresten der Globigerinen.
Die chemogenen Sedimente sind mineralische Neubildungen die sich durch Auslösung aus dem Meerwasser und anderen Vorgängen direkt am Meeresgrund entwickeln. Häufig kommt in ihnen das Glaukonit vor, fernen Eisen und Manganoxid, meist in Form von Knollen, Körnchen und Scheiben ferner beachtliche Anteile von Kobalt, Zink, und Titan.
Die vulkanogene Sedimente sie konzentrieren sich auf die Umgebung der Vulkane. Auf dem Meeresgrund findet man Vulkanschlick, Lava vermischt mit terrigenen Sedimenten.
Die kosmogene Sedimente sie stammen meist aus interplanetarer Materie und setzen sich aus eisen- und silikathaltigen kleinen Teilchen zusammen.
Jährliche Sedimentzufuhr in die Ozeane und Nebenmeere
| Faktoren | Menge in Mrd. t |
|---|---|
| Flüsse | 18,0 |
| Erosion | 0,3 |
| Vulkane | 2,0 |
| Biogener Faktor | 1,0 |
| Eis | 0,4 |
| Konkretionen | 0,012 |
| Kosmischer Staub | 0,005 |
| Insgesamt | 21,717 |
Für die Bestimmung sehr kleiner Muscheln und Skelette dient die mikropaläontologische Analyse, mit deren Hilfe einzelne Formen ausgezählt werden. Als Ergebnis dieser Arbeit erhält man eine Charakteristik der Mikrofauna des Meeresbodens. Für die Tiefseesedimente ist die Mikropaläontologie eine wichtige Spezialsparte der Ozeanografie geworden in Zusammenhang mit Erdölvorkommen.
Siehe auch: Sedimente, Sedimentgestein, Fluviatiles Sediment
Eine eindeutige Abgrenzung nach morphologischen Gesichtspunkten ist nicht möglich und wird bei nautischen Einteilungen auch nicht angestrebt, da man bei Meerengen nicht die kürzeste Verbindung als Grenze wählt, sondern die gesamte Meerenge einem der Ozeane zuordnet. Daraus ergibt sich für die Gliederung der Ozeane und Nebenmeere in folgende Gliederung:
| Ozeane und Nebenmeere | Fläche (in Mio. km²) | Volumen (in Mio. km³) | mittlere Tiefe (m) | maximale Tiefe (m) |
|---|---|---|---|---|
| Pazifik | 166241 | 696189 | 4188 | 11034 |
| Austral-asiatisches Mittelmeer | 9082 | 11366 | 1252 | 6504 |
| Bering Meer | 2261 | 3373 | 1492 | 3961 |
| Ochotskisches Meer | 1392 | 1354 | 973 | 3379 |
| Gelbes- Ostchinesisches Meer | 1202 | 0,327 | 272 | 2681 |
| Japanisches Meer | 1013 | 1690 | 1667 | 3617 |
| Kalifornischer Golf | 0,153 | 0,111 | 724 | - |
| Gesamt | 181344 | 714410 | 3940 | 11034 |
| Atlantik | 86557 | 323369 | 3736 | 9219 |
| Amerikanisches Mittelmeer | 4357 | 9427 | 2164 | 6269 |
| Mittelmeer | 2510 | 3771 | 1502 | 4404 |
| Schwarzes Meer | 0,508 | 0,605 | 1191 | - |
| Ostsee | 0,382 | 0,038 | 101 | 459 |
| Gesamt | 94314 | 337210 | 3575 | 9219 |
| Indischer Ozean | 73427 | 284340 | 3872 | 7455 |
| Rotes Meer | 0,453 | 0,244 | 538 | 2359 |
| Persischer Golf | 0,238 | 0,024 | 84 | 100 |
| Gesamt | 74118 | 284608 | 3840 | 9215 |
| Arktischer Ozean | 9485 | 12615 | 1330 | 5220 |
| Arktisches Mittelmeer | 2772 | 1087 | 392 | - |
| Gesamt | 12257 | 13702 | 1117 | 5220 |
| Insgesamt | 362033 | 1349930 | 3795 | 11034 |
Siehe auch: Hydromorphologie
An der Gestaltung der Küste und ihre Formen sind folgende Faktoren mit zuständig:
Siehe auch: Plattentektonik, Kreislauf der Gesteine, Liste der Gesteine, Liste der Gesteine nach Genese, Geschichte des Wetters und der Wetterbeobachtung, Klima
System der Inselgestaltstypen:
Siehe auch: Insel, Atoll, Vulkanismus
Siehe auch: Packeis, Schelfeis, Eisscholle, Eisgang, Pfannkucheneis, Ice-Rise
Weblinks: National Snow and Ice Data Center (englisch)
Die Kräfte die auf die ruhenden Wassermassen und ihre Gleichgewichtsbedingungen einwirken sind:
Siehe auch: Wassermolekül, Herkunft des irdischen Wassers, Geschichte der Wassernutzung, Gezeiten, barometrische Höhenformel
Weblinks: Strömungsmodell
Die verschiedenen Arten von Strömungen
Als Faustregel gilt dies für alle Meeresströmungen, sie unterscheiden sich in ihrer zeitlichen Dauer und die sich in ihnen erzeugende Kraft.
Aus diesen beiden Bedingungen kann man in den meisten fällen feststellen, ob die gegeben Strömung warm oder kalt, eine Tiefen oder Oberflächenströmung eine ständige oder periodische ist.
Ständig vorhandene Strömungen bezeichnet man jene die ununterbrochen zu allen Jahreszeiten im Strömungssystem der Ozeane vorhanden sind z. B. im Atlantischen Ozean der Golfstrom, im Pazifischen Ozean der Kuro-shio. Periodisch vorkommende Strömungen werden solche Strömungen bezeichnet die zeitlich lang oder kurz, aber in einer ständigen Wiederkehr auftreten z. B. im Indischen Ozean die langperiodischen Monsunströmungen. Zeitweilig auftretende Strömungen entstehen durch das Einwirken von kurzen, örtlich sehr starken Wind. Gravitationsströmungen entstehen aus der Neigung der Isobarenflächen. Der Horizontalgradient des Druckes in der Dichtausgleichsströmung entsteht durch die ungleichmäßigen und zeitlich unterschiedlichen Veränderungen der Temperatur und des Salzgehalts in den einzelnen Schichten im Wasser dadurch entsteht eine verschiedene Dichteverteilung. Barogradientströmungen werden durch Veränderungen in der Verteilung des Luftdruckes hervorgerufen die unter Hochdruckgebieten ein Sinken des Wasserspiegels und unter Tiefdruckgebieten ein Erhöhung des Wasserspiegels bewirken. Abflussströmungen entstehen durch eine Schräglage des Niveaus z. B. große Abflussmengen aus Flüssen oder Flussmündungen die in ein Seegebiet fließen, ferner große örtliche Regenniederschläge. Kompensationsströmungen entstehen etwas abseits von den anderen und beruhen auf die Tatsache das Wasser eine zusammenhängende, unelastische Flüssigkeit ist, die Mangel an einer Stelle durch Zufluss von anderer Seite auszugleichen strebt. Verursacht Wind eine Abströmung des Wasser aus einem Gebiet setzt sofort eine Zustrom aus einem anderen Seegebiet in das betroffene Seegebiet ein zur Kompensation. Die Wind- und Triftströmungen entstehen aus der Windreibung an der Wasseroberfläche und des Winddruckes auf den Wellenrücken. Dadurch setzen sich die Oberflächenwasserschichten in Bewegung.
Siehe auch: Monsundrift, Corioliskraft, Zentrifugalkraft, Erdrotation, Reibungskraft, Thermohaline Zirkulation, Thermodynamik, Flaschenpost
Die Bearbeitung der Messergebnisse kann vielseitig erfolgen. Es entstehen meersgeologische Beschreibungen des Meeresboden mit Signaturen der Bodenbeschaffenheit. Wenn die aus dem betreffenden Meeresgebiet entnommenen Bodenproben in Labor untersucht sind, werden sie als Ergebnis in eine Karte mit den Koordinaten der Entnahme eingetragen. Hier beginnt die für den Meeresgeologen die komplizierte Arbeit der richtigen Deutung der Analysen nach deren Hauptarten und Gemisch (Steine, Kies, Sand, Schlick, Schlamm, Ton usw.). Diese Karten haben eine große Bedeutung für die Schifffahrt. Sie Kennzeichnen gute und schlechte Ankergründe und geben Hilfestellungen für die Fahrt durch das Eis. Sie Kennzeichnen für die Fischerei gute und schlechte Fanggebiete, im Küstenbereich werden für Seebauten gute oder schlechte Baugründe angezeigt. Auch militärisch sind diese Karten von Bedeutung: z. B. für ein U-Boot das sich Verstecken oder Tarnen möchte. Meeresgeologische Schnitte werden dann gefertigt wenn zu den Bodenproben auch Bohrungen vorhanden sind. Sie geben die Möglichkeit, im Schnitt die Schichtung einzelner Meeresbodenarten und deren Mächtigkeit darzustellen. Die meeresgeologischen Karten zeigen meist krasse Übergänge von einer Bodenart zur anderen. Die einzelnen Bodenarten gehen in den Grenzgebieten meistens erst allmählich von der einen zur anderen Bodenart über.
Siehe auch: Schichtung
Die Ozeanologie geht nicht so weit in der Betrachtung der Lebewesen, Pflanzenwelt und Bakterien des Ozeans wie der Meeresbiologe oder Mikrobiologe. Für den Ozeanologen sind die Lebewesen des Ozeans vorwiegend indirekte Indikatoren der chemischen, physikalischen, meeresbiologischen und dynamischen Prozesse im Ozean. Die Lebewesen werden in der Hydrobiologie in drei Gruppen unterteilt, in Plankton, Nekton und Benthos.
Zum Plankton gehören alle jene Lebewesen die keine großen Bewegungsorgane besitzen und mehr oder wenigen in allen Wasserschichten vorkommen und dort treiben. Auch einzellige Wasserpflanzen (Phytoplankton), sowie kleine mehrzellige Lebewesen (Infusorien) , ferner das was in die Rubrik des Zooplanktons fällt. Das Nekton bilden größere schwimmende Lebewesen, wie Fische aller Art, die befähig sind, sich selbstständig in größeren Bereichen zu bewegen. Benthos ist der Sammelname für alle Lebewesen und Pflanzen, die über, am oder im Meeresboden leben und wachsen.
Durch Vorfinden von Vertretern der einen oder anderen Gruppe von Lebewesen in einzelnen Gebieten oder Wasserschichten kann man auf regionale Eigenarten dieser Wasserschichten schließen. z. B. auf Temperatur, Salz- und Sauerstoffgehalt weil sie ihren Aufenthalt nach dieser Besonderheit richten. Ändern sich die für ihren Aufenthalt notwendigen natürlichen Verhältnisse, so wandern sie ab, wenn sie sich bewegen können, und gehen in Gebiete wo ihre gewohnten Verhältnisse herrschen. Aus diesen Prozessen kann man, die entsprechenden Lebensbedingungen einzelner Tier, Pflanzen, und Bakterien kennend, ihr Vorhandensein als Indikator des Gewässers, ohne direkte Messungen feststellen.
Siehe auch: Systematik des Pflanzenreichs, Koralle, Systematik der Knorpelfische, Systematik der Knochenfische, Phylogenese, Destruent, Meiofauna
Ozeanografen arbeiten zumeist in der Forschung oder auch meerestechnischen Firmen. Die Ausbildung unterscheidet sich je nach Fachrichtung. Zumeist jedoch gilt für die oben genannten Fachbereiche, dass das eigentliche Studium zum Ozeanografen in Deutschland nur in Kiel und Hamburg möglich ist, als Nebenfach jedoch auch in Bremen, Rostock und Oldenburg.
Für den physikalischen Ozeanografen unterscheidet sich das Studium bis zum Vordiplom nicht von dem eines reinen Physikstudiums. Erst anschließend werden Schwerpunkte in ozeanografischen Bereichen belegt.
Für den chemischen Ozeanografen gilt, dass normalerweise ein Vordiplom oder auch Diplom in Chemie erworben wird und erst im Rahmen einer Promotion findet die Spezialisierung zum chemischen Ozeanografen statt. Auch sind Quereinstieg über die Geologie oder Biologie möglich mit einer anschließenden Promotion in Meereschemie. Ferner ist der Einstieg über ein Staatsexamen an der Fachhochschule, als chemisch-technischer Assistent denkbar, denn anschließend ist ein Studium in der Chemie möglich.
In ähnlicher Weise erfolgt der Einstieg in die anderen Fachbereiche.
Arbeitsgemeinschaft Meereskundlicher Bibliotheken
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